Zelda


Status: Offline Registriert seit: 27.09.2008 Beiträge: 1 Nachricht senden | Erstellt am 31.07.2006 - 21:37 |  |
Hurra, ich habe geheiratet. Wieder einmal, es ist die fünfte Hochzeit. Nun soll es für die Ewigkeit sein.
Viermal stand ich schon vor dem Traualtar und sprach die Worte, bis dass der Tod uns scheidet nach .Ich breche keine Gelübde und hielt mich immer daran. Aber was soll ich machen.
Alle meine geliebten Ehemänner verließen sie mich, allzu früh gingen sie von mir.
Bittere Abschiede musste ich nehmen, viermal stand ich an den mit roten Rosen geschmückten Särgen, fassungslos in meinem Schmerz.
Theo war mein erste große Liebe, gute fünfundzwanzig Jahre älter als ich Seine Firma war gefragt. Er war die Liebe in Person. „Evelyn, mein Schatz “, sagte er nach der Hochzeit zu mir, „Du sollst nicht mehr arbeiten, ich habe genug für uns zwei. Ich möchte eine ausgeruhte, zauberhafte und glückliche Frau, wenn ich nach Hause komme. Ich baue dir dein Traumschloss, du bekommst Personal, ich werde dich verwöhnen. Nur versprich mir, dass Du mich ewig lieben wirst.“ Es war so einfach, ihn zu lieben,denn was bedeutet schon das Wort „ewig“. Er las mir wirklich jeden Wunsch von den Augen ab, ich war seine Prinzessin, sein Ein und Alles.
Theo war Investmentbanker. Seine Geschäfte, nahmen viel Zeit in Anspruch. Und er machte Niederlassungen in England und Italien auf. Als das Büro in London fast fertig war, lud er mich zu einer Besichtigung ein, dies ließ sich wunderbar mit einem Einkaufsbummel verbinden. Ach war das Bürogebäude schön, neunzehn Stockwerke, eine begrünte, mediterran bepflanzte Dachterrasse mit Pool, die Hausfronten aus dunklem Glas, richtig elegant.
Und dann dieses entsetzliche Unglück, keiner, auch die Polizei nicht kann sich bis heute erklären, wie es geschehen konnte. Keiner, außer mir. Ein kleiner Stoss genügte und mein Hase stürzte die neunzehn Stockwerke in die Tiefe. Tragisch, dass die Absperrung nicht sicher war.
Ich war eine bezaubernde junge Witwe. Schwarz steht fast jeder Frau ausgesprochen gut und mir ganz besonders. Ich wusste gar nicht, dass ich so eine gute Schauspielerin bin.
Dieses Talent wuchs im gleichen Maße wie mein Bankkonto.
Mein Hase hatte nicht nur eine Lebensversicherung, auch eine Unfallversicherung war vorhanden. Mit dem mir vorher schon überschriebenen Vermögen wurde ich zu einer reichen Frau. Sechs Monate trauerte ich gut sichtbar, legte jeden Tag frische Blumen auf sein Grab und opferte einiges Geld für einen wunderbaren Grabstein, ich konnte es mir leisten. Selbstverständlich lebte ich völlig zurückgezogen. Mein Ruf als Witwe war unantastbar.
Dann ging ich auf Reisen, ich hatte doch noch nichts von der Welt gesehen. Keine Begleitung natürlich, meine Rolle als trauernde Witwe ließ das nicht zu. An der Cote d’Azur kaufte ich mir eine kleine Villa, in Davos eine Ferienwohnung. Warum sollte es mir nicht gut gehen.
Zwei Jahre genoss ich dieses Leben, keine Verpflichtungen, keine Rechenschaft über meine Zeit ablegen zu müssen, frei und reich zu sein. Dann fühlte mich sehr doch sehr alleine. Meinen zweiunddreißigsten Geburtstag feierte ich in Marbella und da traf ich Georg. Nach zwei Monaten bat er mich seine Frau zu werden und ich sagte zu.
Georg hatte natürlich ebenfalls viel Geld.. Er arbeitete als Vermögensberater und - er war ein Gauner. Was mich überhaupt nicht gestört hat. Wichtig ist, was für mich bleibt, war meine Devise. Woher und wie Geld auf mein Konto kommt, darüber nachzudenken war für mich nicht wichtig. Wer sich bei Geschäften über den Tisch ziehen lässt, ist selbst schuld.
Georg hatte ein Hobby, er war begeisterter Taucher. Vier Mal im Jahr reisten wir nach Key West, die Küsten der Phillipinen, nach Schottland oder die Berry Islands. Als liebende Ehefrau habe ich das Tauchen erlernt, wie er das wollte.
Er suchte so gerne nach versunkenen Schätzen und Schiffen. Der ewige Traum von dem großen Fund eines jeden Tauchers. „Was meinst Du, Schätzchen, wie wir ausgesorgt haben, wenn ich einmal den großen Schatz aufstöbere“, waren seine Worte. Und ich dachte für mich, lass’ ihn träumen, so lange er noch kann.
Eines schönen Sommertages sorgte ich dafür, dass seine Sauerstoff-Flasche nicht mehr sehr voll war, als wir auf Tauchgang gingen. Am Meeresboden lag das Wrack, von dem er sich so viel versprochen hatte.
Georg war hingerissen, natürlich musste das
das Schiff gleich ausführlich, auch Innen erkundet werden. Ich versperrte die Luke hinter ihm und wartete.
Nur eine Stunde dauerte es. Die Luke öffnen und den lieben Georg aus dem Schiff ziehen, im Wasser treiben lassen. Fertig. Nicht besonders anstrengend.
Entsetzt und erschöpft tauchte ich zu unserem Schiff auf, schrie gellend um Hilfe, tobte und hatte einen Nervenzusammenbruch. Die Retter schwammen sofort los, erst Tage später wurde er gefunden. Todesursache: Leichtsinn oder Selbstüberschätzung. Jeder wusste von seiner manischen Wunsch stundenlang zu tauchen und endlich das Schiffswrack zu finden, mit welchem er berühmt und sehr reich werden würde.
Nun hatte ich tragische und schicksalhafte Weise meinen zweiten Ehemann verloren. Kurz nach dem ersten Hochzeitstag.. Und wieder schöpfte keiner Verdacht. Als völlig verzweifelte Witwe war ich inzwischen Oscarreif. Einige Nächte träumte ich von ihm, vielleicht ein kleiner Rest Gewissen. Aber das reichlich ausbezahlte Geld aus den Versicherungen sorgte schnell und nachhaltig für einen guten, traumlosen Schlaf.. Im Trauern hatte ich Übung, obwohl er mir ein wenig fehlte, als Liebhaber war er doch sehr angenehm gewesen. Sentimentalität macht mich nicht satt, sagte ich mir. Zum Sparen tauge ich nicht. also warum weiter grübeln.
Georg wurde mit großer Anteilnahme in seinem Heimatort beerdigt, die Überführung hat mich eine Stange Geld gekostet, aber sie gehörte zum Schauspiel.
Und ich dachte schon bei der zu Herzen gehenden Trauerfeier über einen neuen Sponsor nach.
Doch davon später, ich bin etwas müde und habe Magenschmerzen, wieso eigentlich die hatte ich noch nie....
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Zelda


Status: Offline Registriert seit: 27.09.2008 Beiträge: 1 Nachricht senden | Erstellt am 01.08.2006 - 14:45 |  |
Als tieferschütterte Witwe begab ich mich in ein Sanatorium, so die offizielle Version .
Dass ich mich etwas erneuern lies, brauchte keiner zu wissen, ich war doch schon über dreißig.
War es da nicht an der Zeit? Die Schweiz erschien mir gerade richtig. So fuhr ich nach Genf und blieb zwei Monate in der Klinik. Anschließend war ich schöner denn je.
Auf der Uferpromenade des Sees traf ich Callum, ein Brite in Reinkultur, sehr dekadent und wohlhabend, der dreizehnte Earl of Easterfield, ein Witwer. Seine Tochter lebte bei ihm, was meine Interessen etwas störte. Schließlich würde ich das Erbe teilen müssen, das waren meine Gedanken, als ich ein Jahr nach dem unglückseligen Vorfall mit Georg, in der kleinen Dorfkirche von Easterfield stand.
Doch dann überlegte ich, was soll der Geiz, es würde für beide reichen und nicht zu knapp.
Meine beiden teuren Dahingeschiedenen hatten mich großzügig versorgt, als konnte ich auch so denken. Callum war ein schlechter Liebhaber und
langweiliger Snob.
Seine Themen Pferde,Polo und seine Corgies. Die hatte er nur, weil Her Majesty The Queen diese Hunde ihr Eigen nennt. Immer lief einem so ein schweineähnliches Tier herum. Sogar im Schlafzimmer .
Nur am Samstag, da wurden sie in das Badezimmer verbannt, das war das Signal zum wöchentlichen Sex. Zehn Minuten später wurden die Hunde wieder frei gelassen.
Wie wurde ich diesen Kerl nur wieder los, vier Jahre machte ich das schon mit. Ich hätte mir das vor der Heirat überlegen sollen, aber Geld macht bekanntlich blind. Doch Luzifer hatte wohl Mitleid mit mir.
Callum fuhr mit seinen ekelhaften Hunden und seiner Dusselkuh von Tochter zu einer Hundeschau nach Surrey Auf der Fahrt ereilte ihn das Schicksal. Und ganz ohne mein Zutun. Er fuhr wohl zu schnell, verlor die Gewalt über seinen Wagen, prallte frontal gegen einen Baum. Beide waren sofort tot, die Hunde auch.
Ich war bewildered and greatly cheerless .
Und not amused war ich, über das was kommen sollte. Diesmal verdächtigten mich alle, beim Tod meines geliebten Callums und der tiefbetrauernden Gladys die Finger im Spiel gehabt zu haben. Tagelang hatte ich von der Polizei keine Ruhe.
Die Versicherungen stellten Ermittlungen an.
Die Einwohner von Easterfield schnitten mich auf offener Straße. Wo ich auch hinkam, überall Getuschel und Gerede.
Auch dann noch, als mir nichts nachzuweisen war. Wie auch, diesmal war ich absolut unschuldig.
Die Welt ist ungerecht.
Nun ruhen beide in der Familiengruft derer von Easterfield und das Geschlecht ist ausgestorben. Die 13 hat kein Glück gebracht. Dass heißt, mir schon, denn ich erbte Alles.
Nun war ich nicht nur steinreich und fand es wäre gut, eine gewisse Zeit ohne offiziellen Mann zu leben.
Die Verblichenen haben mir ihr Bestes gegeben, mehr hatte ich nie gewollt. Ihre Gräber wurden gepflegt, das war mein Dank. Jetzt musste ich mich erholen. Schöne Körper zur Entspannung gab es überall, warum einen in mein Haus holen und ihn womöglich noch aushalten.
Ich genoss mein Leben, verbrachte die Zeit an den schönsten Orten der Welt. Aber am liebsten sortierte ich meinen wunderbaren Schmuck.
Doch ich wurde unruhig. Es machte doch auch Spaß Ehen zu planen, Männer zu prüfen und auszuwählen. Und jünger wurde ich auch nicht, so sah ich mich nach einem geeigneten Exemplar um.
Und traf Friedrich. Es war auf der Promenade von
Bad Wiessee als wir uns das erste Mal begegneten.
Schön war er nicht, aber als er in den Jaguar stieg, der von einem Chauffeur gefahren wurde, gefiel er mir sofort. Abends sah ich ihn dann im Casino. Kein Ort wo ich sonst meine Zeit verbringe schade um das schöne Geld, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, er könnte dort sein. Und richtig, da war er.
Der Rest war einfach. Friedrich war hingerissen, warum auch nicht. Wann bekommt ein rüstiger Mittsiebziger schon solche Komplimente.
Drei Monate später waren wir verheiratet. Für mich begann die anstrengendste Zeit meines Lebens.
Doch hatte er das Testament gleich geändert, so dass ich ausharren musste.
Zwei Jahre später wurde er ein Pflegefall und ich begann zu planen.
Alles musste ganz natürlich sein, keiner durfte mir etwas anhängen können. Ich übte mich in Geduld und war die beste Ehefrau der Welt. Der Arzt verbreitete mein Loblied, seine Freunde bewunderten meine Hingabe. Als er dann sanft entschlief kam keiner auf die Idee, dass die Dosierung seines Insulins etwas zu hoch war.
Diesmal gab es nur Anteilnahme. Auf meinem Konto einige schöne runde Zahlen mit vielen Nullen.
Und Schwarz kleidet mich immer noch am besten.
Warum kann ich nicht mehr so lange auf bleiben, warum bin ich nur so müde und diese unerklärlichen Magenschmerzen.....
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Zelda


Status: Offline Registriert seit: 27.09.2008 Beiträge: 1 Nachricht senden | Erstellt am 02.08.2006 - 20:34 |  |
Lange Zeit genoss ich meine Freiheit, das wunderbare Leben.
Bis meine Freundin Ella mit einem neuen Ehemann ankam. Wie gut aussehend der Mann war. Sie schwärmte von ihm als wundervollen Liebhaber und besorgten Gatten. Er würde ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen. Der ideale Lebensgefährte.
Und ich fing an nach zudenken. Das wäre doch auch etwas für mich. Geld hatte ich genug, die fünfzig waren überschritten. Diesmal wollte ich nur meinem Gefühl folgen.
Keine finanziellen Interessen sollten eine Rolle spielen. Also konnte ich nicht an den Orten fündig werden, wo ich bekannt war. Was tun?
Internet? Partnersuche? Aber seriös musste es sein.
Anmelden und los ging es. Knapp zwei Monate später und meine Hoffnungen erfüllten sich.
Walter 45, 180/80 Inhaber eines pharmazeutischen Betriebes, geschieden, keine Kinder, keine Haustiere. Wir haben uns getroffen und der Blitz schlug ein. So etwas kannte ich überhaupt nicht.
Wenn er mich ansah, stockte mir der Atem.
Das war er, das musste er einfach sein. Als er meine Hand hielt lief es mir kalt über den Rücken, wenn er mich ansah öffnete sich der Himmel.
Vor drei Monaten haben wir geheiratet, es war ein rauschendes Fest. Er ist ja in seiner Stadt sehr bekannt.
Als er mich fragte, ob ich einverstanden wäre in seine Firma zu investieren, war ich begeistert. Geld ist dazu da um sich zu vermehren und die Unterlagen klangen vielversprechend. Wie sehr Walter mich liebt, hat er mir mit einer Lebensversicherung bewiesen, die er abgeschlossen hat. Da war es nur richtig, wenn ich das auch machen würde. Und wir haben Testamente auf Gegenseitigkeit abgeschlossen, nun sind wir ein Team.
Wenn nur nicht meine Magenprobleme wären. Aber Walter hat mir Kräuterkapseln aus der Firma mitgebracht die helfen werden. Sie wurden extra für mich gemacht. Fräulein Clara, eine langjährige Angestellte würde sie mischen, sagte Walter.
Donnerstag feierte er seinen 46. Geburtstag und unser neues Haus ist auch fertig geworden. Ich hatte eine Überraschungsparty arrangiert. Mein Geschenk an Walter eine Flasche Remy Martin Louis XIII, die € 3000,-- war er mir wert.
Alles was Rang und Namen in der Stadt hat habe ich geladen. Um meine Dankbarkeit zu zeigen, auch Fräulein Clara.
Dann kam sie. Schlank, blond, jung. Sehr lange konnte sie noch nicht Mitarbeiterin sein.
Nein, ich durfte doch nicht misstrauisch sein. Walter liebte nur mich. Die Party wurde ein Erfolg.
Als ich am nächsten Tag den Smoking zur Reinigung geben wollte, fand ich einen Zettel:
*Walter, lange kann ich nicht mehr warten, ich liebe dich, Clara“.
Also doch. Was tun? Schweigen, abwarten, planen, handeln.
Heute Abend war Walter besonders liebevoll, er hat sogar gekocht und war richtig besorgt. Das neue Medikament würde bestimmt helfen, meinte er.
Meine Magenschmerzen werden immer stärker, mir
wird schwarz vor den Augen, was ist nur mit mir...
Cognac.... Cognac.... uns scheidet der Tod nicht...für immer vereint!
Aus der Region:
Tragisches Ende!
Der bekannte Industrielle Walter B.
verkraftete den Tod seiner geliebten
Gattin nicht. Am Abend nach der Beerdigung
beging er Selbstmord. Das Gift nahm er mit
seinem Lieblingsgetränk Remy Martin ein.
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