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sabine 
Frauchen & Dosi




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...   Erstellt am 21.05.2006 - 18:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Hier nun die Geschichte vom roten Maine-Coon-Kater Blade, der leider nur ein halbes Jahr wurde.

Blade hatte ich im Internet gesehen, da war er ca. 4 Wochen schon. Eigentlich war er reserviert gewesen von einer Züchterin, die sich aber nicht mehr meldete und somit wieder zur Vermittlung frei war.

Er war mein absoluter Traumkater … Gesehen und verliebt, nur der muss es sein !
Einmal hatten wir ihn besucht, leider schlief er da fast nur. Ich machte mir damals keine Gedanken, Kitten schlafen halt viel, aber heut glaub ich, dass das schon die ersten Anzeichen waren.
Unsere Züchterin brachte ihn uns. Als er aus dem Cannel kam, nahm er kein Ende … unheimlich lang, aber auch dünn. Spitzname „Wiener Würstchen“.
Dann begann die Tortour. Blade wollte nie richtig zunehmen, hatte regelmäßigen Durchfall, war nicht leistungsfähig.
Wegen des Durchfalls und Nichtzunahme rannten wir von einem Arzt zum anderen. Blade hatte (einem Monat bevor wir ihn haben einschläfern lassen müssen) sage und schreibe 13 Spritzen in nur 9 Tagen bekommen. Die TÄin wollte alle evtl. Viren, Bakterien und was auch immer totspritzen. Es war schlimm ! Zuhause bekam er irgend welche Pülverchen und Pasten eingeflöst. Er hatte zeitweise richtige Angst vor mir, weil ich den armen Kerl immer mit irgend welchen Scheiss so strietzen musste. Er tat mir so leid, und als das alles nichts brachte, im Gegenteil, er baute noch mehr ab, nach der Spitzenaktion ging ich wieder zu einem anderen TA und sagte gleich, er könne seine Spitzen sonst wo hinstecken, der Kater bekommt keine mehr ! Ich verlangte ein Röntgenbild. Darauf waren nur die Gase / Luft in den Därmern zu sehen, allerdings fiel auch auf, dass er ein großes Herz hat, das unter Kontrolle bleiben sollte. Der TA meinte, das bei ihm die Propotionen "verschoben" sind (Herzgröße eines 5 Monate alten Tieres, Äußeres eines 3 Monate alten). Medikamente bekam er wegen des Herzens keine. Neues Diätfutter für den Darm, wieder Pulverchen undundund. Ich sagte damals schon zu der Züchterin unter Tränen, den bekomm ich nicht groß.

Ganz stark fiel uns auf, dass, wenn er nur einmal unser Wohnzimmer durchquerte, ging sein kleiner Bauch wie ein Blasebalk und er brauchte fast eine halbe Stunde, bis er sich aklimatisiert hat. Ich schob es aber eher auf seine Schwäche, war mit 5 Monaten 2,2 kg.

An einem Donnerstag, ich weiß es noch wie heute, viel mir auf, dass sein Bauch runder wurde. Ich dachte, endlich nimmt er mal zu, frisst ja auch viel. Freute mich sogar.
Freitag/Samstag wurde er immer rundlicher, Sonntag sah er aus wie eine hochtragende Kätzin. Meine Angst: Nasse FIP.
Da stimmte was nicht, also bin ich Montag nach der Arbeit gleich wieder zum TA. Als ich ihn aus dem Cannel nahm, machte der TA ein besorgniserregenden Blick und schüttelte den Kopf. Ich fragte nasse FIP, er nickte.
Blade wurde ein zweites mal geröntgt. Sein Herz war in der Kürze der Zeit auf das 4fache angewachsen. Es war so groß, dass es die Luftröhre schon gegen die Wirbelsäule drückte. Von Därmern war nix mehr zu sehen, aufgrund des Wasserbauches. Ich verlangte eine Punktion, da ich aus Büchern/Zeitschriften und Internet wusste, dass Fip-Flüssigkeit, gelb bis bernsteinfarben ist und von zähflüssiger Konsistenz. Eine Narkose kam nicht in Frage, das hätte der Kreislauf und sein Herz nicht mitgemacht. Blade bekam eine recht große Kanüle in den Bauch gestochen und die Flüssigkeit war weiss und ganz dünnflüssig (wie verdünnte Kuhmilch), also entgegen der typischen Fip-Flüssigkeit. Selbst der TA staunte und meinte, dass das Lymphflüssigkeit ist. Allerdings gibt er ihm höchstens noch einen Monat, oder auch weniger, weil die Gefahr bestand, dass das Zeug`s in die Lunge läuft und er würde qualvoll ersticken würde. Für mich stand die Entscheidung eigentlich sofort fest im Interesse meines Lieblings, allerdings wollte ich vorher mit der Züchterin sprechen.

Um Blade vom Wasserbauch zu erleichtern, wurde ein halber Liter ! mit Spritzen herausgezogen bzw. herausgedrückt. Pitschnass nahm ich ihn mit nach Hause, in der Hoffnung, dass ich das mit der Züchterin an diesem Tag noch abklären kann und Blade auch noch an diesem Tag „wegbringen“ kann.
Irgend wie wollte Simone mir aber nicht so recht glauben, dass es so schlimm ist und ich gab ihr die Tel. von meinem TA. Also telefonierte sie mit meinem TA und rief anschließend ihren TA an, der ihr anrat, mir grünes Licht zu geben. Sie rief mich zurück, bot mir allerdings auch gleich einen „Ersatz-Kater“ an, was mich mit Sicherheit diesem Tag überhaupt nicht interessierte. War mir Sch…. Egal! Ich wollte Blade und keinen anderen.
Leider war zu diesem Zeitpunkt Sprechstundenende, dass heisst, er blieb noch eine letzte Nacht. Die verbrachte er separat, getrennt von den 2 Cooni-Mädels im Schlafzimmer. Wir wollten nicht, dass sie den nassen Kater, getränkt von der milchigen Flüssigkeit ablecken zumal auch noch aus der Punktatstelle fast eine Stunde diese Brühe rauslief.
Dienstag morgen, Blade war wieder trocken, hab ich es nicht über`s Herz gebracht, ihn die letzten Stunden allein im Schlafzimmer zu belassen. (Ich musste ja auf Arbeit). Also hab ich ihn zu den Mädel gelassen und zu ihm gesagt: „Geniess die letzten Stunden mit Hello und Galaxy, kleiner Schatz!“
Der Arbeitstag war viel zu kurz, er hätte 10x länger sein können. Es ist schlimm zu wissen, wenn ich heut nach hause komm, dann … *heul*
Blade stand auf der oberen Treppenstufe, freudig, mit seinem Charmeurblick und kam mir mit seinem leeren durchhängenden Schlenkerbauch entgegen.
Mein Mann und ich tranken in Ruhe Kaffee und Blade durfte so viel Leckerlis fressen, bis her nicht mehr wollte, er liebte die Stängchen.
…. Und dann brachte ich ihn fort, hab kaum die Straße vor heulenden Augen gesehen.
Beim TA ging alles in Ruhe ab und so wie ich ihn auf den Arm an mich drückte, so schlief er auch ein.



Für meinen kleinen Blade ...

Seit Tagen hattest Du Bauch- und Herzweh, es ging Dir wirklich nicht gut !
Du konntest nicht richtig atmen und langsam verließ Dich der Mut.

Am Wochenende wurde es schlimmer, Du wurdest schwächer und dicker in jeder Stund´
hattest Probleme beim rennen und spielen und rangtest schwer nach Luft aus deinem Mund.

Der Tierarzt dachte an FIP, ja Blady, dieses Krankheitsbild lag nah,
wer konnte auch erahnen, daß es dein GROSSES kleines Herzchen war!

Ich sah schweren Herzens, daß der Moment gekommen war. Dich zu erlösen ... war uns allen klar.
Voll Angst fuhr ich mit Dir am Dienstag zur Praxis, wo der Tierarzt schon für dich da war.

Im Wartezimmer sahst du mir vertrauensvoll in die Augen,dein Herzchen pochte wieder wie wild.
Ein Blick ...ich werd ihn niemals vergessen, du hattest wohl die Regenbogenbrücke schon gesehen.

Ich hielt Dich in meinen Armen, als Deine Seele den Körper verließ.
Ich hatte so lang versucht Dich zu retten und fühlte mich verlassen und mies.

Ich fiel auf die Knie und weinte, flehte Dich an nicht zu geh´n,
doch Du hattest bereits so viel ertragen, hattest das Recht hinter die Brücke zu seh´n!

Krampfhaft hielt ich Deinen Körper in meinen steifen, schon schmerzenden Armen,
sie nahmen Dich mir schließlich fort, zeigten aber liebevolles Erbarmen.

Sie sagten, ich solle nun stark sein, irgendwann würde der Schmerz schon vergeh´n
das Ganze ist nun ein paar Stunden her und es tut noch genau so sehr weh...

Ich vermisse das tappsen Deiner Pfoten, Dein Gesicht, Deine Augen, Dein Fell,
ich vermisse Deinen Geruch in meiner Nase, es ging alles so furchtbar schnell.

Ich wollt Dir noch so viel sagen, vor allem wie sehr ich Dich lieb
ich kann es nicht ertragen, es war für mein Herz wie ein Hieb.

Seit gestern fehlt ein Teil von mir, ein Teil, der wollte mit Dir geh´n,
dieser ist nun immer bei Dir, bis wir uns am Ende des Regenbogens wiederseh´n...

Der Himmel ergoß sich hernieder, aus Traurigkeit über Dein Entgehen,
und ich weine immer wieder, hätte ich das alles doch nur rechtzeitiger gesehen...

Doch da wo Du jetzt bist ist Frieden, DORT seid Ihr Miezen gewollt,
dort kannst Du mit deinesgleichen spielen, wie gern hätt´ ich gesehen, wie Ihr bei mir herumtollt...

Da oben erlischt KEIN Feuer, da oben tut Dir nun keiner mehr weh,
da oben beginnt nun DEIN Leben, Dein eigener kleiner neuer Weg...

Adieu liebes Katerchen, für uns lebst Du immer weiter.
Wir lieben Dich...



Wir haben ihn einschicken lassen, um auszuschliessen, dass es keine FiP ist, ich hatte ja auch noch die Verantwortung für die Cooni-Mädels. Auch die Züchterin war interessiert daran. Obduktionsbericht: Herzinsuffizienz
Wegen eines Schreibfehlers in meiner Anschrift bekam ich den Bericht und die Rechnung nicht nach Hause. Nur der TA hatte ein Exemplar. Also rief ich bei der Obduktionsstelle an und hatte sogar Glück, mit dem Herren zu sprechen, der Blade auf dem Tisch hatte. Er versicherte mir, dass keinerlei Anzeichen für Fip da waren und das es ein angeborener Herzfehler war aufgrund des geringen Alters.

Auf meiner Kamera hatte ich noch die letzten Fotos ... dies war das Letzte.
In seinem Auge ein Tränchen *heul* ...
Warum nur Du ...




[Dieser Beitrag wurde am 26.05.2006 - 00:15 von sabine aktualisiert]





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