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johnnyrebel ![]() Moderator a.D. ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 12.09.2006 Beiträge: 242 Nachricht senden |
Zu teuer, zu bürokratisch und vor allem zu ineffizient. Ist das marode System noch zu retten? Signatur Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde. Euer einziger Feind seid: ihr selbst... | ||||
Minotaurus ![]() Hausherr und Gastgeber ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden |
Für einen Laien ist es sehr, sehr schwierig, auf diese komplexe Frage wenigstens eine halbwegs schlüssige Antwort zu geben, aber ich möchte es trotzdem mal versuchen: ![]() Meiner Meinung nach ist dieses System nicht mehr zu retten. Es sollte lieber in die Tonne gekloppt und über eine andere (bessere) Alternative nachgedacht werden.Die gesetzlichen Krankenkassen werden seit Jahren von einer Horde Heuschreck... ups, ich meinte natürlich Medizinern (Ärzte und Apotheker) heimgesucht und rigoros geplündert. Und das trotz steigender Beiträge und immer geringeren Leistungen. Beinahe könnte man dabei den Eindruck gewinnen, es handle sich um eine Art von Selbstbedienungsladen, in dem sich jeder Medizinmann nach Gutdünken bedienen kann. Die sogenannten "kassenfremden Leistungen" möchte ich an dieser Stelle gar nicht besonders erwähnen. Dabei sind die Kassen selbst nicht völlig unbeteiligt an diesem System, denn es besteht ihrerseits überhaupt kein Wille zu möglichen Einsparungen. Stattdessen wird mit vollen Händen enorm viel Geld ausgegeben für Leistungen, die anderswo wesentlich günstiger zu haben wären. Nicht nur für Ärzte, Zahnärzte, Zahntechniker und Gerätemedizin, sondern auch für Orthopädiemechaniker, medizinische Heilmittel und Sanitätshäuser. Diese Erfahrungen mußte ich selbst bereits machen. Interne Mißwirtschaften der Kassen, bzw. Korruption (Pharmaindustrie, Apothekerverband, Ärztekammer und Marburger Bund) sind also eine weitere Ursache dieser derzeitigen Situation - um nicht zu sagen Misére. Die Medizinmafia ist also völlig unter sich und kann sich somit unbehelligt der Vereilung der Beute widmen. Staatlich geschützt wird diese Vorgehensweise von der Politmafia und unserer derzeitigen Gesundheitstrulla, Frau Schmidt. Aber diese Entwicklung ist kein Wunder, denn der Beruf des Arztes, der ursprünglich mal den Status eines Dienstleisters und Heilers innehatte, hat sich mehr und mehr zu einem selbständigen Unternehmer entwickelt, der natürlich das Haupt-Augenmerk auf seine eigenen, wirtschaftlichen Belange richten muß, um dadurch seine kümmerliche Existenz inclusive Privatresidenz und Porsche zu sichern. Erst kürzlich habe ich (zu einem ähnlichen Thema auf einer anderen Plattform) von einem Arzt die entrüstete Aussage erhalten, sein Berufsstand vertrete schließlich eine sehr hohe Ethik. Nun, ich denke, über diese "hohe Ethik" darf in Zeiten des Wirtschaftsliberalismus und der Gewinnmaximierung ruhig einmal nachgedacht werden. ![]() Der sogenannte "Eid des Hippokrates" ist damit zu einer blanken Farce verkommen, denn mit derselben Blauäugigkeit könnte man einem Immobilienmakler, Viehhändler oder Gebrauchtwagenhändler einen Eid abverlangen, daß er bei der Ausübung seines Gewerbes ja niemanden bescheißen darf. Lustig, nicht wahr? Ein sehr guter Indikator ist die erste Frage, die der Arzt seinem Patienten stellt. Ich kann mich noch recht gut an eine Zeit erinnern, als diese Frage stets lautete: "Na, was fehlt Ihnen denn?" Heute hingegen lautet die erste Frage: "Haben Sie ihre Versichertenkarte und 10,- € dabei?" Alleine an der Art der Fragestellung läßt sich also unschwer erkennen, wo die eigentlichen Interessen des Arztes liegen. Daß von der Pharmaindustrie vielen niedergelassenen Ärzten noch zusätzliche Millionen in den Hintern geblasen werden, gehört ebenfalls zu diesem korrupten System. Wovon ich spreche? Ich spreche von den sogenannten "Feldstudien" der Pharmaindustrie, in dessen Rahmen niedergelassenen Ärzten eine satte Provision für die Verschreibung, bzw. Verabreichung von völlig überteuerten Medikamenten eines bestimmten Herstellers gewährt wird. Daß diese "wissenschaftlichen Ergebnisse" später überwiegend im Reißwolf landen, interessiert dabei kein Schwein, denn die Medikamente wurden ja bereits verkauft und die Kassen haben dafür bezahlt. Ärzte verteidigen solche Zuwendungen stets mit dem Hinweis auf vermeintliche, medizinische Forschungen und darauf, daß ja nicht der Patient, sondern die Pharmaindustrie diese Prämien bezahlt. Aber das ist natürlich blanker Unsinn, denn es ist eben nicht die Pharmaindustrie, sondern die Krankenkassen, die über die Mitgliedsbeiträge ihrer Versicherten diese überhöhten Kosten bezahlen. Also letztendich doch wieder der Beitragszahler. Ebenso verhält es sich mit den sogenannten "medizinischen Fortbildungsmaßnahmen" für niedergelassene Ärzte, die ebenfalls von der Pharmaindustrie bezahlt werden und vorwiegend in Japan, den USA oder auf Mauritius stattfinden. (Zusatzhinweis im Anmeldeformular: Bitte Golf- bzw. Taucherausrüstung nicht vergessen!) Oder sie finden in Griechenland statt. Vermutlich deshalb, damit der Eid des Hippokrates gleich an Ort und Stelle besser studiert werden kann? Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Medi-zynische Grüße vom Mino an alle Medizinmänner. ![]() . [Dieser Beitrag wurde am 25.09.2007 - 13:58 von Minotaurus aktualisiert] Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | ||||
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