Romi 

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2149 Nachricht senden | Erstellt am 06.07.2008 - 17:14 |  |
Viele Menschen fürchten geradezu das Debattieren.
Sie haben Angst, den Argumenten des "Gegners" nicht
gewachsen zu sein und fühlen sich von ihm teilweise
in die Enge getrieben.
Debattieren - aber wie und mit welchen Regeln?
Dieses Thema hat sich der größte Jungungernehmer-
verband Deutschlands, die Wirtschaftsjunioren (WJ),
zur Aufgabe gemacht.
Debating ist ein Wettkampf aus dem Stegreif („impro-
mptu competition“), und die Anträge („motions“) der
Debattte werden den Teams imAuditorium spätestens 15
Minuten vor ihrer Debatte bekannt gegeben.
Debattieren ist eine Kunst und nur wenige beherr-
schen die Regeln.
Debating hat einen hohen Stellenwert auf Veran-
staltungen und in der täglichen Praxis der Wirt-
schaftsjuniorenkreise. Auf Welt- und Europakon-
ferenzen werden seit jeher Debating-Turniere in
englischer, französischer und spanischer Sprache
abgehalten. Auf der Europakonferenz 2007 in Maast-
richt wurde Deutsch erstmalig als Turniersprache
zugelassen.
Zum Debating gehören Regeln, Praxis und Taktik,
aber auch eine Menge Spaß. Das Regelwerk ist die
Grundlage für das Debating-Training.
Das Training setzt sich aus einem Schulungs- und
Informationsteil sowie einem Turnierteil zusammen.
Der Turnierteil wird in einer Serienrunde („series
of rounds“) abgehalten. In jeder Runde treten
Rednerteams als Regierung (PRO-Team) und Opposition
(CONTRA-Team) gegeneinander an. Nur das siegreiche
Team rückt in die nächste Runde vor, der Verlierer
scheidet aus dem Turnier aus.
Der erste Sprecher der Regierung beginnt die Debat-
te. Anschließend wechseln die Sprecher zwischen den
Teams bis zum Schlussplädoyer, die immer zunächst
von der Opposition gegeben wird. Das Schlussplädoyer
(„summation“) kann von jedem Sprecher oder dem Coach
gehalten werden. Erste und zweite Debatte dauern je
3 Minuten, das Schlussplädoyer je 2 Minuten.
Teams und einzelne Teilnehmer sind berechtigt, An-
träge („motions“) für die Debatte einzureichen und
diese vor Turnierbeginn an die Turnierleitung zu
übermitteln. Die Turnierleitung trifft die Auswahl
der Themen. Antragsvorschläge sollen eine ausge-
wogene Debatte zwischen Regierung und Opposition
zulassen und keine Partei bevorzugen.
Nur ein teilnehmender Sprecher ist berechtigt, einen
Einwurf („point of information“) zu machen mit den
Worten „Einwurf“ („On A Point Of Information“).
Sofern der Sprecher „No, thank you“ sagt, durch eine
Geste anzeigt, dass der Einwurf nicht angenommen
wird oder mit seiner Rede fortfährt, ohne das Wort
zu erteilen, dann darf sich der Sprecher setzen.
Jedes Team ist berechtigt, eine Auszeit („timeout“)
von einer Minute während der Debatte zu nehmen.
Auszug aus dem Regelkatalog zum Debating-
Training der Wirtschaftsjunioren Ostwestfalen
Auf der Bundeskonferenz der WJ Deutschland in
Leipzig erlebte ich ein kommödiantisches Debating
unter dem Motto: Braucht der Bundesvorstand einen
Männerbeauftragten? Pfeilschnell schossen die beiden
Teams ihre Argumente in den Raum - letztendlich
siegte das PRO-Team mit ihrem Antragsteller.
Debattieren kann man lernen - es zu können ist m.E.
wichtig - ob im Job, ob privat oder in einem Forum,
just for fun, aber nicht nur.

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