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unregistriert

...   Erstellt am 29.01.2007 - 08:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


27.1. (1945) Befreiung der Häftlinge von Auschwitz
9.11. (1938) Reichspogromnacht
....

Gedenktage, die manchen sehr wichtig sind und die andere für überflüssig halten.

Brauchen wir diese Gedenktage?
Wie soll man mit diesen Jahrestagen umgehen?

Eure Meinung interessiert mich.




Hildebrandt
unregistriert

...   Erstellt am 29.01.2007 - 12:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja, wir brauchen Gedenktage.
Nein, wir brauchen sie nicht, wenn sie zu einer Pflichtübung werden.

Nein, wir brauchen sie nicht, wenn es für die Fernsehsender eine Alibifunktion ist, uns zum x.Mal alte Schinken aus der Filmkonserve zu vergewaltigen.




ART
unregistriert

...   Erstellt am 29.01.2007 - 15:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wir brauchen Gedenktage, wenn wir an diesen Tagen ge- DENKEN.
Schweigeminuten in den Schulen und Behörden, wie sie von Politikern angedacht sind, halte ich für sinnlos. Wie Heidrun schon sagte, eine Pflichtübung, die nichts bewirkt.
Schüler sollten über den Holocaust so informiert werden, dass sie über Politik und Hörigkeit nachdenken.
Ich habe bewusst Schüler geschrieben, weil sie es sind, die keine Zeitzeugen mehr haben, und ihr Wissen und Denken über den Holocaust an die nächste Generation weitergeben müssen.
Das Ge-DENKEN der Judenvernichtung und die Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz ist ein MUSS auch in der Zukunft.




Nouveautes
unregistriert

...   Erstellt am 29.01.2007 - 17:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gedenktage säen nur zu oft den Keim der Aggression aufs Neue, denn das einfache Strickmuster- links die lieben Opfer - rechts die bösen Feinde- lässt das Gedächtnis für das Wesentliche fallen.

Lippenbekenntnisse unsere Politiker, Kirchen und vieler Menschen, nie wieder Nazis, sind Heuchelei betrachtet man, die 61 Jahre nach dem Krieg.

Meine Generation muss den Holocaust nicht aufarbeiten. Ich fühle mich auch nicht schuldig, für das, was meine Vorfahren getan haben, aber ich weiss sehr genau, wenn nicht an die Vergangenheit erinnert wird, wird sich die Vergangenheit wiederholen.




edlervon
unregistriert

...   Erstellt am 29.01.2007 - 21:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja wir brauchen Gedenktage.
Aber nicht aufbestimmte sondern gefühlte, Gedenktage die dem Wort und Hintergrund gerecht werden.
Und das sind keine solchen Tage, an denen die vordergründige Feierlichkeit in der Form eines freien Tages zu verstehen ist.

Marion du hast recht, ich habe auch keine Schuld, wir alle haben keine Schuld daran. Erinnere ich mich an meine Schulzeit und wie dort mit dem Thema 3.Reich umgegangen wurde, dann hatte ich sehr lange das Gefühl doch irgendwie schuldig zu sein.
Heut ist das glücklicherweise anders. Heute weiss ich, dass ich nicht Schuld bin, aber das ich auch eine besondere Verantwortung dafür trage, dass soetwas nie mehr aus unserem Land heraus passieren darf. Das ist unsere Aufgabe und somit gleichzeitig unser Gedenken




HeadWork ...



...

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...   Erstellt am 05.02.2007 - 12:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Jahr bringt eine mir nicht mehr überschaubare Fülle an Gedenktagen für Verstorbene.
Hinzu kommen noch die Gedenktage des Jahres. Angefangen beim Tier des Jahres, Blume des Jahres, Baum des Jahres etc.
Aus meiner Sicht nehmen Gedenktage überhand. Weil die Unesco es so will, gibt es im Februar den "Tag der Muttersprache", im März den "Welttag der Poesie" und - ganz folgerichtig - im April den "Welttag des Buches".
http://de.wikipedia.org/wiki/5._Februar

Es wird Dichtern, Politikern, Wissenschaftlern gedacht, an ihrem Todestag, und an ihrem Geburtstag, und sei dieser schon 300 Jahre her.
Mir ist das alles schon deshalb zuviel, weil es sich jährlich mit der gleichen Resonanz, den gleichen Reden, Berichterstattungen, Feiern abspielt, wie schon immer.

Nun wurden hier zwei ganz bestimmte Gedenktage genannt. Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Diese beiden Gedenktage brauchen wir. Hier bin ich der Meinung meines Namensvetters
Ja wir brauchen Gedenktage.
Aber nicht aufbestimmte sondern gefühlte, Gedenktage die dem Wort und Hintergrund gerecht werden..




Epikur ...



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Beiträge: 481
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...   Erstellt am 14.02.2007 - 17:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der 27.Januar ist seit 2005 ein Internationaler Tag des Gedenkens der an die Menschheitsverbrechen im KZ Auschwitz und den anderen faschistischen Vernichtungslager erinnert.
Diese Resolution wurde gemeinsam von Australien, Israel, Kanada, Russland und den Vereinigten Staaten eingebracht.
Weltweit sollte an den Holocaust und seine Befreiung erinnert werden, so der Beschluss der UN-Vollversammlung.
Nicht vergessen ist die Devise.

Unermüdlich erzählen Zeitzeugen trotz ihres hohen Alters über ihre schrecklichen Erlebnisse in KZs, als Zwangsarbeiter oder in der Emigration.
In den Schulen wird mehr denn je über Faschismus gesprochen.
Vor allem bei jungen Menschen gibt es großes Interesse an Begegnungen mit antifaschistischen Kämpfern, zum Beispiel anlässlich der Befreiungstage in den Konzentrationslagern Auschwitz, Buchenwald, Ravensbrück, Dachau, Mauthausen und anderen.
Gedenkstätten, Kriegsgräber, Zwangsarbeiterlager sind für Lernorte. Sie zeigen deutlich, was Faschisten und ihre Mitläufer und schweigenden Sympathisanten bewegen können.

Die Lippenbekenntnisse von Politikern, der Aufruf zum Aufstand der ANSTÄNDIGEN sind kein Mittel , die neonazistischen Aufmärsche wirksam zu bekämpfen.

Wenn es um Debatten über den Erhalt oder der Errichtung oder dem Sinn von Gedenkstätten des Holocaust und seiner Befreiung geht,
zeigt sich deutlich, dass die offizielle Politik der Bundesrepublik mit der Totalitarismusthese unermüdllich , ja uneinsichtig weiter bemüht ist, die Erinnerung umzuschreiben und gleichzusetzen, was nicht gleichzusetzen ist.
Wir brauchen Gedenktage, um nicht zu vergessen.




CarpeNoctem ...



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...   Erstellt am 18.07.2007 - 08:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn Gedenktage einen Sinn haben sollen, dann wohl den, dass sie uns die Vergangenheit begreiflicher machen und die Gegenwart wie die Zukunft toleranter und menschlicher zu gestalten helfen.

Der noch als ganz junger Schriftsteller von den Nationalsozialisten aus seiner Heimatstadt Wien nach London vertriebene Erich Fried schreibt über Gedenktage:


Die Verbrechen von gestern
haben die Gedenktage
an die Verbrechen
von vorgestern abgeschafft

Angesichts der Verbrechen von heute
machen wir uns zu schaffen
mit den Gedenktagen
an die Verbrechen von gestern

Die Verbrechen von morgen
werden uns Heutige abschaffen
ohne Gedenktage
wenn wir sie nicht verhindern

.




HollyvanMekeren 



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Status: Offline
Registriert seit: 28.05.2007
Beiträge: 117
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...   Erstellt am 26.01.2009 - 23:59Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Morgen ist wieder der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

In den Schulen wird das Schicksal der Ermordeten zum didaktischem Lehrmaterial.
Projekte den toten Juden zu gedenken, haben Hochkonjunktur.

Nun ist die Sehnsucht, eine traumatische Vergangenheit zu bewältigen, verständlich.
Abwegig ist allerdings die Vorstellung, die Fixierung auf diese Vergangenheit, gewährleiste die Befreiung von ihr.

Die vielen Projekte, die anlässlich des Gedenktages vorgestellt werden, gewähren tatsächlich jedem Bürgermeister, jedem Politiker, jedem Lehrer, jedem Kirchenvertreter eine moralische Haltung anzunehmen.

Problematisch scheint mir bei alldem zu sein, dass das Wort "Gedenktag" oftmals für Dinge verwendet wird, die im engeren Sinn nichts mit dem Gedenken zu tun hat.

Es muss sich also noch anderes dazugesellen, eine aussagekräftige gültige Tiefe,stimmig und authentisch.

Begleitet wird diese Haltung von der unnachgiebigen Überzeugung aus der Geschichte gelernt zu haben.

Das allerdings darf stark bezweifelt werden. Gerade vor dem Hintergrund augenblicklicher Ereignisse wird klar, die Beschäftigung mit der Vergangenheit bleibt einfluss- und folgenlos für die Beschäftigung mit der Gegenwart.

Hendryk M.Broder hat gesagt: „Je heftiger die Gespenster von gestern bekämpft werden, um so heftiger werden die Gespenster von heute übersehen“.

Wurde doch vor 2 Wochen auf deutschen Straßen einträchtig:„Tod den Juden“ gegrölt, israelische Fahnen verbrannt, wurde doch auf Flugblättern zum Boykott israelischer Produkte aufgerufen.

Lernen aus der Geschichte? Wohl kaum.
Im Namen des Friedens gegen Israel zu sein, das scheint in Deutschland salonfähig zu sein.

Und so demonstrieren sie an den toten Juden ihren antifasitischen Lerneifer, dessen Quintessenz darin besteht, den lebenden Juden Lektionen in deutscher Friedenspolitik zu erteilen.

Lernen aus der Geschichte? Wohl kaum.
Das scheint mir das Grundproblem zu sein.

Und so sind und bleiben die Projekte zum 27.Januar und 09.November nichts anderes als
Selbsttherapie Versuche einer Gesellschaft, der jegliche Empathie mit den Opfern fehlt.




Mondnixe
unregistriert

...   Erstellt am 30.01.2009 - 18:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wir brauchen Gedenktage des Holocaust. Die Ermordung der Juden und ihre Geschichte ist immer noch nicht in den Köpfen von jungen Menschen, wie die jüngste Tschibo Werbung beweist.

Tschibo hat den Mund zu voll genommen.

„Jeden, den seinen“ heißt die neueste Werbekampagne.
Damit wollte der Kaffeeröster seinen Kaffee in 700 Esso Tankstellen verkaufen.
Jetzt müssen die Plakate runter, denn in der Werbeagentur saßen offenbar nur Leute, die im
Geschichtsunterricht immer nur 4 gewinnt gespielt haben, sonst hätten sie gewusst, wer das berühmte : Suum cuique! Jedem das Seine!
von sich gegeben hat.

Zum Schlagwort ist Jedem das Seine! dadurch geworden, dass der oströmische Kaiser Justinian das Suum cuique! seinen fünfzig Bücher umfassenden Pandekten von 533 u. Z. als Rechts- und Gerechtigkeitsprinzip zu Grunde legen ließ.

Als zynisches Motto brannte auch über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald.
Jetzt ist die Kaffeewerbung mit Nazi-Beigeschmack gestoppt


Details hier nachzulesen




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