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<Minotaurus>
unregistriert

...   Erstellt am 30.01.2009 - 20:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Holly schrieb
    Hendryk M.Broder hat gesagt: „Je heftiger die Gespenster von gestern bekämpft werden, um so heftiger werden die Gespenster von heute übersehen“.

...und der Mino meint: "Ist es nicht wesentlich leichter, die Gespenster von gestern zu bekämpfen als die Gespenster von heute?"

Die Gespenster von gestern können sich nicht mehr wehren, daran darf sich jeder völlig gefahrlos profilieren. Wogegen die Gespenster von heute überaus wehrhaft sind.
Ein typischer Fall von "deutschem Heldenmut?"




Paula ...



...

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...   Erstellt am 31.01.2009 - 00:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mondnixe schrieb

    Wir brauchen Gedenktage des Holocaust. Die Ermordung der Juden und ihre Geschichte ist immer noch nicht in den Köpfen von jungen Menschen, wie die jüngste Tschibo Werbung beweist.

    Tschibo hat den Mund zu voll genommen.

    „Jeden, den seinen“ heißt die neueste Werbekampagne.
    Damit wollte der Kaffeeröster seinen Kaffee in 700 Esso Tankstellen verkaufen.
    Jetzt müssen die Plakate runter, denn in der Werbeagentur saßen offenbar nur Leute, die im
    Geschichtsunterricht immer nur 4 gewinnt gespielt haben, sonst hätten sie gewusst, wer das berühmte : Suum cuique! Jedem das Seine!
    von sich gegeben hat.

    Zum Schlagwort ist Jedem das Seine! dadurch geworden, dass der oströmische Kaiser Justinian das Suum cuique! seinen fünfzig Bücher umfassenden Pandekten von 533 u. Z. als Rechts- und Gerechtigkeitsprinzip zu Grunde legen ließ.

    Als zynisches Motto brannte auch über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald.
    Jetzt ist die Kaffeewerbung mit Nazi-Beigeschmack gestoppt


    Details hier nachzulesen


Die Tschibo Texter sind nicht die ersten, die historisch schwach auf der Brust sind.
Nokia warb mit: Jedem das Seine für Handygehäuse. Auch die Münchener Merkur Bank hat mit dem Schlagwort schon mal Schlagzeilen gemacht.




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...

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...   Erstellt am 01.02.2009 - 00:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Fundus an Fettnäpfchen ist längst noch nicht ausgeschöpft.
Irgendwann kommen noch Arbeitsvermittler mit dem Slogan: Arbeit macht frei




besucherin
unregistriert

...   Erstellt am 01.02.2009 - 08:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Suum cuique!

Hermann Klenner schrieb
    Überliefert seit zweieinhalb Jahrtausenden, ist Jedem das Seine! zu einem der dienstältesten Schlagworte der Welt geworden. Zudem ist es infolge der Weltgeltung gleicherweise griechischer Philosophie wie römischen Rechts in seiner lateinischen Ursprungsversion Suum cuique! über viele Ländergrenzen hinweg verbreitet.
    Zum Schlagwort ist Jedem das Seine! dadurch geworden, daß der (übrigens in einem Dorf bei Skopje geborene) oströmische Kaiser Justinian das Suum cuique! seinen fünfzig Bücher umfassenden Pandekten von 533 u. Z. als Rechts- und Gerechtigkeitsprinzip zu Grunde legen ließ. So ist noch ein Jahrtausend danach bei Shakespeare zu lesen: Suum cuique is our Roman justice (Titus Andronicus I, 2). Und Justinians Gesetzgebungswerk erwies sich als die folgenreichste Kodifikation der Weltgeschichte: Ihre Regelungen wurden in ganz Europa rezipiert; sie galten in Deutschland zumindest partiell bis ans Ende des 19. Jahrhunderts und sind noch im heutigen Bürgerlichen Gesetzbuch nachweisbar; europäisches Recht wiederum infizierte mittels europäischer Macht das Recht im Rest der Welt.

    Und damit wurde auch Jedem das Seine! zur Gerechtigkeitsformel schlechthin: »Das Recht ist die Kunst des Guten und Gerechten.…Gerechtigkeit ist der unwandelbare und dauerhafte Wille, jedem sein Recht zu gewähren. Die Regeln des Rechts sind die folgenden: ehrbar leben, andere nicht verletzen, jedem das Seine zubilligen«


Jedem das Seine! Geschichte eines Schlagworts

Die Historiker Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker hatten die Idee, die Sinngeschichte von Schlagwörtern zu erforschen. Aus der Idee entstand ein zweibändiges Werk, das zur Leipziger Buchmesse vorgestellt werden wird: »Schlagwörter und Schlachtrufe. Aus zwei Jahrhunderten deutscher Geschichte« (Militzke Verlag Leipzig). Der Rechtsphilosoph Hermann Klenner ging dafür dem Schlagwort Jedem das Seine! auf den Grund.

ich möchte weder tschibo, noch die braunen in schutz nehmen, aber ich meine, es ist interessant, oder?

[Dieser Beitrag wurde am 01.02.2009 - 08:44 von besucherin aktualisiert]




Ingeborg ...



...

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Beiträge: 727
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...   Erstellt am 01.02.2009 - 09:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich muss gestehen: erst durch diese Diskussion
hier, ist für mich "jedem das Seine" ein er-
schreckender Begriff. Hab es vorher nicht
gewusst - doch nie gebraucht, weil es auch ein
dummer Begriff ist.

Ich melde mich mit meinem Nicht-Wissen, um
Euch auch zu bitten, dass Begriffe auch in
aller Unschuld gebraucht werden können.

Gedenktage? ja! Auch - lieber Stefan - wenn sie
vor 300 Jahren auf dieser Welt was bewirkt haben
und unsere Kultur geprägt.

Alle gewollten Gedenktage, um damit den Markt
anzukurbeln, sind ärgerlich.

Ingeborg





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lasst uns wachsam sein

besucherin
unregistriert

...   Erstellt am 01.02.2009 - 10:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ingeborg,

wenn du meinen link folgst, kannst du nachlesen, dass diese dumme spruch immerhin, zitat:

"Wenn auch Justinians Corpus iuris civilis als Quelle des künftigen Schlagwortes Suum cuique! und dessen deutschsprachiger Version Jedem das Seine! gelten mag (womit dieses den Status eines über Jahrhunderte hin verbindlichen Rechtsprinzips innehatte!), so ist das Recht Roms doch nicht die Quelle des diesem Schlagwort zu Grunde liegenden Gedankens."

dass problem in meinen augen ist, dass viele solche sachen von schiklgruber &co. vereinnahmt wurden, und jetzt ein negativen geschmack haben.

hagalil.com schrieb
    "
    Denn Du bist Deutschland!” war auch mal so ein NS-Slogan. Vor einigen Jahren startete dann unter dem Motto “Du bist Deutschland” die größte Social-Marketing-Kampagne in der Mediengeschichte.

    Wer dahinter steckt erläutert die Website der noch immer attraktiven Aktion, die von zahlreichen Prominenten repräsentiert wird, u.a. von der ehemaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (BMFSFJ): “Du bist Deutschland” ist ein Schulterschluss aller wichtigen deutschen Medienunternehmen.
    Zu den Initiatoren zählen große TV-Sender und Gruppen, Online-Anbieter, nahe zu alle Verlage und die Marktführer in Außenwerbung, Kino und Radio.



ein kundgebungsplakat aus 1935.




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