Laraforever  Buffy-Raider
    

Status: Offline Registriert seit: 09.04.2005 Beiträge: 1789 Nachricht senden | Erstellt am 08.02.2009 - 14:59 |  |
Criminal Minds

Krimiserie USA 2005
Rollen und Darsteller
Jason Gideon…..Mandy Patinkin
Aaron "Hotch" Hotchner…..Thomas Gibson
Derek Morgan…..Shemar Moore
Elle Greenway…..Lola Glaudini [ Folgen 1-28 ]
Dr. Spencer Reid…..Matthew Gray Gubler
Emily Prentiss…..Paget Brewster [ Folgen 31- ]
Allgemeine Informationen
Die BAU ("Behavioral Analysis Unit") ist eine Spezialeinheit des FBI und erstellt Charakteranalysen von verhaltensauffälligen Serientätern, um die nächsten Schritte der Täter vorherzusagen. Und dafür gilt mehr als einmal die Regel: Um einen Mörder zu fangen, muß man wie einer denken. "Chicago Hope"-Star Mandy Patinkin spielt den ehemals beurlaubten Special Agent Jason Gideon, der aber wieder einberufen wurde, weil kein zweiter Ermittler so genial ist wie er.
Episodenguide:
http://www.tvsi.de/krimiserien/criminal_minds.php
Information:
Hier nehme ich mal eine der heutigen modernen Krimiserien unter die Lupe, eine Serie wie es derzeit viele gibt, die mehr oder weniger erfolgreich im Fernsehen laufen. Als anderes Beispiel dient die Serie CSI, die es inzwischen sogar auf mehrere Ableger brachte. Ein solches Serienkonzept hatte Erfolg, und so bin ich auch auf Criminal Minds gestoßen, eine ebenfalls erfolgreiche TV Serie, die es inzwischen auf drei Staffeln bringt, doch die vierte ist bereits in Produktion.
Zum Konzept ist zu sagen, die Serie besteht in den ersten beiden mir bisher bekannten Staffeln ausschließlich aus abgeschlossenen Einzelfolgen. Nur einmal gab es eine Doppelfolge, die gleichzeitig den Cliffhangar zur zweiten Staffel bildete. Dazu kommt noch eine Doppelfolge in der zweiten Staffel.
Was hier auffällt, die Folgen schaffen es durchweg tolle Spannung aufzubauen, die sich nicht etwa aus der Action oder dem Gewaltpotential ergibt. Im Gegenteil, Verbrechen und Gewalt werden allenfalls angedeutet, aber niemals explizit ausgelebt. Man sieht nur Fragmente, wenn man überhaupt etwas sieht. Meistens nicht mal die Morde selbst, denn da wird vorher weggeblendet.
Dennoch, dies ist keine Familienserie, die Altersfreigabe ab 16 ist berechtigt, allein wegen der Themen und auch schon wegen der Andeutung dessen, was alles passiert. Das ist teilweise harter Tobak, man kann es nicht anders sagen. In dieser Serie wird man mit den Abgründen menschlichen Denkens und Handelns konfrontiert, auf realistische Weise, und nichts, was hier vorkommt, ist irgendwie übertrieben oder aus der Luft gegriffen. Das macht die Sache nur um so erschreckender. Und läßt einen manchmal wirklich verstört und an den Nägeln kauend zurück.
Happy End? Die Folgen zeigen alles andere als strahlende Helden, die stets alles unter Kontrolle haben und die armen Opfer retten. Zwar werden einige auch gerettet, aber viele sterben, und man sieht oft genug die Macht- und Hilflosigkeit des ganzen Apparates, um so schlimmer.
Die für mich negative Seite solcher Serien zeigen sich allerdings auch sehr schnell. So gut das mit den einzelnen Krimiepisoden funktioniert, und so spannend sie auch sind, so wenig kommt von den Schauspielern selbst rüber. Sicher, sie spielen ihre Rollen hervorragend, keine Frage. Aber das Konzept legt strikte Grenzen auf, wie sicherlich bei allen solchen Serien, da habe ich keine Erfahrung. Denn ich bevorzuge solche Serien, die einem roten Faden folgen, einer größeren Handlung, die nicht nach jeder Episode endet und neu beginnt. Wo das nicht der Fall ist fehlt die Kontinuität, die weitere, tiefere Entwicklung der Charaktere und Interaktion mit der Umwelt. Denn was nützen die besten und spannendsten Folgen, wenn die Charaktere stets unnahbar, blaß und nicht tiefgründig bleiben. Wenn sie sich nie weiter entwickeln, niemals Beziehungen aufbauen, immer nur ihrer Arbeit folgen? Das ist es, was ich so schade finde.
Ich habe es nach zwei Staffeln nicht geschafft irgendwelche Identifikation mit den Charakteren aufzubauen. Ein Beispiel dafür, die letzte Folge der ersten Staffel, und der Beginn der zweiten Staffel.
In der letzten Episode von Staffel 1, „Die Suche“, wird zum ersten mal überhaupt das Privatleben der Charaktere erstmals beleuchtet, wenn auch nur Episodenbedingt und oberflächlich. Am Ende wird ein Teammitglied schwer angeschossen, und man weiß nicht, ob sie durchkommt, erst in Folge 1 von Staffel 2.
Aber es berührt mich nicht, es läßt mich kalt. Anders, ganz anders als in solchen Serien, wo man Beziehungen und Identifikation zu Charakteren aufbauen kann. Und es geht noch weiter, denn genau dieses Mitglied scheidet wenige Folgen später aus der Serie aus. Auf wenig schöne Weise, um nicht zu sagen sehr unsympathisch. Denn sie tötet einen Vergewaltiger auf eigene Faust, erschießt ihn unbewaffnet – und kommt mit dieser Selbstjustiz durch. Niemand klagt sie an, niemand verurteilt sie. Und die Serie tut sich damit keinen Gefallen, hier wird das Ganze mehr als unglaubwürdig. Denn wo das Profiler Team sonst jeden noch so komplizierten Fall löst sieht niemand das Offensichtliche, und in der nächsten Folge ist der Charakter verschwunden. Niemand fragt wieder nach ihr.
Nun ja. Wie gesagt, von den Fällen, den Recherchen, der Art und Weise her eine tolle Serie. Doch was die Charaktere und Tiefgründigkeit betrifft nicht. Hier muß jeder selber entscheiden. Denn wer solche Thematik mag und auf größere Handlungsfäden bzw. Entwicklungen verzichten kann, der ist hier richtig, ansonsten sollte man lieber auf andere Serien zurückgreifen.
Signatur Viele Grüße, Jürgen
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