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Minze ...
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...   Erstellt am 21.04.2007 - 21:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sou.... kA ob sie euch gefällt v.v is au ziemlich unlogisch... manchmal xDDD" na ja... lest se bitte mal durch... bin grad fertig... mit 9 kapitel und eim epilog xDDD na ja....:

Das zweite Gesicht


Kapitel 1

Ein ganz normaler Tag. Wie immer. Alles normal. Der gleiche, kurze Besuch von meiner Familie hier in dieser verdammten Klapsmühle. Es herrschte die ganze Zeit über Stille. Auch egal. Als sie gingen, ass ich wie immer Mittag. Das widerliche Zeug. Sieht aus, als hätte sich jemand auf meinen Teller übergeben.
Nach dem Essen, das ich natürlich kaum angerührt hatte, kam diese Psychotante. Mensch, wie ich die hasse! Immer dasselbe. Ich kann das Gespräch sogar schon auswendig.
Mir auch egal. Immer dieselben Fragen und ich lächle wie immer. Wie immer, wenn meine Eltern oder Freunde kommen. Immer das selbe Lächeln. Manchmal fragen sich die Krankenschwester schon, wieso ich überhaupt hier festsitze. In diesem verrücktem Loch. Eigentlich muss ich ja auch gar nicht hier sein. Nur meine Eltern und der Professor meinen ich hätte es nötig... Aber ich brauch diesen verdammten Mist nicht! Verdammt! Als ob ich einen Selbstmordversuch gemacht hätte! Einfach lächerlich!
Was kümmert es die?! Ich meine, ich bring mich doch nicht um, nicht? Es ist bloss ein Ritz. Sag mir was so schlimm daran sein soll? Nur ein Ritz... Darum schickten meine Eltern mich hierher. Immer wieder fragen sie das selbe: ,,Wieso nur? Wieso tust uns das an? Wieso tust du dir das an?! Lucy! So sag doch was! Wieso tust du das?!”
Ich sitze hier in diesen stinkenden Aufenthaltsraum und verschimmle. Die Ärzte haben alle scharfe Gegenstände entfernt. Ist mir auch egal. Mir ist eigentlich fast alles egal. Ich will einfach aus diesem verdammten Loch! Aber nein. Sie meinen ja ich hätte es nötig. Alles nur Schwachsinn. Ich bring mich nicht um und das soll nicht genügen?! Was wollen die denn sonst machen?! Als ob ich eine Sünde begangen hätte... Überlegen wieso ich hier bin, möchte ich nicht mehr. Dafür bin ich zu erschöpft. Wieso weiss ich selber nicht. Manchmal hab nicht mal mehr die Kraft aufzustehen. Irgendetwas raubt mir dafür die Lust und die Energie. Ich sitze hier und warte. Auf nichts. Ich warte auf den nächsten Tag. Wie jeden anderen Tag auch. Wie die Tage verstreichen und ich immer einen Tag älter werde, wie ich jede Stunde älter werde, jede Minute und jede Sekunde... Ich habe Geduld. Bald werden sie merken, dass ich umsonst hier gewesen war! Da bin ich mir sicher. Ich frag mich bloss - wieso ich jemals hierher gekommen bin! Am besten ich überlege. Auch wenn das mir die Energie raubt. Ich habe Zeit und die muss ich zum Überlegen nutzen. Doch wenn ich zurückdenke raubt es mir die Kraft. Ich darf nicht zurückdenken. Doch ich muss. Ich muss, damit ich hier raus kann. Doch von wo soll ich anfangen? Alles hat ein Anfang und ein Ende. Doch ich suche nach den Anfang und nach dem Ende...
Ob ich es jemals schaffen werde?

***


Ein wunderschöner Frühlingstag brach an. Die Sonne schien durch die Bäume, die kleine, zarten Knospen trugen. Vögel zwitscherten einen Morgengruss.
Lucy rieb sich die Augen. Die Sonnenstrahlen hatten sie sanft aufgeweckt. Sie streckte sich genüsslich und schlüpfte in ihre Pantoffeln. Ihre Eltern begrüssten sie mit einem fröhlichen: ,,Guten Morgen!”
Lucy nickte ihnen noch halbverschlafen zu und setzte sich an den Tisch. Lucy selber war dreizehn.
An den Tisch bürstete sie ihre Haare, worauf ihre Mutter sie vorwurfsvoll ansah. ,,Lucy! Das kannst du auch im Badezimmer machen! Am Tisch gehört sich das nicht!”, mahnte sie. Lucy brummte und verschwand im Badezimmer. Auf dem Weg traf sie auf ihren kleinen Bruder. Er selber war sechs.
,,Morgen Tim!”, rief Lucy ihm zu. Tim schnitt ihr eine Grimasse: ,,Guten Morgen du grosses, stinkendes Monster!” Lucy sah ihn nur finster an und murmelte: ,,Selber kleines, stinkendes Monster!”
Sie bürstete sich vor dem Spiegel, im Badezimmer und band ihr Haar zu einem Rossschwanz. Schliesslich ging sie nach unten und strahlte alle an. Die Eltern sahen sich verwundert an und lachten.
,,Na? Bist jetzt wohl wach, du Morgenmuffel”, zwinkerte der Vater ihr zu. Lucy grinste und half der Mutter beim Tischdecken. Als der Tisch gedeckt war, griff die Familie voller Freude zu und unterhielten sich fröhlich - wie eine normale Familie es tun würde, an einem schönen Sonntag. Als das Frühstück zu Ende war, ging Lucy auf ihr Zimmer. Plumpsend liess sie sich in ihr Bett fallen und griff nach dem Telefon. Sie gab schnell die Nummer ihrer besten Freundin, Crystal ein. Nach ein paar mal “Tuuuuut, tuuuut”, nahm diese ab.
,,Hi Crystal!” Auf der anderen Leitung hörte man ein Gurgeln und dann ein Geräusch, das einem kleinen Wasserfall ähnlich war. Schliesslich hörte man Crystals Stimme auf der anderen Leitung:
,,Tag Lu! Musste gerade Zähneputzen... Ähm... Ja, wie geht es dir?”
Lucy musste ein wenig lachen und antwortete: ,,Ja das hab ich gehört und ja es geht mir gut. Hm... Und wie geht es dir selber? Nein! Warte! Ich weiss schon was du sagen wirst: , Ja, ja ganz toll! Ich habe gerade mit Eric Schluss gemacht! Diesen doofen Affen!’ ” Auf der anderen Leitung konnte man Crystal lachen hören. ,,Ja! Volltreffer! Mann, du solltest Hellseherin werden! Ah, zu Eric: Es ging sehr schnell. Eigentlich wollten wir beide Schluss machen!” Lucy lächelte vor sich hin. Crystal hatte nie einen festen Freund mindestens nach einem Monat macht sie gleich wieder Schluss.
,,Und? Hast du schon einen Neuen, Crystal?” Eine Moment lang herrschte Stille. Plötzlich konnte sie ein leises Kichern vernehmen. ,Ja!”, stiess Crystal hervor. Lucy seufzte. Es war immer das gleiche mit Crystal. ,,Und wer ist der Glückliche?” Crystals Kichern erstarb und mit flüsterte ins Telefon:
,,Kai!” Lucy fiel gleich vom Tisch runter. ,,Aber der hat doch schon Eine!”, flüsterte Lucy entsetzt.
Crystal kicherte wieder. ,,Ich weiss... Hoffentlich machen sie bald Schluss...”, brummte sie. Lucy schüttelte sich vor Lachen den Kopf. ,,Na ja, dann wünsch ich dir noch viel Spass, ja? Also mach’ s gut! Man sieht sich! ”, verabschiedete sich Lucy. Crystal sagte ebenfalls ein “Bye” und hing ab.
Langsam stand sie au und ging nach draussen. Sie liess sich auf einen Korbsessel im Garten fallen und schaute zu den Wolken.
,,Die Wolken sehen aus wie kleine Blümchen”, dachte Lucy. Nach einer Weile stand sie wieder auf und ging zurück ins haus. Ihre Mutter erwartete sie schon.
,,Lucy! Sieh dir das Durcheinander an! Also wirklich! So langsam hab ich das Gefühl, das ihr von mir erwartet mich zu Tode zuschuften!!”, schrie die Mutter, als Lucy rein kam. Sie sah sich um und musste wirklich zugeben, dass das Wohnzimmer einem Abfallhaufen glich. Seufzend hob sie den Abfall vom Boden auf. Sie selber wusste, das einzige ihr Bruder dieses Chaos veranstaltet hat. Doch was konnte sie schon sagen. Würde sie das sagen, würde ihre Mutter gleich auf den Kopf werfen: ,,Du bist hier die Schwester! Es ist einzig allein deine Schuld, wenn er so einen Mist veranstaltet! Du musst eben besser auf ihn aufpassen!” Als sie die letzte Sachen aufhob, verschwand sie in ihrem Zimmer und übte für die Prüfungen, die sie morgen hatte. Plötzlich stand ihr Vater bei der Türe, die Mutter neben ihm. Beide kamen in ihr Zimmer und Lucy wandte sich ihnen zu. Der Vater räusperte sich und sagte:
,,Lucy, ich finde es nicht gut, dass du dich mit Leuten wie Crystal triffst. Sie sind - na ja, ich kann das nicht beschreiben. - unnormal!” Lucy sah ihn mit offenen Mund an. Die Mutter setzte noch was hinzu:
,,Wir wollen dich nur von Unnötiges schützen! Darum - verbieten wir dir das Haus zu verlassen, ohne unsere Erlaubnis” Lucy riss ihre Augen auf. Das konnte sie doch nicht machen! Das war einfach, einfach - absurd! Sie wollte etwas erwidern, doch der Vater hob die Hand:
,,Keine Widerrede! Wenn du das nicht befolgst, was wir die gesagt haben, verbieten wir dir ins Internet zu gehen und fernsehen!” Damit war Schluss und die Eltern verschwanden aus dem Zimmer.
Lucy schüttelte noch immer ungläubig den Kopf.
,,Was haben die nur?! Crystal macht sich zwar an viele Jungs ran und trägt viel Schminke, aber sie raucht nicht und nimmt keine Drogen zu sich! Das gilt auch für meine andere Freunde!!!”, dachte Lucy empört. Am liebsten würde sie ihren Eltern anschreien. Doch das wäre nicht sonderlich klug. Entsetzt kritzelte sie etwas undeutliches auf ihre Hausaufgaben und schnaubte immer noch vor Wut.
Als sich ihr Zorn ein wenig legte, schaltete die den PC an.
Sie loggte sich in einem Chat ein - Crystal war ebenfalls online.
Sie schrieb sie an und beide kamen in ein Gespräch:
Lucy: Hi!
Crystal: Hallo! Wie geht’s?
Lucy: Scheisse! Meine Eltern wollen, dass ich mich nicht mehr mit dir oder sonst wer abmache!!! Mensch, als ob du eine Schwerverbrecherin bist!
Crystal: Na ja, ich bin ja auch nicht besser. Ich kann mir schon denken wieso!
Lucy: Tja, so lange ich das Haus ohne Erlaubnis verlasse, brummen die mir Fern - und Internetverbot auf! Na ja...
Crystal: Mensch, lass dich nicht unterkriegen, ja? Du hast immer noch den Chat und das Telefon!!
Lucy wollte gerade zurück schreiben, als ihre Mutter von der Stube aus rief: ,,Ach ja und falls ich es vergessen habe: Das Telefon darfst du auch nur unter meine Erlaubnis oder das deines Vaters benutzen!”
Lucy stiess einen Schwall Flüche aus und schrieb Crystal zurück.
Lucy: Toll! Gerade eben, darf ich das Telefon auch nur mit ihr Erlaubnis benutzen! Ist doch TOLL!
Crystal: Na ja, mach dir nichts viel draus! Wir sehen uns immerhin immer noch in der Schule...
Lucy: Aber das ist doch etwas ganz anderes!!!
Crystal: Stimmt - da hast du Recht! Ah! Kai ist online gekommen!! Wünsch mir Glück!!!
Lucy: Sag bloss, du willst ihn per Chat fragen?!
Crystal: Na was denkst du dir?! Je schneller desto besser!!!
Lucy: Tja, dann wünsch ich dir viel Glück und geh dann mal wieder. Ich möchte dich nicht stören!
Crystal: O. k Bye!
Sie schaltete den Computer ab und machte sich wieder an die Schulbücher ran. Aber mit der Zeit wurde ihr wieder langweilig und sie klappte die Bücher mit einem lautem Knall zu.
Sie beschloss sich in ein anderes Forum zu gehen, schaltete den Computer nochmals an und loggte sich ein. Ein Mitglied war ebenfalls online. Lucy kannte es zwar, aber so richtig nun auch wieder nicht. Darum kümmerte sie sich nicht weiter um den. Als sie dann in die Kummerkiste landete, erzählte das Mitglied, das eben online war:
,,Ich fühl mich doof! Ich weiss auch nicht, aber meine Freunde sagen mir, dass ich durchgeknallt bin und so! Das verletzt mich!! Ich weiss gar nicht was ich falsch mache! Wieso können die mich nicht akzeptieren wie ich bin?!”
Lucy dachte nach und antwortete ihr:
,,Ach! Die sind doof, wenn die das schreiben!!! Ich meine, welcher Mensch ist schon auf dieser Welt normal?! Verrückt ist jeder und ich gehör auch zu denen. Ich bin noch verrückter als ihr es euch vorstellen könnt!”
Sie lächelte zufrieden und bemerkte, das sie noch für die Prüfung lernen musste. Darum schaltete sie den Computer schnell ab und angelte sich ihre Schulbücher raus. Als sie zufrieden war, mit dem was sie gelernt hatte, merkte sie schon, dass es neun Uhr abends war. Sie schlüpfte in ihr Schlafanzug an und kroch in ihr Bett. Langsam schloss sie ihre Augen - und schlief glücklich ein - ohne zu wissen, dass bald ein Unglück geschehen wird...

***


Ich blinzelte und sah eine Krankenschwester reinkommen. Sie lächelte mich freundlich an - ich lächelte ihr freundlich zurück.
,,Wie geht’s dir Lucy?”, fragte sie. Ich nickte und sagte: ,,Sehr gut!” Obwohl das nicht der Wahrheit entsprach. Darum schaute ich ihr nicht in die Augen, lächelte ihr nur kurz zu und schaute dann zufrieden aus dem Fenster. Die Schwester freute sich über diese Antwort und dachte, dass das eine Besserung sei. Darum rannte sie zur Ärztin und berichtete ihr was sie gesehen hatte. Ich schlich mich leise hinter ihr her und lauschte an der Türe:
Die Schwester sagte glücklich zur Ärztin: ,,Doktor! Doktor! Lucy hatte mir zugelächelt und als ich sie fragte, wie es ihr ginge, sagte sie: , Sehr gut!’! Stellen sie sich das vor!”
Ich konnte die Ärztin seufzen hören.
,,Ja - sie müssen wohl die Neue sein. Lucy ist nämlich so. Sie hat zwar keine gespaltene Persönlichkeiten, was ich am Anfang befürchtet hatte, aber sie zeigt nie, das was sie fühlt... Wenn sie jetzt sagt: , Sehr gut!’ könnte das so gut , Verdammt schlecht!’, heissen. Sie dürfen sich von ihr nicht in die Irre führen lassen. Denn das ist auch der Grund, weshalb Lucy eigentlich fast ein hoffnungsloser Fall ist”, erklärte die Ärztin der Schwester. Ich schaute mit einem ausdrucklosen Gesicht den Flur entlang und ging langsam in mein Zimmer. Schliesslich setzte ich mich auf irgendeinen Sessel und sah aus dem Fenster. Die Sonne blendete mir die Augen und ich kniff sie zusammen. Doch schlussendlich schloss ich meine Augen und lehnte mich zurück. Meine Erinnerungen waren schwach und werden von Tag zu Tag schwächer. Doch ich möchte mich erinnern. Ich möchte nachdenken was war, um hier raus zukommen. Ich muss meinen Fehler finden - und ich werde die Schmerzen in Kauf nehmen müssen...





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Shurolin ...
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...   Erstellt am 23.04.2007 - 08:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liest sich sehr gut *_*
Ich mag deinen Schreibstil ^__^
Und die Story ist auch interessant, so schön normal aber eben doch nicht normal XD"

Nur noch eine Kritik..."Rossschwanz" und "abmachen" ist schweizerdeutsch, ich glaube Deutsche verstehn das net, denk ich mal XD

Stellst du das nächste Kapitel rein? ^__^





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Minze ...
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...   Erstellt am 23.04.2007 - 21:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Thx ^^ Na ja... die meisten freunde die von mia die geschichte lesen, haben probleme mit meinem stil xD" sie brauchn lange bis sie die situation oder so verstehn... na ja xD"
Und Rossschwanz... ja tut mia Leid X.x uuu... @all Rossschwanz = Pferdeschwanz x3
abmachen...? myah abmachen = verabreden ^^ sou...
das nächste kapitel ^^:

Kapitel 2

Ein Vogel flog zwitschernd an meinem Fenster vorbei. Wie schön es doch wäre, wenn ich auch einer sein könnte. Ich könnte hingehen wo ich wollte.
Ich könnte fliegen so hoch ich will - und ich könnte vor meinen Erinnerungen wegfliegen, vor meinem Fehler und meinem Leben...
Doch ich kann das nicht.
Das ist eben die Realität. Ich muss das nun mal einsehen. Mein Blick wanderte nach unten.
Ich lag im dritten Stock des Spitals. Ich sah ein Mädchen mit einem ausdrucklosen Gesicht, das von der Mutter geführt worden war. Mein Blick wanderte weiter zu dem Vogel.
Doch dieser war nur noch ein winziger Punkt am Horizont. Wie gerne hätte ich doch das Leben mit ihm getauscht!
Plötzlich, nach einer Weile, öffnete eine Krankenschwester die Türe.
Das Mädchen, das ich unten gesehen hatte, trat in das Zimmer ein. Die Mutter folgte ihr.
Ich sah sie genau an, doch ich konnten nicht feststellen, was sie fühlte.
Das Mädchen interessierte mich eigentlich nicht. Darum wandte ich mich wieder von denen ab. Doch die die Schwester rief mich:
,,Lucy! Schau mal!” Ich drehte meinen Kopf zu ihnen.
Die Schwester lächelte mir freundlich zu. Wie ich dieses falsche Lächeln hasse!
,,Lucy! Du hast eine Zimmergenossin bekommen. Sei nett zu ihr, ja?”
Ich nickte brav und streckte dem Mädchen die Hand entgegen. Doch diese ignorierte mich und wandte sich von mir ab. Verdattert über diese Reaktion, sah ich sie verblüfft an.
Die Schwester lächelte ein wenig und sagte leise: ,,Lucy. Sie muss sich neu einleben hier. Ihr Name ist Nancy. Bitte kümmere dich doch um sie ja?”
Ihre Mutter sah die Schwester empört an und schrie fast hysterisch: ,,Das können sie doch nicht machen! Meine Tochter einer Verrückten anzuvertrauen!”
Die Schwester legte sanft eine Hand auf die Schulter der Mutter. ,,Bitte - sie dürfen nicht so reden! Hier ist niemand verrückt, ja? Die Patienten hier sind krank...”
Doch weiter kam die Schwester nicht, denn die Mutter raufte sich die Haare und schloss die Augen.
,,Ja, sie sind krank. Sie sind im Hirn krank!”, murmelte diese. Ich lächelte freundlich. Wie immer.
Wie eine Gestörte. Ich habe das gelernt. Immer lächeln, auch wenn ich noch so traurig und zornig war. Keiner merkt das. Ich könnte eigentlich Schauspielerin werden!
Das Mädchen, Nancy, schaute mich mit finsteren Blicken an. Ich zuckte die Achseln und setzte mich auf mein Bett.
Nach zwei bis drei Stunden, verabschiedete sich die Mutter von Nancy.
Ich sah, dass Nancy am liebsten geheult hätte. Darum stand ich auf und setzte mich neben ihr.
,,Hi! Ich bin Lucy”, sagte ich. Nancy sah mich nur trübe an und antwortete:
,,Und ich Nancy.”
Eine Zeit lang herrschte Schweigen. Schliesslich riss ich mich zusammen und fragte sie:
,,Wieso bist du denn hier?” Nancy zuckte die Achseln.
,,Das weiss ich selber nicht genau”, sagte sie nur. Ich starrte sie genau an.
Erst da entdeckte ich, dass sie einen Schlabberpulli anhatte. Es verdeckte ihren Körper - ihren abgemagerten Körper...
Sie sah mich düster an: ,,Was glotzt du so?!” Ich antwortete nicht und ging wortlos weg.
Langsam setzte ich mich auf mein Bett. Meine Augen schlossen sich. Sie waren schwer wie Blei.
,,Was glotzt du so?!” Das kenne ich doch! Irgendwo und irgendwann habe ich das doch mal gehört... Doch bloss wo und wann?

***


Lucy stand unter einem Baum. Ihre Haaren waren tropfnass und tropften auf ihre Schultern und rannen den Rücken runter.
Es regnete. Lucy zitterte. Sie hatte ihren Schirm zu Hause vergessen und der Regen war so stark, dass man die Hände kaum mehr vor den Augen sieht! Lucy seufzte und blickte auf ihre Uhr.
Schon so spät! Sie stapfte mit den Füssen und fluchte.
Hätte sie doch auf Crystal gehört!
Diese hatte ihr abgeraten in die Bibliothek zu gehen! Dort hatte es zwar schon geregnet, aber nicht so stark wie jetzt.
Der Regen scheint kein Ende zu nehmen. Nur wenige Leute rannten mit einem Schirm durch die Strassen.
Sonst war es menschenleer. Doch was war das dort? Jemand mit einem Schirm rannte nicht, sondern - kam auf sie zu! Sie bekam einen Schrecken. Sie konnte die Person nicht erkennen.
Doch je näher sie kam, erkannte sie die Person.
Es war ein Junge mit einem schlichten schwarzen Schirm.
Lucy schaute ihn dumm an. Was wollte er hier? Der Junge war nun nur noch wenige Metern von ihr entfernt.
,,Was glotzt du so?!”, fragte er und grinste. Lucy wurde rot und stammelte: ,,Ah... Nichts!”
Er lächelte nun freundlicher und hielt ihr den Schirm über den Kopf. ,,Los! Ich bring dich nach Hause. Du erkältest dich sonst noch! Niemand steht wie du dumm herum!”
Lucy fühlte sich total überrumpelt. Ein fremder Junge bot ihr sie nach Hause zu begleiten! Das stank doch nur nach einer Falle! Sie sah ihn misstrauisch an und zischte:
,,Was willst du von mir?!” Der Junge lachte erstaunt: ,,Hey! Ganz ruhig! Ich hab nichts mit dir vor! Ehrlich! Nur du stehst so alleine da. Wer weiss wann der Regen sich beruhigen wird?”
Sie schaute ihm in die Augen und verfing sich darin. Sie wollte sich abwenden, doch es gelang ihr nicht.
Sie schloss die Augen und drehte ihren Kopf um. ,,Danke!”, murmelte sie. Dabei dachte sie:
,,Nein - ich werde mich doch nicht in diesen Jungen verlieben?! Ich kenn den Namen von ihn doch gar nicht!” Als ob der Junge Gedanken lesen konnte, sagte er: ,,Mein Name ist Henry!”
,,Ah ja...”, sagte Lucy und dachte: ,,O. k, o. k! Ich weiss nun das er Henry heisst, aber das bedeutet doch nichts!”
Er lächelte sie freundlich an: ,,Und du heisst Lucy, nicht?” Das war ihr zu viel: ,,Woher weisst du das?! Ich kenn dich nicht einmal, nur das du so nett warst und mich unter deinen Schirm lässt und das du Henry heisst!” Der Jung zuckte die Schultern:
,,Na ja, man kennt dich doch fast überall!”
Lucy sah ihn mit grossen Augen an: ,,Wie meinst du das?! Moment -”
,,Du bist doch die Sängerin in der Schulband? Wie heisst die nochmals? Ah ja, ‘Broken Dreams’!”
,,Ach so!”, dachte Lucy und war seltsamerweise erleichtert.
,,Ja, da hast du Recht!”, lachte sie. Henry stimmte in ihr Lachen mit ein. Als sie sich beruhigt hatten, sah sie ihn an. Er lächelte und fragt: ,,Weisst du denn nicht, dass du eigentlich ziemlich bekannt bist?”
Sie schüttelte den Kopf und errötete zugleich.
Doch Henry schien nichts davon zu wissen, zumindest liess er es sich nichts anmerken.
Als sie vor Lucys Haus standen, verabschiedete sie sich von ihn.
,,Danke!”, stammelte sie nochmals.
Henry nickte ihr zu und verschwand um die Ecke. Ihre Mutter empfing sie:
,,Na nu? War das eben dein neuer Freund?”
Lucy wurde rot wie eine Tomate.
,,Nein! Ich hab doch keinen Freund!”, schrie sie entsetzt. Die Mutter lächelte nur und summte:
,,Meine Tochter hat sich bis hinter beiden Ohren in einen Jungen verliebt! Sag, wie heisst der Glückliche?”
Lucy schrie nun so laut, dass man es zwei Häuser weiter noch hört:
,,Das - ist - nicht - mein - Freund!”
Sie achtete dabei, dass sie auf jedes Wort betonte. Die Mutter bekam einen Lachkrampf und ging in die Küche. Lucy schlurfte in ihr Zimmer und sass an ihrem Schreibtisch ab.
Sie machte die Hausaufgaben. Konnte sich jedoch kaum konzentrieren.
Ihre Gedanken waren bei Henry...

***


Ich öffnete die Augen wieder. ,,Henry”, flüsterte ich leise. Nancy sah mich verwundert an.
Fragte aber nicht wer Henry war. Ich war froh darüber und sagte auch nichts dazu.
Auf einmal öffnete sich die Türe. Die Krankenschwester kam rein und sagte zu mir:
,,Du hast deine Einzelsitzung bei Professor Smith!”
Ich nickte müde und schlüpfte in meine Pantoffeln. Ich hasst die Einzelsitzungen, wie die Pest! Da löchert mich der Professor immer aus. Doch er weiss ganz genau, dass er mir nicht helfen kann!
Ich folgte der Schwester, die mich in das Sprechzimmer des Professors führte.
Langsam schleppte ich mich ihr hinterher. Zwischendurch blieb sie immer wieder stehen und sah mich vorwurfsvoll an. Dabei sah sie mich mit einem Beeil-Dich-Lucy-Blick an.
Schliesslich beeilte ich mich ein wenig. Doch nach ein paar Sekunden, verfiel ich wieder in das Schneckentempo, die Schwester schautem ich wieder mit diesem Blick an und ich machte ein wenig schneller.
Wie ein Zyklus, der sich bis zum Sprechzimmer des Professors immer wieder wiederholt.
Ich fand das manchmal ziemlich lustig, weil die Schwester immer ungeduldiger wurde.
Als wir vor der Türe des Sprechzimmers standen, klopfte die Schwester an und trat in das Zimmer ein. Anschliessend wechselt sie ein paar
Worte mit Professor Smith und verschwindet dann aus dem Zimmer. Ich setzte mich vor Professor Smith. Er hatte eine Brille und graues Haar, das fast wie Silber wirkte. Ich schaute nie in die Augen von ihm, sondern immer in die Haare.
Ärzte sind klug. Geschweige ein Professor! Sie können in meinem Blick lesen, ob ich lüge oder die Wahrheit sage.
Doch was ich fühle, da müssen sie schon mehr von mir wissen! Ich sass nun vor ihm da und starrte seine Haare an.
Er lächelte freundlich und ich lächelte ihm entgegen. Fröhlich fing ich wieder an:
,,Guten Tag Herr Smith! Haben sie schon Mittag gegessen? Also wir hatten heute einen bunt gemixten Salat mit Brot! Das fand ich super!”
Das alles war natürlich nur gespielt.
So war ich nun mal... Der Professor lächelte mich immer noch freundlich an.
Vielleicht kaufte er mir das wirklich ab. Doch das Lächeln gefiel mir trotzdem nicht.
Plötzlich sagte er:
,,Ja - das hatten wir Ärzte heute auch - Lucy.”
Mist, er hat das “Lucy” so betont. Das verhiess nichts Gutes. Auf jeden Falls fuhr ich fort:
,,Also ja, wann dürfen meine Eltern mich denn endlich länger besuchen?”
Der Professor antwortete: ,,Das weiss ich nicht. So lange du dich nicht besserst, dann noch lange nicht.
Doch sobald du Fortschritte machst, dürfen sie dich länger besuchen!”
Ich schwieg. Schliesslich platzte ich damit heraus:
,,Sagen sie mal, was hab ich denn falsch gemacht?!”
Ich sah ihn funkelnd an. Doch er lächelte wieder und fragte mit ruhiger Stimme:
,,Kannst du mir bitte mal deine Hand zeigen?” Ich zuckte ein wenig zusammen und gab ihm meine rechte Hand.
Doch er schüttelte den Kopf und zeigte auf die Linke.
Widerwillig gab ich ihm die linke Hand. Er krempelte meinen Ärmel hoch. Um mein Gelenk war ein Verband.
Ich starrte den Verband an und schaute dann wieder zu ihm.
,,Aber Professor! Das ist es doch eben! Wieso möchten sie mir nicht glauben, dass es bloss ein dummer Unfall war?! Ich war gerade in der Küche und habe mit dem Messer das Fleisch geschnitten. Plötzlich rutschte ich aus und die Klinge schnitt sich in mein Gelenk!”, erklärte ich ihm.
Doch davon stimmte nicht einmal die Hälfte...
Das weiss der Professor selber ganz genau - zu genau. Er sah mich mit einem Blick an, der nichts Gutes sagte.
,,Lucy. Ich bitte dich! Versteck dich nicht die ganze Zeit hinter der Maske!!! Das nützt doch nichts! Oder findest du doch?”
Ich sah ihn mit einem verwirrten Blick an.
,,Aber Professor! Das ist die Wahrheit!!!”, widersprach ich und verzog meinen Mund zu einem Schmollmund.
Professor Smith seufzte. ,,Wenn du so weiter machst wirst du nie gesund!”, murmelte er mir zu.
Ich verdrehte ungeduldig die Augen.
,,Ich bin nicht krank! Ich bin gesund!!”, schrie ich hysterisch und betonte jede Silbe. Er schüttelte den Kopf.
Ich geriet in Wut und schmiss einen Stapel voller Bücher von seinem Tisch. Ich geriet ausser Kontrolle und beschimpfte den Professor. Dieser alarmierte eine Ärztin. Er versuchte mich zu beruhigen.
Doch ich schlug immer nach ihm, wenn er mir zu nahe kam.
Die Ärztin kam angerannt und hielt eine Spritzte in der Hand. Zwei Krankenschwestern waren ihr gefolgt und hielten mich nun fest.
Ich strampelte, weinte und lachte gleichzeitig. Doch die Krankenschwestern waren stärker.
Die Ärztin stach mit der Spritze durch meine Haut. Ich spürte einen Stich und wenige Sekunden später, sackte ich in mich zusammen.
Die Krankenschwestern fingen mich auf.
Langsam kam der Professor zu mir:
,,Lucy. Oh Lucy, wieso tust du dir das nur an? Wieso musstest du nur so viel Leid in dein Herz verschliessen? Wieso musst du es dann so rauslassen? ”
Ich sah ihn mit meinen müden, trüben und traurigen Blick an. Für einen Moment.
Doch dann zwang ich mich zu einem Lächeln. Einem gespielten, falschen Lächeln.
Eine Träne rann über meine Wangen.
,,Ich weiss es nicht. Ich weiss es nicht”, antwortete ich flüsternd.
Der Arzt seufzte tief und befahl den Schwestern mich in mein Zimmer zurückzubringen.
Noch lange, als ich in mein Zimmer war, flüsterte ich: ,,Ich weiss es nicht...”
Sie schloss die Augen und die letzte Träne rann über ihre Wangen...





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