Paula 

Status: Offline Registriert seit: 23.04.2008 Beiträge: 1299 Nachricht senden | Erstellt am 19.06.2009 - 22:43 |  |
Die Entdeckung des Grabes des Tutanchamun brachte der Welt die größte Sensation, die ihr eine archäologische Entdeckung je bereitet hatte.
Tutanchamun wurde zum Inbegriff pharaonischer Pracht. Die Bergung der Schreine, Särge und der mit Juwelen jeder Art ausgerüsteten Mumie des Königs aus seiner Sargkammer und der in den Nebenkammern aufgestapelten Throne, Truhen, Wagen, Waffen und anderer Besitztümer des Königs nahm Jahre in Anspruch.
Die Schätze bilden seither den Hauptanziehungspunkt des Ägyptischen Museums in Kairo.
In der mit Malereien ausgestatteten engen Sargkammer verblieb nur der steinerne Sarkophag, darin der große vergoldete Holzsarg mit der Mumie des Königs.
Dieser in sich geschlossene einzigartige Fund setzt noch immer jeden Besucher des Kairoer Museums in Erstaunen.
Ausstellungen eines Teils der Schätze in den Metropolen Europas und der USA zählten Millionen von Besuchern.
Der Fund ist in seiner Vollständigkeit ein einzigartiges Zeugnis und Beispiel für die religiösen Vorstellungen und Bestattungsbräuche, auf denen der Glaube an eine ewig königliche Existenz im Jenseits aufgebaut war.
Dieser Glaube hat nicht nur in den Wandmalereien der Sargkammer, in den Relief darstellungen vergoldeter Schreine und in Inschriften, sondern gerade in den Formen des kostbaren Körperschmucks unmittelbaren Ausdruck gefunden.
Es wäre verfehlt, die Diademe, Brusttafeln und Armbänder nur als Zeugnis der Pracht eines Herrschers über Ober- und Unterägypten und über die goldreichen Gebirgsgegenden im Süden und die besetzten Küstenprovinzen in Palästina und Syrien zu betrachten.
Jede ägyptische Schmuckform hat engste Beziehungen zum Göttermythos und entwickelt daraus die bewirkenden und schützenden Kräfte, die ihn für den Toten im Jenseits unentbehrlich erscheinen lassen.
Jedes einzelne Stück, an seinem bestimmten Platz auf der Mumie, sollte dem König auf vielfältige Weise das ewige Dasein unter den großen Göttern Ägyptens verschaffen.
Wer aber war dieser Tutanchamun, dieser Pharao, der — wie die Untersuchung seiner Mumie zeigte - im Alter von etwa neunzehn Jahren verstorben ist und nur etwa neun Jahre regiert hat?
Seine kurze Lebensgeschichte fiel in eine innen- und religionspolitisch höchst verwickelte Epoche. Tutanchamun war königlichen Geblütes, der letzte männliche Nachkomme in der Reihe der Herrschernamen der 18. Dynastie, die das ägyptische Weltreich in seiner Ausdehnung bis zum Vierten Nilkatarakt im Süden und bis an die Grenzen des Mitanni-Reiches in Vorderasien im Norden geschaffen hatten.
Vielleicht war er ein spätgeborener Sohn AmenopmY III., des prachtliebenden Herrschers; denn unter seinen Grabbeigaben befindet sich eine kleine Goldfigur dieses Herrschers und eine Haarlocke von dessen „Großer Königsgemahlin Teje", die aber sicher nicht seine leibliche Mutter war.
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