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...   Erstellt am 28.02.2008 - 08:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bio-Kraftstoffe: Raubbau unter Klimaschutz-Deckmantel

Forscher fordern umfassendere, objektive Analyse der Biotreibstoffthematik


Hohenheim/Würzburg (pte/25.02.2008/13:55) - Experten der Gesellschaft für Tropenökologie (gtö) http://www.gtoe.de sehen im Ausbau der Agro-Kraftstoff-Pflanzungen einen Raubbau an der Natur. In großem Tempo würden derzeit die noch verbliebenen natürlichen tropischen Lebensräume in Nutzflächen umgewandelt, um den enormen Flächenbedarf für Agro-Kraftstoffe zu schaffen, stellt die Gesellschaft zum Abschluss ihrer fünftägigen Tagung an der Universität Hohenheim fest. In einer Resolution haben 200 Wissenschaftler aus aller Welt an Bundesregierung, EU und weitere am Klimaschutz beteiligten Organisationen appelliert, sich für eine umfassendere, objektive Analyse der Agrotreibstoffthematik einzusetzen. Die Forscher fordern, nur die Entwicklung von solchen Konzepten zu fördern, bei denen kein weiterer Raubbau an den natürlichen Ökosystemen der Tropen stattfindet, die für die gesamte Erde lebenswichtige Leistungen erbringen.

"Das ist ein Raubbau unter dem Deckmantel des Klimaschutzes, der vor allem wirtschaftlichen Interessen dient, ohne dass die Folgen für das Weltklima, die Nahrungsmittelversorgung, die Gesundheit und die sozio-ökonomischen Folgen für die betroffene Bevölkerung angemessen bilanziert werden", meint gtö-Präsident Karl Eduard Linsenmair im pressetext-Interview. Die in der EU geforderte Beimengung von zehn Prozent Agrotreibstoffen bezeichnet der Forscher, der Professor für Tierökologie und Tropenbiologie am Biozentrum der Universität Würzburg http://www.zoo3.biozentrum.uni-wuerzburg.de ist, als hellen Wahnsinn. "Am schlimmsten sind die Auswirkungen in den Tropen. Aus massiven ökonomischen Interessen heraus kommt es zu einem überstürzten Handeln, bei dem die Anbaugebiete für Bio-Kraftstoffe massiv und ohne Abschätzung der Folgen ausgeweitet werden", kritisiert der Forscher. "Felder von Kleinbauern werden rasant aufgekauft, um große zusammenhängende Plantagen zu schaffen. Diese verlieren dann ihre Lebensbasis. Teilweise können sie noch auf qualitativ schlechtere Böden ausweichen, wo sie aber wegen der minderen Qualität größere Flächen roden müssen, um die Nahrungsmittelproduktion zu halten." Damit werde aber der Druck auf die restlichen Flächen weiter erhöht.

Auch über die angeblich positive Ökobilanz der Agrotreibstoffe wundert sich Linsenmair. Es gebe nur ganz wenige Fälle, in denen es eine vernünftige Ökobilanz gebe. Das sei bei der Bioethanol-Herstellung aus Zuckerrohr unter gewissen Voraussetzungen möglich. Den Klimaschutz hält Linsenmair deshalb meist für ein vorgeschobenes Argument. "Hier geht es primär ums Geld, nachdem die Energiepreise und der Energiebedarf so weit gestiegen sind, dass jetzt die Bio-Kraftstoffe sehr attraktiv werden." Zudem sieht der Experte eine steigende Konkurrenz der Agrotreibstoffe mit der Lebensmittelproduktion.

Linsenmair betont auch die Bedeutung der immer noch weitgehend unerforschten Tropen für die Zukunft der Pharmazie. Pharmazeutisch seien die Tropen ein gigantisches Reservoir noch ungenutzter Wirkstoffe, deren Wert derzeit von pharmazeutischen Forschern wiederentdeckt würde. "Die Forscher sehen große Potenziale, z.B. in der Entwicklung neuer Antibiotika aus Hautgiften tropischer Frösche oder Antigerinnungsmittel aus dem Speichel von Vampirfledermäusen, um nur zwei von vielen weiteren Nutzungsmöglichkeiten anzuführen", so der Wissenschaftler. Der jährliche Handelswert traditioneller Arzneimittel liege bei 80 Mrd. Dollar. Weltweit hingen 80 Prozent der Menschheit von solcher Naturmedizin ab. Es könne nicht sein, dass die wertvollsten Böden in den Tropen dazu verwendet würden, um Treibstoffpflanzen anzubauen, nur um kurzfristig ein gutes Geschäft damit zu machen, so der Forscher abschließend im pressetext-Gespräch.

"Die Grundidee der Bio-Kraftstoffe, die man richtiger als Agro-Kraftstoffe bezeichnen sollte, ist nicht schlecht", kommentiert Mitveranstalter Wolfgang Küppers, Professor für Botanik an der Universität Hohenheim http://www.uni-hohenheim.de. Es gebe auch vielversprechende Beispiele für den angepassten Anbau von Energiepflanzen. Ein Beispiel dafür sei etwa Biodiesel aus Jatropha-Pflanzen, die auf ausgelaugter Erde wachsen und dabei wieder fruchtbare Böden aufbauen. (Ende)


Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-307





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...   Erstellt am 01.03.2008 - 21:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hier Bio - dort Tod
Vom Sterben des Orang-Utan


TV Reportage von Inge Altemeier ( www.globalfilm.de )

Ein Orang-Utan-Junges sucht verzweifelt nach seiner Mutter. Es schleppt sich über eine Palmölplantage auf Sumatra, Indonesien, die mit deutschen Steuergeldern subventioniert ist.
Für die Plantagenbesitzer sind die Orang-Utans eine Plage, denn Palmöl ist ein begehrter, scheinbar ökologisch sinnvoller Rohstoff. Margarine, Waschmittel, Kosmetika und Bio-Kraftstoff werden daraus hergestellt. Die massenhafte Herstellung von Palmöl ist längst umstritten. Der Film "Hier Bio - dort Tod" dokumentiert die fatalen Folgen der groß angelegten Palmölproduktion.
Die langjährigen Recherchen der Autorin Inge Altemeier dokumentieren die Verwandlung eines Paradieses in öde Plantagenlandschaften. Dennoch wird immer häufiger auf den Rohstoff Palmöl zurückgegriffen, auch in Deutschland. Trotz der bekannten katastrophalen Auswirkungen der Palmölplantagen auf die Ökologie werden zum Beispiel auch in Norddeutschland Kraftwerke mit Palmöl betrieben, als Ersatzstoff für Diesel.

Bitte leiten Sie diese Mail an möglicht viele Freunde und Bekannte weiter.

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank

Reinhard Behrend
Rettet den Regenwald e. V.
Friedhofsweg 28
22337 Hamburg
040 4103804
info@regenwald.org
www.regenwald.org





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...   Erstellt am 11.04.2008 - 16:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lernen aus dem Biosprit-Desaster

Wenn ein Bauer einen Hektar Raps anbaut, kann er pro Jahr etwa 16.000 Kilowattstunden Energie ernten. Wenn er auf derselben Fläche eine Photovoltaik-Anlage errichtet, kann er 400.000 KWh Solarstrom produzieren. Wenn er aber auf seinem Acker ein Windrad installiert, erntet er sechs Millionen KWh Windstrom.
weiter: Sonnenseite





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...   Erstellt am 27.08.2008 - 06:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jatropha-Boom

Monokultur, Vertreibung, Verarmung


Jatropha-Anbau führt zu Raubbau und macht Kleinbauern zu schlecht bezahlten, entwurzelten Plantagenarbeitern

In Afrika hat ein neuer Goldrausch eingesetzt. Aber nicht Edelmetall hat die Begehrlichkeiten geweckt, sondern die Jatropha-Pflanze. Aus ihren ölhaltigen Nüssen wird Agrodiesel hergestellt, der, so lautet das Versprechen, die afrikanischen Länder von den hohen Kosten für Erdölimporte entlasten soll. Investoren wie PROKON (Deutschland), Sun Biofuels und D1 Oils (Großbritannien), Diligent Energy Systems und BioShape (Niederlande), Bio Fuel Norway (Norwegen) und Biwako Bio-Laboratory (Japan) wollen viele Millionen Euro aufwenden, damit die häufig flächengroßen Staaten Afrikas teils fruchtbarstes Land für ausgedehnte Plantagen mit Jatropha curca und anderen sogenannten Energiepflanzen freigeben. Es hat den Anschein, als handle es sich dabei um ein Geschäft zum beiderseitigen Nutzen: Die Regierungen erhoffen sich von den Unternehmen, dass sie die wirtschaftliche Entwicklung fördern, indem sie unter anderem Straßen und Raffinerien bauen sowie zahlreiche Arbeitsplätze
schaffen; die Unternehmen hingegen erwarten reichlich Profite, da Agrosprit vor dem Hintergrund schwindender Erdölreserven immer wertvoller wird.

Die Schattenseiten des Jatropha-Anbaus werden in der Berichterstattung über den "grünen Goldrausch" meist nicht oder allenfalls in Nebensätzen erwähnt. Dabei wirft der Jatropha-Boom schon in seinen Anfängen einen breiten Schatten. Wie bei jeder anderen Pflanze, die in Monokultur angebaut wird, besteht die Gefahr, dass die Erzeuger am unteren Ende der Produktionskette weitgehend leer ausgehen, während die Händler und mehr noch die Investoren den meisten Profit einfahren. Zudem bildet sich derzeit eine globale Konkurrenzsituation zwischen den Jatropha-Erzeugern heraus, was ähnlich wie bei anderen Monokulturen dazu führen dürfte, dass die Rohstoffpreise gedrückt werden.

Umgekehrt wird der Jatropha-Samen für die Bauern immer teurer. So musste ein Farmer in Kenia, dessen Regierung im Mai 2008 eine auf fünf Jahre angelegte Biotreibstoff-Strategie verabschiedet hat, im Jahr 2006 für ein Kilogramm Jatropha-Samen 1000 kenianische Schillinge (10,25 Euro) bezahlen; heute muss er für nur noch ein halbes Kilogramm die dreifache Menge hinlegen [1]. Das ist eine Preissteigerung von 600 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Die kapitalstarken Investoren, die von anderen Kontinenten kommend in Afrika Ländereien pachten oder sich örtlicher Partnerunternehmen bedienen, tun dies nicht, um "den armen Afrikanern" zu helfen, sondern um zu erreichen, dass eben diese "armen Afrikaner" für sie die schweißtreibende Arbeit verrichten und die Jatropha-Nüsse ernten. Selbstverständlich zu so geringen Lohnkosten wie möglich und unter extrem ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen (lange Arbeitszeiten, Entlassung im Krankheitsfall oder Nicht-Erreichen der geforderten Erntemenge, Ruinierung der Gesundheit aufgrund der Pestizidbelastung).

Das alles ist seit vielen Jahrzehnten von Plantagen bekannt, auf denen Kaffee, Kakao, Tabak, Zuckerrohr, Mais in Monokultur angebaut wird. Mit Jatropha wird es sich nicht anders verhalten. Es könnte sich als folgenschwerer Irrtum erweisen, wenn man die Ergebnisse von kommunalen Jatropha-Projekten auf den großflächigen Plantagenanbau übertragen will. Es handelt sich schlechterdings um zwei verschiedene Welten.

Viele Dorfgemeinschaften in Ländern wie Mali, Tansania oder Sambia bauen Jatropha an und ziehen daraus einen gewissen Nutzen. Westliche Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen unterstützen dies im Rahmen von Entwicklungshilfe und Pilotprojekten. Die bis zu fünf Meter hohe Pflanze eignet sich als Schutz gegen Wildfraß und wird deshalb traditionell als Feldbegrenzung angelegt. Denn Tiere fressen kein Jatropha und werden so auf einfache Weise davon abgehalten, in die Getreide- und Gemüsefelder einzudringen. Darüber hinaus lässt sich das Öl aus der Jatropha-Nuss mit relativ bescheidenen, mechanischen Mitteln gewinnen und zu Treibstoff oder Seife verarbeiten. Auch in der Heilbehandlung findet Jatropha Anwendung. In diesem Sinne bleiben die Dorfgemeinschaften Selbstversorger oder verdienen sich eine Kleinigkeit dazu.

Es trifft zwar zu, dass Jatropha eine recht genügsame Pflanze ist, die auf kargen Böden gedeiht, die für andere Nutzpflanzen kaum bis gar nicht geeignet sind, und dass sie längere Perioden ohne Wasser auskommt. Doch verstünden Investoren nichts vom Geschäft, wenn sie nicht bestrebt wären, für ihre Plantagen bessere Böden in klimatisch günstigeren Regionen herauszuschlagen. Im übrigen erfordert Jatropha im Durchschnitt mindestens 600 mm Niederschlag im Jahr, und sie verträgt keinen Frost. Beides natürliche Voraussetzungen, die eine Jatropha-Kultivierung in ariden bis semiariden Gebieten sowie in Höhenlagen einschränken.

Agrosprit anstelle von Nahrung

Das häufig vorgebrachte Argument, dass Jatropha nicht in Konkurrenz zu Pflanzen für Nahrung steht, trifft nicht zu. Mehrere Länder haben bereits die Erfahrung gemacht, dass Jatropha auf fruchtbaren Böden angebaut wird - und das, obwohl diese Länder Netto-Importeure für Nahrung sind. So wurden ausgerechnet in Äthiopien, in dem es regelmäßig zu teils schweren Hungersnöten kommt, viele Millionen Hektar Land für die Agrospritproduktion (unter anderem aus Jatropha) freigegeben. Im September 2007 hatte das äthiopische Kabinett von Premierminister Meles Zenawi erstmals eine "Bio-Treibstoff-Entwicklungs-Strategie" verabschiedet. Darin wurde zwar festgelegt, dass keine Nahrungspflanzen zu Agrosprit verarbeitet werden dürfen, aber es wurde versäumt, eindeutig festzulegen, dass Agrospritpflanzen ausschließlich auf Böden angebaut werden dürfen, die für Nahrungspflanzen ungeeignet sind. Das "Versäumnis" dürfte kein Zufall gewesen sein. Ohne die Hilfe der afrikanischen
Regierungen, die nicht selten gegen die Interessen der Kommunen arbeiten, könnten Investoren mit ihren Anliegen nicht landen.

Inzwischen hat eine äthiopische Regierungskommission festgestellt, dass von den 100.000 Hektar, die das Unternehmen Horizon Plantation zum Anbau von Agrospritpflanzen beantragt hatte, 15 Prozent "fruchtbar" waren, also satte 15.000 Hektar [2]. Außerdem hatte man für den in München ansässigen Investor Flora Ecopower Holding AG 13.000 Hektar Land im Babile-Naturschutzgebiet zur Bewirtschaftung freigegeben, obgleich 87 Prozent dieser Region Lebensraum der in Äthiopien nur noch selten anzutreffenden Elefanten ist [3]. Der Investor strebt den Erwerb von Nutzungsrechten für 60.000 Hektar Land an.

Die tansanische Regierung von Präsident Jakaya Kikwete musste vor einiger Zeit einräumen, dass sie gar nicht so genau wisse, wo überall im Land Plantagen eingerichtet würden, die Entwicklung sei ihnen aus den Händen geglitten [4]. Oppositionspolitiker forderten ein Moratorium für die Freigabe von Land für Jatropha und andere Agrospritpflanzen, bis dass der Staat die Kontrolle erlangt habe. (Für Zuckerrohr-Plantagen wurden im tansanischen Usangu-Becken 1000 Bauern vertrieben, und das Wasser, das bislang ihre Höfe versorgt hatte, wurde zu der Großfarm eines Investors umgeleitet.)

Als geradezu infam empfindet der Abgeordnete Hasnain Dewji aus der Provinz Kilwa einen Pachtvertrag mit dem niederländischen Unternehmen BioShape für landwirtschaftliche Flächen in mehreren Bezirken, in denen Jatropha auf fruchtbaren Böden angebaut werden soll. Die Pachtzeit beträgt 50 Jahre! Es lässt sich vorstellen, dass der Boden anschließend ausgelaugt und pestizidbelastet sein wird.

Im Norden Ghanas waren die Bewohner der Region um das Dorf Alipe, 30 Kilometer von der Provinzhauptstadt Tamale entfernt, sichtlich schockiert, als sie im November vergangenen Jahres erfuhren, dass Bio Fuels Africa, ein Ableger des norwegischen Unternehmen Bio Fuels Norway, begonnen hatte, kommunales Land zu roden, das sie traditionell zum Ernten von Sheanüssen und zum Weiden ihres Viehs genutzt hatten [5]. Der norwegische Investor wollte dort auf 38.000 Hektar Jatropha anbauen. Der Behauptung des Unternehmens, es handele sich um "unproduktives" Land, widersprachen die Einwohner vehement. Den nachgeschobenen Versprechungen des Unternehmens, dass es Jatropha im Wechsel mit Pflanzen für Nahrung anbauen, viele Arbeitsplätze bereitstellen und eine Schule und eine Klinik bauen werde, trauten die Dorfbewohner nicht. Schließlich hatte er sich zuvor das Nutzungsrecht auf windige Weise von einem des Schreibens unkundigen Chief per Daumenabdruck genehmigen lassen.

Dem noch nicht genug, dass Jatropha-Plantagen auf fruchtbarem Land eingerichtet werden, das dringend für die Nahrungsproduktion der vielerorts hungerleidenden Menschen benötigt wird, es kommt auch zu Vertreibungen der angestammten Bevölkerung, damit die Plantagen Platz haben. In Tansania wurden elf Dörfer geräumt und viele tausend Bauern vertrieben, weil der Investor Sun Biofuels im Kisarawe-Distrikt der Coast-Region 9.000 Hektar Land für den Jatropha-Anbau gepachtet hat [6]. Die sogenannte Entschädigung für die Vertriebenen genügt hinten und vorne nicht, um andernorts eine Existenz aufzubauen. Abgesehen davon geht mit der Vertreibung eine Entwurzelung einher, die sich gar nicht in Geldwerten ausdrücken lässt.

Es gilt noch zu untersuchen, ob nicht ausgerechnet die Pilotprojekte, die womöglich in bester Absicht von staatlichen wie von nichtstaatlichen Organisationen in afrikanischen Ländern zur Förderung der Jatropha-Kultivierung initiiert wurden, die Vorarbeit für die Unternehmen leisten und ihnen letztlich als Türöffner dienen, um vom umweltzerstörenden, sozialunverträglichen und wirtschaftlich zweifelhaften Monokulturanbau zu profitieren. Jedenfalls sollte der kommunale Jatropha-Anbau nicht mit dem auf den großen Plantagen verwechselt werden. Im ersten Fall dient die Pflanze den Menschen vor Ort zur Bereicherung ihres Lebens - im zweiten Fall dienen umgekehrt die Dorfbewohner der Pflanze, und es bereichern sich Menschen, die woanders leben.

Anmerkungen:

[1] http://allafrica.com/stories/200808130867.html
[2] http://www.addisfortune.com/Al%20Amoudi … o-Fuel.htm
[3] http://www.afrol.com/articles/28075
[4] http://allafrica.com/stories/200807240051.html
[5] http://allafrica.com/stories/200804211722.html
[6] http://pacbiofuel.blogspot.com/2007/08/ … ts-to.html

AFRIKA/1729

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Kyoto-Protokoll und Biosprit zerstören Regenwald

Der Handel mit Biosprit boomt, weil die Industrieländer den Anbau subventionieren. Biosprit schadet der Umwelt, weil dafür in gigantischem Ausmass Regenwälder abgeholzt werden. Allein in Südostasien wurde als Folge der Kyotoprotokoll-Politik bereits Regenwald auf einem Drittel der Fläche Deutschlands vernichtet......

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