Taurus  Moderator
         

Status: Offline Registriert seit: 29.03.2006 Beiträge: 463 Nachricht senden | Erstellt am 30.03.2006 - 14:59 | |
 
Biographie:
Mit seinem selbstbetitelten Erstling brach ein neues Zeitalter für die Fraktion der langhaarigen Kopfschüttler an. Der showgeladene Poserheavyrock hatte abgewirtschaftet, Handgemachtes trat an seine Stelle. "Mother, tell your children not to walk my way, tell your children not to hear my words" röhrte Glenn Danzig 1988 unglückverheißend und muskelbepackt ins Mikro. Metal war nun nichts mehr für dauerwellentragende Jeanszerschneider. Danzig schaute bei jedem Riff der Satan über die Schulter. Diese dunkle, nicht immer ganz ernst gemeinte Mischung aus gezielt provokativen Anleihen aus der Gothicszene unterlegt mit rockigen Riffs und dem Brunftgesang Glenn Danzigs wurde schnell zum Markenzeichen.
Das war zu einer Zeit, als Glenn Danzig schon zwei Musikerkarrieren hinter sich hatte. Am 23. Juni als Glenn Anzalone in Lodi, New Jersey geboren, gehörte Danzig zu den Gründungsmitgliedern der eben dort 1977 ins Leben gerufenen Punklegende The Misfits. Als spätestens 1983 die wilde Energie der ersten Punkwelle verflogen war, verließ Danzig die Band, um kurz darauf als Sänger mit neuen Musikern als Samhain den Grenzbereich zwischen Metal und Gothic auszuloten.
In jener Halbwelt startete er auch 1988 mit dem unter Rick Rubin produzierten ersten Album von Danzig, obwohl schon hier zu erkennen war, dass klassischer Hard Rock wohl bald an die Stelle der überkommenen Metalelemente treten würde. Den kommerziellen Höhepunkt dieser Entwicklung war das 92er Album "How The Gods Kill" auf dem die Band reifes Songwriting, soulige Vocals und druckvollen Rock gekonnt zu bündeln vermochte. Die Stimmung, an einem Höhepunkt angekommen zu sein, machte sich wohl auch bei Glenn Danzig breit, und so verabschiedete er sich mit "Black Aria" und "Danzig 4" von ausgetretenen Pfaden und verpasste seiner Band ein neues Image, das auf dem 96er Album "Blackaciddevil" erstmals voll ausgeprägt war.
Die übermächtige Gitarrenfront früherer Tage wurde hier zunehmend in elektronisches Geblubber aufgelöst, woran auch ein Tommy Victor von Prong nichts ändern konnte. Das öffnete den Weg hin zu experimentelleren Kompositionen, die jedoch nicht an die Klasse der ersten Danzigstücke anknüpfen konnten und so bei Publikum und Presse wenig Anklang fanden. Nach dem Studioalbum "6:66 Satan's Child" folgte 2001 mit "Live On The Black Hand Side" die zweite Liveveröffentlichung nach dem 93er Album "Thrall: Demonsweatlive". Diese kann bein Rezensenten aber nicht sonderlich punkten, und auch das nächste Studioalbum "I Liciferi" zieht zumindest an der LAUT-Redaktion vorbei.
Auf Tour begibt sich der Düstermeister mit den Black Metallern von Marduk und schießt danach seine komplette Band ins Gemüse. Da unter anderem auch Prong auf der Tour für Danzig eröffnen, krallt sich Glenn gleich mal deren Fronter Tommy und verpflichtet ihn nicht nur für anschließende Touraktivitäten, sondern auch für das nächste Album. Mit dem Dealdlights Basser Jerry Montano und der Type O Negative Leihgabe Johnny Kelly an den Drums vervollständigt er sein Line-Up für die Blackest Of The Black Tour mir Mayhem, Death Angel und DevilDriver (Ex-Coal Chamber).
Für das nächste Album muss er sich nur einen neuen Drummer suchen und findet kompetenten Ersatz in Person von Bevan Davies (Ex-Jerry Cantrell). Ende 2003 entert er das Studio und nimmt "Circle Of Snakes" auf. Noch bevor das Album in Europa Ende August erscheint, macht der Muskelzwerg eher unrühmlich von sich reden, denn nachdem er seine Vorband die North Side Kings um ihren Auftritt beschissen hat, stellt ihn deren Sänger nach dem Danzig Gig backstage zur Rede. Glenn meint, den Dicken machen zu müssen, und bekommt auf die Fresse. Viel größere Taten lässt er leider auch mit dem Album nicht folgen, denn an alte Glanzzeiten kann "Circle Of Snakes" trotz ein paar guter Songs nicht anknüpfen.
Diskographie:
Circle Of Snakes (2004)
Archive De La Morte (2003)
I, Luciferi (2002)
Live On The Black Hand Side (2001)
Satan's Child (1999)
Blackacidevil (1996)
Danzig 4 (1994)
Black Aria (1993)
Thrall - Deamonsweatlive (1993)
Danzig III: How The Gods Kill (1992)
Danzig II: Lucifuge (1990)
Danzig (1988)
Quelle:laut.de
[Dieser Beitrag wurde am 30.03.2006 - 15:24 von Taurus aktualisiert]
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