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Kronsteen ...
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...   Erstellt am 26.04.2007 - 12:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der 2. und letzte Dalton-Bond.





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"Wer ist schon Bond im Vergleich zu Kronsteen?!"

Carsten ...
Status: 00-Agent
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...   Erstellt am 26.04.2007 - 13:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Film wechselt in meiner Gunst ständig hin und her. Meistens überwiegt jedoch das Positive.

Dalton gibt hier eine starke Leistung ab. Sein Bond ist eine reale Figur und kein Comic-Held mehr. Er reagiert emotional und macht daher viele Fehler. Bei seinem privaten Rachefeldzug hat er teilweise mehr Glück als Verstand. So erbeutet er Sanchez Geld eher zufällig. Nur weil er versehentlich der Anti-Drogenbehörde von Hongkong in die Quere kommt und zufällig genau zu dem Zeitpunkt bei denen gefangen ist, als Heller die Leute alle umnieten läßt, gewinnt Bond Sanchez Vertrauen, der zuvor äußerst misstrauisch war. Geschickt nutzt Bond die Zufälle für sich aus. Bringt so Krest, Heller und Truman-Lodge auf Sanchez Abschussliste.

Die Action-Szenen sind wieder einmal großartig und trotz der recht bodenständigen Handlung bigger than life. Sie sind im Film jedoch nicht immer gut verteilt. So kommt zwischen der Szene, in der Bond das Geld erbeutet und der Endschlacht mit den Tanklastzügen keine wirklich aufregende Actionszene. Dies macht den Film in der Mitte fast ein wenig langatmig - zumindest für Action-Fans.

Ein großer Nachteil dieses Films sind die unglaublich schlechten Rückprojektionen bei der Tankerverfolgung. Insbesondere die längere Einstellung von Sanchez Wagen, als Sanchez per Funk Anweisungen gibt, ist mit dem stark wacklenden Hintergrund wahnsinnig störend.

Auch der Schluss gefällt mir nicht. Die Naivität aller darin vorkommenden Einstellungen ist mir völlig zuwider und passt nicht zum Film. Leiter ruft fröhlich aus der Klinik an, der Leguan wird durch Lupe bestohlen, Lupe erbeutet den Präsidenten als neuen Lover, Bond erhält noch einen Abschiedskuss von Lupe, dann die Eifersucht von Pam, Bonds Sprung ins Becken, Kutschen mit Puprosten von Q und als Gipfel des Kitsches noch ein blinzelnder Kulissenfisch ! Och nee ! Das war ein bischen viel Happy End.

Positiv:
- Song
- Drehorte
- Glamour im Casino
- gute Darsteller
- gute Story, die gut zu Fleming passt
- Pam Klettverschluss Kleid (!)
- "Stellen sie die verdammte Maschine ab"

Ärgerlich:
- blinzelder Fisch
- Eifersüchteleien der sonst so starken Pam, was nicht zu ihren Charakter passt
- Rückpros bei Tankerjagd
- die Olympus Schleichwerbung im Titeldesign (der Firmenname war im Kino riesig)
- der Röntgen-Laser-Fotoapparat-Bitte-lächeln-Gag




ollistone ...
Status: Sir Frederick Gray
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...   Erstellt am 26.04.2007 - 14:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich glaube, unter den Bond-Freaks genießen alle Filme besonders hohes Ansehen, die "anders" sind und von den üblichen Wegen abweichen. OHMSS, CR und auch LTK. Den Massen gefällt es nicht immer, und so ist LTK ein eher erfolgloser Bond geblieben - völlig zu Unrecht!

Dass Bond hier gerade nicht im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs ist, sondern einen privaten Rachefeldzug unternimmt, war schon mal ein überraschender und mutiger Schachzug. Dunkler, unkomischer und brutaler war kein Bond, weder vorher noch nachher. Nicht umsonst stellte man Bond den lieben alten Q an die Seite, um dem Film wenigstens ein paar sympathische, liebenswerte Züge zu geben. Ohne Q wäre wohl auch für die hartgesottenen Fans die Grenze des Erträglichen erreicht gewesen: Leiter wird von Haien verletzt, Killifer gefressen, Milton Crest explodiert, Dario wird zerhäckselt, Sanchez verbrennt bei lebendigem Leib - schon harter Tobak, die wenigen Lacher bleiben einem im Halse stecken. Deshalb finde ich auch das Ende ziemlich versöhnlich und nicht kitschig. Ein bisschen Harmonie am Ende tut dem Film ganz gut.

Aufgewogen wird die explizite Brutalität - nicht ganz untypisch für Filme der späten '80er - durch hervorragende Drehorte und Superstunts. Der Pre-title mit dem Flugzeug-Angeln inklusive Absprung zur Hochzeit - das ist Bond, genau das. Die Wasserski-Szene - grandios. Die Settings, vor allem Sanchez' Villa und die Kokain-Fabrik, ganz herrlich.

Ich bin extrem zufrieden, ein Top-Bond, hat weder die schwachen Besucherzahlen noch die schlechten Kritiken verdient.





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Sanchez ...
Status: Felix Leiter
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...   Erstellt am 26.04.2007 - 16:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


LTK ist mein Lieblingsbond. Obwohl er extrem aus der Reihe tanzt, wurde hier (beinahe) alles richtig gemacht. Timothy Dalton gibt hier die beste schauspielerische Leistung eines Bond-Darstellers in einem Bond-Film zum besten und jagt mir manchmal mit seiner bloßen Mimik einen kalten Schauer über den Rücken. In vielen Punkten erreicht dieser Film die Superlative. So hat er den IMHO besten Gegenspieler Bonds, die beste finale Action-Szene, überhaupt die Perfekte Mischung aus Action und Handlung, zwei Spitzen-Bondgirls, den besten Q-Auftritt und den zweitbesten Nicht-Barry-Score (nach George Martins LALD).

Am wichtigsten ist aber, dass dieser Film es wie kein anderer schafft eine durchgehend intensive Atmosphäre aufzubauen. Als Mittel dafür dient auch die teilweise recht heftige Brutalität und der gewöhnungsbedürftige Soundtrack. Resultat dessen ist, dass ich in diesem Film wie in keinem anderen um Bond gebangt habe (besonders extrem war das in der Szene, in der Bond und Pam das Geld in der Druckkabine versteckten, da dachte ich mir schon "Scheiße, was passiert, wenn Sanchez die beiden entdeckt und Bonds Tarnung auffliegt?").
Was den wahrscheinlich häufigsten Kritikpunkt an dem Film angeht, das kitschige Ende, da bin ich 100%ig mit ollistone einverstanden - das Ganze stellt einen Kontrast zur angespannten Stimmung des Filmes dar und ist somit ein versöhnlicher Abschluss.

Wenn mich überhaupt etwas an dem Film stört, dann liegt das im Detail. Etwas verstörend finde ich es zB, wenn Bond nach seiner Gefangenschaft bei der Hongkonger Drogenbehörde - bei der er sich einiges an Wunden und Schrammen im Gesicht zuzog - ohne einen Kratzer im Gesicht in Sanchez´ Villa aufwacht. Solche Kleinigkeiten ärgern mich kurzweilig dann schon an diesem ansonsten grandiosen Bond-Film.





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KW12 ...
Status: Felix Leiter
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...   Erstellt am 27.04.2007 - 20:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mein absoluter Lieblingsfilm!
Hier kommt richtiges Bond-Feeling auf!
Sogar die beste Gunbarrel meiner Meinung nach!
Früher als ich noch junger Bond-Fan war hat mir der Film immer Angst eingejagt!
Da hier im ganzen Film eine düstere und bedrohliche Stimmung herscht! Mit der Zeit gefiel er mir immer besser! Und heute ist es einfach wirklich "TheBest"!
Mit seinen exotischen Schauplätzen ist der Film was ganz besonderes! Dann spielt Dalton natürlich Bond wieder mal perfekt! Er bringt richtig Gefühl in die Rolle! Sogar die Bösewichte sind meiner Meinung nach perfekt! Sanchez total cool und Loyalität bedeutet ihm mehr als Geld! Der Film hat wirklich fast nur gutes!
Dann natürlich Q, der viel zu dem Bond-Feeling beiträgt, hat hier eine richtige längere Rolle!
Die beiden Bond-Girls sind beide auch in Ordnung und
gefallen mir gut! Dann natürlich ein gutes Actionreiches Ende, welches mir sehr gefällt!
Überhaupt die Szenen in der Drogen-Fabrik sind genial! Ich hab an dem Film eigentlich wirklich nichts auszusetzen!

KW12





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"Eins sollte dir klar sein Amigo! Loyalität bedeutet mir wesentlich mehr als Geld!"
Franz Sanchez zu Milton Krest in "Lizenz zum Töten"

www.commander007.ch.vu/

EvelynTremble 



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...   Erstellt am 28.04.2007 - 07:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich empfand LTK schon immer als einen dieser etwas 'besonderen' Bonds, weil er, ähnlich wie OHMSS, uns einen Einblick in die verletzliche Seite von Bond zeigt.

Ich meine, was passiert denn im Film? Eine der wenigen Figuren, die Bond als Freund bezeichnen würde heiratet und gleich in der Hochzeitsnacht wird die Braut getötet. Bond kennt das, er kennt das zu gut. Im Grunde ist der folgende Rachefeldzug so etwas wie eine Vergangenheitsbewältigung für ihn. Meine Interpretation: Bond denkt, er hat immer noch den 'Gestank' von Tracys Ermordung an sich. Zwar hat er Blofeld ausgeschaltet, aber eine totale Rache blieb aus (entweder starb er durch einen Absturz auf der Bohrinsel oder wenn man FYEO als Maßstab nimmt in einen Schornstein geworfen), es war kurz und schmerzlos. Zumindest hat Bond in seiner Wut sich wohl mehr Schmerz für ihn gewünscht. Er fühlt sich schuldig, konnte die Ermordung Tracys nicht verhindern und ihren Tod nicht angemessen vergelten. Er versteckt sich über lange Jahre wieder hinter seinem Schutzpanzer und die Moore-Jahre scheinen dies zu bestätigen. Der einzige Weg seelisch nicht zu verbrechen snd Ironie, Witzeleien und absoluter Frauenverschleiß. Doch irgendwann funktionieren auch die besten Schutzmechnismen nicht mehr. Langsam schleicht sich auch bei Moore der Ernst ein, geht dann zu Dalton über (der auf mich immmer ziemlich zornig und kurz vor der Explosion stehend wirkt). Und diese Explosion erfolgt dann eben in LTK. Es geht um Ersatzrache. Bond lebt seine verpasste Rache für Tracy voll aus. Völlige Vernichtung des Gegners. Am Ende gibt es dann eine entspannte Party. Es ist vielleicht ganz gut, dass Dalton nicht weitermachte, nach diesem Befreiungsschlag wäre der knallharte Bond vielleicht nicht mehr vermittelbar gewesen. Brosnan zeigte dann ja wieder mehr den 'Fun-Bond'.

Ansonsten bietet der Film einen erstklassigen Titelsong, den ich und meine Kumpels damals sogar auf dem Schulhof teilweise singen konnten. Einen erstklassigen Schurken (Davi ist eh eine selten cooole Sau, der alles mit der nötigen Energie spielt, sogar seine Rollen in irgendwelchen C-Pictures).

Kurz und gut, einer meiner liebsten Bonds.




Useldinger ...
Status: Agent


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...   Erstellt am 28.04.2007 - 11:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mir geht es nach fast 20 Jahren so, dass ich inzwischen eher die Ähnlichkeiten zu den anderen Bond-Filmen sehe und der Film bei weitem nicht mehr so sehr als krasser Außenseiter wirkt wie früher. Letztlich ist die Rachegeschichte (soweit ich sehe ein häufiger Grund, warum der Film als "anders" bezeichnet wird) ja auch nur ein Vorwand, um Bond auf die tödliche Jagd nach einem Großverbrecher zu schicken. Sogar ein logischerer Vorwand als die Suche nach einem Fabergé-Ei...




DoctorMoVe ...
Status: James Bond
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...   Erstellt am 29.04.2007 - 00:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


LTK war für mich stets einer der problematischeren Bondfilme. Und das nicht wegen seiner programmatischen 'Härte' und 'Ernsthaftigkeit'.
An die deutliche Veramerikanisierung - vorallem in der ersten Hälfte - muß ich mich stets erst aufs Neue gewöhnen.
Michael Kamen's Barry-Nachfolge tat damals im Zeitalter von Die Hard und Lethal Weapon sein übriges um diese Wahrnehmung noch zu verstärken.
Dazu kommt, das ich als jemand, der dem von Richard Nixon aus der Taufe gehobenen, und von Ronald (und Nancy) Reagan massiv ausgeweiteten - und heutzutage schwer umstrittenen - 'War on Drugs' gegenüber immer sehr kritisch eingestellt war, und jemand dem nicht nur deshalb der US-Polizei-TV-Serien-Boom dieser Epoche damals ziemlich auf den Keks ging, wahrscheinlich von Anfang an nicht der ideale Zielkonsument dieses Bondfilms werden konnte.

Außerdem fand ich die finale Drogen-Fabrik-Location schon immer etwas seltsam. Ebenso das Mini-Feuer das Bond entfacht, welches plötzlich das ganze Gelände vernichtet. Alles irgendwie ein wenig abstrus...

Über die Jahre freundete ich mich aber, trotz meiner anfänglichen Antipathie mehr und mehr mit dem Werk an. Hauptsächlich Dalton's souveräne Performance und der gute Cast sind es, die den Film für mich interessant machen.

Im Grunde hat es Carsten in seinem Beitrag schon sehr treffend umschrieben.
Kann mich seinen +/- Bewertungen eigentlich nur in allen Punkten anschließen. Es ist eben ein Film mit vielen Höhen und Tiefen.
Schade das der schöne Titelsong nicht in den Score eingearbeitet wurde.

Ein weiterer Kritikpunkt, den ich doch mal hinzufügen muß, ist das die beiden Dalton-Filme in ihren viel gerühmten Action-Final-Schlachten teilweise unverholen bei Spielberg's ersten beiden Indiana Jones-Abenteuern abkupfern.
Die Bildabfolge beim drohenden Absturz des Afghanistan-Flugzeug's ist fast die selbe wie in Temple of Doom. Noch gravierender sind die Ähnlichkeiten der LKW-Verfolgungsjagd von Raiders of the lost Ark mit der LTK-Tanklasterzug-Sequenz.
'Innovation' - ein Begriff der ja häufig im Zusammenhang mit LTK fällt - stell' ich mir jedenfalls anders vor...

Meine Lieblings-Szenen sind die gelungenen Froschmannkämpfe, Bond's Kündigung im Hemingway-Haus und die interessante Öffnung von Pam's Kleid in diesem wunderschönen, altmodischen Aufzug (nochmal Gruß an Carsten).







[Dieser Beitrag wurde am 29.04.2007 - 12:52 von DoctorMoVe aktualisiert]





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"Ein Spiel ist gespielt worden und ich habe verloren - that's it" - Maximilian Largo

Spree ...
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...   Erstellt am 29.04.2007 - 14:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bei Bonds Kündigung hab ich irgendwie nie verstanden, warum die Situation plötzlich eskaliert, Dalton davonläuft und die Wachen auf ihn schießen. Kann mir das jemand erklären?

Ansonsten ein Film mit vielen Höhen, aber auch ein paar Tiefen. Von Daltons Filmen inzwischen mein klarer Favorit, weil hier weniger auf Romantik gesetzt wird, als in TLD, wo ich TD in solchen Szenen eher unterdurchschnittlich fand. Pam ist sowohl charakterlich, als auch vom Aussehen her eine meiner absoluten Favoriten unter den Bondgirls und ein starker Grund dafür, dass der Film in letzter Zeit sehr viel Boden gut gemacht hat.





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"Lass die Leute reden und lächle einfach mild,
die meisten Leute haben ihre Bildung aus der BILD.
Und die besteht nunmal - wer wüsste das nicht -
aus ANGST, HASS, TITTEN und dem WETTERBERICHT!"
(die ärzte: Lasse Redn, 2007)

cyrus_poonawalla ...
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...   Erstellt am 01.05.2007 - 11:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der zweite Film mit Timothy Dalton fällt in mehrfacher Hinsicht aus dem Rahmen: er ist mit Abstand der bis dahin brutalste, er ist (bis auf ein paar Kleinigkeiten) sehr realistisch - und er ist sehr ernst.

Einer der besten Freunde Bonds wird bei einem Anschlag schwer verletzt, seine frischgebackene Ehefrau in der Hochzeitsnacht ermordet. Bond, der ein paar Stunden vorher erst Trauzeuge war, rastet aus und begibt sich auf einen privaten Rachefeldzug. Das ist die kurze Story. Und da steckt alles drin.

Drogenschmuggel ist ein schmutziges Geschaft, im realen Leben noch viel mehr, noch viel brutaler und viel menschenverachtender, zynischer, als es in diesem Film dargestellt wird. Ein Drogenbaron vom Kaliber eines Franz Sanchez und seine Helfer in den verschiedensten Positionen (Dario als Mann für's Grobe, Heller als Leibwächter, Truman-Lodge als Finanzgenie, Milton Krest und all die anderen) sind sicherlich eher unter- als übertrieben.
Wer einmal ganz bewußt einen drogenabhängigen Menschen gesehen hat, dessen Gedanken sich nur noch darum drehen, wie sie ihre Sucht befriedigen können, wer das seelische Leid und den körperlichen Zerfall dieser Menschen einmal bewußt wahrgenommen hat, den überkommt Wut, schlicht und einfach. Und ein Gefühl der Hilflosigkeit. Aber was können wir tun? Im echten Leben herzlich wenig. Aber wir können davon träumen, einfach aufzuräumen, genauso rücksichtslos und kalt zuzuschlagen wie James Bond es kann. Denn er hat die Fähigkeiten und die Mittel, die uns fehlen...

Und Bond schlägt zu. Gnadenlos, ohne nachzudenken, was seine Aktionen für Konsequenzen haben können. Es ist fast blind vor Wut und Zorn, mehrfach verläßt ihn seine klare Urteilskraft, etwa, als er im Zorn den Mann, der Sharky getötet hat, nun selbst tötet.
Wir erfahren zum ersten Mal, daß James Bond auch negativ besetzte Emotionen wie Zorn und Wut kennt. Wir wußten aus "On Her Majesty's Secret Service" bereits, dass Bond romantische Gefühle zeigen konnte, jetzt sehen wir die andere Seite. James Bond wird dadurch wieder etwas menschlicher, Bond's Image erhält ein paar Kratzer, das Bild rundet sich...

Aber dieses Zuschlagen, ohne nachzudenken, birgt wieder andere Gefahren. Bond macht Fehler, gefährdet durch seinen Alleingang eine Undercover-Operation des Drogendezernates von Hong Kong und die Rückgabe gestohlener Waffen an die US-Regierung. Das sind die kurzen Momente, in denen Bond an der Richtigkeit seines Tuns zweifelt, wenn er mit den Folgen seiner Fehler konfrontiert wird. Aber sein Rachedurst ist stärker...

Einen solchen Menschen zu verkörpern, in dem die Wut brodelt und sich nicht in Schreien oder ähnlichen Aktivitäten entlädt, sondern Energien für gewaltige Kraftakte freisetzt, ist eine schwere Aufgabe. Aber Timothy Dalton meistert sie mit Bravour. Der wütende, kalte Gesichtsaudruck, seine kontrolierte Ruhe, obwohl die Nerven und die Muskeln zu vibrieren scheinen - Dalton wirkt so, als könne er jeden Moment vor Wut explodieren.

Ähnlich und doch völlig entgegengesetzt wirkt Robert Davi als Franz Sanchez. Der Mann strahlt die Ruhe und Gelassenheit eines Mannes aus, der weiss, dass er genug Geld hat, um sich alles kaufen zu können, was er will, und der weiss, daß ihn niemand stören wird, denn wer sein Geld nicht nimmt, stirbt. Sanchez ist ein knallharter Geschäftsmann - mit einer unsauberen, illegaren Ware und mit entsprechend unsauberen und illegalen Methoden. Aber das stört ihn nicht. Er will nur eines: Mehr Geld, mit dem er mehr Macht kaufen kann.

Bis auf das etwas kitschige Ende ist dieser Film in sich stimmig. Die Stimmung ist düster und wird durch die leicht disharmonisch klingende Musik unterstützt (ohne Bilder ist der Soundtrack aber bis auf das Titellied und Patti LaBelle's Ballade "If You Asked Me To" nicht zu ertragen), die Schauspieler wirken überzeugend.

Daß dieser Film nicht beim Publikum ankam, liegt nicht an der Qualität des Films. Denn die ist hervorragend.





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