Frank unregistriert
| Erstellt am 17.05.2006 - 15:45 | |
Titel: mein Lied
Autor: Frank / the_circle
Altersfreigabe: Liebe und Sehnsucht haben keine Altersbeschränkung
Copyright: Das Lied / Text gehört der Interpretin und der Musikgesellschaft. Die Geschichte drum herum, Personen Orte und Handlungen gehören dem Autor und sind frei erfunden. Das Lied ist im Originaltext in Berndeutsch gesungen. Übersetzt hat der Autor.
Zusammenfassung: ist im Vorspann beschrieben.
Warning: Es könnt euch so gehen wie mir.
Für: *rot werd* sag ich nicht
Vorspann
Seit nun fast einem Jahr verfolgt mich ein Lied. Ein Lied? Wer weiss. Vielleicht ist es auch nur ein Gedanke, vielleicht ist es die Liebe, vielleicht ist es meine Sehnsucht.
Jedes mal wenn ich dieses Lied höre hat die Replay-Taste Dauereinsatz. Der erste Durchlauf bringt schon ein Kribbeln im Bauch, doch schon beim Zweiten beginnen meine Hände und Füsse zu vibrieren. Langsam schüttelt es mich im ganzen Körper durch.
Hei – das ist der Moment – ja – an dieser Stelle werden die ersten Tränen geboren. An dieser Stelle überwältig meine Psyche meine Seele.
Mit der Zeit weiss ich gar nicht mehr wie viel das Lied schon vom CD-Player abgespielt wurde. Mit der Zeit ist die Zeit nicht mehr fassbar, es ist völlig egal wie viele Sekunden oder Minuten vorübergehen. Doch das Gefühl soll, nein es muss bleiben.
Die Tränen, aus meiner Sehnsucht geboren, rollen über meine Wangen und tropfen auf meine Jeans. Meine Nase verstopft, die Augen rot vom Heulen, meine Nerven blank vor Sehnsucht, steigt irgendwann das Verlangen auf: Es darf nie aufhören, nein, nein, nein!
Doch was nicht zu vermeiden ist kommt. Das was sich jede Zelle meines Körpers nicht wünscht trifft ein. Durch die Lautsprecher im Zug wird meine Endstation angesagt.
Nein!
Was jetzt?
Raus muss ich, aber? Langsam komme ich wieder qualvoll in die Wirklichkeit zurück. Das Lied – nein – das kann ich nicht abschalten.
Ein Taschentuch, ja – und – meine Hände suchen fieberhaft, denn der Zug fährt schon in den Bahnhof ein. Endlich, ich habe meine Sonnenbrille. Mit dem Taschentuch trockne ich mir meine Tränen ab und setz mir die Sonnenbrille auf. Völlig aufgewühlt in meiner Seele nehme ich mit zitternder Hand meine Jacke und den Rucksack auf. Das Peret tief ins Gesicht gezogen steige ich aus.
Hinaus in die Massen der Menschen. Da frag ich mich: Bist du hier? Bist du? Wo bist du? Finde ich dich? Und als mich der Strom der Menschenmassen in sich einverleibt hat merke ich wieder einmal, dass ich meinen Regenschirm im Zug vergessen habe …
Das Lied
Einsam gehe ich über die Felder. Mein Kopf ist voll von Fragen, Zweifel, Wünsche, Liebe und Sehnsüchte nach Zweisamkeit. Die Felder sind saftig grün. Die Landschaft ist stark hügelig und ich schlendere auf der Wiese. Ich bin hier alleine, damit ich meinen Kopf leeren kann, damit frische Luft und neue positive Gedanken meinen Geist durchfluten. Doch dann …
Aus der Ferne höre ich ein Schlagzeug. Rhythmisch ertönen die Schläge und werden in einer grossen Welle der Behaglichkeit zu mir getragen. Dann eine Stimme. Sie ist weit entfernt, doch ihr Ruf. Ja der Ruf. Für mich?
"Ich verkauf meine Seele!"
Ihre Stimme ist weit weg und sofort suche ich nach ihr. Ich lauf schneller den Hügel hinauf. Das Schlagzeug spielt rhythmisch weiter. Wo ist sie? Meine Neugier ist riesig gross und ihre ersten Worte, der absolute Hammer: Ich verkauf meine Seele! Warum? Wozu? Wofür? Für wen? Wo ist sie? Während ich fieberhaft nach ihr suche singt sie weiter.
"Schon lang, schon lang, es ist schon so lang her,
aber allein fällt es mir immer noch so schwer.
Ohne deine Wärme, triebe ich ohne Haut für das Leben,
irgendwohin ins irgendwo."
Wo ist sie nur? Der Gesang kommt immer näher.
"Ich will nicht mehr zurück in der Zeit, nicht noch mal diese Qual.
Wenn man es wie wir so schwer hat und das Herz leer gesprochen ist,
da gibt es keine Erinnerung mehr."
Was für Worte. Meine Worte?
"Aber immer etwas, für jeden Tag ein bisschen mehr
und doch hoffe ich, dass ich dich bei jedem Schritt seh.
Oh das tut so weh. Es tut immer noch so weh."
Diese Stimme brennt in meiner Seele. Ich renne über den nächsten Hügel und – da – da steht sie. Kaum hat sie mich gesehen streckt sie mir ihre Hände entgegen.
"Komm nimm meine Hand und zieh mich rauf.
Komm nimm mein Herz und befreie es.
Lass mich wieder Lachen und lass mich wieder Fliegen
und glaub mir ich verspreche dir."
Ihre Augen. Sie hat sie auf mich gerichtet. Wie gern würde ich sie zu mir ziehen. Ja ihr Herz befreien. Ich bin, steh, wow, ich steh völlig in ihrem Bann. Ihre Augen dringen in mich hinein und mit lauter Stimme singt sie weiter.
"Ich verkauf meine Seele.
Ich geh durch Feuer. Meine Gottesseele.
Gäbe dir die Sterne. Würde sie fangen.
Ich mach alles was ich kann, würde jede Hürde überwinden.
Ich wäre deine gute Fee, würde jeden Wunsch von dir sehn
und wenn ich es könnt, dann machte ich es wahr.
ich wäre immer für dich da, für dich zu halten,
wenn du fällst, oder nicht mehr weiter weist."
Der Boden bebt unter meinen Füssen. Meine Sinne drohen mir zu entgleiten. Ist sie ein Engel? Der Text fährt bei mir ein wie eine Bombe und sie trifft mitten ins Herz. Mitten in mein Herz und ich lass es gerne geschehen. Ich fiebre, ich sehne mich nach ihr. Mein Herz schlägt zu ihrer Melodie. Mein ganzer Körper zittert. Meine Augenlieder zucken unkontrolliert und bin völlig überwältigt von ihrer Ausstrahlung, von ihrem Text und von ihrer Stimme. Sie lächelt mich an und dreht sich einmal um sich selber, dann stellt sie sich keck auf und mit schmachtenden Augen auf mich gerichtet singt sie weiter.
"Wie lange schon sitz ich hier, stiere die Zimmerwand an
und das Bild, wo da noch hängt, von dir und mir.
Komme nicht los, frage mich was du denkst,
was du machst, wo du bist und wer bei dir ist."
Meine Augen werden ganz feucht und ich geh langsam auf sie zu, solange mich mein Beine noch tragen.
"Denkst du manches mal noch an mich, so wie ich jetzt?
Findest du es manchmal schade, dass alles so gekommen ist?
Das wir es einfach nicht gepackt haben, alles einfach vergehen liessen
und ich wünscht mir vielleicht wieder mehr."
Jetzt erkenne ich sie. Mein Herz, meine Liebe, meine Sehnsucht, mein Leben.
"Was würdest du tun, wenn du mich sehen würdest, hier alleine sitzend.
Mit Tränen in den Augen, die nicht aufhören wollen?
Würdest du mir glauben, dass es mir eigentlich gut geht,
ohne dich und dass du mir nicht mehr viel bedeutest."
Nein, das glaub ich dir nicht. Jetzt steh ich direkt vor ihr. Mit meinen Händen halte ich sie an ihrer Hüfte. Wir sehen uns tief in die Augen.
"Ich wünsch es wäre endlich vorbei
und ich wäre wieder so wie ich war.
Komm sei meine Brücke, trag mich darüber hinweg.
Hilf mir und ich verspreche dir."
Sie dreht sich vor mir einmal um sich selber und legt ihre Hände um meinen Hals. Ich kann keine einzige Sekunde von ihren Augen lassen.
"Ich verkauf meine Seele.
Ich geh durch Feuer. Meine Gottesseele.
Gäbe dir die Sterne. Würde sie fangen.
Ich mach alles was ich kann, würde jede Hürde überwinden.
Ich wäre deine gute Fee, würde jeden Wunsch von dir sehn
und wenn ich es könnt, dann machte ich es wahr.
ich wäre immer für dich da, für dich zu halten,
wenn du fällst, oder nicht mehr weiter weist."
Mir laufen meine Tränen nur so herunter.
Ja – ja – ja!
Ich leibe dich. Ich will dich. Lass uns zusammen noch einmal versuchen, mit Herz und Liebe.
Sie wischt sich ihre Tränen aus ihren wunderschönen Augen und singt weiter.
"Es ist mir gleich wer du bist.
Es ist mir gleich was du machst.
ganz egal woher du kommst,
wenn du mir helfen kannst.
Gib mir meine Flügel zurück
und zeig mir wieder wie man fliegt.
Versprich, lass mich nie wieder gehen."
Ich heul wie ein Schlosshund. Die Sonne, der Mond und alle Sterne sind bei uns aufgegangen. Was soll ich sagen?
Sie löst ihre Umarmung und dreht sich noch einmal vor mir. Während sie sich dreht fliegen ihr Blumen zu. Um sie herum schweben, tanzen mit ihrem schönsten Kleid die schönsten Blumen. In ihrem Gesicht laufen die Tränen herunter und doch sieht sie mir die ganze Zeit fest in meine Augen. Sie ist so wunderschön. Ich … ich
Ich wisch mir meine Tränen aus meinem Gesicht und beginn einfach zu singen.
"Ich verkauf meine Seele.
Ich geh durch Feuer. Meine Gottesseele.
Gäbe dir die Sterne. Würde sie fangen.
Ich mach alles was ich kann, würde jede Hürde überwinden.
Ich wäre deine gute Fee, würde jeden Wunsch von dir sehn
und wenn ich es könnt, dann machte ich es wahr.
ich wäre immer für dich da, für dich zu halten,
wenn du fällst, oder nicht mehr weiter weist."
Sie strahlt mich an und singt.
"Wenn du endlich kommst.
wenn du endlich kommst."
Ich geh auf sie zu. Mit meinen Händen halte ich ihren Kopf an ihren Wangen fest. Mit meinen Lippen küss ich alle ihre Tränen weg. Sie schlingt ihre Arme um meinen Hals und drückt mich ganz fest. Meine Arme umschlingen ihren Körper und unsere Augen sehen tief in uns hinein. Unser Herz jubelt und springt vor Glück. Unsere Liebe belebt sanft unsere Lippen und mit einer weiteren Träne, die sich zwischen unseren Kuss verliert, küssen wir uns.
[Dieser Beitrag wurde am 17.05.2006 - 15:45 von Frank aktualisiert]
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