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MadameKaya ...
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...   Erstellt am 04.01.2006 - 19:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Carola Stern " Der Text meines Herzens"

Das Leben der Rahel Varnhagen


Rahel Levin-Varnhagen, die Berliner Jüdin, gehörte zu den bedeutensten Frauen des frühen 19. Jahrhunderts.
Noch heute lesen Menschen ihre origenellen Briefe.
Noch heute bezaubern ihre Erinnerungen an ihren legendären Salon in dem Frauen ( keine Ehefrauen, hi, hi)und Männer, Adelige und Bürger, Militärs, Intellektuelle, Politiker und Künstler wie Ebenbürtige miteinader umgegangen sind...

Schon die Einleitung hat mich für das Buch begeistert, denn die Autorin drückt das aus, was eigentlich meine Sehnsucht nach dieser Zeit und Kultur (mit) ausmacht:

"Sich dieser berühmten Gesselligkeitskünstlerin und Briefautorin zuzuwenden , bedeutet, Formen des menschlichen Zusammenlebens nachzuspüren, die uns längst abhanden gekommen sind.
Unsere Gesellschaft ist mehr oder weniger egoistisch geworden. Die menschen wollen empfangen und nicht leisten, wollen sich unterhalten lassen und nicht unterhalten.
Es fehlt die Fähigkeit sich zweckfrei zu vergnügen, es fehlen Gesprächskultur und Höflichkeit.
es mangelt an Bereitschaft, ohne Vorteilssuche auf andere Menschen zuzugehen.
Uns unterhalten ganze Industrien, Kino, Video und reality tv...
Die Kunst der Geselligkeit beherrschen wir nicht mehr.



[Dieser Beitrag wurde am 04.01.2006 - 19:40 von MadameKaya aktualisiert]





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Es gibt kein echtes Leben im Falschen...

Adolphe ...
Zweig
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...   Erstellt am 04.01.2006 - 20:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Was man um 1800 so las, wenn man „In“ sein wollte, darüber gibt es ein amüsantes, empfehlenswertes Büchlein Auskunft:

O Lust, allen alles zu sein, deutsche Modelektüre um 1800, Reclam Verlag

Im lockeren Ton werden Dichter und deren Werke die „man“ so las vorgestellt und kommentiert.

Kleine Leseprobe:
„Manches Tuch ward um den armen Werther naß geweint und manche Gesellschaft durch eine von Werthers Leiden inspirierten Sprecherin in schwermütige Stimmung gesetzt. Keiner konnte sich in dieser Epoche mit einigem Anstand erschießen, oder er musste es über den aufgeschlagenen „Werther“ tun; zum allerwenigsten musste er den Tag vorher im „Werther“ geblättert haben, wenn er nur einigermaßen den Beifall der Modewelt haben und mit all seinem Heldenmut nicht unbemerkt aus der Welt schleichen wollte“

Also, ein schönes Taschenbuch mit ca. 400 Seiten, das den sympathischen Vorteil hat, dass es kaum was kostet. Schaut im ZVAB nach.





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Der Schein trügt..........

Katja ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 09:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Danke Madame Kaya und Adolphe!

Das Büchlein das Du erwähnst Adolphe habe ich auch im Schrank stehen und hatte es schon ganz vergessen da ich es vor Jahren einmal gelesen habe, kann es also auch leihweise zur Verfügung stellen!
Lohnt sich wirklich.

Madame Kaya- Ihr Zitat ist ja geradezu provokativ das wir versuchen sollten es anders zu machen!
Denn mir ging es genauso wie Ihnen als ich das oben erwähnte Buch las und dieser Gedanke hat mich unter anderem zu der Gründung unserer Gruppe verleitet.
Überdruß und Langeweile über die Unterhaltungsindustrie mit gleichzeitigem Interesse an Menschen,besonders gleich gesinnten.........

Ja,das beschreibt unseren Kreis sehr gut!





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Haute Niveau Culturel et Responsabilité

Justine_de_Farinot ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 11:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


MadameKaya schrieb

    "Sich dieser berühmten Gesselligkeitskünstlerin und Briefautorin zuzuwenden , bedeutet, Formen des menschlichen Zusammenlebens nachzuspüren, die uns längst abhanden gekommen sind.
    Unsere Gesellschaft ist mehr oder weniger egoistisch geworden. Die menschen wollen empfangen und nicht leisten, wollen sich unterhalten lassen und nicht unterhalten.
    Es fehlt die Fähigkeit sich zweckfrei zu vergnügen, es fehlen Gesprächskultur und Höflichkeit.
    es mangelt an Bereitschaft, ohne Vorteilssuche auf andere Menschen zuzugehen.
    Uns unterhalten ganze Industrien, Kino, Video und reality tv...
    Die Kunst der Geselligkeit beherrschen wir nicht mehr.




Da haben wir den Beweggrund für unsere neue Salonkultur doch schwarz auf weiß.
Ich glaube, in dieser Erkenntnis liegt auch der Erfolg für unsere schönen und vor allem harmonischen Treffen! Wir begreifen, daß jeder von uns ein Teil des Ganzen ist, jeder trägt zum Gelingen eines Abends bei!
Werte, die heutzutage tragischerweise wirklich mehr und mehr verloren gehen, die Abende werden doch nicht gemeinsam verbracht, jeder läßt sich unterhalten, es gibt doch genug Medien, nicht einmal zu unterhalten braucht man sich noch
Ich denke, wir sind (witzigerweise auch durch das Hobby) auf dem richtigen Weg, uns auch für den Alltag diese Dinge zu merken und zu verinnerlichen





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Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau)

MadameKaya ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 20:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Genial Adolphe, genau so etwas habe ich schon immer gesucht.
Reclam sei Dank !

Nicht das ich mich morgen bei meinem Buchhändler blamiere, der Titel "O Lust,allen alles zu sein" ist so korrekt?

@Tina und Katja:

Ja die Dame hat mich mit ihreen treffenden Formulierungen mitten ins Herz getroffen....

[Dieser Beitrag wurde am 05.01.2006 - 20:14 von MadameKaya aktualisiert]





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Es gibt kein echtes Leben im Falschen...

Katja ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 20:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Titel ist korrekt so-nimm es Dir doch am Samstag bei mir aus dem Bücherregal liebste Freundin!





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Haute Niveau Culturel et Responsabilité

MadameKaya ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 20:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ohne Unhöflich zu sein, meine Herzensschwester, das Büchlein muß ich ganz und gar selbst besitzten.
Außerdem muß ich mir noch ein weiteres Reclam Heft zulegen, da lohnt sich der Gang.





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MadameKaya ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 21:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


www.kollektiveautorschaft.uni-koeln.de/salonkultur.htm

Ein Interessante Ergänzung zu Carola Sterns Buch und der Berliner Salonkultur im allgemeinen.





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Justine_de_Farinot ...
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...   Erstellt am 05.01.2006 - 22:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Fein! Der Link wäre doch auch noch was für unsere Linkliste, Katja!





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britta 
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...   Erstellt am 08.01.2006 - 17:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


...ich liebe link-listen !!!




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