Savina  Haudegen
   

Status: Offline Registriert seit: 27.12.2005 Beiträge: 605 Nachricht senden | Erstellt am 08.02.2006 - 18:43 |  |
Keine Künstlerin beschäftigt mich zur Zeit mehr als Delta Goodrem. Die Dame ist 21 Jahre jung, Australierin und hat bereits zwei Alben veröffentlicht (welche ich beide besitze). Musikalisch ordne ich sie der Kategorie Pop zu, jedoch zeugt ihr musikalisches Werk von beachtlicher Leistung (für ihr Alter vor allem!), um sie dem zuzuordnen, was man heute unter Popmusik versteht, sprich Britney Spears, Christina Aguilera oder Jeanette Biedermann und wie sie alle heißen... Denn Frau Goodrem hatte eine zehnjährige klassische Klavierausbildung und auch gesanglich zeigt sie verschiedene Facetten auf; das bedeutet, sie singt nicht durchgehend in der gleichen "Klangfarbe" bzw. Tonlage, was ja auch ausgesprochen langweilig wäre. Was ich auch klasse finde, ist dieses leicht "rauchige" in ihrer Stimme (wie etwa bei Nienke de Jong von Autumn), welches sie an bestimmten Stellen bewusst einsetzt, so dass es sich anhört, als "breche" ihre Stimme... Ja, das bringt den Text auch auf die richtige Gefühlsebene.
Diese Leistung war ja schon auf dem ersten Album "Innocent Eyes" (2003) bewundernswert, dafür dass Delta zu dem Zeitpunkt erst 18 Jahre alt war. "Born to try" ist der Opener dieses Albums, welcher durch eine eingängige Melodie gekennzeichnet ist und zum Nachdenken anregt. Innocent Eyes erzählt vom Leben, oder vom erwachsen werden. Not me, not I erzählt von einer verflossenen Liebe (jaja, das Übliche halt), mit welcher das lyrische Ich allerdings abgeschlossen hat und welcher es nicht nachtrauert. In Throw it away wird ungefähr das Gleiche thematisiert, allerdings hier in abwertender, kälterer Form. Das hierzulande sehr bekannte "Lost without you" thematisiert ebenfalls die Problematik von Beziehungen, wobei in der ersten Strophe deutlich wird, welchen Nachteil menschliche Schwächen wie z.B. Eigensinnigkeit darstellen, welche man hinterher, wenn es vorbei ist, bereut und man sich demzufolge verloren und unsolide fühlt. Predictable stellt eine etwas "unsensiblere" Thematik heraus, nämlich dass das lyrische Ich sich nicht von irgendwelchen falschen Versprechungen verunsichern/ verführen lässt. In Butterfly geht es darum, dass das lyrische Ich (daher auch der Titel) einen nahestehenden Menschen besonders sorgsam behandelt. In my own time hat einen relativ simplen Text, was mir persönlich jetzt nicht so taugt, jedoch können diese häufigen Wiederholungen auch ein Zeichen von Routine sein, in dem Text geht es nämlich um Stress und inneren Chaos. Und der findet sich im Alltag ja wieder. My big mistake - der Titel allein klingt eindeutig: Es geht hier um die Analyse eigener Fehler. In This is not me wird ein Thema, welches mich persönlich wirklich sehr anspricht behandelt, nämlich die Frage nach der eigenen Identität: Wer bin ich, welchen Weg werde ich gehen etc. Das Debüt ist wirklich sehr gut gelungen meiner Ansicht nach, aber was mir teilweise auffällt ist die etwas zu geringe Abwechslung vom melodischen Aspekt her. Nicht so krass, dass jetzt alle Lieder wirklich gleich klingen wie bei manch anderen, aber sie hätte da etwas mehr einbauen können. Insgesamt würde ich trotzdem sagen, dieses Werk ist mehr als mittelprächtig.
Bei ihrem zweiten Album "Mistaken Identity" (2004) hat sie den kritischen Punkt der Abwechslung tatsächlich bearbeitet: Das Repertoire an "verschiedenen Stimmungen und Eindrücken" ist auf diesem Werk deutlich größer und vielfältiger!!!
Ich hatte eigentlich vor, alle Stücke einzeln in einem Satz zu definieren, nur leider bin ich aus Zeitgründen dazu verhindert. Man kann ja hier nachlesen: http://www.deltagoodrem.com
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