Sunchylde unregistriert
| Erstellt am 30.04.2007 - 15:49 |  |
Canned Heat - instrumentals 1967-1996
(2006, Ruf Records)
Manche werden jetzt wohl müde lächeln und denken: Canned Heat - waren das nicht die mit diesen Unschulds-Hippie-Hymnen "On the Road Again" und "Goin´ Up The Country"?! Ja, es handelt sich exakt um diese Band, die seit Mitte der Sechziger Jahre existiert, aber abgesehen von manchem vielleicht unschuldig anmutenden Li-La-Laune-Trällerblues eine wirklich beinharte Truppe war! An dieser Stelle sei auch ihre Biografie "Living The Blues" empfohlen, in der euch garantiert ein völlig anderes Bild dieser Band, im einzig originalen Line-up bestehend aus Bob "The Bear" Hite (Gesang und, zumindest für mich, größter Symphathieträger der gesamten Blues Historie), Alan "Blind Owl" Wilson (Gitarre, Bluesharp und der unnachahmliche "Falsett"-Gesang - einziges "Unschuldslamm" der Band), Henry "Sunflower" Vestine (Gitarre - einst eine wahre Drogenvernichtungsmaschine), Larry "The Mole" Taylor (Bass) und Fito "Feedo" de la Parra (Drums und einzig Übriggebliebener einer wahrhaften Legende), verdeutlicht werden wird. Die Band ist nicht nur ein weiterer Teil der Geschichte des Rock, sondern hat in ihrer langen Karriere, mit der Elektrifizierung des Boogie Blues, aber eben auch mit den angesprochenen Songs selbst Geschichte geschrieben!
Ich muß sagen, daß ich trotz dessen Canned Heat zu meinen persönlichen Sixties-Helden zählen, nicht eine Aufnahme aus der "Feedo-only-Zeit" habe - bin halt Purist - sodass mir mit einem Teil der Aufnahmen auf der "Instrumentals"-Zusammenstellung noch gewisse "Ah-Ha"-Effekte geboten wurden. Die Zeit nach "The Bear" und den ganzen Originalmitgliedern scheint alles andere als trostlos, da die "Neuen" während der 90er sehr gut den echten Canned Heat Sound nachempfanden und man lediglich "Symphathiebolzen" Hite wirklich vermisst - aber die CD ist ja eh, bis auf ein paar "La-La-Las" von "Blind Owl" in "Skat" und die bekannten "Babbles" vom "Bear" in "Down In The Gutter But Free", "Caterpillar Crawl" und seinem Gesangspart im die CD eröffnenden, fast 20-minütigen Psychedelic-60s-Kult-Epos "Parthenogenesis" durchgängig instrumental. Im Gesamten betrachtet, weiß ich zwar nicht, ob es mit "Instrumentals" gelingen könnte, neue Fans zu rekrutieren, mir persönlich hat diese Scheibe aber zur Zeit wieder ein regelrechtes Canned Heat-High beschert und zu meinem großen Erstaunen gezeigt; ja, Blues funktioniert weitläufig auch sehr gut ohne Gesang! Da aber nur ein Titel der Scheibe vorher unveröffentlicht war, würde ich sagen, es handelt sich hier in erster Linie um eine reine Sammel-Edition. Allen interessierten Neueinsteigern würde ich vorher "Boogie with Canned Heat" (der Klassiker!) oder eine ihrer unzähligen und oft sehr günstigen "Best of"-Compilations empfehlen!
...mehr Infos:
www.cannedheatmusic.com
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