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Uriel ...
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...   Erstellt am 13.07.2009 - 20:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Das Sakrament der Taufe



I. Die Taufe ist notwendig (Jo 3, 5).
II. Die Eltern und Verwandten haben die strenge Pflicht, das Kind bald nach der Geburt de Gottesreich zuzuführen.
III. Frühgeburten und Missbildungen sind nach Möglichkeit zu taufen (can. 746—748).
IV. Eltern und Taufpaten haben für christliche Erziehung der Täuflinge zu sorgen.


zu I. Die Notwendigkeit der Taufe.

1. Die Taufe ist der ntl Beginn der Gottesreich-Zugehörigkeit. Sie ist die Beschneidung, die Christus zugehörig macht, Totgehen und Mitbegrabenwerden mit Christus (Kol 2, 11 f.).

2. Die Wiedergeburt aus Wasser und Gnade eröffnet den Eintritt in das Leben des Gottesreiches(Jo 3, 5). Jesus befiehlt, alle Menschen zu taufen (Mt 28,19).
In der Urkirche ist die Taufe von Anfang an üblich.

3. Die Taufe ist allen Menschenohne Ausnahme zum Heile durchaus notwendig (Jo 3, 5. D 861).
Dabei ist sowohl die Notwendigkeit des Mittels (necessitas medii) wie die Notwendigkeit des Gebotes (nec. praecepti) gegeben.


zu II. Die Verpflichtung gegenüber Neugeborenen.

Die sittliche Pflicht, neugeborene Kinder zum Sakrament der Wiedergeburt zu bringen, liegt bei den Eltern und der Familie. Sie haben baldigst (D 712. CIC can. 770) das junge Leben Christus zuzuführen.
Die Bedeutung dieses Initial-Sakramentes fordert, nichts zu versäumen, das Kind der Königsherrschaft Gottes einzureihen. Ideal ist die Taufe in der Pfarrkirche. Haustaufen sind mit Recht verboten (can. 776). Ausnahmen sind nur aus besonderen Rücksichten gestattet.


zu III. Taufe (Nottaufe) des foetus animatus (can. 746—748).

Mütter, Ärzte, Hebammen, Pflegeschwestern haben für Taufe von Frühgeburten, Fehlgeburten, Missbildungen usw. zu sorgen.
Tauglich für die Taufe sind nur ungetaufte Menschen im Pilgerstande. Gefordert ist also das Menschsein. Dieses beginnt mit der Beseelung des befruchteten Eies. Deshalb sind auch alle Missbildungen, Fehlgeburten und Frühgeburten zu taufen. Erfordert ist weiter der Pilgerstand, d. h. Leben. Tote Gebilde dürfen nicht getauft werden. Im Zweifelsfalle ist das Sakrament bedingt zu spenden (,,si vivis"). Endlich ist Ungetauftsein erfordert, da die Taufe nicht wiederholt werden kann.


zu IV. Mit den Eltern haben die Taufpaten die sittliche Verpflichtung, für Glaubens-Erziehung zu sorgen.

Was die Taufe begründet, muss genährt werden. Die Lebensgemeinschaft „in Christus" muss Gestalt gewinnen. Die im Sakrament vollzogene Entscheidung für den Herrn ist praktisch zu vollziehen.

Aus inneren Gründen können deshalb nicht Paten sein: Häretiker, Schismatiker, Exkommunizierte, von kirchlichen Rechtshandlungen Ausgeschlossene (z. B. Bigamisten), degradierte oder abgesetzte Kleriker. Sammelpaten sind nicht Ideal. Persönliche Verpflichtung allein entspricht dem Sinne der Patenschaft.





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Uriel ...
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...   Erstellt am 05.08.2009 - 21:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


1. Die Taufe, das Sakrament der Wiedergeburt durch das Wasser im Worte, sacramentum regenerationis per aquam in verbo (Cat. Rom. 2, 2, 5), ist per se notwendig oder necessitate medii notwendig für den Menschen zum Heile, so dass nur Unmöglichkeit vom wirklichen Empfang entschuldigt. Die Taufe bewirkt die erste Rechtfertigung. Attrition vorausgesetzt, werden außer der Erbsünde die persönlichen Sünden samt allen Strafen nachgelassen, ferner werden die übernatürlichen Tugenden und die Gaben des Heiligen Geistes gleichzeitig mit der Gnade eingegossen; dazu tritt der character indelebilis des Christen, wodurch man Glied Christi und der Kirche wird und die nächste oder entfernte Befähigung, die übrigen Sakramente zu empfangen, vor allem aber das Vorrecht, am Opfer des Neuen Bundes teilzunehmen, sowie die Weihe für den wahren Kult der Trinität erhält, überdies verleiht die Taufe die Kindschaft Gottes und die sakramentale Gnade, ein Anrecht auf die zum christlichen Leben erforderlichen aktuellen Gnaden und auf die Seligkeit als Lohn christlichen Wirkens. Die mit dem character indelebilis beginnende Wiedergeburt wird durch die heiligmachende Gnade vollendet. Alle jene Wirkungen beruhen auf der Wiedergeburt, sofern der Mensch dem alten Leben abstirbt und ein neues Leben anfängt, die Wiedergeburt ihrerseits beruht auf der Kraft des Leidens Christi (S. th. 3, q. 66, a. 9); weil alle angegebenen Wirkungen der Taufe auf die Wiedergeburt zurückgehen, deshalb wird auch, Attrition vorausgesetzt, alle Schuld und Strafe ex opere operato erlassen, nicht so stets bei anderen Sakramenten, weil sie nur per modum sanationis wirksam sind. Begierlichkeit und Leiden bleiben zur Erprobung; der Mensch soll Christus ähnlich werden, um mit ihm zu triumphieren.

2. Von der Pflicht des Empfanges entschuldigt, wie bereits festgestellt wurde, nur die Unmöglichkeit. Die Taufe kann in diesem Fall ersetzt werden durch die Begierdetaufe, dazu ist vollkommene Reue, über deren Schwierigkeit man sich jedoch keiner Täuschung hingeben darf (Cat. Rom 2, 5, 27 und 36), erforderlich mit dem wenigstens einschlussweise in der Sehnsucht nach Erlösung enthaltenen virtuellen Vorsatz des Empfanges, so nämlich bei Unkenntnis der christlichen Einrichtung. Desgleichen rechtfertigt die Bluttaufe, und zwar, wenn es sich um Kinder handelte, ex opere operato, dank der Verähnlichung mit dem gekreuzigten Christus (S. th. 3, q. 66, a. 11 f.). Immerhin verleiht jedoch die wirkliche Taufe als Sakrament den Charakter sowie eine Steigerung des Maßes der übernatürlichen Tugenden und Gnaden: auch ist bei der Begierdetaufe die Nachlassung der Sünden infolge nicht hinreichender Intensität des Aktes zuweilen keine vollständige, wenngleich die heiligmachende Gnade verliehen wird; anders bei der Bluttaufe (Joh. 15. 13), wofern nicht aktuelle Hingabe an die Sünde die Wirkung hindert (S. th. 3. q. 87. a. 1 ad 2). im Fall begangener Todsünde ist hier wenigstens der Versuch, vollkommene Reue zu erwecken, erforderlich.

3. Im Hinblick auf die Notwendigkeit der Wassertaufe versteht sich die Vorschrift der Kindertaufe von selbst, ebenso die Forderung, die Form streng einzuhalten, da jede erhebliche Änderung die Gültigkeit der Taufe mindestens zweifelhaft und bedingte Wiederholung nötig machen würde; ferner die Sitte und Pflicht der Nottaufe, auch durch Laien vorgenommen, wobei jedoch zu bemerken ist, dass bedingte Wiederholung der Taufe erfolgen muss, wenn begründeter Zweifel an der richtigen Spendung vorliegt; desgleichen die Vorschrift, die Taufe alsbaldvorzunehmen (C. c. 770), der Aufschub um mehr als etwa zehn Tage erscheint jedenfalls als Missbrauch, Leo XIII. nennt eine solche Sitte »detestabilis usus«. Die Pflicht, bei entsprechender Konstitution und Kraft und unter Voraussetzung dessen, was in medizinischer Hinsicht vorauszusetzen ist, den Kaiserschnitt zuzulassen, besteht für die Mutter, wenn nur so das Kind getauft werden kann, die Pflicht ist jedoch nicht zu urgieren; falls der Eingriff vermutlich den Tod der Mutter zur Folge hätte, wäre er verboten; zur Ermöglichung der etwaigen Taufe hat der Arzt nach dem Tode der Mutter die Operation vorzunehmen (C. c. 746, § 4).
Die strenge Pflicht, das Kind im christlichen Sinn zu erziehen, geht im Notfall auf die Taufpaten über (Rit. Rom. de s. baptism. 2, 1, 23. Cat. Rom. 2, 2, 28). Selbstverständlich ist es verboten, dass ein Katholik bei einer vom akatholischen Kirchendiener gespendeten Taufe als Taufpate fungiere, ein solcher wäre der Häresie verdächtig und vom Bischof zu bestrafen.
Der Forderung, die Kinder sollen erst durch bewusste Ablegung des Taufgelübdes in reiferen Jahren verpflichtet werden, steht der absolut verbindliche Charakter des zu Gelobenden entgegen (Trid., sess. 7, de baptism., can. 14).

4. Zur Disposition gehört bei genügendem Gebrauch der Vernunft ein Akt des Glaubens an die Trinität, an die Menschwerdung und die Vergeltung (vgl. Nr. 267, 1), wenigstens Attrition über die persönlichen Sünden und Hoffnung auf Gottes Verzeihung (Cat. Rom. 2, 2, 40), ferner ist normalerweise die ausdrückliche Intention erforderlich, worüber der Spender sich zu vergewissern hat; die für den Notfall geltenden Grundsätze wurden bereits erwähnt (Nr. 182, 1). Zudem ist normalerweise genügende Kenntnis des Glaubens zu fordern, dazu kommen Bewährung und Übungen der Frömmigkeit.

Die Taufe soll von Erwachsenen nüchtern empfangen werden, auch der Priester, der diese Taufe spendet, soll die heilige Handlung nüchtern vollziehen (C. c. 753, § 1). Alsbald nach dem Empfang der Taufe soll der Getaufte, wenn nicht wichtige Gründe entschuldigen, die Messe hören und kommunizieren (C. c. 753, § 2). Bei bedingter Spendung hat der zur Kirche Zurückkehrende zwecks größerer Sicherheit nach der Taufe zu beichten, worauf die bedingte Lossprechung zu erteilen ist.





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...   Erstellt am 09.07.2010 - 17:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Die Taufe wurde schon bei Juden (Johannes der Täufer, Proselytentaufe) und Heiden besonders in den hellenistischen Mysterienkulten, geübt. Abwaschung mittels Wasser zur Erlangung der Reinheit ist ein naturgemäßes religiöses Symbol. Dieses ist im Christentum zu einem Sakrament erhoben, d. h. zu einem Mittel, das kraft des Erlösungstodes Christi aus sich selbst (ex opere operato) das übernatürliche Heil wirkt. Die unter Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit geschehende Abwaschung mit Wasser schenkt durch das Wirken des Heiligen Geistes Reinigung von Sünden, Wiedergeburt aus Gott, innere Gerechtigkeit und Heiligkeit (vgl. Christi Gespräch mit Nikodemus und der Taufbefehl Jo 3, 5 f. u. Mt 28, 19 sowie die Lehre Pauli in Eph 5, 26, Tit 3, 5). Nach Röm 6, 4 ff wird der Mensch durch die Taufe der Lebensstände Christi teilhaft, d. h. seines Begraben- oder Totseins und seiner Auferstehung. Deshalb stirbt der alte, von Adam ererbte Mensch der Sünde (Erbsünde) in der Taufe ab und es ersteht der neue Geistesmensch in Christus. Die Taufe ist daher das Eingangstor zur Gotteskindschaft und der ewigen Herrlichkeit, das auf dem vorher gewonnenen und bekannten Glauben an Christi Heilstod aufruht. Darum heißt die Taufe das Sakrament des Glaubens. Nur durch die Taufe wird man Glied am Mystischen Leib des Herrn, Mitglied der Kirche Christi und erhält dementsprechend das unauslöschliche Siegel Christi (Taufcharakter) eingeprägt. Ohne dieses kann kein anderes Sakrament gültig empfangen werden.

Getauft wird mit natürlichem Wasser durch Abwaschung, d. h. indem das Wasser über den Körper oder wenigstens das Haupt abfließt. Dabei spricht der Taufende die Worte: Ich taufe (gebildet von tief, also — untertauchen) dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Die Nennung der drei göttlichen Personen drückt sowohl die Kraftquelle der inneren Wirkung wie die weihevolle Hingabe an Gott aus. Die Taufhandlung ist durch zahlreiche Zeremonien (Bekenntnis, Beschwörungen, Salbung usw.), die meist schon im Altertum nachweisbar sind, ausgeschmückt. Bis ins hohe MA, heute noch in orientalischen und anglikanischen Kirchen und innerhalb der katholischen in Mailand, war die gewöhnliche Taufart das Untertauchen. Seit dem 15. Jh. ist das Abgießen des Wassers über das Haupt gebräuchlich. Gültig ist auch das in der katholischen Kirche nicht gebräuchliche Absprengen. Einmaliges oder dreimaliges Abwaschen ist nicht wesentlich. Alle drei Taufarten sind heute noch als richtig anerkannt.

Weil aber unter dem Einfluss des die Taufe geringschätzenden Liberalismus in der Protestantischen Kirche nicht selten eine zu oberflächliche Besprengung stattfindet, die keine Abwaschung mehr darstellt, oder wesentliche Veränderungen an der Taufformel vorgenommen wurden, sieht sich die katholische Kirche häufig gezwungen, die Konvertiten (die aus anderen christlichen Bekenntnissen zu ihr Übertretenden) bedingungsweise wiederzutaufen.

Das Taufwasser wird an den Vigilien (Vortagen) von Ostern und Pfingsten, die früher die einzigen Tauftage waren (bzw. seit der Erneuerung der Osternachtsliturgie nur noch in dieser) besonders feierlich geweiht. Nur im Notfalle darf anderes Wasser, möglichst Weihwasser, gebraucht werden. Spender der Taufe kann nicht nur jeder Christ, sondern jeder Mensch sein, wenn er nur die Handlung richtig vollzieht und die Absicht hat, das zu tun, was die Kirche Christi damit tun will; sich selbst kann man aber nicht taufen. Die Spendung der feierlichen Taufe gehört zu den Rechten des Pfarrers. Ist ein Täufling in Gefahr, vor der feierlichen Taufe zu sterben, so darf bzw. muss jeder ihm die Not-Taufe, d. h. die einfache Taufhandlung ohne Zeremonien (ohne die feierlich amtliche Form), spenden; diese werden später in der Kirche nachgeholt.

Empfangen kann die Taufe jeder lebende Mensch. Auch ein noch nicht voll ausgeborenes Kind soll in Gefahr getauft werden, Früh- und Fehlgeburten u. U. bedingungsweise. Außer der Todesgefahr darf kein Kind ungläubiger Eltern gegen deren Willen und ohne Sicherung der katholischen Erziehung getauft werden. Dem Täufling müssen Paten zur Seite stehen; diese Vorschrift ist besonders für die Kindertaufe von Bedeutung.

Die Wasser- Taufe kann nötigenfalls durch die Begierde- Taufe, d. h. einen vollkommenen Reue- oder Liebesakt mit dem darin eingeschlossenen Verlangen nach der Taufe und noch vorzüglicher durch die Blut-Taufe., d. h. den Martyrertod um Christi willen, ersetzt werden. Doch macht die Begierde- Taufe den Empfang der Wasser-Taufe nicht überflüssig, da sie den Taufcharakter nicht einprägt und daher nicht zum vollgültigen Mitglied der Kirche macht.

Solange die Gläubigen in der Mehrzahl die Taufe als Erwachsene empfangen hatten, prägte dankbares österliches Taufbewusstsein das gesamte Christenleben (Eucharistiefeier als Dankfeier der Getauften!). Als mit dem Aufkommen der Kinder-Taufe das Tauferlebnis selbst wegfiel, kam christliche Frömmigkeit in Gefahr, die Taufe und damit die seinsmäßigen Grundlagen christlichen Daseins mehr oder weniger aus dem Auge zu verlieren: eine Gefahr, die besonders in der mittelalterlichen Christenheit gegeben war. Die nachtridentinische Erneuerungsbestrebungen (Karl Borromäus, Berulle, Eudes) haben denn auch immer wieder auf eine Wiederbelebung dankbaren Taufbewusstseins gedrungen; so reicht z. B. die fromme Begehung des Taufjahrestags von Karl Borromäus bis tief ins 19. Jh. In unserer Zeit ist die liturgische Bewegung von ihren Anfängen an für eine Verlebendigung des Taufbewusstseins und im Zusammenhang damit für eine sinnvollere Gestaltung der Taufspendung eingetreten. Zwar erweist sich die Bemühung, die aus dem Tauferlebnis geborene altchristliche Taufbegeisterung bei uns zu erwecken, als schwierig und im Zeitalter der Kinder-Taufe ist ein Wandel der Frömmigkeit mehr zur Eucharistie verständlich. Doch sind alle Bestrebungen um verlebendigtes Taufbewusstsein (eigene Taufkerze, Taufkleid, Taufurkunde, Erlebenlassen der Zeremonien an Ort und Stelle, sonntägliche „Asperges" u. a.) als Ausdruck eines gesunden Zuges zu wesentlicherem Christentum zu werten. Diese Bemühungen haben soeben ihre schönste Krönung erfahren dadurch, dass in die Liturgie der wiederhergestellten Osternacht eine Erneuerung des Taufgelübdes durch die Gesamtgemeinde eingefügt worden ist.







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...   Erstellt am 24.08.2011 - 21:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Die Taufe ist das Sakrament, wodurch der Mensch durch das Wasser und das Wort Gottes geistig wiedergeboren und in das Reich Gottes aufgenommen wird. Der Römische Katechismus definiert die Taufe als „Sakrament der Wiedergeburt durch das Wasser im Worte". Vgl. Joh. 3, 5; Eph. 5, 26.

Weil Hugo das Wasser, sofern es konsekriert war, Taufe genannt hatte („sacramentum permanens"), so wendet sich Thomas von Aquin gegen ihn und sagt, dass die Taufe „nicht im Wasser, sondern in der Abwaschung unter der vorgeschriebenen Form vollendet wird" („actio transiens"; S. th. 3, 66,1). Er hält sich also an Materie und Form. Andere, wie Suarez fügen dem noch die Wirkung hinzu sowie die Aufnahme in die Kirche.

Außer der natürlichen Bedeutung von „tauchen", „baden", „abwaschen" heißt sie nach ihrer religiösen Seite „sacramentum aquae", „fons sacer", „unda genitalis", „aqua vitalis", „sacramentum fidei", „sacramentum Trinitatis", „lavacrum generationis", „ablutio peccatorum", „sigillum".

Der Römische Katechismus empfiehlt dringend die eifrige Erörterung dieses Sakraments. Besonders ist die öftere Erneuerung des Taufgelübdes zu empfehlen, wie schon Hieronymus und Bernhard von Clarvoix betonen.

Außerchristliche Taufriten lassen sich nicht nur bei den Juden und Essenern, sondern auch bei den Heiden leicht feststellen. Die Babylonier, Iraner, Inder, Ägypter, Römer, Griechen, besonders die Mandäer kannten religiöse Waschungen. Auf die heidnischen „Taufen" weisen schon als teuflische „ Nachäffungen" des christlichen Sakraments die Väter hin, wie Ter-tullian (De praescript. 40; De bapt. 5), Justin (Apol. I 62). Ihr Gebrauch ist aber weiter verbreitet, als die Väter vermuteten, und muss aus dem allgemeinen religiösen Bedürfnisse der menschlichen Natur nach sittlicher Reinheit, die durch die physische symbolisiert wird, verstanden werden. Die heidnische Taufe war indes nicht sittlich bedingt, sondern wirkte wie ein magisches Reinigungsmittel in physischer Weise. Von der jüdischen gilt dasselbe, wenn sie nicht der ethischen Forderung der Propheten entspricht (ls. 1, 16. Ps. 50, 9 12).

Die Johannestaufe hatte nach der Absicht des Täufers sittlichen Charakter; sie war eine „Bußtaufe" zur Sündenvergebung (Matth. 3, 11. Mark. 1, 4. Luk. 3, 3; vgl. Apg. 13, 24; 19, 4). Christus beurteilt sie als göttliche Anordnung (Mark. 11, 30. Matth. 21, 25. Luk. 20, 4), die die Pharisäer sündhaft vereitelt hatten (Luk. 7, 29 f.). Hatte er sie ja auch selbst empfangen. Johannes macht aber zwischen seiner und des Herrn Taufe einen Unterschied wie zwischen „Wassertaufe" und „Geistestaufe" (Matth. 3, 11; vgl. Mark. 1, 8; Luk. 3, 16; Joh. 1, 26 30 f.); ebenso Paulus (Apg. 19, 4 f.) und Petrus (Apg. 11, 16). Die Väter schreiben ihr wegen Mark. 1, 4 „Vergebung der Sünden" zu; aber diese gründete in der Buße, deren Symbol die Taufe war. Die Scholastik fasst die Johannestaufe als Disposition für die Taufe Jesu auf. Gegen die Protestanten erklärte das Tridentinum, die Taufe des Johannes habe nicht dieselbe Wirkung gehabt wie die Taufe Christi (D. 857).

Das Sakrament der Taufe ist von Christus in der Kirche angeordnet worden.

Das Dogma von der Taufe wurde erst von der liberalen Theologie geleugnet. Pius X. verwarf den Satz der Modernisten: „Die christliche Gemeinde hat die Taufe eingeführt, indem sie sie als notwendigen Brauch annahm und mit ihm die Verpflichtungen des christlichen Bekenntnisses verband" (D. 2042; vgl. 2088).

Zwar hat Christus selbst die Taufe nicht gespendet (Joh. 4, 2), und die von seinen Jüngern im Anschluss an Johannes erteilte Taufe war wohl nur dessen Taufe (Joh. 3, 22 f.); aber er hat die Notwendigkeit der Taufe gelehrt: „Wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen" (Joh. 3, 5). Hier ist Wasser der Taufritus und Geist seine Gnadenwirkung (Matth. 3, 11. Mark. 1, 8). Allgemein klingt auch der Taufbefehl: „Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matth. 28, 18 f.). „Wer glaubt und getauft wird, wird selig werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden" (Mark. 16, 16). Er gibt der Taufe auch bereits eine mystische Beziehung zu seinem Tode: „Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und wie drängt es mich, bis es erfüllt ist" (Luk. 12, 50).

Die Apostel haben daher sofort am Pfingsttage die Taufe gespendet (Apg. 2, 41) und als notwendiges Heilsmittel verkündet. Auf die Frage an Petrus: „Was sollen wir tun?" antwortet er: „Tuet Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen im Namen Jesu zur Vergebung eurer Sünden" (Apg. 2, 38; vgl. 8, 12 36; 16,15 33; 18, 8; 22,16). Sie spenden sie selbst denen, die Gott wunderbar zur Kirche führt, wie Kornelius (Apg. 10, 47 f.) und Paulus (Apg. 9, 15 18). Paulus verbindet sie mit dem Tode des Herrn (Röm. 6, 3. Gal. 3, 27. 1 Kor. 1, 12—16; 6,11; 12,13. Kol. 2,12).

Man kontrovertiert es, ob Christus die Taufe einsetzte bei seiner eigenen Taufe, oder im Gespräch mit Nikodemus, oder beim Taufbefehl (Matth. 28, 29), oder ob alle Momente zusammenzufassen sind.

Es wird sich empfehlen, nicht exklusiv auf eines der drei Argumente sich zu stützen, sondern sie zu verbinden: Christus hatte durch seine eigene passive Taufe, durch die aktive Taufe der Jünger, durch seine Lehre über die Taufe dieses Sakrament so vorbereitet, dass er im Augenblick seines Scheidens von der Erde es allen zur Pflicht machen konnte.

Es ist ein törichter Versuch des Modernismus, Matth. 28,19 als vom „Christus des Glaubens" entstammend für ungeschichtlich zu erklären. Die Apostel haben auch am Auferstandenen geschichtliche Erfahrungen machen können, und auch der historische Christus der öffentlichen Wirksamkeit ist zuletzt für sie ein Christus des Glaubens. Matth. 28, 19 passt ganz zum Evangelium und wird geradezu von ihm gefordert, denn die Taufe war hinreichend vorbereitet.






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...   Erstellt am 25.08.2011 - 19:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Die Materie der Taufe ist natürliches Wasser.

Die spiritualistischen Sekten der patristischen und mittelalterlichen Zeit vermieden jedes Element als an sich unrein. Manche ließen den Neophyten zwischen brennenden Kerzen oder Feuer hindurchschreiten im Missverständnis von Matth. 3, 11; andere gebrauchten Öl oder Wein oder Milch. Kalvin deutete das Wasser Joh. 3, 5 bildlich vom Blute Christi. Daher definierte das Tridentinum „das Wasser" (D. 858).

Ausdrücklich wird das Wasser genannt Joh. 3, 5, bei der Taufe des Kämmerers (Apg. 8, 36 38), des Kornelius (Apg. 10, 47), in paulinischen Stellen (Tit. 3, 5. Eph. 5, 26. Hebr. 10, 22; vgl. 1 Kor. 6, 11; Apg. 22, 16). Paulus vergleicht die Taufe mit dem Durchgang durch das Schilfmeer (1 Kor. 10, 2), Petrus mit der Rettung durch die Arche (1 Petri 3, 20 f.).

Die nächste Materie („materia proxima") besteht in einer Abwaschung des Täuflings, sei es, dass sie geschieht in Form einer Untertauchung („immersio") oder Besprengung („aspersio") oder Aufgießung („infusio").

Die älteste Taufweise war die Untertauchung. Paulus vergleicht die Taufe mit dem Begräbnis des Herrn (Röm. 6, 4 f. Kol. 2, 12). Hierfür zeugt auch die Johannestaufe. Der Täufling stieg nackt in das Wasser, zog vorher den alten Menschen aus (Kol. 2, 11; 3, 8. Eph. 4, 22ff.). In der alten Kleidung, „konnte noch Dämonisches wohnen". Leicht versteht sich das Ankleiden mit dem weißen Gewande als Symbol des „neuen Menschen" (Kol. 6,10 f. Eph. ö,11). In dem Unter- und Auftauchen lag das Symbol des mystischen Begrabenwerdens und Auferstehens mit Christus (Röm. 6, 3 ff. Eph. 4, 23). Für eine dreimalige Untertauchung lässt sich kein Schriftbeweis führen. Aber die Didache fordert dreimalige Begießung des Hauptes (7, 3). Die Untertauchung herrschte in der ganzen patristischen und mittelalterlichen Epoche. Thomas von Aquin hält sie für sicherer (S. th. 3, 66, 7). Tertullian zeugt zuerst dafür, dass sie dreimal geschah (Adv. Prax. 26); Leo I. gibt dem Ritus eine Beziehung zur dreitägigen Grabesruhe (Ep. 16, 3). Die Besprengung war im Altertum bei der Krankentaufe üblich („baptismus clinicorum"). Der Kranke wurde in einer Wanne durch Übergießen getauft oder im Notfall durch Übergießen des Kopfes allein. Mit ihr ungefähr identisch ist die ebenso alte Aufgießung. Cyprian muss Zweifel, die ob ihrer Gültigkeit erregt wurden, bekämpfen (Ep. 69, 12 f.). Nach Augustinus reinigt die Taufe, wenn sie das Kind auch nur „ein bisschen benetzt" (In Ioan. 80, 3). Die Didache (7, 4) begnügt sich mit der dreimaligen Aufgießung, falls nicht genügend Wasser vorhanden ist. Für diesen Ritus der Aufgießung, der heute streng disziplinar ist, sprechen wichtige Gründe, wie Leichtigkeit der Anwendung, Gesundheit, Schicklichkeit. Alexander von Hales ist der erste, der die Aufgießung auch dann für gültig hält, wenn kein Notfall vorliegt. In der griechischen Kirche herrscht in normalen Fällen noch heute die Untertauchung.

Die Weihe des Taufwassers ist uralt. Schon Tertullian bezeugt sie (De bapt. 5, 9). Ton und Absicht lag auf der Heiligung des Wassers durch die gnadenvolle Gegenwart des im Konsekrationsgebete herabgerufenen Heiligen Geistes; indes dachte man zweifellos auch an einen Exorzismus des Wassers zur Beseitigung dämonischer Einflüsse, wie sich aus Tertullian De bapt. 5 ergibt. Cyprian hält die Weihe des Wassers für so wichtig, dass er daraus ein Argument gegen die Gültigkeit der Ketzertaufe glaubt entnehmen zu dürfen: „Wer aber selber unrein ist und den Heiligen Geist nicht besitzt, wie kann der das Wasser reinigen und heiligen?" (Ep. 70,1.) Im Morgenlande ist weniger die Rede von Benediktion und Exorzismus des Taufwassers. Dort dachte man sich das Wasser durch die Taufe des Herrn im Jordan und durch sein Leiden als hinreichend gereinigt. Im Notfall genügt ungeweihtes Wasser.

Die Form der Taufe bestellt in der Anrufung der drei göttlichen Namen, verbunden mit jenen Worten, woraus die sakramentale Handlung der Taufe kenntlich wird.

Eugen IV. schreibt diese Form den Armeniern vor (D. 696). Das Tridentinum verteidigt die Häretikertaufe, wenn sie in dieser Form und mit rechter Intention gespendet wird (D. 860). Alexander VIII. weist die Ansicht der Jansenisten zurück, eine Taufform genüge, auch wenn sie den Taufakt („ego te baptizo") nicht enthalte (D. 1317).

Die Schrift ist nicht eindeutig. Zunächst enthält sie das Zeugnis für die trinitarische Formel (Matth. 28, 19). Vielleicht deutet auf diese Formel auch Eph. 5, 26, wonach die Taufe „im Worte des Lebens" geschieht. Oft heißt es, dass die Taufe „im Namen Jesu" geschah (Apg. 2, 38; 8, 16; 10, 48; 19, 5; vgl. Röm. 6, 3. 1 Kor. 1, 13; 10, 2. Gal. 3, 27).

Hat man das so zu verstehen, als wenn nur der Name Jesus oder Christus allein genannt wurde? Ambrosius meint, „wer einen Namen nennt, hat die ganze Trinität bezeichnet" (De Spir. Sancto 1, 44). Auf ihn stützt sich zustimmend Nikolaus I. in seiner Antwort an die Bulgaren (D. 335). Die Scholastiker vertraten meist die gleiche Ansicht. Nach Thomas war diese Formel, ein spezielles Privileg Christi au die Apostel, besonders zweckmäßig, weil es anfangs einer kräftigen Betonung des Namens Jesu bedurfte, der das Fundament des Christentums ist. Später sei nur mehr die volle trinitarische Form gültig (S. th. 3, 66. 6). Man kann die Formel „im Namen Jesu" aber auch mit Cano und Bellarmin erklären als Unterscheidungsformel für die christliche Taufe gegenüber der des Johannes sowie der Juden und Heiden.

Die Didache bezeugt die trinitarische Formel (7, 1), und da sie auch von der Taufe „auf den Namen Jesu" spricht (9, 5), so zeugt sie für unsre Erklärung der Schriftstellen von der Taufe im Namen Jesu; es ist keine Taufformel, sondern bezeichnet einfach die christliche Taufe. Tertullian schreibt: „Das Gesetz der Taufe ist auferlegt und die Form vorgeschrieben, da er sprach: Gehet hin, lehret die Nationen und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (De bapt. 13). Vgl. Justin (Apol. I 61), Cyprian (Ep. 73, 5 14 16), Origenes (De princ. 1, 3, 2). Seit dem Tridentinum verteidigen die Theologen allgemein nicht nur für die nachapostolische, sondern auch für die apostolische Zeit die trinitarische Taufformel.

Die Erwähnung des Taufaktes („ego te baptizo") soll die Handlung genügend als sakramentale Abwaschung kennzeichnen, was nach Thomas durch die Anrufung der Trinität allein nicht deutlich genug geschehen würde (S. th. 3, 66, 5).






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...   Erstellt am 27.08.2011 - 01:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Die Taufe ist das Sakrament der Sündenvergebung und Wiedergeburt.

Nicäno-Constantinopel bekennt „eine Taufe zur Vergebung der Sünden" (D. 86). Das Tridentinum erwähnt in der Bestimmung über die Kindertaufe mehr die Tilgung der Sünde (D. 791), in der Lehre von der Rechtfertigung mehr die Heiligung (D. 799). Endlich lehrt das gleiche Konzil, dass die Kinder durch die Taufe wahrhaft in die Kirche aufgenommen werden und deshalb später nicht wieder zu taufen sind (D. 869).

Christus nenne als Wirkung Wiedergeburt und Aufnahme in das Reich Gottes (Joh. 3, 5). Paulus hebt Sündenvergebung und Heiligung hervor: „Wisset ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus getauft sind, auf seinen Tod getauft sind? Denn wir sind mitbegraben mit ihm durch die Taufe auf den Tod, damit, wie Christus auferstanden ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in der Erneuerung des Lebens wandeln" (Röm. 6, 3—4). „Er hat uns errettet durch das Bad der Wiedergeburt und durch die Erneuerung des Heiligen Geistes" (Tit. 3, 5). „Ihr alle, die ihr in Christus getauft seid, habt Christus angezogen" (Gal. 3, 27). „Doch ihr seid abgewaschen, doch ihr seid geheiligt, doch ihr seid gerechtfertigt im Namen unsres Herrn Jesus Christus und im Geiste unsres Gottes" (1 Kor. 6, 11). Die ganze Kirche ist „geheiligt und gereinigt durch das Bad des Wassers im Worte des Lebens" (Eph. 5, 26). Petrus nennt als Wirkung Vergebung der Sünden (Apg. 2, 38), Errettung vom Verderben (1 Petri 3, 21). Die Aufnahme in die Kirche tritt hervor Apg. 2, 41; 8, 12; 1 Kor. 12, 13.

Nach der Didache sind nur die Getauften rein, die Eucharistie zu empfangen (9, 5). Nach Hermas ist sie zu unsrer Errettung so notwendig, dass die Apostel und Lehrer sie auch in der Unterwelt predigen und den Altvätern erteilen mussten (Sim. 9, 16, 5—7). Geistig tot steigt man in das Wasser hinab, lebendig tritt man wieder aus ihm heraus (ebd. 3—7). So auch Barnabas 11, 1—8. Justin erklärt sowohl den Namen der Taufe als „Erleuchtung" (vgl. Hebr. 10, 32), als er auch ihre Wirkung als eine „Wiedergeburt und Abwaschung" beschreibt (Apol. I 61 66 1 Dial. 66). Die Kappadozier betonen die Mitteilung des Heiligen Geistes, um die Pneumatomachen zu widerlegen.

Aus dem Begriff der Taufe als völliger Neugeburt ergibt sich, dass in ihr auch alle Sündenstrafen, ewige wie zeitliche, nachgelassen werden (D. 792).

Paulus vergleicht deshalb die Taufe mit dem Tode Jesu, weil der ganze alte Mensch der Sünde begraben und vernichtet und ein gänzlich neuer erschaffen wird (Röm. 6, 3—6). „Jetzt gibt es keine Verdammnis für die, welche in Christus Jesus sind" (Röm. 8, 1). Daher legte auch die alte Kirche den Getauften keine Buße mehr auf, wenngleich sie vorher solche forderte. Augustinus schreibt: „Die Taufe wäscht alle Sünden ab, durchaus alle… Wenn der Getaufte sofort nach der Taufe aus dem Leben scheidet, liegt durchaus kein Hindernis mehr vor, das ihn zurückhält; alles ist gelöst, was ihn zurückhielt" (M. 44, 591). Das Tridentinum definiert gegenüber der Imputationstheorie die Reinigung von allem, was verdammenswert ist (s. 5, can. 5). Nur tritt es entgegen der übertriebenen Wertung der Taufe durch die Protestanten, wonach auch alle zukünftigen Sünden durch die Erinnerung an die empfangene Taufe getilgt werden (D. 862 866). Die allgemeinen Pönalitäten dieses zeitlichen Lebens bleiben als Mittel der Bewährung und der Tugendübung zurück; sie verähnlichen uns mit Christus, unsrem dornengekrönten Haupte (S. th. 3, 69, 3). Die außernatürlichen Gaben („dona praeternaturalia") wollte Gott nicht wieder mit dem Gnadenstande verbinden (S. 158).

Nach göttlicher Anordnung ist die Taufe allen Menschen zum Heile durchaus notwendig.

Diese Notwendigkeit wurde geleugnet von den Pelagianern. Die Protestanten vermochten sie bei ihrer Sola-fides-Lehre nicht festzuhalten. Zwingli, Kalvin, die Socinianer gaben sie preis; früher Wiclif. Daher definierte sie das Tridentinum.

Christus hat die Notwendigkeit klar ausgesprochen. Joh. 3, 5 kann mehr von einer sachlichen Notwendigkeit („necessitas medii") verstanden werden; Matth. 28, 19 mehr von einer positiven („nec. praecepti"); Mark. 16. 16 von beiden.

Die im 2. Jahrhundert nachweisbare Kindertaufe (Irenäus) ist die Konsequenz der Väteranschauung. Die energische Bekämpfung der Pelagianer durch Augustinus ist bekannt. Obschon die kirchliche Praxis für die Katechumenen gewisse feste Tauftage im Jahre kannte, taufte man doch in der Krankheit und Lebensgefahr zu jeder Zeit. Ebenso konnte in Notfällen jeder Mensch die Taufe spenden. Beides spricht für die ernste Auffassung der Kirche von unsrem heutigen Dogma.

Die Augsburger Konfession sagt: „Von der Taufe wird gelehrt, dass sie nötig sei (lat. Text: ,quod sit necessarius ad salutem') und dass dadurch Gnade angeboten werde, dass man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Tauf Gott überantwortet und gefällig werden" (Art. 10). Luther schreibt: „Es sollen alle Sakrament frei seyn jedermann. Wer nit tauft will seyn, der lass anstehen."

Als Ersatz für die Taufe („baptismus numinis") galt seit alter Zeit in der Kirche der Märtyrertod um Christi willen oder die Bluttaufe („bapt. sanguinis"), sowie die Begierde nach der Taufe mit vollkommener Reue oder die Begierdetaufe („bapt. flaminis"). Doch vermitteln Blut- und Begierdetaufe nur die heiligmachende Gnade, nicht aber den Charakter und die sakramentalen Gnaden.

Tertullian ist der erste Zeuge für die Bluttaufe. „Wir haben indes noch ein zweites Taufbad, auch ein und dasselbe, nämlich das des Blutes, von dem der Herr spricht, da er sagt: ,Ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe', obschon er bereits getauft worden war. ... Das ist die Taufe, welche das nicht empfangene Taufbad darstellt und das verlorene wiedergibt" (De bapt. 16). Cyprian lehrt dasselbe, wenn er von den Katechumenen, die gemartert werden, sagt, „dass sie auch des Sakramentes der Taufe nicht beraubt werden, indem sie mit der ruhmvollsten und größten Taufe, mit der des Blutes, getauft werden, von welcher auch der Herr Luk. 12, 50 sprach (Ep. 73, 22)“. Und Augustinus schreibt, gestützt auf Matth. 10, 32; 16, 25; Ps. 115, 15: „Bei allen denen, die, ohne auch das Bad der Wiedergeburt erhalten zu haben, für das Bekenntnis Christi sterben, hat dieses für die Sündennachlassung dieselbe Wirkung, als wenn sie im heiligen Taufbrunnen wären abgewaschen worden" (Civ. 13, 7). Dem schließen sich auch die griechischen Väter an, wie Cyrill Jerus. (Cat. 3, 10), Chrysostomus (M. 50, 522 ff.).

Die Begierdetaufe ist das aus vollkommener Liebe und Reue hervorgehende Verlangen nach der Taufe, deren sakramentaler Empfang physisch oder moralisch unmöglich ist. Nach dem Tridentinum kann man nur durch die Sakramente oder durch das Verlangen nach ihnen gerechtfertigt werden („sine lavacro regenerationis aut eius voto iieri non potest"; D. 796).
Die Schrift verheißt der Liebesreue die Rechtfertigung (Joh. 14, 21. Luk. 10, 27 f.; 7, 47; 18, 14. 1 Joh. 4, 7). Kornelius empfing vor der Taufe den Heiligen Geist (Apg. 10, 47; vgl. 44).

Sie eifern gegen den Missbrauch, die Taufe bis auf das Totenbett zu verschieben. Gregor Naz. meint, wer sich hier mit dem Verlangen nach der Taufe begnüge, müsse es dort auch mit dem Verlangen nach der Seligkeit. Aber wenn ein Notfall vorliegt, wird dem ernstlichen Verlangen nach der Taufe rechtfertigende Kraft zugeschrieben. So von Ambrosius über Valentinian II., der als Katechumene starb (M. 16, 1374).

Die Scholastik übernahm diese Lehre von den Vätern. Thomas von Aquin schreibt: „Wenn der Erwachsene die Taufe aus Verachtung nicht empfängt, kann er nicht selig werden. Wenn aber die Taufe der wirklichen Spendung nach fehlt, jedoch begehrt wird und nicht vollzogen werden kann, weil der Tod zu frühe eingetreten ist, so kann das Heil erreicht werden wegen des Verlangens nach der Taufe, das vom Glauben kommt, welcher durch die Liebe wirkt. Er zitiert Ambrosius (S. th. 3, 68, 2).






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...   Erstellt am 27.08.2011 - 23:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Spender und Empfänger

Der ordentliche Spender der Taufe ist der vom Bischof beauftragte Priester, der außerordentliche Spender im Notfall jeder Mensch.

Nach Eugen IV. ist der Pfarrer („sacerdos") Spender; in Notfällen aber auch der Diakon, ja auch jeder Laie, wenn er nur dabei recht verfährt (D. 696). Lateran. IV sagt, dass die von irgendjemand recht vollzogene Taufe heilskräftig sei (D. 430). Das Tridentinum hat die alte Frage der Gültigkeit der Häretikertaufe definiert.

Die Schrift redet nur von ordentlichen, nicht von außerordentlichen Fällen. Aber es ist schon recht zweifelhaft, dass die Apostel allein die dreitausend Menschen am ersten Pfingstfeste getauft haben. Sie werden Jünger im weiteren Sinne hinzugezogen haben. Später lesen wir, dass der Diakon Philippus tauft (Apg. 8, 12). Auch in Korinth haben meist andere Ungenannte die Taufe gespendet, während Paulus daselbst lehrte (1 Kor. 1, 14 f.). Petrus ließ den Kornelius und sein Haus von andern taufen (Apg. 10, 48). Paulus empfing die Taufe von einem „ Jünger Ananias", der vielleicht nur ein Laie war (Apg. 9, 10 17 f.).

In der alten Zeit lag das Taufgeschäft wie überhaupt die gesamte Sakramentsspendung in der Hand des Bischofs. Ignatius schreibt: „Es ist nicht gestattet, ohne den Bischof weder zu taufen noch die Agapen zu feiern" (Smyrn. 8, 2). Tertullian sagt: „Die Taufe zu spenden hat das Recht der höchste Priester, d. h. der Bischof, sodann die Presbyter und Diakonen, aber nicht ohne die Bevollmächtigung durch den Bischof, wegen der Ehre der Kirche, durch deren Wahrung der Friede der Kirche gewahrt wird. Sonst haben auch die Laien das Recht der Spendung." Aber nur für den Notfall. Dagegen schließen er wie auch die Apostolischen Konstitutionen (3, 9) und Partikularsynoden das Weib vom Taufen aus wegen 1 Kor. 14, 34 (De bapt. 17). Dieselbe Lehre trägt auch Cyprian vor (Ep. 73, 7). Die Frage, ob auch ein Ungetaufter die Taufe im Notfall spenden könne, wagt noch keiner der Väter zu bejahen. Augustinus erwartet die Antwort von einem allgemeinen Konzil (M. 43, 72). Nur von einem christlichen Laien ist bei Tertullian, Hieronymus, Augustinus u. a. sowie auf der Synode zu Elvira (300) can. 38 die Rede. Die Griechen haben bis heute über die Laientaufe sich sehr zurückhaltend geäußert.

Papst Nikolaus I. (+ 867) hat aus der bisherigen Entwicklung der Sakramentenlehre die Konsequenz gezogen, dass auch der Jude und Heide taufen könne (D. 335). Immer noch handelt es sich um männliche Spender. Erst nach 1000 anerkennt man auch die Frauentaufe. Die Frage nach der Selbsttaufe, die in der Frühscholastik für den Notfall wenigstens vielfach empfohlen wurde, hat Innozenz III. 1208 im negativen Sinne entschieden, weil gemäß den Worten des Herrn zwischen Täufer und Täufling ein Unterschied bestände (D. 413). Taufpaten waren schon zur Zeit Tertullians üblich (De bapt. 18). Ihr Name „levantes", „susceptores" deutet an, dass sie mit der Kindertaufe eingeführt wurden; sie brachten die Unmündigen zur Taufe und legten für sie das Taufbekenntnis ab.

Auch unmündige Kinder können und sollen getauft werden.

Von einem Widerspruch gegen die Kindertaufe erfahren wir in der alten Zeit wenig. Die Pelagianer leugneten nur ihre Notwendigkeit. Später bezweifelten die Waldenser, die Wiedertäufer und Socinianer die Kraft der Kindertaufe. Die Protestanten behielten sie wegen des Herkommens bei, der Neuprotestantismus hält sie für wertlos.

Das Tridentinum hat erstmals sowohl die Notwendigkeit als die Pflicht der Kindertaufe ausgesprochen, nachdem allerdings schon frühere Synoden wiederholt dieselbe empfohlen hatten. Es lehrt, „dass neugeborene Kinder vom Mutterschoße weg zu taufen sind, auch wenn sie von getauften Eltern abstammen" (D. 791). Weiter verwirft es die wiedertäuferische Ansicht, dass getaufte Kinder nicht wahrhaft zu den Gläubigen gehörten und bei Erlangung der Unterscheidungsjahre oder mit 30 Jahren wieder zu taufen seien, wenn es nicht besser sei, die Taufe überhaupt bis dahin aufzuschieben (D. 869). Auch sind die getauften Kinder später nicht darüber zu befragen, ob sie das Versprechen ihrer Taufpaten für sie halten wollten, sondern zur Führung des christlichen Lebens anzuhalten (D. 870). Pius X. verwarf die Ansicht der Modernisten, der „Brauch der Kindertaufe wäre eine Entwicklung der Disziplin und eine Mitursache, dass dieses Sakrament in zwei zerlegt wurde, in die Taufe und in die Buße" (D. 2043).

Aus der Schrift lassen sich für die Tatsache der Kindertaufe Vermutungen anführen. So bei Taufen ganzer Familien, wie der des Kornelius (Apg. 10, 44 bis 48), der Lydia (Apg. 16, 14 f.), des Kerkermeisters zu Philippi (Apg. 16, 33), des Synagogenvorstehers Krispus (Apg. 18, 8 f.), des Stephanas zu Korinth (1 Kor. 1, 16). Der Taufbefehl Christi lautet allgemein.

Deutlich ist die Kindertaufe zuerst bei Irenäus; er führt aus, dass Christus gekommen sei, alle zu erretten, „alle, sage ich, die durch ihn in Gott wiedergeboren werden, Säuglinge, Kinder, Jünglinge, Männer und Greise" (Adv. haer. 2, 22, 4). Tertullian mahnt zwar, die Taufe bis etwa zum dritten Jahre zu verschieben wegen des vorhergehenden Unterrichtes, aber dadurch bezeugt er gerade die damalige Sitte der Kindertaufe (De bapt. 14, 18). Orígenes sagt: „Die Kirche hat von den Aposteln die Überlieferung empfangen, auch die Kinder zu taufen" (M. 14, 1047). Cyprian kann sich bei seiner Einschärfung der Kindertage auf den Beschluss einer Synode zu Karthago stützen: Die Kinder sind für die Gnade fähig und ihrer auch bedürftig; daher soll man sie sofort taufen, nicht erst nach dem Beispiele der Beschneidung am achten Tage (Ep. 64. 2). Augustinus darf sich gegenüber Pelagius auf die damals ganz verbreitete Kindertaufe stützen. Die griechischen Väter sind nicht so entschieden wie Augustinus; das hängt zusammen mit ihrer Auffassung von der Erbsünde. Die Väter machten zwischen der Taufe der Erwachsenen und der Kinder keinen Unterschied in der Wirkung. Nach dem Lombarden aber gab es Scholastiker, wonach die Kindertaufe nur die Erbsünde tilge, keine Gnade erteile. Auch er ist dieser Ansicht. Andere aber verteidigten auch die Gnadenwirkung, so Alexander, Bonaventura und Thomas von Aquin. Das Viennense erklärte : „Die Meinung, nach welcher sowohl den Kindern als den Erwachsenen die informierende Gnade und die Tugenden in der Taufe mitgeteilt werden, halten wir für die probablere und den Aussprüchen der Heiligen (Väter) und der Theologie der neueren Lehrer mehr entsprechend und konform" (D. 483). Das Tridentinum hält die getauften Kinder für Vollchristen, die wahrhaft zu der Kirche der Gläubigen zu rechnen sind; also muss es ihnen auch die volle Wiedergeburt aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste (Joh. 3, 5) zuerkennen (D. 869).

Die Notwendigkeit einer Disposition für die Taufe ergibt sich aus dem, was an anderer Stelle (hier im Forum) über die Vorbereitung auf die Rechtfertigung gesagt wurde. Für die Kinder bedarf es nur des Glaubensbekenntnisses, keiner Bußakte; jenes legen die Paten ab. Es bleiben also die Erwachsenen; von ihnen fordert die Schrift deutlich eine Disposition: Glauben (Matth. 28, 19. Mark. 16, 1.6. Apg. 8, 37) und Bußfertigkeit (Apg. 2, 38; 3,19 ; 19, 18). Daher ging der Taufe die Belehrung voraus (Apg. 2, 22—38; 8, 12 35; 10, 34—44; 16, 14 f.; 16, 31 f.; 18, 8 f.). Zu den Bußwerken zählten besonders Gebet und Fasten. Dafür zeugen die Didache (7, 4), Justin (Apol. 1 61), Tertullian (De bapt. 20). Dazu trat auch ein Sündenbekenntnis wie bei der Johannestaufe (Matth. 3, 6) und bei der christlichen Taufe schon in den Tagen der Apostel (Apg. 2 38; 19, 18); so bezeugen es Tertullian, Ambrosius, Cyrill. Tertullian wertet die Buße vor der Taufe sehr hoch. Thomas hält ein allgemeines Bekenntnis für genügend, will aber ein spezielles dem Täufling freistellen.

Randnotiz
Vor dem Sündenfalle war es nicht so, dass der Mensch der Taufe bedurfte; jetzt aber ist sie die notwendige Pforte des Lebens. Im Anfang war der Mensch nicht nur von Natur ein Geschöpf Gottes, sondern auch durch Gnade Gottes Kind. Die Sünde riss ihn dann von seinem göttlichen Ursprünge los, fort auf die Bahn des Todes, und sollte er auf dieser nicht verkommen, dann bedurfte er der Wiederverknüpfung mit dem Leben.

Dazu dient das Sakrament der Taufe, das Sakrament des Wassers des Lebens. Wunderbares weiß der Herr im vierten Evangelium von diesem Wasser zu sagen. Es ist das einzige, aber auch das vollkommene Mittel, um den Durst nach ewiger seliger Fortdauer zu stillen. Es ist eine Wasserquelle, die allmählich sich bis zum Strome entwickeln wird, die fortsprudelt bis ins Jenseits, also durch keine Hemmnisse mehr aufzuhalten ist. Soviel Kraft und Wucht liegt in ihren Wogen. Der Ort, wo sie rauscht, ist der Geist, die Seele, das religiöse Organ des Herzens. „Aus seinem Innern fließen die Ströme des lebendigen Wassers", sagt Christus. Unter dieser Berieselung des Innern wird alles neu. Das Wasser enthält den Geist Gottes, und in der Taufe verbindet sich Gottes Geist mit Menschen Geist; reiner Geist mit unreinem, ihn zu reinigen; heiliger Geist mit unheiligem, ihn zu heiligen. So entsteht die „Wiedergeburt aus Wasser und dem Heiligen Geiste".

Auch hier sehen wir wieder, wie sich das allgemeine Gesetz der Gnade erfüllt: Gott tut den ersten Schritt. Es ist schon lange her, dass er in uns diesen ersten Schritt getan hat. Gleich nach der Geburt berührte er uns mit der Welle seines neuen Lebens und nahm uns auf in sein eigen Leben. Gott beschlagnahmt den Menschen gleich im Anfange. Er legt seine Hand schon auf unsre Kindheit. Alle Tage unsres Lebens sollen sein eigen sein. „Von Ewigkeit her habe ich dich geliebt." Gott erfüllt schon das Kind mit seinem Geiste und seiner Liebe. Das gibt uns eine Ahnung vom Werte eines Kindes. Das gibt uns auch Vertrauen zu der Arbeit der religiösen Erziehung eines Kindes. Sie wird sicher Erfolg haben und reiche Frucht bringen; denn Gott war schon lange in der Kindesseele am Werke, ehe eine menschliche Tätigkeit einzusetzen Gelegenheit hatte.

Wir wundern uns darüber, dass ein getauftes Kind sich so rasch für Gott und das Göttliche erschließt, für Gebet und Kreuzzeichen, für Gottesidee und Frömmigkeit, für die Begriffe von Gut und Böse. Wundern wir uns nicht, denn Gottes Geist war längst in der Kindesseele an der Arbeit; er schuf sich seit Jahren ein kleines Heiligtum, in welchem mehr und mehr der Strom göttlicher Kräfte seine Wellen treibt, um die Seele zurückzutragen zu ihrem Ursprunge.






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