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johannes 
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...   Erstellt am 19.04.2005 - 13:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Trost


Ich wäre fast gestrauchelt, ich wäre fast unsicher geworden in meinem Vertrauen
zu Gott, denn ich war unzufrieden damit, daß es denen, die nicht nach Gott fragen, immer gut ging.

Ist es nicht so, daß gefährliche Situationen oft an ihnen vorüber gehen?
Sie trifft selten das Unglück, dafür aber immer die anderen, die nichts dafür können.
Sie haben nicht so viel mit Krankheiten und Schmerzen zu tun, wie so viele andere.

Es sieht so aus, als wäre ihre Lebenshaltung gerade die richtige, wenn sie andere übers Ohr hauen, wird noch applaudiert. Sie werden mit ihrem Handeln als Vorbilder hingestellt.

Sie sonnen sich in der Anerkennung und was sie sich ausdenken, das erreichen sie auch. Was nicht von Ihnen kommt, das machen sie schlecht, sie zerreißen den anderen in der Luft und machen sich über ihn lustig. Was sie reden, wird wie eine Offenbarung angesehen und wenn sie etwas sagen, muß es getan werden.

Darum haben sie auch Anhänger in Massen und es werden immer mehr.
Sie sagen: "Gott interessiert sich gar nicht für die anderen.
Und wenn es ihn gibt - warum sollte er sich für sie interessieren?"

Ja, das sind jene, die ohne Gott leben.Sie sind glücklich in der Welt und werden reich.

Ich frage mich, soll denn das alles umsonst sein, daß ich so lebe, wie es
sich gehört, daß ich niemandem Schaden zufüge und mich statt dessen für den anderen einsetze, daß ich mich abmühe und auf keinen grünen Zweig komme, daß mir alles wie eine Strafe erscheint?

Es hat nicht viel gefehlt, und diese Gedanken hätten von mir Besitz ergriffen. Aber hätte ich damit nicht alle jene, die sich bisher auf Dich, Gott, verlassen hatten, verurteilt als Phantasten?

Ich dachte darüber nach, ob ich es wohl begreifen könnte, aber es war mir
unmöglich - bis ...
ja, bis ich in die Gegenwart Gottes trat und mir ihr Ende vor Augen führte.

Es kommt der Zeitpunkt, wo niemand mehr etwas von ihnen wissen will, wo jeder sich freut, daß sie untergehen.Dann ist niemand mehr da, der sie auffängt, weil sie alle mit Füßen getreten haben. Selbst Gott steht ihnen nicht bei, weil sie ihn aus ihrem Leben gestrichen haben. Sie sind wie ein böser Traum, der nun endlich vorbei ist.

Ja, Vater, ich bleibe bei Dir, auch wenn mich heute alle dafür auslachen. Ich weiß, Du hältst mich fest an Deiner Hand und führst mich nach Deinem Plan - auch wenn ich es heute noch nicht erkenne - und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, nimmst Du mich mit Ehren bei Dir auf. Wenn ich Dich allein habe, ist mir alles andere egal.

Wenn mir hier alles verloren geht, nichts mehr bleibt, an dem ich mich festhalten kann, dann weiß ich dennoch. Du bist treu und verläßt mich nicht.
Du spendest mir Trost. Zu Dir gehöre ich.

Psalm 73, frei übertragen von
Johannes Paetzold





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