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Paula ...



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...   Erstellt am 10.01.2009 - 23:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Collage Ingeborg




Fest gemauert in der Erden
Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
Heute muß die Glocke werden.
Frisch Gesellen, seid zur Hand.
Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,
Soll das Werk den Meister loben,
Doch der Segen kommt von oben.


Das ist der Anfang der berühmten Ballade von Friedrich Schiller Das Lied von der Glocke.
Aber wie geht es noch weiter? Wer kann es weiter zitieren?

2009 ist das Schillerjahr. Anlass ist der 250. Geburtstag des berühmten deutschen Dichters.

Ist es heute noch nötig Werke von Schiller zu lesen und zu kennen, um als gebildet zu gelten?

Sollte man seine Gedichte an den Schulen noch auswendig lernen lassen ?

Wie lebendig ist das noch, was Schiller uns hinterlassen hat?

[Dieser Beitrag wurde am 13.01.2009 - 23:19 von Paula aktualisiert]




<Minotaurus>
unregistriert

...   Erstellt am 11.01.2009 - 01:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Paula schrieb
    Aber wie geht es noch weiter? Wer kann es weiter zitieren?

Loch in Erde,
Bronze rin,
Glocke fertig,
bimm - bimm - bimm!

(Friedrich Schiller, Kurzfassung)




Tagtraeumerin
unregistriert

...   Erstellt am 11.01.2009 - 09:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Paula schrieb

    Sollte man seine Gedichte an den Schulen noch auswendig lernen lassen ?

Ich bin grundsätzlich der Ansicht, dass das Training des Auswendiglernens dem Geist ein wenig hilft, je älter man wird. Auch heute lerne ich noch kleine Gedichte auswendig.
Nicht mehr die von Schiller, Goethe, Kästner, Brecht, die haben wir während der Schulzeit fest einzementiert. Heute lerne ich als Gedächtnistraining auch die neuen Gedichte und Balladen. In den Schulen sollte nicht wegen des Auswendiglernen sondern wegen der Art der Texte, die sich darin spiegeln, des Lernen damit umzugehen und Dinge zu behalten, Balladen und Gedichte auf dem Lehrplan stehen .




Ingeborg ...



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Beiträge: 726
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...   Erstellt am 11.01.2009 - 16:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Paula schrieb

    Fest gemauert in der Erden
    Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
    Heute muß die Glocke werden.
    Frisch Gesellen, seid zur Hand.
    Von der Stirne heiß
    Rinnen muß der Schweiß,
    Soll das Werk den Meister loben,
    Doch der Segen kommt von oben.


    Das ist der Anfang der berühmten Ballade von Friedrich Schiller Das Lied von der Glocke.
    Aber wie geht es noch weiter? Wer kann es weiter zitieren?



Zum Werke, das wir ernst bereiten,
geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
wenn gute Reden sie begleiten,
dann fließt die Arbeit munter fort.
So lasst uns jetzt mit Fleiß betrachten,
was durch die schwache Kraft entspringt;
den schlechten Mann muss man verachten,
der nie bedacht, was er vollbringt.
Das ist's ja, was den Menschen zieret,
und dazu war ihm der Verstand,
dass er im innern Herzen spüret,
was er erschafft mit seiner Hand.

Nehmet Holz vom Fichtenstamme,
doch recht trocken lasst es sein,
dass die eingepreßte Flamme
schlage zu dem Schwalch hinein!
Kocht des Kupfers Brei,
schnell das Zinn herbei,
dass die zähe Glockenspreise
fließe nach der rechten Weise!


Was in des Dammes tiefer Grube
die Hand mit Feuers Hilfe baut,
hoch auf des Turmes Glockenstube,
da wird es von uns zeugen laut.
Noch dauern wird's in späten Tagen
und rühren vieler Menschen Ohr
und wird mit dem Betrübten klagen
und stimmen zu der Andacht Chor.
Was unten tief dem Erdensohne
das wechselnde Verhängnis bringt,
das schlägt an die metallne Krone,
die es erbaulich weiterklingt.


Weiße Blasen seh' ich springen,
wohl! die Massen sind im Fluß.
Laßt's mit Aschensalz durchdringen,
das befördert schnell den Guß.
Auch vom Schaume rein,
muss die Mischung sein,
dass vom reinlichen Metalle
rein und voll die Stimme schalle.


Denn mit der Freude Feierklange
begrüßt sie das geliebte Kind
auf seines Lebens erstem Gange,
den es in Schlafes Arm beginnt.
Ihm ruhen noch im Zeitenschoße
die schwarzen und die heitern Lose;
der Mutterliebe zarte Sorgen
bewachen seinen goldnen Morgen. -
Die Jahre fliehen pfeilgeschwind.
Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe,
er stürmt ins Leben wild hinaus,
durchmißt die Welt am Wanderstabe.
Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus,
und herrlich, in der Jugend Prangen,
wie ein Gebild aus Himmelshöhn,
mit züchtigen, verschämten Wangen
sieht er die Jungfrau vor sich stehn.
Da faßt ein namenloses Sehnen
des Jünglings Herz, er irrt allein,
aus seinen Augen brechen Tränen,
er flieht der Brüder wilden Reihn.
Errötend folgt er ihren Spuren
und ist von ihrem Gruß beglückt,
das Schönste sucht er auf den Fluren,
womit er seine Liebe schmückt.
O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen,
der ersten Liebe goldne Zeit!
Das Auge sieht den Himmel offen,
es schwelgt das Herz in Seligkeit -
o dass sie ewig grünen bliebe,
die schöne Zeit der jungen Liebe!


Wie sich schon die Pfeifen bräunen!
Dieses Stäbchen tauch' ich ein:
Sehn wir's überglast erscheinen,
wird's zum Gusse zeitig sein.
Jetzt, Gesellen, frisch!
prüft mir das Gemisch,
ob das Spröde mit dem Weichen
sich vereint zum guten Zeichen.


Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
wo Starkes sich und Mildes paarten,
da gibt einen guten Klang.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang. -
Lieblich in der Bräute Locken
spielt der jungfräuliche Kranz,
wenn die hellen Kirchenglocken
laden zu des Festes Glanz.
Ach! des Lebens schönste Feier
endigt auch den Lebensmai,
mit dem Gürtel, mit dem Schleier
reißt der schöne Wahn entzwei.
Die Leidenschaft flieht,
die Liebe muß bleiben,
die Blume verblüht,
die Frucht muß treiben.
Der Mann muß hinaus
ins feindliche Leben,
muß wirken und streben
und pflanzen und schaffen,
erlisten, erraffen,
muß wetten und wagen,
das Glück zu erjagen.
Da strömet herbei die unendliche Gabe,
es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe,
die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus.

Und drinnen waltet
die züchtige Hausfrau,
die Mutter der Kinder,
und herrschet weise
im häuslichen Kreise,
und lehret die Mädchen
und wehret den Knaben
und reget ohn' Ende

die fleißigen Hände
und mehrt den Gewinn
mit ordnendem Sinn,
und füllet mit Schätzen die duftenden Laden,
und dreht um die schnurrende Spindel den Faden,
und sammelt im reinlich geglätteten Schrein
die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein,
und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer,
und ruhet nimmer.

Und der Vater mit frohem Blick
von des Hauses weitschauendem Giebel
überzählet sein blühend Glück,
siehet der Pfosten ragende Bäume
und der Scheunen gefüllte Räume
und die Speicher, vom Segen gebogen,
und des Kornes bewegte Wogen,
rühmt sich mit stolzem Mund:
Fest, wie der Erde Grund,
gegen des Unglücks Macht
steht mir des Hauses Pracht! -
Doch mit des Geschickes Mächten
ist kein ew'ger Bund zu flechten,
und das Unglück schreitet schnell.


Wohl! nun kann der Guß beginnen,
schön gezacket ist der Bruch.
Doch, bevor wir's lassen rinnen,
betet einen frommen Spruch!
Stoßt den Zapfen aus!
Gott bewahr' das Haus!
Rauchend in des Henkels Bogen
schießt's mit feuerbraunen Wogen.


Wohltätig ist des Feuers Macht,
wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
und was er bildet, was er schafft,
das dankt er dieser Himmelskraft;
doch furchtbar wird die Himmelskraft,
wenn sie der Fessel sich entrafft,
einhertritt auf der eignen Spur
die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen,
wachsend ohne Widerstand
durch die volkbelebten Gassen
wälzt den ungeheuren Brand!
Denn die Elemente hassen
das Gebild der Menschenhand.
Aus der Wolke
quillt der Segen,
strömt der Regen
aus der Wolke, ohne Wahl,
zuckt der Strahl!
Hört ihr's wimmern hoch vom Turm?
Das ist Sturm!
Rot wie Blut
ist der Himmel,
das ist nicht des Tages Glut!
Welch Getümmel
Straßen auf!
Dampf wallt auf!
Flackernd steigt die Feuersäule,
durch der Straße lange Zeile
wächst es fort mit Windeseile,
kochend, wie aus Ofens Rachen,
glühn die Lüfte, Balken krachen,
Pfosten stürzen, Fenster klirren,
Kinder jammern, Mütter irren,
Tiere wimmern
unter Trümmern.
Alles rennet, rettet, flüchtet,
taghell ist die Nacht gelichtet.
Durch der Hände lange Kette
um die Wette
fliegt der Eimer, hoch im Bogen
spritzen Quellen, Wasserwogen.
Heulend kommt der Sturm geflogen,
der die Flamme brausend sucht.
Prasselnd in die dürre Frucht
fällt sie, in des Speichers Räume,
in der Sparren dürre Bäume,
und als wollte sie im Wehen
mit sich fort der Erde Wucht
reißen in gealtger Flucht,
wächst sie in den Himmels Höhen
riesengroß. -
Hoffnungslos
weicht der Mensch der Götterstärke,
müßig sieht er seine Werke
und bewundernd untergehen.

Leergebrannt
ist die Stätte,
wilder Stürme rauhes Bette.
In den öden Fensterhöhlen
wohnt das Grauen,
und des Himmels Wolken schauen
hoch hinein.

Einen Blick
nach dem Grabe
seiner Habe
sendet noch der Mensch zurück -
greift fröhlich dann zum Wanderstabe.
Was Feuers Wut ihm auch geraubt,
ein süßer Trost ist ihm geblieben:
Er zählt die Häupter seiner Lieben,
und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt.


In die Erd' ist's aufgenommen,
glücklich ist die Form gefüllt;
wird's auch schön zutage kommen,
dass es Fleiß und Kunst vergilt?
Wenn der Guss mißlang?
Wenn die Form zersprang?
Ach, vielleicht, indem wir hoffen,
hat uns Unheil schon getroffen


Dem dunkeln Schoß der heil'gen Erde
vertrauen wir der Hände Tat,
vertraut der Sämann seine Saat
und hofft, dss sie entkeimen werde
zum Segen, nach des Himmels Rat.
Noch köstlicheren Samen bergen
wir trauernd in der Erde Schoß
und hoffen, dass er aus den Särgen
erblühen soll zu schönerm Los.

Von dem Dome
schwer und bang
tönt die Glocke
Grabgesang.
Ernst begleiten ihre Trauerschläge
einen Wandrer auf dem letzten Wege.

Ach! die Gattin ist's, die teure,
ach! es ist die treue Mutter,
die der schwarze Fürst der Schatten
wegführt aus dem Arm des Gatten,
aus der zarten Kinder Schar,
die sie blühend ihm gebar,
die sie an der treuen Brust
wachsen sah mit Mutterlust -
ach! des Hauses zarte Bande
sind gelöst auf immerdar;
denn sie wohnt im Schattenlande,
die des Hauses Mutter war;
denn es fehlt ihr treues Walten,
ihre Sorge wacht nicht mehr;
an verwaister Stätte schalten
wir die Fremde, liebeleer.


Bis die Glocke sich verkühlet,
lasst die strenge Arbeit ruhn.
Wie im Laub der Vogel spielet,
mag sich jeder gütlich tun.
Winkt der Sterne Licht,
ledig aller Pflicht
hört der Bursch die Vesper schlagen,
Meister muss sich immer plagen.


Munter fördert seine Schritte
fern im wilden Forst der Wandrer
nach der lieben Heimathütte.
Blökend ziehen heim die Schafe,
und der Rinder
breitgestirnte, glatte Scharen
kommen brüllend,
die gewohnten Ställe füllend.
Schwer herein
schwankt der Wagen,
kornbeladen;
bunt von Farben
auf den Garben
liegt der Kranz,
und das junge Volk der Schnitter
fliegt zum Tanz.
Markt und Straße werden stiller,
um des Lichts gesell'ge Flamme,
sammeln sich die Hausbewohner,
und das Stadttor schließt sich knarrend.
Schwarz bedecket
sich die Erde;
doch den sichern Bürger schrecket
nicht die Nacht,
die den Bösen grässlich wecket;
denn das Auge des Gesetzes wacht.

Heil'ge Ordnung, segensreiche
Himmelstochter, die das Gleiche
frei und leicht und freudig bindet,
die der Städte Bau gegründet,
die herein von den Gefilden
rief den ungesell'gen Wilden,
eintrat in der Menschen Hütten,
sie gewöhnt zu sanften Sitten
und das teuerste der Bande
wob, den Trieb zum Vaterlande!

Tausend fleiß'ge Hände regen,
helfen sich in muntrem Bund,
und in feurigem Bewegen
werden alle Kräfte kund.
Meister rührt sich und Geselle
in der Freiheit heil'gem Schutz;
jeder freut sich seiner Stelle,
bietet dem Verächter Trutz.
Arbeit ist des Bürgers Zierde,
Segen ist der Mühe Preis;
ehrt den König seiner Würde,
ehret uns der Hände Fleiß.

Holder Friede,
süße Eintracht,
weilet, weilet
freundlich über dieser Stadt!
Möge nie der Tag erscheinen,
wo des rauhen Krieges Horden
dieses stille Tal durchtoben;
wo der Himmel,
den des Abends sanfte Röte
lieblich malt,
von der Dörfer, von der Städte
wildem Brande schrecklich strahlt!


Nun zerbrecht mir das Gebäude,
seine Absicht hat's erfüllt,
dass sich Herz und Auge weide
an dem wohlgelungnen Bild.
Schwingt den Hammer, schwingt,
bis der Mantel springt!
Wenn die Glock' soll auferstehen,
muß die Form in Stücke gehen.

Der Meister kann die Form zerbrechen
mit weiser Hand, zur rechten Zeit;
doch wehe, wenn in Flammenbächen
das glühnde Erz sich selbst befreit!
Blindwütend, mit des Donners Krachen,
zersprengt es das geborstne Haus,
und wie aus offnem Höllenrachen
speit es Verderben zündend aus.
Wo rohe Kräfte sinnlos walten,
da kann sich kein Gebild gestalten;
wenn sich die Völker selbst befrein,
da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn.


Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte
der Feuerzunder still gehäuft,
das Volk, zerreißend seine Kette,
zur Eigenhilfe schrecklich greift!
Da zerret an der Glocke Strängen
der Aufruhr, dass sie heulend schallt
und, nur geweiht zu Friedensklängen,
die Losung anstimmt zur Gewalt.

Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
der ruh'ge Bürger greift zur Wehr,
die Straßen füllen sich, die Hallen,
und Würgerbanden ziehn umher.
Da werden Weiber zu Hyänen
und treiben mit Entsetzen Scherz;
noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
zerreißen sie des Feindes Herz.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
sich alle Bande frommer Scheu;
der Gute räumt den Platz dem Bösen
und alle Laster walten frei.
Gefährlich ist's den Leu zu wecken,
verderblich ist des Tigers Zahn;
jedoch der schrecklichste der Schrecken,
das ist der Mensch in seinem Wahn.
Weh denen, die dem Ewigblinden
des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
und äschert Städt' und Länder ein.


Freude hat mir Gott gegeben!
Sehet! wie ein goldner Stern
aus der Hülse, blank und eben,
schält sich der metallne Kern.
Von dem Helm zum Kranz
spielt's wie Sonnenglanz,
auch des Wappens nette Schilder
loben den erfahrnen Bilder.


Herein! Herein!
Gesellen alle, schließt den Reihen,
dass wir die Glocke taufend weihen!
"Concordia" soll ihr Name sein.
Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine
versammle sie die liebende Gemeine.

Und dies sei fortan ihr Beruf,
wozu der Meister sie erschuf:
Hoch überm niedern Erdenleben
soll sie in blauem Himmelszelt,
die Nachbarin des Donners, schweben
und grenzen an die Sternenwelt,
soll eine Stimme sein von oben,
wie der Gestirne helle Schar,
die ihren Schöpfer wandelnd loben
und führen das bekränzte Jahr.
Nur ewigen und ernsten Dingen
sei ihr metallner Mund geweiht,
und stündlich mit den schnellen Schwingen
berühr' im Fluge sie die Zeit.
Dem Schicksal leihe sie die Zunge;
selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
begleite sie mit ihrem Schwunge
des Lebens wechselvolles Spiel.
Und wie der Klang im Ohr vergehet,
der mächtig tönend ihr entschallt,
so lehre sie, dass nichts bestehet,
dass alles Irdische verhallt.


Jetzo mit der Kraft des Stranges
wiegt die Glock' mir aus der Gruft,
dass sie in das Reich des Klanges
steige, in die Himmelsluft.
Ziehet, ziehet, hebt!
sie bewegt sich, schwebt.
Freude dieser Stadt bedeute,
Friede sei ihr erst Geläute.


Friedrich Schiller

[Dieser Beitrag wurde am 11.01.2009 - 20:04 von Ingeborg aktualisiert]





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lasst uns wachsam sein

Robert ...



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...   Erstellt am 11.01.2009 - 18:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Ingeborg, herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung. Wie ich dich kenne, kannst du gewiss nicht nur die Glocke auswendig.
Mich hat mein Schwiegervater beeindruckt, der mit 96 Jahren noch die Glocke von Anfang bis zum Schluss auswendig konnte.
Ich könnte das nicht mehr. Gelernt habe ich auch die Balladen von Schiller, aber mehr als 2 Strophen sind nicht drin.

[Dieser Beitrag wurde am 11.01.2009 - 19:45 von Robert aktualisiert]




Ingeborg ...



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...   Erstellt am 11.01.2009 - 22:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lieber Robert,

wie schön, wenn Du Dich über das
Gedicht freust!
Nein, dies Gedicht kann ich nicht
auswendig, aber ich könnte einen
Rilke-Abend auswendig füllen!

Gute Nacht!

Ingeborg





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lasst uns wachsam sein

<Johannes>
unregistriert

...   Erstellt am 11.01.2009 - 23:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Paula schrieb

    Wie lebendig ist das noch, was Schiller uns hinterlassen hat?


Die Themen in den meisten seiner Dramen, in vielen seiner Gedichte unter anderem in der Glocke, die behandelt werden, sind Themen von großer allgemein Gültigkeit, die vor 200 Jahren , vor 100 Jahren und heute gleichermaßen gelten.
Die Leidenschaften der Menschen, Machtgier, Liebe, Verrat, Eifersucht , Angst vor dem Tod, das ist immer das zentrale Thema und aktuell seit 200 Jahren.




Anne ...



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...   Erstellt am 12.01.2009 - 19:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Schiller war Pflichtlektüre und das Auswendiglernen seiner Gedichte und Balladen auch.
Ellenlang waren sie, und für uns Schüler oft nur ein heruntersprechen, weil wir kein Verständnis für diese Hausaufgaben hatten.
Ich habe gerne Gedicht gelernt, aber wenn sie zu lang waren, war es eine Qual. Ich hatte jedes Mal Lampenfieber, wenn ich es vor der Klasse aufsagen musste.
Es gab auch Schülerinnen und Schüler in meiner Klasse, die haben ein-oder zweimal den Text und konnten ihn auswendig. Beneidenswert.

Auf der Bühne ist Schiller präsenter als Goethe. Don Carlos, Maria Stuart, Die Räuber und Wilhelm Tell gehören bundesweit zu fast jedem Theaterprogramm.
Immer häufiger lese ich in den Lokalnachrichten, dass auch Schüler dieses Theaterstücke aufführen.




Epikur ...



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Status: Offline
Registriert seit: 04.02.2007
Beiträge: 479
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...   Erstellt am 12.01.2009 - 19:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In der Tat sind Schillers Dramen angefangen von den Räubern bis hin zu seinem letzten Stück Wilhelm Tell durchaus spannende Geschichten.
Nur sollten wir nicht in den Fehler verfallen, sie unter rein inhaltlichen spannungskriminalistischen Gesichtspunkten zu sehen, sondern auch ein wenig zu achten auf das, wie er diese Dinge gesagt hat.




Robert ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 25.08.2008
Beiträge: 351
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...   Erstellt am 12.01.2009 - 19:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Schüler können auch heute noch zu Schiller geführt werden. Nicht mit nur auswendig lernen, sondern mit Hinweisen auf die alte Sprache, Hinweisen auf die damalige politische und wirtschaftliche Situation.
Man kann den Schülern, die keine Ahnung haben, nicht nur sagen, nun lest mal in 4 Stunden Don Carlos.
Das kann er nicht, das will er auch nicht. Und er kann tatsächlich nichts damit anfangen. Die Schüler müssen angelernt werden.
Ein guter Lehrer wird seine Schüler entzünden, in dem er sagt, es handelt sich hier um ein Stück zwar aus Ende des 18. Jahrhunderts, meint aber das 16. Jahrhundert.
Dann kann der Lehrer auch den 200 Jahressprung weiterführen bis heute.
Das ist möglich, das kann man sehr gut machen, aber man muss es machen. Die Schüler kommen nicht allein durch diese Lektüre auf die Idee.




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NovemberBarbara Neue Seite 1

© Romi




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