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DieRomi  Redakteurin


Status: Offline Registriert seit: 29.10.2004 Beiträge: 7232 Nachricht senden | Erstellt am 10.07.2008 - 08:39 |  |
Viele Menschen fürchten geradezu das Debattieren.
Sie haben Angst, den Argumenten des "Gegners" nicht
gewachsen zu sein und fühlen sich von ihm teilweise
in die Enge getrieben.
Debattieren - aber wie und mit welchen Regeln?
Dieses Thema hat sich der größte Jungungernehmer-
verband Deutschlands, die Wirtschaftsjunioren (WJ),
zur Aufgabe gemacht.
Debating ist ein Wettkampf aus dem Stegreif („impro-
mptu competition“), und die Anträge („motions“) der
Debattte werden den Teams imAuditorium spätestens 15
Minuten vor ihrer Debatte bekannt gegeben.
Debattieren ist eine Kunst und nur wenige beherr-
schen die Regeln.
Debating hat einen hohen Stellenwert auf Veran-
staltungen und in der täglichen Praxis der Wirt-
schaftsjuniorenkreise. Auf Welt- und Europakon-
ferenzen werden seit jeher Debating-Turniere in
englischer, französischer und spanischer Sprache
abgehalten. Auf der Europakonferenz 2007 in Maast-
richt wurde Deutsch erstmalig als Turniersprache
zugelassen.
Zum Debating gehören Regeln, Praxis und Taktik,
aber auch eine Menge Spaß. Das Regelwerk ist die
Grundlage für das Debating-Training.
Das Training setzt sich aus einem Schulungs- und
Informationsteil sowie einem Turnierteil zusammen.
Der Turnierteil wird in einer Serienrunde („series
of rounds“) abgehalten. In jeder Runde treten
Rednerteams als Regierung (PRO-Team) und Opposition
(CONTRA-Team) gegeneinander an. Nur das siegreiche
Team rückt in die nächste Runde vor, der Verlierer
scheidet aus dem Turnier aus.
Der erste Sprecher der Regierung beginnt die Debat-
te. Anschließend wechseln die Sprecher zwischen den
Teams bis zum Schlussplädoyer, die immer zunächst
von der Opposition gegeben wird. Das Schlussplädoyer
(„summation“) kann von jedem Sprecher oder dem Coach
gehalten werden. Erste und zweite Debatte dauern je
3 Minuten, das Schlussplädoyer je 2 Minuten.
Teams und einzelne Teilnehmer sind berechtigt, An-
träge („motions“) für die Debatte einzureichen und
diese vor Turnierbeginn an die Turnierleitung zu
übermitteln. Die Turnierleitung trifft die Auswahl
der Themen. Antragsvorschläge sollen eine ausge-
wogene Debatte zwischen Regierung und Opposition
zulassen und keine Partei bevorzugen.
Nur ein teilnehmender Sprecher ist berechtigt, einen
Einwurf („point of information“) zu machen mit den
Worten „Einwurf“ („On A Point Of Information“).
Sofern der Sprecher „No, thank you“ sagt, durch eine
Geste anzeigt, dass der Einwurf nicht angenommen
wird oder mit seiner Rede fortfährt, ohne das Wort
zu erteilen, dann darf sich der Sprecher setzen.
Jedes Team ist berechtigt, eine Auszeit („timeout“)
von einer Minute während der Debatte zu nehmen.
Auszug aus dem Regelkatalog zum Debating-
Training der Wirtschaftsjunioren Ostwestfalen
Auf der Bundeskonferenz der WJ Deutschland in
Leipzig erlebte ich ein kommödiantisches Debating
unter dem Motto: Braucht der Bundesvorstand einen
Männerbeauftragten? Pfeilschnell schossen die beiden
Teams ihre Argumente in den Raum - letztendlich
siegte das PRO-Team mit ihrem Antragsteller.
Debattieren kann man lernen - es zu können ist m.E.
wichtig - ob im Job, ob privat oder in einem Forum,
just for fun, aber nicht nur.

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lindebox 


Status: Offline Registriert seit: 21.03.2008 Beiträge: 279 Nachricht senden | Erstellt am 10.07.2008 - 10:09 |  |
DieRomi schrieb
.... Debattieren kann man lernen - es zu können ist wichtig - ob im Job, ob privat oder in einem Forum,... |
*
..... ja, - aber nur wenn man etwas sagen/ausdrücken möchte und nicht nur die Zeit totschlagen, oder jemandem stehlen will.
*

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Bambus63


Status: Offline Registriert seit: 28.11.2007 Beiträge: 244 Nachricht senden | Erstellt am 10.07.2008 - 22:57 |  |
Mich stört die Definition der Debatte als "Wettkampf". Das impliziert bereits, dass es nicht um den Austausch und das Verständnis des Anderen geht, sondern ums Gewinnen.
In der Politik mag das ja (leider) üblich sein, aber z.B. Ehen scheitern häufig an dieser Gesprächskultur.
Ich mag lieber Gespräche, in denen man nicht unbedingt gewinnt oder verliert, sondern einfach den Standpunkt des Anderen als verschieden, aber grundsätzlich gleichwertig akzeptieren kann. Deshalb schätze ich z.B. die Beiträge von lindebox sehr. Obwohl keiner von uns den anderen überzeugen kann, empfinde ich die grundsätzlich andere Meinung als sehr gewinnbringend.
Signatur Man kann sich den ganzen Tag ärgern, aber man ist nicht dazu verpflichtet |
DieRomi  Redakteurin


Status: Offline Registriert seit: 29.10.2004 Beiträge: 7232 Nachricht senden | Erstellt am 11.07.2008 - 00:12 |  |
Für mich ist Debating Spaß an der Rhetorik.
Debattieren kann aber auch hilfreich sein - gewürzt
mit ein wenig Humor, kann es so manchen Streit
entkräftigen.
[Dieser Beitrag wurde am 11.07.2008 - 00:13 von DieRomi aktualisiert]
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lindebox 


Status: Offline Registriert seit: 21.03.2008 Beiträge: 279 Nachricht senden | Erstellt am 11.07.2008 - 05:34 |  |
DieRomi schrieb
Für mich ist Debating Spaß an der Rhetorik. .... |
*
Klar, - aber die für mich wirklich richtige Kunst besteht darin in meterlangen Kommentaren von Politikern die eigentlich fassbare Aussage und deren Folgen zu begreifen. Wie viele Tonnen Papier und Aufwand könnte eingespart werden, wenn die Aussage nicht versteckt würde. Dass z.B. Politiker das eine sagen und etwas anderes tun, daran wurden wir gewöhnt. Weil es so viele Standpunkte gibt, von denen man etwas betrachten und einschätzen kann, wäre diese nötige Vereinfachung ein unschätzbarer Beitrag zur Wiedererlangung der Glaubwürdigkeit von Politikern.
Labern hat etwas mit Lobby und dem Schlafsand vom TV-Sandmännchen zu tun. Das böse Erwachen folgt nach kurzer Zeit und keiner kann sagen, dass er es vorher nicht gewusst hat. Göbbels alte Schule und der hat es mal von den englischen Politikern abgeguckt (so steht es jedenfalls in seiner Biographie).
Man kann es aber auch mit dem Kleidchen Demokratie, freie Meinungsäußerung behängen und munter weiter labern, bis der Gesetzgeber die Grenze zieht.
In trauter alkoholisierter Runde streite ich nie über politische Zusammenhänge, sondern setze voraus, dass wir nur eine Wahrheit haben und das ist die eigene Erkenntnis und der Verlass auf zuverlässige, alte Freundschaften, egal ob der ein schwarzer, roter, gelber oder farbloser Zeitgenosse ist.
[Dieser Beitrag wurde am 11.07.2008 - 05:36 von lindebox aktualisiert]
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