Pipasi 

Status: Offline Registriert seit: 01.03.2007 Beiträge: 242 Nachricht senden | Erstellt am 18.02.2009 - 18:05 |  |
Deepa Mehta's OSCAR-nominated film WATER
Water - Filmausschnitt
Water" heißt der Film der indischstämmigen Regisseurin Deepa Mehta.
Der Titel ist Synonym für den heiligen Fluss Ganges, in dem die Menschen baden und ihre Seelen von Sünden reinwaschen.
Es wird gesagt, dass, wer im Ganges den Tod findet, in einem besseren Leben wiedergeboren wird.
Darauf können die Frauen, die jeden Tag an den Ganges gehen, um sich den rituellen Waschungen zu unterziehen, nur hoffen.
Sie sind Witwen und haben durch den Verlust ihres Mannes ihre gesellschaftliche Stellung verloren. Das war schon damals so, 1938, in der Zeit, in der der Film angesiedelt ist - und so ergeht es auch heute noch Millionen von Witwen in der größten Demokratie der Welt.
Traditionell sollen Frauen ihren Männern in den Tod folgen, um ihre und seine Sünden zu sühnen.
So kam es in früheren Zeiten zu Witwenverbrennungen. Frauen aus höheren Kasten, die diesen Weg nicht gehen mussten, lebten gesellschaftlich geächtet in einem Ashram.
Deepa Mehta hat sich in ihrem Film dem Schicksal dieser entrechteten Frauen angenommen, die von Almosen leben und keine zweite Ehe eingehen dürfen.
Fernab ihrer Familien leben sie in einem Frauen-Ashram, um ihr schlechtes Karma zu reinigen.
Exemplarisch für alle Witwen erzählt sie von dem Schicksal der achtjährigen Chuya, der schönen Kalyani und der gläubigen Hindufrau Shakuntala.
Chuya ist eine so genannte Kinderwitwe. Mit acht Jahren wurde sie mit einem alten Mann verheiratet, der kurz nach der Trauung starb. Nun gilt das Mädchen, wie alle anderen Witwen auch, als unrein und nicht berührbar.
Schnell stellt Chuya, die den Sinn ihres neuen Daseins nicht erkennen kann, das ruhige Leben der Frauen auf den Kopf.
Sie stellt unbequeme Fragen, wie z.B. wo denn die Männer-Witwen leben würden, und reißt somit die anderen Frauen, allen voran die gläubige Hindufrau Shakuntala, aus ihrer Lethargie.
Die schöne Witwe Kalyani wird ihre beste Freundin. Kalyani wird von der geldgierigen Ashram-Vorsteherin Madhumati als Prostituierte in die reichen Herrenhäuser geschickt, um für das Überleben im Ashram zu sorgen.
Erst durch das ständige Fragen der kleinen Chuya fangen die Frauen an, ihr Leben mit anderen Augen zu sehen.
Als Kalyani am Ufer des Ganges auf den intellektuellen Gandhi-Anhänger Narayan trifft, sich verliebt und heiraten möchte, müssen sich die Frauen im Ashram mit ihrer traditionellen Rolle aktiv auseinandersetzen.
Danach gibt es für keine der drei Frauen ein Zurück mehr in ein fremdbestimmtes Leben durch Tradition, Patriarchat und Religion.

Die in Kanada lebende Deepa Mehta ist spätestens seit ihrem Spielfilm "Fire" zumindest in der Lesbenszene eine bekannte Größe. 1996 sorgte sie mit ihrem Film über zwei Frauen, die sich ineinander verlieben, für Furore. Zum einen weil es endlich mal wieder einen guten Lesbenfilm auf der Leinwand zu sehen gab. Zum anderen, weil der Film aus Indien kam, einem Land in dem über Homosexualität, besonders der weiblichen, nicht gesprochen wird.
Fundamentalistische Hindus bedrohten die Regisseurin und zerstörten das Filmset, weil sie durch die Arbeit der Regisseurin ihren Glauben in den Dreck gezogen sahen.
Die Dreharbeiten konnten erst fünf Jahre später unter größter Geheimhaltung auf Sri Lanka fortgesetzt werden.
Fire - Filmausschnitt
"Water" bildet den Abschluss einer dreiteiligen Filmtrilogie, die mit "Fire" ihren Anfang nahm. Der zweite Teil "Earth", ein Film, der von der Teilung Indiens erzählt, kam 1998 ins Kino.
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