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Morgane 



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...   Erstellt am 06.04.2009 - 14:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo,
in der 1/09 Ausgabe vom Magazin "Blauwasser" gibt es einen sehr gut recherchierten Artikel zum Thema "Bücher schreiben" übers Segeln.
Für alle, die sich durch Segelbücher zum Großen Törn animieren lassen, gibt es jedoch einen Wermuthstropfen. Die Verlagschefin von Quickmaritim wird zitiert mit dem Satz: "Ein Autor muss sein eigenes Erleben und auch das intimste Leben seiner Umgebung schamlos für seine Bücher ausbeuten. Es kommt nicht auf die Wahrheit an, sondern auf eine gute Geschichte."
Unsere Erfahrung: Das, was die großen Verlage an Segelreisebüchern in den letzten Jahren rausgebracht haben, ist genau von dieser rein kommerziellen Richtlinie bestimmt!
Mit der Realität der Ozeansegelei hat das nicht mehr viel zu tun.





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AKKA 





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...   Erstellt am 06.04.2009 - 22:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Morgane schrieb

    Hallo,
    in der 1/09 Ausgabe vom Magazin "Blauwasser" gibt es einen sehr gut recherchierten Artikel zum Thema "Bücher schreiben" übers Segeln.
    Für alle, die sich durch Segelbücher zum Großen Törn animieren lassen, gibt es jedoch einen Wermuthstropfen. Die Verlagschefin von Quickmaritim wird zitiert mit dem Satz: "Ein Autor muss sein eigenes Erleben und auch das intimste Leben seiner Umgebung schamlos für seine Bücher ausbeuten. Es kommt nicht auf die Wahrheit an, sondern auf eine gute Geschichte."
    Unsere Erfahrung: Das, was die großen Verlage an Segelreisebüchern in den letzten Jahren rausgebracht haben, ist genau von dieser rein kommerziellen Richtlinie bestimmt!
    Mit der Realität der Ozeansegelei hat das nicht mehr viel zu tun.


Hi

ich weiß ja nicht was "die letzten Jahre" sind, aber zu meiner Land-Zeit gab es einige ganz gute Bücher zum (Blauwasser)segeln, und deren Standards mögen sich zwar mit der Zeit gewandelt haben, aber sie locken immer noch in die richtige Richtung - um mal nur ein paar Deutsche zu nennen: Michaelis/Nölter waren mir geradezu Vorbilder und Kinsberger/Hirche mochte ich auch gern lesen, wobei mir deren Sachbuch natürlich näher war, da näher an unserer Abreise erschienen. Der "Wilde Stille Ozean" von den Wilts war gut lesbar und interessant. An "Seefieber" (hieß das so? Uwe Röttgering; Nachtrag - nein, es heißt "Die See gehört mir") habe ich mich gerieben, aber immerhin war es witzig und authentisch und ich fand es gut genug, es an skeptische Verwandte und Freunde weiterzugeben, um UNSERE Motivation zu illustrieren.

Das alles ist ja doch auch Geschmackssache: Erstens denke ich, dass mit der Masse der hinausfahrenden Segler auch die Faszination für die einzelne Reise abnimmt, dann kommt der medien- und auch spaßtechnische Overkill hinzu; vor diesem Hintergrund will der Verlag Erfolg, was also veröffentlicht er? Sachinformation für Stegsegler? Nein - irgendwas Spaßiges oder gar etwas Reißerisches. Und was die Qualität der Bücher betrifft, vielleicht wird ja andersherum ein Schuh draus: es gibt so viele untalentierte Schreiberlinge, dass den Verlagen gar nichts anderes übrig bleibt, als Schund zu verkaufen? Mir jedenfalls hat nur ein Bruchteil der überhaupt gelesenen Segelbücher wirklich heiße Ohren gemacht. Das war die Frau Kammler, damals in den 70ern, etwas später auch Naomi James (At One with the Sea), noch später Tracy Edwards (Maiden), aber nur ein Buch steht hier an Bord, und das ist nicht mal ein reines Segelbuch: High Endeavours - The Extraordinary Life and Adventures of Miles & Beryl Smeeton, von Miles Clark.
Will sagen: Braucht es überhaupt neue "Segelbücher"? Für "die Realität der Ozeansegelei" sind sicher auch die Sachbücher anregend genug - Kinsberger/Hirches "Blauwassersegeln heute" habe ich einfach gern und immer wieder gelesen, mit großem Gewinn, nicht weil alles erwähnt oder erklärt ist, sondern weil man in die richtige Richtung gelockt wird. Aktuelle Länder-Sachinformation ist heute leichter über das Internet zu bekommen, ausserdem reist man ja, zumindest als Langsamsegler, im Dunstkreis von Leuten mit einschlägigen Erfahrungen. Und für den visionären Teil einer größeren Segelreise ist man ja selbst verantwortlich - da inspirieren mich dann auch Segler aus den 40 oder 50er Jahren, immer noch.

Gruß
Andrea/AKKA

[Dieser Beitrag wurde am 06.04.2009 - 22:56 von AKKA aktualisiert]





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Morgane 



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...   Erstellt am 07.04.2009 - 09:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo, Andrea,
mit "die letzten Jahre" meinte ich ca. fünf bis sechs Jahre. Da gehören die meisten von dir genannten Bücher nicht dazu, die sind viel älter! Von diesen Büchern haben wir auch "gezehrt".
In den letzten Jahren jedoch hat sich Gravierendes in der ganzen Medienszene getan, und das betrifft leider auch die Segelliteratur der großen Verlage (siehe das Zitat oben): kurz gesagt: Kommerz statt Wahrheit.





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AKKA 





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...   Erstellt am 07.04.2009 - 13:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hi

stimmt, wir sind weit weg, aber wenn ich jetzt in die kürzere Vergangenheit zurückdenke, dann fallen mir Sönke Röver und Bernd Mansholt ein, Bücher veröffentlicht haben, die nicht in das Schema der vorgetragenen Klage fallen.
Was ich eigentlich ausdrücken wollte war: die Seglernische ist sehr klein und es ist ein Wunder, wenn überhaupt ein Segler ein packendes Buch zusammentragen kann. Und wer liest das dann? Die vergleichweise wenigen Langfahrtsegler können ja nicht eine größere Auflage rechtfertigen - also ist es Unterhaltungsliteratur.
Ich glaube, das Gros der Bücher war früher so wenig aussagekräftig wie es heute ist; ob nun "langweilig" oder "reißerisch" spielt eigentlich nur eine geringe Rolle.

Mich würde der Artikel aber doch mal interessieren - kann man "Blauwasser"-Artikel downloaden?

Gruß
Andrea





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chacha 



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...   Erstellt am 07.04.2009 - 22:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Morgane schrieb

    Hallo,
    in der 1/09 Ausgabe vom Magazin "Blauwasser" gibt es einen sehr gut recherchierten Artikel zum Thema "Bücher schreiben" übers Segeln.
    Für alle, die sich durch Segelbücher zum Großen Törn animieren lassen, gibt es jedoch einen Wermuthstropfen. Die Verlagschefin von Quickmaritim wird zitiert mit dem Satz: "Ein Autor muss sein eigenes Erleben und auch das intimste Leben seiner Umgebung schamlos für seine Bücher ausbeuten. Es kommt nicht auf die Wahrheit an, sondern auf eine gute Geschichte."
    Unsere Erfahrung: Das, was die großen Verlage an Segelreisebüchern in den letzten Jahren rausgebracht haben, ist genau von dieser rein kommerziellen Richtlinie bestimmt!
    Mit der Realität der Ozeansegelei hat das nicht mehr viel zu tun.


Du musst entscheiden, was Du haben willst: ein trockenes Fachbuch oder spannende Literatur.

Wenn Du das Buch nicht im Selbstverlag heraus bringen willst, dann brauchst Du einen Verlag, und damit wird Dir die obige Entscheidung schon abgenommen. Und wenn Du mit Deinem Buch dann auch noch ein ganz klein wenig Geld verdienen willst, dann musst Du wirklich verdammt gut schreiben können, und das bedeutet u.U. auch, dass Du Dir die Wirklichkeit manchmal etwas zurecht biegen musst. Buchautoren sind keine Journalisten.

Gleich vorneweg eine Warnung: die allerwenigsten Leute können Geschichten so erzählen und aufschreiben, dass andere sie lesen oder hören wollen. Das sieht man leider auch beim Blauwasser-Magazin, dessen erste beide Jahrgänge ich auch abonniert hatte - die allermeisten Beiträge dort stünden besser auf normalen Webseiten der Segler als in einem Hochglanzmagazin, für das der Leser viel Geld bezahlt.

Aber die gute Nachricht: Schreiben ist ein Handwerk, das man erlernen kann. Es gibt sogar online eine kostenfreie "Schreibwerkstatt", bei der man gemeinsam mit anderen dieses Handwerk erlernen kann: http://fiction-writing.de/. Und darüber hinaus empfehle ich Dir Fachliteratur dazu, wie z.B. http://www.amazon.de/einen-verdammt-gut … 924491321.

Viel Spaß




mclaus ...



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...   Erstellt am 08.04.2009 - 15:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Andrea hat schon Recht, die "alten" Buecher hatten was. Erdmann, Gebhardt, Beate Kammler (und ihre "Mueschepueschers" werd ich nie vergessen), Wielts, Hiscock usw die Liste ist endlos und ich hab sie alle verschlungen, damals in den 70ern/80ern, und viel aus ihnen gelernt.
Es gibt auch heute noch hervorragende Buecher, man denke nur an Jimmy Cornell, der auch auf Deutsch uebersetzt ist under derzeit wohl 'der' Segel-Guru ist.
Warum nicht einmal englische/amerikanische Buecher lesen? Es gibt viele interessante, gut geschriebene Buecher hier, die man im Web beziehen kann. Man schlaegt dann gleich 2 Fliegen mit einer Klappe, denn man lernt auch unser "Segel-Fachchinesisch" in Englisch und das kann sehr hilfreich sein, wenn man unterwegs. Ich hatte schon meine Probleme, Leuten hier in den USA zu erklaeren was ich brauche, wenn icht etwas gebraucht habe, denn das ist ein Englisch, das man nicht in der Schule lernt.





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Michael
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AKKA 





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...   Erstellt am 08.04.2009 - 20:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


mclaus schrieb

    Andrea hat schon Recht, die "alten" Buecher hatten was. Erdmann, Gebhardt, Beate Kammler (und ihre "Mueschepueschers" werd ich nie vergessen), Wielts, Hiscock usw die Liste ist endlos und ich hab sie alle verschlungen, damals in den 70ern/80ern, und viel aus ihnen gelernt.
    Es gibt auch heute noch hervorragende Buecher, man denke nur an Jimmy Cornell, der auch auf Deutsch uebersetzt ist under derzeit wohl 'der' Segel-Guru ist.
    Warum nicht einmal englische/amerikanische Buecher lesen? Es gibt viele interessante, gut geschriebene Buecher hier, die man im Web beziehen kann. Man schlaegt dann gleich 2 Fliegen mit einer Klappe, denn man lernt auch unser "Segel-Fachchinesisch" in Englisch und das kann sehr hilfreich sein, wenn man unterwegs. Ich hatte schon meine Probleme, Leuten hier in den USA zu erklaeren was ich brauche, wenn icht etwas gebraucht habe, denn das ist ein Englisch, das man nicht in der Schule lernt.



Leicht Off-Topic - An englischen Büchern sind hier gerade zwei neue "Bibeln" eingezogen - die finden wir so klasse, dass ich schon einen Blogbeitrag dazu schreiben musste...
Das sind die beiden Calders - das Cruising Handbook und das "Boatowner's Electrical and Mechanical Handbook". Genial, was der Herr Calder da alles zusammengetragen hat.

Andrea





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AnjuliNui 



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...   Erstellt am 12.04.2009 - 23:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Zuerstmal eine Frage an Andrea: meinst du Nigel Calder? Das ist hier nämlich der einzige von dem ich ein cruising handbook gefunden habe. Leider nur in engl Pfund (preis) angegeben. Na super...

Mit den Büchern gibt es bei uns unterschiedliche Erfahrungen. Wir haben ja nun auch schon einiges durch ... ob nun Fachbuch oder Literatur. Moitessier z.B. faziniert Bert unwahrscheinlich (wohl wissend das heute vieles oder fast alles anders ist).. von den Mansholt sind wir überhaupt erst auf diese Idee gekommen. Erdmann, Cornell, Kochs und Bernd Lüchtenborg sind für uns beide spannend zu lesen. Bei so einigen anderen, neuen, Berichten schlage ich die Bücher oft zu und denke: mit so viel Geld können wir nicht rechnen (was die im Laufe ihrer Reise ausgegeben haben).
Was mich z.Zt. völlig faziniert hat war das Buch "Sturmverweht". Okay ... es geht um einen Bericht der uns mit unserer Anjuli nicht wirklich betrifft (es geht um die Fahrten eines "Vollschiffes"). Aber es war so spannend zu lesen.
Ich denke einfach, es ist Geschmackssache. Was der eine verdammt ist für den anderen gut.
Leben und Leben lassen
Gruß
Elke





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AKKA 





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...   Erstellt am 13.04.2009 - 01:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja, Nigel Calder. Das Schöne ist, dass Calder auch ziemlich viel Hintergrundwissen mitliefert.
Abendfüllend! Und die neuen Ausgaben sind noch besser als die alten - unserem Ankerkettenproblem konnten wir dank der 2006er Ausgabe ein bisschen näher rücken...
Zum Preis - wir haben hier 30 US$ bezahlt.
Empfehlenswert!
Sehr empfehlenswert finde ich auch das "Mariners Weather Handbook" von den Dashews.



Sorry for das OT! Es soll ja ums Bücherschreiben gehen...
Gruß
Andrea

[Dieser Beitrag wurde am 13.04.2009 - 01:39 von AKKA aktualisiert]





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