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KralHei ...
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...   Erstellt am 01.02.2007 - 00:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Den folgenden Text habe ich Ende 2005 verfaßt und auch auf der Homepage der Heimatfreunde Aussig veröffentlicht.



Wir stehen im Jahr 2005.

Es ist an der Zeit, in eine bessere Zukunft zu blicken.

Ich bin Jahrgang 1930, in Aussig-Prödlitz geboren. In Aussig-Kleische aufgewachsen. Ich habe das Kriegsende 1945 bis 1946 in Aussig an der Elbe im Alter von 15 - 16 Jahren erlebt und durchlitten. Uns wurde alles geraubt, was wir besaßen. Ich wurde am 31. Juli 1945 in der Schule an der Schwenkestraße, geschlagen und getreten, nur weil ich eine weiße Armbinde trug, grundlos ausgepeitscht, nach Raudnitz zur Zwangsarbeit verpflichtet, musste wie ein Hund, die Abfälle die mir von den Tschechen zugeworfen wurden, vom Fußboden fressen.

Aber ich wusste nicht, wofür ich dies Alles erleiden musste.

Genauso wie es mir nicht gefiel, für Verbrechen zu büßen, die ich nicht begangen hatte, möchte ich es auch den jungen Tschechen nicht zumuten, für etwas zu büßen, wofür sie gar keine Schuld haben.

Was wäre wohl gewesen, wenn wir nicht vertrieben worden wären?

Der Eintritt in das Jahr 2006 sollte der Beginn zur Versöhnung sein!

Die Jahrgänge meines Alters müssen den ersten Schritt tun. Noch ist es möglich. Geht auf die Nachkriegsgeneration zu und gebt Ihnen die Hand. Es gibt viele, leider nicht Alle, die darauf warten.

Hass und Gegenhass führt nie zum Frieden.


Karl Heinz Kralowetz


Anmerkung: Selbstverständlich läßt sich der Text in die folgenden Jahre übertragen. Es ist nie zu spät den ersten Schritt zu tun.





Signatur
Karl Heinz Kralowetz

Gartenzwerg ...
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...   Erstellt am 03.02.2007 - 23:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lieber Herr Kralowetz,

Ihren Text hatte ich schon gelesen - und beifällig dazu genickt. Gefreut habe ich mich besonders darüber, daß jemand aus der Generation, die das Kriegsende bereits sehr bewußt erleben konnte, eine verbindende Hand zum "Feind" der Elterngeneration hinüberstrecken kann.
"Die Tschechen...", und die schimpfen über "die Deutschen...".

Endlich beginnen viele aus der Kriegsgeneration, also von denen, die bewusster die Zeit danach erlebten, ebenfalls eine verständnisvolle Geste, eine freundschaftliche Hand hinüberzustrecken.

Was wurde von vielen "Alten" Sudetendeutschen beklagt, daß der OB Gandalovic mit dem Text der Mahntafel auf der Brück nicht noch mehr auf die Deutschen, vor allem auf die Vorstellungen von Landsmannschaft und Hilfsverein eingegangen ist. Dabei mussten wir froh sein, daß dieser "junge" Mann sich so sehr engagiert hat. Er gehört zu denen, die erkannt haben, daß wir nicht nur eine EU uns wünschen oder herbeigesehnt haben, wir müssen auch in diesem Gedanken leben, handeln und aufeinander zugehen. Dann können sogar Freundschaften entstehen, so wie Sie, lieber Herr Kralowetz, sie leben und so wie auch ich sie genießen darf.

Lasst uns zusammen gehen und zumindest nebeneinander leben und nicht mehr gegeneinander schimpfen und hetzen.
Ihr Gartenzwerg, der 1940 in Aussig geboren wurde.

[Dieser Beitrag wurde am 16.02.2007 - 13:57 von Gartenzwerg aktualisiert]





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D.W.Winter

Sekic 
Frischling


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Registriert seit: 23.02.2007
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...   Erstellt am 23.02.2007 - 17:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Grüß Gott die Herren,

ich bin gebürtiger Aussiger, und zwar Jahrgang 1974, also noch ziemlich junger Mensch, Tscheche. Meine ganze Familie lebt in Aussig und ich bin dort sehr oft. Ich bin in Aussig aufgewachsen und lebe jetzt seit 1998 in Deutschland. Ich habe hier schon teilweise studiert und lebe jetzt hier und bin glücklich, dass sowas heute möglich ist und sogar für die Studenten von heute fast schon normal und selbstverständlich, dass sie ins Ausland gehen, wenn sie es denn wollne.

Ich habe über die Kriegs- und Nachkriegszeit noch von meinen Großeltern gehört (abgesehen davon, was man gelernt hat) und es sind sicher viele schlimmen Sachen und viel Unrecht passiert.
Ich befürchte, dass der Mensch ist von der Natur in seiner entwicklung noch nicht so weit, dass er, wenn er diese Sachen durch- und erleben musste, sie auch ohne weiteres verzeihen kann. Die Gefühle des Unrechtes, Verletzung, Trauer, des Haßes,...die werden erst verschwinden, wenn die Menschen, die sie in sich tragen nicht mehr da sein werden. Und man kann es niemandem verübeln, dass man nicht verzeihen kann oder will. Es is Schlimmes passiert und der Mensch ist nicht perfekt.
Wir müssen uns um die Versöhnung bemühen aber das Thema wird erst die Zeit klären.

Gruß
Bohuslav Herman





Signatur
B. Herman

EmilKarl 
Frischling


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Registriert seit: 18.02.2007
Beiträge: 8
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...   Erstellt am 24.02.2007 - 01:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lieber Bohuslav Herman,

ich begrüße Sie hier im Forum und hoffe auf einen regen Gedankenaustausch.
Wo studieren Sie? So wie Sie schreiben würde ich gern mit Ihnen in Kontakt treten.

Mit freundlichen Grüßen
Emil Focke





Signatur
"Das größte Insekt ist der Elephant".
Galetti

Gartenzwerg ...
Forums-Kenner
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Registriert seit: 02.02.2007
Beiträge: 297
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...   Erstellt am 24.02.2007 - 10:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Auch ich freue mich sehr, daß nicht nur jemand aus der dritten Generation, sondern nun sogar ein tschechischer Böhme in unseren Kreis gefunden hat.

Jedoch finde ich es besser, wenn wir künftig darauf achten, daß wir eine Ecke zum Plaudern und Austauschen haben, die wir dann auch nutzen sollten.

Die Kapitel mit den ernsten Themen sollten wir doch besser frei halten von allgemeinen Gedanken. Aber - ursächliche Meinungen und Gedanken zu den eigentlichen Themen sind sicher sehr erwünscht und können fruchtbar sein.

EmilKarl, wie ich selbst schon ausprobierte, können Sie ein Mitglied über "Mitglieder" und dann "PM" persönlich mit einer mail erreichen.





Signatur
D.W.Winter


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