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pepiko
unregistriert

...   Erstellt am 21.04.2007 - 22:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Motto der Beiträge ist: „Alles, was uns gut tut und fit hält“

Ich denke, seelischen Druck soll man sich nicht selbst antun. Dazu gehört auch ein richtiges NEIN sagen zu können. Es ist nicht so einfach, wie es klingt. Also nun:

Nein sagen, aber wie - oder wie nicht?

Menschen geben sich untereinander Hilfe und erwarten sie auch. Das ist normal, eben auch ein Gebot der Menschlichkeit.

Anforderungen können zu groß, ja gar belastend, schließlich unerfüllbar sein.

Oft hat man schon geholfen, nun ist es um so schwerer ein Nein zu sagen. Aber ich kann nicht, will nicht ..... es geht nicht anders, Nein!

Wie sollte ich es aber sagen? Etwas könnt ich ja im begrenzten Umfang tun, aber das nicht jeder Zeit, gerade jetzt nicht.... Wie sollte ich mein Nein verpacken?

Sollte ich eine Begründung für mein Nein mit liefern?

Ach, am liebsten würde ich ganz klar Nein sagen. Was würden die Auswirkungen sein? Wann ist diese Form notwendig und angebracht?

Ach ja, da gibt es doch noch die Notlüge - gibt es die überhaupt? Wenn ja, wann sollte ich sie gebrauchen und wie formuliere ich richtig. Oh, Beispiele würden mir weiter helfen.

Ich denke, es lohnt sich für das Nein eine richtige Strategie und das rechte Maß zu haben, bevor man Nein sagt.

Wie haltet ihr das mit dem Nein? Ich bin zu wenig Diplomat und mache dabei häufig Fehler, stoße an, zwing mich zu etwas, was ich am Ende lieblos mache - ich fühle mich oft nicht wohl beim Nein.

Das alles fragt euch der pepiko und er ist sich gewiss, das einige Erfahrungen, die wir uns hier vermitteln, so manchen für uns in der Zukunft das richtige Nein gebrauchen lässt.

Es winkt freundlich in die Runde der pepiko




Westallgaeuer
unregistriert

...   Erstellt am 22.04.2007 - 07:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nein sagen, es ist schon eine Kunst. Ich denke solch ein Nein muß mir selber ernst genug sein, dann werde ich auch besser, worte finden, um dieses Nein an die entsprechende Stelle rüberzubringen. Wenn ich mir selbst nicht klar über das Nein bin, dann schwingen diese Zweifel in dem Versuch, mich damit auszudrücken auch mit und dieses Nein wird dann mehr zu einen Jein.
Sich selbst bewußt machen, ich will dieses Nein, weil es jetzt angebracht ist. Schuldgefühle sollte ich versuchen möglichst klein zu halten oder ganz auszuschließen.
Ein herzlichen Gruß
Fidelis




grace
unregistriert

...   Erstellt am 22.04.2007 - 09:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Aha, Du bist also auch ein schlechter Neinsager.

Ich ebenfalls, aber ich habe gelernt damit umzugehen.
Zunächst einmal muss man Zeit gewinnen, um sich mit einer Bitte oder Forderung auseinander zu setzen.

Ich bitte um eine kurze Bedenkzeit und sage konkret, wann ich meine Entscheidung mitteile.
Das gibt dem Gegenüber das Gefühl ernst genommen zu werden. Wenn ich dann wirklich auch von mir aus anrufe, um meine Entscheidung zu sagen, dann zeugt das ebenfalls von Wertschätzung und Zuverlässigkeit.

Jetzt habe ich Gelegenheit, die vorgetragene Bitte und meine Möglichkeiten und meine Lust oder Unlust zu bewertet.
Es geht ja nicht nur um eine Hilfe, bei der Du schlecht nein sagen kannst, nehme ich an. Es geht sicher auch um andere Dinge, zu denen Du aufgefordert bist, oder? Einladungen, gemeinsame Unternehmungen....

Schwierig wird´s jetzt, wenn Du nicht tun möchtest oder lieber etwas anderes tun möchtest.
Das Problem liegt eigentlich eher in Dir. Bist Du Dir sicher, dass Du über Deine Zeit, Deine Kraft und das, was dir wichtig ist, selber entscheiden darfst? Darfst Du nämlich.
Das Bedürfnis eines anderen mag zwar sehr gewichtig sein auch in Deinen Augen, aber Deines eben auch. Auch Dein Ruhebedürfnis.
Wenn das nicht klar ist, dann hast Du keinen Standpunkt und wirst vom anderen umgepustet.

Jetzt kommt die Entscheidung. Wenn da zwei Interessen kollidieren, dann muss es einen Gewinner geben. Das musst in jedem Fall Du selber sein.
Du musst mit Deiner Entscheidung zwar ringen aber dann zufrieden sein.
Zufrieden, weil Du tust, was der andere will oder zufrieden, weil Du es nicht tust.
So selbstverständlich das auch klingt, da musst Du ankommen.
Wenn Du z.B. zwar ansich keine Lust hast, eine Arbeit zu tun, kann es sein, dass Du aber dennoch zufrieden bist, weil Du damit etwas für die Beziehung getan hast, die Dir das wert ist.
Noch einmal: Du musst sicher sein, Du tust etwas oder tust es nicht, weil DU es willst.

Jetzt kommt die Mitteilung an den anderen...das Neinsagen.
Du teilst ganz einfach und bestimmt dem anderen mit, dass Du nicht wirst, kannst, möchtest.
Ich selber habe oft das Bedürfnis, meine Gründe zu nennen. Ich möchte nämlich verstanden werden. Ja, ich möchte, dass der andere mir sogar zustimmt.
Eigentlich möchte ich ihm sogar manchmal diese Zustimmung abringen.

Das aber ist oft unklug oder sogar unfair. Der andere hat sein eigenes Bedürfnis im Kopf. Das darf er ja auch. Und mit meiner Argumentiererei fühlt sich vielleicht genötigt zu beteuern, das mache ihm nichts, während er vielleicht enttäuscht ist.
Anderen gebe ich durch meine Begründungen vielleicht Argumente in die Hand, die sie gebrauchen, um mich zu überreden. Auch nicht gerade klug, hm?

Immer angebracht ist es, das Bedürfnis des anderen deutlich anzuerkennen. Man kann Bedauern und Verständnis äußern.

Wenn es möglich ist, und wenn Du es willst, kannst Du einen Gegenvorschlag machen. Einen anderen Termin vorschlagen, eine teilweise Hilfe anbieten.
Wenn ich sage: „Es tut mir Leid, ich bin gerade sehr beschäftigt und könnte Dir gar nicht richtig zuhören. Können wir uns dann und dann Zeit nehmen?“ habe ich nie erlebt, dass selbst empfindliche Menschen darauf nicht positiv reagieren.

Du musst immer damit rechnen, dass der andere bei einer Ablehnung sauer ist. Aber das ist normal und Du kannst es nicht verhindern. Besser, er ist es als Du. Immerhin willst Du ja sicher Beziehungen so gestalten, dass auch Du mit Deinen Bedürfnissen darin vorkommst, oder? Beziehungen, in denen Du immer die Bedürfnisse des anderen bedienst, machen Dich dauerhaft unzufrieden.

Und jetzt schau, ob Du Dich mit irgendetwas, was ich schrieb, wohlfühlen könntest. Darum geht´s nämlich. Nicht etwas tun, weil´s jemand sagt, sondern weil Du Dich gut damit fühlst.

Liebe Grüße
Grace




daydream
unregistriert

...   Erstellt am 24.04.2007 - 15:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Besser von Herzen ein "NEIN", als ein herzloses "JA"!
(c) by B.D.




Lavida ...



...

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Registriert seit: 14.12.2006
Beiträge: 3915
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...   Erstellt am 24.04.2007 - 18:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das NEIN ist eine Entscheidung gegen das JA.
Wenn ich JA sage, wird erwartet, dass ich tätig werde.
Sage ich NEIN, erwartet man eine Begründung.

Oft beginnen wir nach Gründen zu suchen.
Gründe, die eigentlich nur Ausreden sind,
weil uns der Mut zum wahren Grund oft fehlt.

Warum wird das JA grundlos aktzeptiert und das NEIN
nur begründet angenommen?




grace
unregistriert

...   Erstellt am 24.04.2007 - 19:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Na, ich denke, das hat zunächst damit zu tun, dass jeder Mensch egoistisch ist und für sich sorgen will.

Wenn man aber den anderen behalten will, ihn lieb hat und wertschätzt, dann will man ihn in einem guten Zustand haben. Und dann ist es nicht geraten, ihn zu manipulieren und klein zu machen, ihn zu bedrängen.
Dann wird man sich mit einem Nein begnügen, vielleicht einmal nicht bekommen, was man möchte, aber man wird einen Menschen behalten, der sich mit uns wohl fühlt. Einen Freund vielleicht....




Pipasi ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 01.03.2007
Beiträge: 242
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...   Erstellt am 24.04.2007 - 20:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ein Nein ist wichtig, wenn ich merke, dass mich jemand benutzt.
Mich immer und immer wieder um Rat fragt, um Hilfe bittet, meine Zeit in Anspruch nimmt,
um dann alles so zu belassen, wie es schon immer war.
Ein Nein zeigt Grenzen. Bis hier hin und nicht weiter. Ein Nein ist ein Selbstschutz.




pepiko
unregistriert

...   Erstellt am 25.04.2007 - 07:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Pipasi schrieb

    Ein Nein ist wichtig, wenn ich merke, dass mich jemand benutzt.
    Mich immer und immer wieder um Rat fragt, um Hilfe bittet, meine Zeit in Anspruch nimmt,
    um dann alles so zu belassen, wie es schon immer war.
    Ein Nein zeigt Grenzen. Bis hier hin und nicht weiter. Ein Nein ist ein Selbstschutz.




@pipasi - Ich meine, das trifft den Nagel auf den Kopf. Dieser Selbstschutz ist der wichtige Teil zum Wohlbefinden und er macht auch Kräfte frei für ein eindeutiges Ja.

lg. pepiko




pepiko
unregistriert

...   Erstellt am 25.04.2007 - 08:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@All - die angefügten Kommentare finde ich durchweg zutreffend und liefert mir auch einige neue Argumente.

Danke für eure Antworten. Das sagt der

pepiko




Epikur ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 04.02.2007
Beiträge: 481
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...   Erstellt am 25.04.2007 - 11:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nein - sagen muss gelernt sein. Dies gilt zunächst für Eltern, die ihren Kindern mit dem Nein
Grenzen setzen.
Dabei reicht ein einfaches Nein nicht aus. Kinder wollen wissen warum.
Das hat zur Folge, dass Kinder vorgelebt bekommen, dass Argumente zu einer Lösung führen und nicht Befehle.
Nur Nein sagen, ist zu einfach. Sich eine eigene Meinung bilden und dann Nein sagen, hilft , sich nicht dem moralischen Druck oder der Gruppendynamik zu beugen.
Ob Ja oder Nein jede Entscheidung sollte überdacht werden, und tatsächlich die eigene, freie Entscheidung sein.




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