gargamel unregistriert
| Erstellt am 06.06.2006 - 12:41 |  |
Mir bleibt hier eigentlich nicht mehr viel, was ich noch beisteuern könnte, außer dass ich Euch allen zustimme!
Eastwood ist einer der wenigen Schauspieler die wirklich Charisma haben. Wenn er sich bewegt (und er hat eine unnachahmliche Art sich zu bewegen), dann bleibt man haften und alles andere wird zur Nebensache.
Seine Regiearbeiten sind durch die Bank weg gut, viele gar hervorragend. Seine Abrechnung mit dem "eigenen Mythos" in ERBARMUNGSLOS war einfach nur meisterlich und wie hier schon gesagt, der Oscar mehr als verdient.
Seine erste Regiearbeit war übrigens SADISTICO.
Ich mag den Humor den viele seiner Filme haben und auch die gesunde Selbstironie, vor allem bei den jüngeren Filmen wo er doch schon mal ironisch mit seinem Alter umzugehen weiß.
Die hier schon erwähnte symphatische Art, ist ebenfalls ein Pluspunkt, der mir sehr gefällt.
Man kann wirklich sagen, dass Eastwood eine der interessantesten Wandlungen im Showbuiz gemacht hat und auch seine härtesten Kritiker zum Schweigen gebracht hat.
Ein Film mit ihm den ich sehr mag ist IN THE LINE OF FIRE. Einerseits ist er hier ein "Action-Held" andererseits aber ein höchst komplexer Charakter, mit einer bewegten Vergangenheit, die im Spiel von Eastwood immer wieder kurz angedeutet wird.
Einer der stärksten Szenen von Eastwood ist hier, wie er Rene Russo erzählt, was damals während des Kennedy-Attentats passierte und welche Rolle er hier spielte. Einen Eastwood mit Tränen in den Augen hatte ich bis dahin noch nicht gesehen und war begeistert (so wie bei Connery in OUTLAND und PRESIDIO)!
Etwas das man Eastwood auch positiv anrechnen muss, ist die Art wie er Gewalt darstellt. Da ist nichts ästhetisches wenn bei Eastwood gestorben wird (kein in Zeitlupe stilisiertes Sterbe-Ballett), Gewalt wird als etwas Rohes fast unbeholfenes dargestellt. Das war bei Eastwood immer sehr unangenehm (man denke z. B. an ABSOLUTE POWER) dargestellt, realistisch und dadurch entgeht er meiner Meinung nach dem Vorwurf, dass er Gewalt verherrliche - im Gegenteil!
Einzige Ausnahme wäre hier für mich DIRTY HARRY 4. Diesen würde ich als Ausrutscher bezeichnen, der wirkte einfach nicht rund, war weder spannend noch besonders witzig (von ein paar Onlinern mal abgesehen). Der Film war irgendwie einfach eklig!
Aber bei soviel Filmen darf auch mal ein Ausrutscher dabei sein.
Bronco Billy habe ich leider noch nie komplett gesehen, nur den Schluss, der aber wiederum sehr nahe ging. Schon hier zeigte er, was er auch darstellerisch zu leisten vermag - nur das es wohl leider die wenigsten bemerkt haben - der Film war glaube ich kein Erfolg!
Es geht mir wie Thunderball, die Art wie er Filme inszeniert - so gänzlich gegen die zur Zeit üblichen Verfahrensweisen - macht ihn umso symphatischer. Es ist schön, dass es im Mainstream-Hollywood noch solche Größen gibt.
Was Klaus Kindler angeht, die langjähre Synchronstimme so passte diese sehr gut zu Eastwood. Sicher wurde das Original nicht ganz getroffen (Eastwood hat eigentlich so eine leicht heißere coole Stimme), aber Kindler verstand es seine Austrahlung mit einzubringen und es war zu Anfang schwer Eastwood ohne ihn sprechen zu hören.
Aber die "neue Stimme" (wenn ich nicht irre die von Sir Ian McKellen aus LORD OF THE RINGS) macht ihre Sache auch sehr gut und passt zu Eastwood.
Gruß
Jens
|
Colthorpe  Status: James Bond
   

Status: Offline Registriert seit: 25.03.2006 Beiträge: 1038 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2006 - 01:25 |  |
eine weitere interessante regiearbeit ist "im auftrag des drachen". spielt übrigens in und an der
eiger-nordwand a la bond.
ein regieausrutscher dürfte wohl auch "der mann der niemals aufgibt" sein. Ich denke eastwood stand
künstlerisch einige jahre zu sehr unter dem einfluß seiner damaligen frau sondra locke. in diese zeit fällt harry IV und eben "der mann der...".
ansonsten stimme ich gargamel zu, die brutalität wird in eastwood-filmen nicht beschönigend dargestellt.
Signatur Tanaka: "In Japan kommen die Männer immer zuerst, die Frauen als zweite!" - Bond: "Hier werde ich mich später einmal zur Ruhe setzen!" |
jimhunter  Status: Felix Leiter
 

Status: Offline Registriert seit: 15.03.2004 Beiträge: 354 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2006 - 12:21 |  |
Ich kann den meisten Standpunkten hier zustimmen.
Eastwood gehört zu den top 5 meiner Lieblingsschauspieler.
Doch bei "The Gauntlet" - Der Mann der niemals aufgibt, wiederspreche ich energisch !
Dieser Film ( der übrigens verblüffende paralellen zum aktuellen Willis-18 Blocks- hat ) ist ein pakender Ationthirller eine gnadenlose Jagd.
Eastwoods Charakter ist ja eigentlich am Ende . ein frustrierter Säufer der der sich mühselig zum Dienst schleppt.
wie wir später erfahren sind es genau diese Gründe warum man ihm die Aufgabe überträgt die ihn fast das Leben kostet.
Während dieser Zeugen überführung erwacht er weider zu alter Größe und man entdeckt das sich hinter dem übellaunigen zyniker ein Mann mit Moralischen Werte vorstellungen versteckt - die ihn dazu bringen über sich selbst hinaus zu wachsen.
gruß Sir Hilary
Signatur "in meinem land ist es üblich dem verurteilten einen letzten wunsch zu gewähren." "gewährt" "lass uns die nassen sachen ausziehen. |