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Ermione 
AurorIn
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...   Erstellt am 04.04.2007 - 16:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hi!

Grundsätzlich möchte ich nicht über das Thema, dass Rowling Christin ist siehe dazu http://www.razyboard.com/system/morethread-diechristinrowling-hermione7-1676340-4406666-0.html#go_123967 diskutieren, da dies Rowlings Privatsache ist.

Mich persönlich interessiert Rowlings Einstellung zur Religion nur, insofern sie Spuren in ihren Büchern hinterlassen hat. (Weswegen ich hier einen eigenen Thread eröffne.) Allerdings sollten wir nicht übersehen, dass verschiedene Dinge, die für das Christentum bezeichnend sind, auch in anderen Religionen und Philosophien auftreten, also nicht eindeutig christliches Gedankengut sein müssen.




Wenn Rowling ein christlicher Ausgang vorschwebt, dann ist zumindest eindeutig davon auszugehen, dass Harry Lord Voldemort nicht selbst töten wird oder töten lässt, denn die christliche Religion verbietet das Töten.

Naheliegend wäre dann allerdings ein Ausgang, indem Harry sich opfert (oder jemand anderer) und dadurch den positiven Ausgang herbeiführt.

Auch eine Bekehrung Lord Voldemorts ist bei einem christlichen Ausgang nicht auszuschließen, in etwa: Lord Voldemort wird wieder Tom Riddle, sieht sein Unrecht ein, empfindet ehrliche Reue und akzeptiert zu sterben. (Nur leider, bis jetzt kann ich mir eine solche Wendung in Bezug auf Lord Voldemort nicht vorstellen.)


Immerhin fällt auf, dass sich in den bisherigen Büchern einige christliche Elemente finden.


Immer wieder findet sich das Motiv, sich für andere zu opfern, was in den HarryPotter-Bücher eine positive Wertung erfährt.

Das Leben zu opfern, um (ein) andere(s) Leben zu retten - gerade das wirft Sirius in Buch 3 Peter vor, als sich dieser auf seine Schwäche herausredet.

Rowling schrieb
    "He -- he was taking over everywhere!" gasped Pettigrew. "Wh -- what was
    there to be gained by refusing him?"

    "What was there to be gained by fighting the most evil wizard who has
    ever existed?" said Black, with a terrible fury in his face. "Only innocent lives, Peter!"

    "You don't understand!" whined Pettigrew. "He would have killed me, Sirius!"

    "THEN YOU SHOULD HAVE DIED!" roared Black. "DIED RATHER THAN BETRAY YOUR FRIENDS, AS WE WOULD HAVE DONE FOR YOU!"


Sirius wirft Peter also vor, dass dieser nicht bereit war, sein Leben zu opfern, um wenigstens das Leben anderer zu retten.

Ganz anders verhalten sich da Harrys Eltern.
Harrys Vater versucht Lord Voldemort aufzuhalten, indem er sein Leben opfert, damit wenigstens Lily und Harry eine Chance zum Entkommen haben. (Buch 1 und 3).

Lily stellt sich Lord Voldemort entgegen, obwohl sie kaum erwarten konnte, dass dies etwas gebracht hätte. Aber indem sie ihr eigenes Leben opfert, macht sie sich nicht mitschuldig an Harrys Tod, sondern tut alles, was in ihrer Macht steht, um seinen Tod zu verhindern.

Daneben hätte sie sich - nach christlicher Schuldauffassung - ebenfalls schuldig gemacht, wenn sie Lord Voldemort Harry überlassen hätte (aus den Weg gegangen wäre).

Indem sie sich Voldemort entgegenstellt, wird zumindest theoretisch Harrys Chance zu überleben erhöht.

(Mag Lily gehofft haben, Lord Voldemort so lange aufzuhalten, bis vielleicht doch Hilfe kommt? In Buch 1 hofft Harry, dass er wenigstens den Voldemort-Komplizen so lange hinhalten kann, bis Hilfe kommt. Dass er wirklich eine Chance haben könnte, mit ihm selbst fertig zu werden, hält Harry für unmöglich.)

In der Beziehung Harry - Ron - Hermione taucht immer wieder das Motiv auf, dass jeder versucht, die anderen mit seinem Leben zu schützen.

Motive, die eine christliche Philosophie enthalten könnten.

Die Chance auf Vergebung bei aufrichtiger Reue und somit eine zweite Chance (Snape, falls er eine tragische Figur ist)

Das Verschonen eines/r Schuldigen (findet sich im Ansatz bei Peter in Buch 3)

Die Bereitschaft, die Schuld eine/r anderen auf sich zu nehmen (Gespräch Voldemort-Dumbledore in der zweiten gemeinsamen Rückblende in Buch 6)

...

Was ist anderen hier aufgefallen?

Herzliche Grüße
Ermione





Signatur
"Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht."
(Kurt Tucholsky)


http://de.geocities.com/ermione13/index.htm

Cassandra ...
Zaubereiministerin
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Registriert seit: 01.09.2005
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...   Erstellt am 16.04.2007 - 20:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo!

Der Papst hat Geburtstag - Grund genug sich mal mit möglichen christlichen Elementen bei Harry Potter auseinander zu setzen.

Ich stimme dir zu, dass Religion JKRs Privatangelegenheit ist, dennoch sollten wir berücksichtigen, dass eine ausgeprägte Religiosität der Autorin den Verlauf der Geschichte prägen könnte. Es würde meiner Meinung nach auch bedeuten, das das Gute eindeutig über das Böse siegt.

Die Möglichkeit, dass Harry sich opfert, um das Böse zu besiegen, würde ja fast bedeuten, dass JKR hier eine Neuauflage der Passionsgeschichte konstruiert hätte. Das wäre beinah etwas blasphemisch..... Es haben sich auch schon recht viele geopfert, so dass ich das Opfer-Thema für erschöpft erachte (sonst wird es langweilig).


Gemäß dem Gebot "Du sollst nicht töten" kommt also auch nicht in Frage, dass Harry Voldemort ins Jenseits befördert.

Eine Bekehrung Voldemorts kann ich mir auch nur schwer vorstellen. Dann schon eher die der Malfoys

Die Sache mit der Reue und Vergebung in Bezug auf Snape ist ja bereits passiert: er hat DD gegenüber Reue gezeigt, ihm wurde daher von DD vergeben und er hat eine 2. Chance bekommen. Sollte er sich dieses Großmutes unwürdig erweisen, werde ich sehr böse auf ihn

LG
Cassandra





Signatur
'Yes,' said Harry stiffly. 'Yes, sir.' 'There's no need to call me "sir", Professor.'

Lanera ...
AurorIn
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...   Erstellt am 22.04.2007 - 11:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich finde das Thema HP und Christentum hoch interessant, da so viel christiche, mythologische, und mystische bzw alchemistisches Gedankengut darin zu finden ist. Sicher ist alles ähnlich von dem Glauben der alten Ägypter, natürlich vom jüdischen und arabischen Glauben aber auch im asiatischen Bereich hat man sehr viele Verwandtschaften, einfach historisch bedingt.

HP ist mir wirklich als eine Art `Jesus `aufgefallen´, den man
(upps, ist es überhaupt erlaubt hier über Religion zu schreiben?). Naja, ich halte mich kurz. Also weiter, den man ja auch als ein Symbol für das ewige Leben, bzw. das Einwerden mit Gott das Sterben der Welt und Einwerden mit Gott, bzw Apokalypse betrachten kann. Ob man für dieses Symbol Jesus nimmt, oder eine rote Rose, oder einen Phönix, einen Stein der Weisen oder ins Griechische geht, was auch immer, ist letztendlich egal, glaube ich.

HP ist in diesem Sinne für mich auch so ein Symbol, nur er kann die Welt vor Voldemort retten, wie Jesus die Menscheheit vor der Hölle bewahrt hat, HP muss gegen Voldemort, der nun wirklich Ähnlichkeiten mit dem Teufel aufweist, kämpfen. Auch dieser hat schon versucht HP auf seine Seite zu bringen, z.B. Malfoys Versuch vor Einmarsch in die große Halle, Voldemorts Eindringen in HPs Gehirn, der Versuch des sprechenden Huts ihn nach Slytherin einzuweisen. D.h. HP muss mit sich kämpfen, um nicht auf die falsche Bahn zu geraten, dies musste auch Jesus auf dem Ölberg, ich glaube insgesamt versuchte der Teufel ihn dreimal zu überreden.
HP hat eigentlich schon einmal den Tod überlebt, er ist der Junge, der überlebt hat (ok. nicht wieder auferstanden)

Immer wieder kommt der Stein der Weisen vor, ein Symbol der Wiederauferstehung, des Sterbens und Wiederauferstehens als roter Sohn. Der Stein der Weisen, den Paris in Form der Helena stielt und nach Troia bringt, die Weisheit, die Gottheit, die Möglichkeit Gott zu werden indem man mit ihm verschmilzt.

Fast muss ich dann lachen, wenn ich den 1. Film sehe und Snape zu HP, Hermine und Ron im Flur sagt: "Man könnte meinen, ihr brütet etwas aus", und gleichzeitig an Troia denkt.

Die Nähe HPs zu Jesus ist etwas peinlich für Rowling, und etwas schwierig zu handhaben. Ich denke auch, er muss sich opfern am Ende, sonst gibt die Geschichte keinen Sinn, durch seinen Tod nur kann er Voldemort töten, bzw. die Welt retten. Das wäre natürlich etwas platt.
Aber lassen wir uns mal überraschen.







Signatur
Tohu wa Bohu


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