anathema17 Durchreisender

Status: Offline Registriert seit: 05.01.2006 Beiträge: 2 Nachricht senden | Erstellt am 05.01.2006 - 16:29 | |
Clodia ist kein Kind von Traurigkeit, wohl aber eines mit einer nicht so heiteren Geschichte. Als kleines Mädchen von der wohlhabenden Mutter in ein dubioses Kloster verkauft, verbrachte sie einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend in der Obhut der Zweischneidigen Schwestern, vorgeblich ein Orden zu Ehren Tymoras. Bald schon entpuppten sich die heiligen Damen als ebenso doppelgesichtig wie Tymoras Münze: Im Geheimen verehrten sie die Morrigan, eine Gottheit des Schlachtfeldes, mordlüstern und grausam. Ersteinmal in die wahre Bestimmung des Ordens eingeweiht, erlernte Clodia das Kriegshandwerk. In endlosen Übungen und unter strenger Aufsicht der Rabenschwestern erlangte sie ihre ersten beiden Weihen. Eine Ausbildung, die einer Schlachten-Furie angemessen gewesen wäre, weniger aber einer verstoßenen Tochter aus "gutem Hause". Kurz vor ihrer dritten und letzten Weihe entfloh Clodia aus dem Konvent und machte sich schnellstmöglich auf den Weg ans entgegengesetzte Ende der Welt, um dem Würgegriff der Schwesternschaft zu entrinnen. Sie verbrachte einige Zeit in einer Stadt namens Sigil, wo sie einem nicht näher bezeichneten Gewerbe nachging. Dann flüchtete sie sich zu einer entfernten Cousine, einer Gelehrten, die ihr einen Teil ihrer Naivität zu nehmen suchte, indem sie Clodia die "Wege der Welt" aus Büchern und eigenen Erlebnissen erläuterte. Von all der Theorie schwer beeindruckt, gelang es Clodia dadurch jedoch nicht, ihr etwas kindliches Wesen abzulegen. Also zieht sie noch immer mit fragenden Augen und offenem Mund durch die Welt und versteht die meisten Scherze erst beim zweiten oder gar dritten Erzählen...
[Dieser Beitrag wurde am 05.01.2006 - 16:45 von anathema17 aktualisiert]
Signatur Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt. |