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Aerowen ![]() Schreib-Ass Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 798 Nachricht senden |
Hier ist er: Mein Prolog des 13. Hexenkindes meiner Pelúrien-Saga (wenn ich sie als solche bezeichnen darf). Ihr dürft euch jetzt darum reißen Prolog - Katreijka erzählt: “Vor Äonoen von Jahren war nur das Nichts, ohne Zeit und Raum. In ihm bewegten sich nur die Götter, die ewigen Urgewalten. Vereint waren sie eine reine, riesige Energie, obgleich jeder Einzelne von ihnen anders war. Doch eines Tages ward von allen Göttern, die auf der Welt verehrt werden, von dieser riesigen Energie die Erde geschaffen - ein gewaltiger Planet, voll von unzähligem Leben. Sie wurde erschaffen, auf dass alle Lebewesen sich diesen Planeten friedvoll teilen, um auf ihm für immer leben zu können. Magische, tierische und vernunftbegabte Wesen wandelten in allen Regionen der Erde, und passten sich ihren Bedingungen an. Es existierten vielzählige, bedeutende Rassen; kleine, unscheinbare; kluge und geschickte - jedem Volk wurde eine andere Gabe geschenkt. Eine dieser Rassen waren die Menschen. Sie waren ein aufrechtes, stolzes Vollk, von scharfem Verstand, großem Wissen und ebenso großer Stärke. Doch sie besaßen keinerlei übersinnliche Kräfte, weshalb sie die magischen Völker bald beneideten. Und da sie auch niemals weise waren, erkannten sie weder ihre eigenen Stärken, noch dass jedes Volk etwas Besonderes war und nur alle zusammen eine Gemeinschaft bildeten. Ihre größte Schwäche aber war der Wunsch, andere Lebewesen zu unterwerfen und die ganze Welt mit all ihre Schätzen und Gütern zu erobern. Und aus diesem Wunsch und aus dem Neid waren die Menschen die allerersten Wesen, welche je die Waffen erhoben. Sie fingen an, gegen die anderen Völker Krieg zu führen, und waren durch ihre Gier dabei gefühllos und blind. So schafften sie es tatsächlich, große Teile der Erde einzunehmen und die anderen Lebewesen daraus zu verbannen. Als sie schließlich begannen, die Götter in Frage zu stellen und diese zu überflügeln, konnten jene, die weise und friedfertig waren, die Ungerechtigkeiten nicht mehr mit ansehen. Da sie aber neutral waren und deshalb auch den Menschen keinerlei Gewalt antun durften, blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Menschen von den anderen Völkern zu isolieren. Und so beschlossen sie gemeinsam mit allen anderen Wesen, die eine Welt in mehrere aufzuspalten und durch eine große Energie von einander zu trennen. Und so wurde die Welt geteilt, und alle magischen Völker besiedelten gemeinsam eine Welt, und die Götter eine andere. Nur die Tiere, sowie einige wenige magische Wesen, die sich den Menschen auf die ein oder andere Art verbunden fühlten, wollten bei ihnen bleiben und sich ihre eigenen Nischen schaffen. Und damit all jene weiter existieren konnten, entschloss sich auch die große Göttin der Erde, die Natur, bei ihnen zu bleiben. Nun gab es also vier Welten: Die der magischen Wesen und die der Menschen und Tiere, sowie die spirituellen Ebenen der Götter und der Toten, in deren Reich alle Wesen als bloße Seelen ohne Körper wieder vereint wurden. Und alles, was von dem Urzustand blieb, waren die Märchen, Mythen und Legenden der Menschen und ihr Glaube an die Götter. Nur ein paar wenige, geheime Tore zwischen den Welten wurden offen gelassen, damit alle anderen Wesen in Verbindung miteinander bleiben konnten. Da die Götter aber Mitleid mit den Menschen hatten, entschlossen sie sich, ihnen noch eine Chance zu geben, sobald sie soweit waren. Sie wollten einige wenige menschliche Wesen mit magischen Kräften ausstatteten, mit deren Hilfe diese die Fehler der Menschheit erkennen und beheben sollten. Und so setzten sie in einer einzigen Nacht an einem geheimen Ort in der Menschenwelt eine große Energie frei, welche die richtigen Menschen auswählen und die Kräfte übertragen sollte. Dieser Ort wurde von den Eingeweihten fortan nur noch Meiya, Ort des Ursprungs genannt. Und alle weiblichen Kinder, die im Gebiet der ausgesendeten Energiewellen in jener Nacht geboren wurden, wurden zu Hexen. Und die Götter prophezeiten, dass es drei Generationen von ihnen geben würde, die sich in der Anzahl der Angehörigen bis zur dritten stetig verringern würde, aber sich in der magischen Stärke ihrer Mitglieder gleichermaßen vergrößern würde. Sie sollten alles Unheil unter den Menschen abwenden und diese innerlich verändern, um eines Tages die Welten wieder vereinen zu können. Und so entstand unsere Gemeinschaft, denn wir sind die Kinder der Hexen, wir sind die zweite Generation. Und es ist unsere Aufgabe.” [Dieser Beitrag wurde am 15.06.2007 - 09:23 von Aerowen aktualisiert] Signatur ![]() | |||
TheFab ![]() Literaturkenner Status: Offline Registriert seit: 06.11.2006 Beiträge: 261 Nachricht senden |
Wow! Signatur MfG, TheFab | |||
Aerowen ![]() Schreib-Ass Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 798 Nachricht senden |
*froi* Signatur ![]() | |||
Aerowen ![]() Schreib-Ass Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 798 Nachricht senden |
Habe ein paar geringfügige Änderungen am Ausdruck vorgenommen. Die Begegnung Sie gähnte und streckte sich. Dann legte sie das schwere Buch zur Seite und schob die raue, braune Decke weg. Die Dielen knarrten, als das Mädchen im Zimmer umherging. Katreijka zog ihren Schatz aus dem Lederbeutel, einen Kamm aus Fischgräten und machte sich daran, ihre langen, seidenglatten Haare zu kämmen. Dann sah sich sich um und sammelte ihre wenigen Sachen vom Fußboden. Eigentlich war das eine vortreffliche Unterkunft, dachte sie. Groß und geräumig, und das Dach war noch fast vollkommen dicht. Sie hatte sogar noch etwas unverfaultes Stroh gefunden, auf dem sie schlafen konnte. Zuerst hatte sie nicht verstanden, warum mitten im Wald eine Scheune mit Heuboden stand. Doch dann war sie beinahe über die schwarz verkohlten Überreste der Grundmauern eines Holzhauses in der Nähe gestolpert. Es war ein Wunder, dass die Scheune überhaupt von dem Feuer verschmäht worden war. Nach dem Zustand, in dem sie sich befand, zu schließen, konnte es noch nicht all zu lange her sein. Den Bruchteil einer Sekunde lang dachte Katreijka an den Jungen, der den Brand hätte verhindern können. Doch das Mädchen verscheuchte den Gedanken wieder schnell, denn er kam ihr wie eine lästige Fliege vor. Sorgfältig rollte sie die Decke ein, band sie mit einem Lederriemen zusammen und befestigte sie an den Trägern des Rucksacks. Dann schnallte sie den grünen Gürtel mit dem Langdolch um und nahm ihr Bündel. An der Dachluke drehte sie sich noch mal um, um das Buch zu betrachten. Es lag auf dem dunklen Stroh, der braune Ledereinband schon rissig und vom Stockschimmel befallen. Es würde nicht lange dort liegen bleiben, das wußte sie. Schließlich seufzte sie und stieg rückwärts die Leiter ins Erdgeschoss hinunter. Als sie das Scheunentor aufschob, blinzelte sie ins schon heller werdende Tageslicht. Nebel lag auf den Wiesen ringsum, und eine blutrote Sonne stieg hinauf in den Morgenhimmel. Unwillkürlich fröstelte Katreijka, als sie aufblickte. Ein unangenehmes Gefühl sammelte sich in ihrer Magengrube. Sie hoffte nur, es lag daran, dass sie nun schon seit über einem halben Tag nichts mehr gegessen hatte, und nicht an dem Himmelsgestirn. Sie atmete tief durch und stieß einen Pfiff aus, bestehend aus einem hohen und einem tiefen Ton. Fast augenblicklich huschte ein Schatten durch das taunasse Gras, und als die ersten Sonnenstrahlen auf ihn trafen, stellte er sich als eine schwarze Katze mit weißen Ohrspitzen und grünen Augen heraus. Sie hatte die Größe einer Wildkatze. »Shí, da bist du ja endlich!« rief Katreijka, froh, wieder mit jemanden sprechen zu können. »Warst du die ganze Nacht draußen?« Die Katze sprang in die Arme des Mädchens und schnurrte zutraulich. »Hast du die Sonne gesehen?« Die Katze blickte sie ernst an. »Ich hoffe, ich bilde mir das nur ein, aber ich glaube, wir müssen wirklich ins Lager...« Stumm erzählte sie der Wildkatze von ihren düsteren Vorahnungen. »Denkst du, er hat gewusst, dass ich kommen würde? Werden wir vielleicht verfolgt?« Bei diesem beunruhigendem Gedanken drehte sich Katreijka um, und ließ ihren Blick über die Lichtung schweifen. Auch wenn das nicht viel nützte, denn die Späher ihres möglichen Verfolgers waren geschickt. Sie würden sich nicht so einfach blicken lassen. Die Katze sprang zurück ins Gras und schüttelte den Kopf. Ich hatte nicht das Gefühl, gab sie Katreijka zu verstehen. Wir sollten uns jetzt nicht verrückt machen lassen. Einen Moment später antwortete Katreijka: »Ich hoffe, dass du Recht hast. Ansonsten können wir es nämlich nicht riskieren - wenn er unseren Zufluchtsort findet, dann sind wir erledigt.« Und selbst, wenn er nicht weiß, wo wir uns aufhalten, weiß er dennoch von unserer Existenz. Und darum fürchte ich, dass es nicht bei diesem Buch bleiben wird. Er wird weiter versuchen, einen von uns zu ködern ... Außerdem hatte ich letzte Nacht diesen Traum... Das Mädchen schluckte. Mutter hat mich an meine Aufgabe erinnert. Das ist kein Zufall, wie du weißt. Ich - ich kann meinen Gefühlen keinen Vorzug mehr geben... Katreijka brach die geistige Verbindung plötzlich ab und ging los in Richtung Waldrand, wo ein schmaler Pfad zwischen den hohen Bäume verschwand. Sie drehte sich noch einmal zu der Stelle um, an der die Katze besorgt im Gras saß und ihrer Freundin nachblickte. »Komm schon! Morgen früh könnten wir da sein, wenn wir die Nacht durchgehen.« Die Sonne hatte ihren Höchststand überwunden, als Katreijka und ihre Begleiterin sich erneut ihren Weg durch einen dichten Wald bahnten. Sie waren unterwegs durch ein sanftes Tal gekommen, dicht bewachsen mit Apfelbäumen. Katreijka hatte sich erleichtert den Rucksack mit den frühreifen Früchten vollgepackt, Shíuala hingegen hatte nur eine angewiderte Miene aufgesetzt, sich eine Maus gefangen, und gefragt, wem Katreijka da wieder einmal die Ernte schmälerte. »Es sind nur ein paar Früchte«, hatte diese entnervt geantwortet. »Während du wahrscheinlich eine Mutter, die für zehn Mäusebabys sorgen muss, um die Ecke gebracht hast.« Daraufhin hatte Shí beharrlich geschwiegen. Ihr ging genauso viel im Kopf herum wie Katreijka, die jetzt ein irres Tempo vorlegte. Auf der einen Seite war Shíuala froh, dass sie endlich etwas unternahmen gegen die Macht, welche das Land seit Jahren bedrohte. Aber das hätte schon viel früher geschehen müssen, denn die nahende Herrschaft eines schwarzen Magiers zu brechen erforderte mehr Kraft und Zeit, als sich das Hexenkind bis jetzt im Klaren war. Und es würde gefährlich werden, sehr gefährlich... Wieder einmal fragte sich Shí, wie alles gekommen wäre, wenn sie sich nicht entschieden hätte, Katreijka zu begleiten, sondern bei Falmara geblieben wäre. Vielleicht wären sie alle dann noch zerstreuter... oder es hätte geholfen, die beiden Schwestern wieder zu vereinen. Aber es war nicht ihre Aufgabe, über das Schicksal nachzudenken. Die Entscheidungen mussten von den Hexenkindern selbst getroffen werden, eine Tirma sollte dabei nur beraten und bei der Umsetzung helfen. Der Wald war so dicht mit Fichten bewachsen, dass es beinahe nachtdunkel war. Shí, die den besseren Orientierungssinn hatte, lief voran (nicht zuletzt, damit das Mädchen nicht ihre Gedanken las) und Katreijka folgte ihrer Tirma. Plötzlich blieb sie stehen und horchte angestrengt. Schritte waren im Unterholz zu hören, doch sie waren so schnell, dass das Mädchen nicht ausmachen konnte, aus welcher Richtung sie kamen. Sie wollte schon Shíuala zurückrufen, als die klopfenden Geräusche lauter wurden. Zu spät war ihr bewusst geworden, dass sie von rechts kamen, denn da war sie bereits mit voller Wucht von etwas oder jemandem zu Boden gestoßen worden. Verärgert pustete sie sich ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht. Shíuala turnte bereits auf Katreijka herum und versuchte, ihr das Gesicht abzulecken. »Schon in Ordnung, Shí! Lass das!« Sie sah immer noch nichts und ihr dröhnte der Schädel. Da sprach plötzlich jemand. »Ist alles in Ordnung? Tut mir leid, dass ich dich umgerannt hab.« Eine Hand erschien in ihrem Blickfeld. Katreijka packte sie und die Person, die eben gesprochen hatte, zog sie hoch. Es war ein junger Mann, oder eher noch ein Junge. Während er da stand, und versuchte, so außer Atem, wie er war, ein paar weitere Worte herauszubringen, musterte Katreijka ihn. Er hatte strubbeliges, kurzes Haar, dessen genaue Farbe im Halbdunkel nicht zu erkennen war, jedoch irgendwo zwischen blond und braun liegen musste. Sein Gesicht war schmal mit einem spitzem Kinn und er hatte große Augen, die in der Dunkelheit glitzerten. Er war genauso groß wie sie, und ziemlich schmächtig, hatte jedoch Schwielen an den Händen - das hatte sie bemerkt, als er sie - mit ganz schöner Kraft - hochgezogen hatte. Alles, was er trug, war ein einfacher Kittel über einem Paar abgerissenen Hosen und Sandalen, deren Riemen nicht einmal aus Leder waren, sondern aus Strick. Seine Beine waren da, wo sie frei waren, übersät mit Kratzern von dem Spurt durch das Unterholz. Es war unschwer zu erkennen, dass der Junge aus der untersten Schicht stammte. Als er ihre Blicke bemerkte, klopfte er sich verlegen an den schmutzigen Sachen herum, wodurch Katreijka erst den intensiven Rauchgeruch, der daran haftete, bemerkte. Sie vergaß alles andere und fragte bestürzt: »Was ist passiert?« Der Junge holte tief Luft und begann, immer noch aufgeregt, zu sprechen. »Ich muss... muss Hilfe holen, hab keine Zeit.« Katreijka schüttelte ungeduldig den Kopf und sagte: »Jetzt nicht.« Wenn es wirklich so dringend war, wie der Junge sagte, würde es viel schneller gehen, wenn Katreijka selbst auf magische Art in seine Erinnerungen eindrang. »Hä? Was soll das heißen - was machst du da?« Er war noch verwirrter, als Katreijka ihm ihre Hände fest auf die Schultern legte und die Augen schloß. »Still jetzt«, sagte sie konzentriert und bereitete sich auf die Erinnerungen vor, die sie gleich darauf sehen würde. Der Junge bemerkte zunächst nur ihre Fingernägel in seinen Schultern und ein seltsames Schwindelgefühl in seinem Kopf, als Katreijka begann, in seinen Geist einzudringen. Doch dann sah er die Ereignisse, die eben passiert waren, noch einmal rasend schnell vor seinem geistigen Auge vorbeiziehn. Plötzlich schrie Katreijka auf und brach die Verbindung ab. Die Gedanken rasten in ihrem Kopf, als sie selbstvergessen zurück auf den Waldboden sank. Was war das nur gewesen - das konnte doch nicht sein... Ungläubig wandte sie sich an Shíuala, ihre Tirma: In diesem Jungen steckt mehr, als man sieht. Ich habe gesehen, was ihm passiert ist - die Schergen des Hexenmeisters haben sein Dorf überfallen -, aber irgendwann bin ich gegen eine Wand gestoßen... du weißt, was eine Mauer im Gedächtnis bedeutet... Shí blickte sie unverwandt aus ihren grünen Augen an und sah dann hoch. Der Junge. Auf diese mahnenden Worte hin wandte Katreijka sich ihm und seinem Problem wieder zu. Er beobachtete sie gebannt. »Ich weiß Bescheid, Gawenn«, sagte sie, sich aufrappelnd. »Ich sah, was du sahst, und es war der Dunkle. Aber ich weiß nicht, wofür er eure Männer braucht.« Gawenn unterbrach sie: »Aber wie - woher...« Sie winkte ab, zog eine Halskette aus ihrem Ausschnitt hervor und sah sich nach ihrer Katze um. »Das spielt jetzt keine Rolle. Wichtig ist, dass wir deinem Dorf helfen. Weißt du, wohin die Überlebenden des Überfalls geflohen sind?« Der Junge namens Gawenn nickte. »In die Höhlen im Wald, östlich der Ortschaft.« Nicht genau wissend, worauf Katreijka hinaus wollte, ergänzte er: »Es ist einfach zu finden.« Sie nickte als Zeichen, dass sie verstanden hatte und sagte: »Und die nächste Siedlung, wo du hin wolltest, liegt in dieser Richtung?« Sie deutete den Hang auf der anderen Seite des Weges hinauf. »Ja, auf der anderen Seite des Hügels«, bestätigte Gawenn, immer noch verwundert. »A - aber... wie willst du mir denn helfen - ich meine, du bist doch nur... ein Mädchen«, sagte er verlegen. Tia, nach etwas anderem sehe ich auch nicht gerade aus, dachte Katreijka und seufzte. »Wenn es doch nur so wäre.« Sie wandte sich ihrem Tiergeist zu, der alles mitbekommen hatte. »Pass auf, Shí, du musst Hilfe holen. Alles brennt, und es gibt Verletzte. Schaffst du es, die Leute, die dort hinten wohnen, in das Dorf zu bringen?« Ich tue, was immer getan weden muss, gab die Katze ihr zu verstehen. Katreijka nickte und setze ihre Rede fort. »Finde diese Höhlen und wenn alles in Gang gesetzt ist, folge so schnell wie möglich meinen Spuren zum Ort des Ursprungs.« Es ist soweit. Die Hexenkinder werden sich versammeln, und entscheiden, ob wir etwas unternehmen werden gegen den Dunklen. Wir haben eigentlich gar keine andere Wahl, und die Zeit ist mehr als reif, das sagen all die Zeichen. Und ihn werde ich mitnehmen. Ich habe das Gefühl, dass das die richtige Entscheidung ist. Ich vertraue dir., antwortete Shíuala. Sie rieb ihren Kopf kurz an der Hand ihres Schützlings, womit sie sich gegenseitig Glück wünschten. Dann sprang Shíuala vom Weg und zwischen die Bäume davon. »Geht dieses Tier da jetzt etwa alleine hin«, fragte Gawenn, der Shí verblüfft nachstarrte. »Ja, und sie ist kein Tier, nur dem Aussehen nach. Zu kompliziert, dir das jetzt zu erklären. Deinem Dorf wird geholfen werden, aber das, was deiner Heimat wiederfahren ist, ist schon vielerorts passiert, und wir müssen nach der Ursache dafür suchen. Hör mir jetzt genau zu, das ist wichtig: Ich glaube, du kannst mir dabei helfen.« Gawenn sah sie gebannt an. »Kannst du mir ein paar Fragen beantworten?« Er nickte. »Gut. Was weißt du über deine Vergangenheit?« Verglichen mit den anderen Dingen, die geschehen waren, seit er mit diesem Mädchen, dessen Namen er noch nicht einmal kannte, zusammengestoßen war, fand Gawenn diese Frage nicht sehr sonderbar, es kam nur selten vor, dass ihn jemand danach fragte. »Nicht viel, leider, denn ich weiß nicht, wer meine richtigen Eltern sind. Ich wurde als Baby von Leuten aus Nest, dem Dorf, in dem ich lebe, gefunden. Ein Mann nahm sich meiner an und zog mich als seinen Sohn auf. Er ist Schmied, und ich lerne bei ihm - zumindest bis jetzt, denn er wurde auch von diesen Männern verschleppt.« »Das passt zusammen.«, sagte Katreijka gedankenvoll. »Was«, wollte Gawenn wissen. »Ich erkläre dir alles unterwegs, wenn du mit mir kommst, zu Anderen, die uns helfen werden. Wirst du das tun?« Gawenn zögerte. Sollte er wirklich mitgehen? Er kannte dieses Mädchen nicht, er wusste nicht, wohin sie gehen wollte, und was das alles mit ihm zu tun hatte. Sie hatte all die wundersamen Dinge getan, und sich mit einer Katze unterhalten - dem Tier des Bösen. Aber sie hatte gesagt, sie würde ihm helfen, und er würde ohnehin nicht viel zurück lassen. Sein Vater, mit dem er allein gelebt hatte, war jetzt nicht mehr da, und das Haus zerstört. »Und - wir werden versuchen, meine Leute zu befreien«, fragte er. »Ich kann es dir nicht versprechen, aber wir werden es versuchen. Und vielleicht wirst du noch etwas anderes herausfinden, über dich und deine Vergangenheit«, antwortete Katreijka. Obwohl das einfach unglaublich wäre. »Na gut. Ich komme mit dir«, willigte Gawenn ein. »Sehr gut. Es wird ein, zwei Tage dauern, bis wir da sind, aber wir können uns nicht damit aufhalten, noch Reisegepäck für dich zu holen, wenn wir überhaupt welches finden würden. Aber hast du irgendwelche Erbstücke zurückgelassen, irgendetwas Wertvolles, was du bei dir hattest, als man dich damals, als Baby fand? Das ist wichtig«, fragte Katreijka angespannt. Gawenn dachte nach. »Nein, nur mein Schwert.« Er wies auf die Scheide, die an seinem Gürtel hing, und die Katreijka noch nicht gesehen hatte. Darin steckte offenbar ein Kurzschwert. Katreijka wunderte sich; ein Schwert als Verstärker von magischen Kräften? Dann müsste es ja ganz aus Elfenkristall bestehen, dachte sie. »Kann ich es sehen«, verlangte sie. Das war alles entscheidend; obwohl sie nicht wusste, ob sie überhaupt etwas sehen würde. Gawen zog sein Schwert geschickt aus der Scheide. Katreijka war sich sicher, dass er damit perfekt umgehen konnte. »Ich hab es selbst gemacht«, sagte er stolz und hielt die Schneide in einen einzelnen Sonnenstrahl, der durch das Blattwerk fiel. Es glänzte so sehr, dass es Katreijka blendete. Der Junge mochte es offenbar nicht aus der Hand geben, aber sie sah auch so den großen Edelstein, der im Griff eingebettet war. Sie berührte ihn mit den Fingerspitzen, und ob es nur Einbildung war oder nicht, sie glaubte, dabei ein leichtes Kribblen zu spüren. Gawenn sah Katreijkas Interesse an dem Stein und sagte leise: »Den aber hatte ich schon bei mir, als ich gefunden wurde.« Katreijka nickte. Das war eigentlich eindeutig; ein Findelkind mit einem Edelstein. Aber seltsam war es, dass seine Kräfte, trotzdem er den Stein schon ewig besaß, offenbar noch nicht aktiviert waren. Sie musste ihn auch danach fragen. Entweder irrte sie sich doch; oder es steckte noch etwas anderes dahinter. »Gawenn«, murmelte sie. »Das ist doch pelúrisch...« Das konnte nicht sein wahrer Name sein. Wenn er ein Hexenkind war, dann musste er einen Namen in der alten Sprache der Götter haben. So wie sie, Katreijka - Lebenspuls. Ob das vielleicht der Grund war? Wie auch immer, sie vertraute ihrem Instinkt, und der sagte ihr, dass sie den Jungen mitnehmen sollte. Außerdem mochte sie sich jetzt schon nicht mehr von ihm trennen... Warum auch immer, er hatte sie fasziniert, das musste sie zugeben. Sie konzentrierte sich wieder auf ihr Vorhaben, sie hatten schon genug Zeit verloren. Katreijka beobachtete Gawenn; es ging wohl nicht anders, als dass er dabei zusah, wie sie die anderen Hexenkinder rief. Sie umfasste ihren eigenen Halsstein mit beiden Händen und schloss erneut die Augen. Der Stein begann in ihrer Faust zu leuchten, und wurde immer heller, bis das weiße Licht durch ihre Finger hindurch brach. In diesem Moment würden die Steine aller Hexenkinder ebenfalls warm werden und strahlen - nun konnte Katreijka nur noch hoffen, dass sie auch kommen würden. Sie spürte Aufregung bei dem Gedanken, dass sie dann zum ersten Mal alle zusammenarbeiten würden. Voller Tatendrang lächelte sie Gawenn an und sagte: »Dann lass uns nun gehen, Gawenn. Retten wir Pelúrien.« [Dieser Beitrag wurde am 19.06.2007 - 21:09 von Aerowen aktualisiert] Signatur ![]() | |||
Sturmvogel Hobby-Autor Status: Offline Registriert seit: 30.01.2007 Beiträge: 173 Nachricht senden |
also... mit mir hast du eine leserin mehr! Eindeutig! | |||
Aerowen ![]() Schreib-Ass Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 798 Nachricht senden |
Hey! Danke für den Kommentar Signatur ![]() | |||
Sturmvogel Hobby-Autor Status: Offline Registriert seit: 30.01.2007 Beiträge: 173 Nachricht senden |
oooh, damit machst du mich gerade glücklich ^^ | |||
Aerowen ![]() Schreib-Ass Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 798 Nachricht senden |
2. Kapitel - Erschütternde Erkenntnisse Signatur ![]() | |||
Aerowen ![]() Schreib-Ass Status: Offline Registriert seit: 07.04.2007 Beiträge: 798 Nachricht senden |
Ich habe gerade das 3. Kapitel fertig geschrieben! Signatur ![]() | |||
TheFab ![]() Literaturkenner Status: Offline Registriert seit: 06.11.2006 Beiträge: 261 Nachricht senden |
Hey. Wow, das ist ja echt spannend. Ich mag die beiden jetzt schon... Gaween ist ein Hexer oder? Deine Charakterbeschreibungen in einem anderen Forenthread habe ich auch schon gelesen (glaube ich zumindest). Signatur MfG, TheFab | |||
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