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BDBruemmer1  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 21.06.2006 - 00:26 |  |
Geschichte

Was gibt es schöneres als an einem lauen Sommerabend draußen zu sitzen und ein kühles, frisch gezapftes Bier zu genießen.
Das Bier, in Deutschland Volksgetränk Nummer eins, hat eine über 6000 Jahre alte Geschichte. Der Ursprung des Bierbrauens geht wahrscheinlich auf die Sumerer zurück, dem ältesten Kulturvolk der Erde, das zwischen Euphrat und Tigris lebte. Man geht davon aus, dass das Urbier durch einen Zufall entstanden ist, und zwar durch einen stehen gelassenen Brotteig, der feucht wurde. Hefen aus der Luft setzten dann den Gärprozess in Gang.
Nachdem die Menschen dann in der Lage waren, den natürlich einsetzenden Gärprozess unter Kontrolle zu halten und zu steuern, war der Anfang der Braukunst gemacht. Bier galt zuerst als übernatürliches Getränk mit göttlichem Ursprung und diente aus diesem Grund auch als Qpfergabe.
Den Sumerern folgten die Babylonier, die vieles aus der sumerischen Kultur übernahmen, so auch die Braukunst. Sie sollen sogar schon 20 verschiedenen Biersorten hergestellt haben und ihr König Hammurabi erließ das erste Reinheitsgebot für Bier - nachzulesen auf einem Steinblock mit 360 eingemeißelten Gesetzen. Dieser Stein befindet sich im Louvre in Paris. Unter anderem heißt es dort:
„Wer zum Bier andere Zutaten als Gerste und Hopfen nimmt, wird in seinem Brautopf ersäuft“.
Von Babylonien kam das Bier nach Ägypten und dort gehörte es bald neben Brot zur täglichen Nahrung. Die Ägypter bevorzugten Bier, das mit Anis, Safran und Honig gewürzt war.
In unseren Breitengraden tranken die „alten Germanen“ schon vor ca. 3500 Jahren eigenes Bier - das ist durch Funde aus germanischen Gräbern belegt. Dieses Bier allerdings war um ein mehrfaches stärker als das, was wir heute darunter verstehen. Außerdem wurden dem Bier zu Ehren der Götter oft halluzinogene Pflanzen und Pilze zugesetzt.
Auch wenn die Braumeister heute vorwiegend Männer sind, so waren sowohl das Bierbrauen als auch das Brotbacken in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung Sache der Frauen.
Kurz vor der Jahrtausendwende nahmen sich auch die Klöster des Brauens an. Ca. 800 n.Chr., zu Zeiten Karls des Großen, gab es allein im bayrischen Raum schon 150 Klöster, die Bier brauten.
Die Mönche waren entscheidend an der Entwicklung der Braukunst beteiligt. Noch heute verdankt ihnen die Brauwissenschaft wichtige Erkenntnisse. Mönche waren es auch, die erstmalig Hopfen als Biergewürz einsetzten.
Ursprünglich wurde das selbst gebraute Klosterbier als nahrhaftes und wohlschmeckendes Getränk zu den Mahlzeiten gereicht. Vor allem während der Fastenzeit kam den Mönchen Bier gelegen, denn Trinken war ja erlaubt - frei nach dem Motto: „Was flüssig ist, bricht kein Fasten“.
Die Mönche hatten am Tag Anspruch auf fünf Maß Bier, die zum Essen getrunken wurden.
Bald brauten die Mönche nicht nur für ihren eigenen Bedarf. Jedem Wanderburschen und Reisenden, der an einem Kloster vorbeikam und um Unterkunft bat, wurde Bier ausgeschenkt.
Nachdem die Mönche das Recht erhielten, Bier gewerblich zu verkaufen, entstanden zahlreiche Klosterschenken, die nicht nur Gäste bewirteten, sondern den Gerstensaft auch „über die Straße“ verkaufen durften. In vielen Gemeinden und Städten hatte sich mittlerweile eine florierende Braukunst entwickelt, die Geld in die Kassen der Fürsten brachte. Der Verkauf des beliebten Klosterbiers durch die Mönche selbst reduzierte jedoch die Steuereinnahmen der Landesherren. Fazit: Viele Landesfürsten verboten den Klöstern das Brauen. Heute gibt es bei uns nur noch wenige Klosterbrauereien.
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[Dieser Beitrag wurde am 04.11.2006 - 13:39 von BDBruemmer1 aktualisiert]
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Das Reinheitsgebot

Ein Meilenstein in der deutschen Biergeschichte war die Verkündung des Reinheitsgebots, das am 23. April 1516 von Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt erlassen wurde.
"Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen ..."
Dieser ältesten und auch heute noch gültigen lebensmittelrechtlichen Vorschrift, an die sich jeder Brauer zu halten hat, verdankt das deutsche Bier seinen weltweit guten Ruf.
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Die Rohstoffe

Die Rohstoffe sind das A und O eines guten Bieres. Eine zentrale Rolle spielt das Brauwasser, denn die Wasserhärte wirkt sich auf den späterer Geschmack aus. Während man sich früher mit dem vorhandenen Wasser zufrieden geben musste, stehen den Brauereien heute moderne Methode zur Verfügung, die gewünschte Wasserhärte zu erzielen. Bestimmte Biersorten, wie beispielsweise das mit weichem Wasser gebraute Pils, sind durch diese technischen Möglichkeiten nicht mehr an einen bestimmten Standort gebunden.
Malz
ist die "Seele des Biers" und wird aus Braugerste hergestellt. Es gibt dem Bier Geschmacksfülle und Farbe. Den Brauereien stehen derzeit etwa 60 verschiedene Braugerstensorten - überwiegend Sommergerste - zur Malzherstellung zur Verfügung. Um einen Hektoliter Bier herzustellen, werden etwa 17 Kilogramm Malz benötigt.
Hopfen
verleiht dem Bier Aroma und seinen typischen Geschmack. Ausschließlich die Blütenstände der bis zu sieben Meter hoch rankenden weiblichen Hopfenpflanzen werden verwendet.
Hefe
benötigt man zum Bierbrauen. Sie vergärt Zucker zu Alkohol. Dabei entsteht unter anderem auch Kohlendioxid, das für die Spritzigkeit des Biers sorgt.
Man unterscheidet zwischen untergäriger und obergäriger Bierhefe.
Die untergärige Hefe benötigt für den Gärvorgang ca. 5 bis l0 Grad. Nach Ende der Gärung setzt sich die Hefe auf dem Boden ab.
Obergärige Hefezellen benötigen etwa 15 bis 25 Grad, um aktiv zu werden. Sie steigen nach Ende der Gärzeit an die Oberfläche. Auf Grund der unterschiedlichen Temperaturen variiert auch die Dauer des Gärprozesses: Bei untergärigen Hefen dauert der Vorgang etwa sieben Tage, obergärige benötigen nur drei bis vier Tage.
"Wenn du einen Freund hast, dann gebe ihm ein Bier aus.
Wenn du ihn wirklich liebst, dann lehre ihn das Brauen."
So lautet eine alte persische Weisheit. Bier erhält aber nicht nur die Freundschaft. So manche wurde erst bei einem Glas Bier geschlossen. Laut Statistik trinken die Deutschen 140 Liter Bier pro Kopf im Jahr.
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Vom Halm zum Gerstensaft

Um aus den vier im ersten Teil genannten Zutaten Bier herzustellen, sind ein paar Arbeitsschritte notwendig. Zunächst muss die Braugerste in Malz umgewandelt werden. Dazu wird das Korn ein bis zwei Tage in Wasser eingeweicht. Anschließend wird die Gerste in große Kästen gefüllt, wo sie zum Keimen ständig mit Luft versorgt und regelmäßig gewendet wird. Bei der Keimung entstehen Enzyme, die Eiweiß und Stärke im Korn abbauen.
Nach fünf bis sieben Tagen wird den Körnern das Wasser entzogen. Diesen Vorgang, bei dem Farb- und Aromastoffe entstehen, nennt man Darren. Je nach Temperatur, Luftzufuhr und Darrzeit lässt sich das jeweilige Malz für die einzelnen Biersorten herstellen.
Das fertige Malz wird zerkleinert und mit dem Brauwasser zur Maische vermischt. Bei einer Temperatur von 45 bis 78 Grad, je nach Biertyp, lösen sich die Malzinhaltsstoffe im Wasser. Das angereicherte Wasser (Würze) gelangt durch einen Siebboden in die Würzepfanne. Dort wird die Würze gekocht und nach und nach der Hopfen zugegeben. Je mehr Hopfen zugegeben wird, um so herber schmeckt später das Bier.
Durch die Hitzeeinwirkung werden die Bitterstoffe aus dem Hopfen gelöst. Nach dem beendigten Kochen, das je nach Biersorte bis zu zwei Stunden dauern kann, wird die Würze abgekühlt, in Gärbehälter gefüllt und mit Sauerstoff und Hefe versetzt. Dort baut die Hefe die Zuckermoleküle der Würze zu Alkohol und Kohlendioxid ab. Nach etwa einer Woche gibt man das Jungbier zum Nachgären in große Tanks aus Aluminium oder Edelstahl in den Lagerkeller. Hier erlangt es seine geschmackliche Reife und die Trübstoffe setzen sich am Tankboden ab.
Das Nachgären dauert je nach Biersorte vier bis zwölf Wochen. Zum Schluss wird das Bier gefiltert, um die restlichen Trübstoffe zu entfernen. Bei unfiltrierten Sorten, wie beispielsweise Hefeweißbier, wird darauf verzichtet.
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Die Sorten
Je nach verwendeter Hefe gibt es untergärige und obergärige Biersorten. Zu den untergärigen Sorten zählen Pils, Export, Lager, Märzen, Rauchbier, Kellerbier und die dunklen Biere. Alt, Kölsch, Weizenbier und Berliner Weiße werden mit obergäriger Hefe gebraut.
Einige Biersorten sind im gesamten Bundesgebiet verbreitet. Dazu zählt das hopfenbetonte Pils mit vorherrschend bitterem Geschmack. Das Kellerbier, ein trübes, vollmundiges Bier mit ausgeprägtem Malz - Aroma, stammt ursprünglich aus Franken, wird heute jedoch in vielen Gasthausbrauereien hergestellt und ausgeschenkt. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen werden Lager- und Exportbiere gebraut. Charakteristisch für diese Biere ist ihr malzaromatischer, weicher und manchmal sogar süßlicher Geschmack. In Niedersachsen und Bayern schätzt man auch Bockbier sehr. Als Starkbier liegt es mit sieben Volumen-Prozent deutlich über dem Alkoholgehalt anderer Biersorten. Es hat eine gold- bis dunkelbraune Farbe und ein ausgeprägtes Malz-Aroma. Das ursprünglich aus Süddeutschland stammende Weizenbier ist wegen seiner Spritzigkeit und des fruchtig-würzigen Aromas besonders im Sommer als Durstlöscher beliebt.
Über 85 Prozent der Weizenbiere kommen aus Bayern, wo sie "Weißbier" genannt werden. Das ebenfalls in Bayern gebraute bernsteinfarbene Märzen ist süffig und hat einen leicht süßen, malzbetonten Geschmack. Früher wurde dies Bier im März gebraut, daher auch der Name.
Einige Biere gibt es nur in bestimmten Regionen des Landes, so auch das Rauchbier. Es wird im Bamberger Raum gebraut. Charakteristisch und außergewöhnlich ist sein ausgeprägtes Rauch-Aroma, das durch das Räuchern des Malzes während des Darrens erzielt wird. Sein Geschmack ist vollmundig mit guter Hopfennote.
Die Berliner Weiße ist, wie der Name schon sagt, in der Berliner Gegend verbreitet. Das beliebte Sommergetränk wird meist mit einen Schuss Waldmeister- oder Himbeersirup gemischt und mit einem Strohhalm getrunken.
Altbier wird überwiegend in Düsseldorf und am Niederrhein gebraut. Es ist zwar bundesweit erhältlich, wird aber vorzugsweise in Düsseldorfer Kneipen ausgeschenkt. Das bernsteinfarbene bis dunkle Bier hat eine ausgeprägte Hopfennote und manchmal ein fruchtiges Aroma. Sein Name rührt von seinem alten, ursprünglichen und traditionellen Brauverfahren her, wodurch ein Gären und Reifen auch bei höheren Temperaturen möglich ist.
Kölsch darf allein im Kölner Raum hergestellt werden. Es ist ein hopfenbetontes und spritziges Bier. Als Kölner Nationalgetränk mit einer Brautradition, die bis ins Jahr 874 zurückreicht, wird es hauptsächlich in der dort ansässigen Gastronomie angeboten und getrunken. Die Frage, wer das bessere Bier braut, führt zwischen Düsseldorfern und Kölnern häufig zu Meinungsverschiedenheiten. So sollte man sich davor hüten, in Köln etwa ein Altbier oder in Düsseldorf ein Kölsch zu bestellen.
Alkoholgehalt
- Bockbier über 6 %
- Weißbier 5,1 %
- Lager 4,2 %
- Pils 4,8 %
- Kölsch 4,9 %
- Alt 4,8 %
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Welches Bier passt wozu?

Welcher Gerstensaft passt am besten zu welcher Tageszeit oder Speise? Erlaubt ist zunächst mal alles was schmeckt. Deshalb gibt es keine Vorschriften für den Bier- Gourmet - nur einige Empfehlungen:
Grundsätzlich sollten helle vor dunklen, untergärige vor obergärigen und leichte (z. B. alkoholfreies Bier, Helles- Lager, Pils, Kölsch) vor gehaltvollen (Export, Märzen, Bock) Bieren getrunken werden.
Die Steigerung von leicht nach kräftig sollte auch für die Speisenfolge gelten.
Hier einige Beispiele: Bestens zu vielen Speisen, vom saftigen Steak bis zu Aufläufen, passt das feinherbe Pils - bundesweit das liebste Bier der Deutschen.
Fischgerichte harmonieren geschmacklich mit Weizenbier (wobei zu gebratenem Fisch auch dunkles Lager, Alt, Export oder Schwarzbier passen).
Eine gelungene Kombination sind auch helle Fleischsorten, wie Geflügel oder Kalb mit einem dunklen Bier.
Vollmundiges Exportbier ist ein idealer Begleiter für Wild- und Lammgerichte.
Zum kräftigen Käse passt malzbetontes Bockbier.
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Bier - Vorurteile

„Nur die Dosis macht, dass ein Ding nicht giftig sei.“ Paracelsus
So beliebt Bier bei den Deutschen auch ist, es gibt noch immer einige Vorurteile gegenüber diesem Genussmittel, die so manchen Bierliebhaber dazu gebracht haben, schweren Herzens auf sein tägliches Bierchen zu verzichten. Praktisch alle diese Vorurteile können mittlerweile widerlegt werden - mit wissenschaftlichen Fakten!
Das weit verbreitete Vorurteil, dass Bier prinzipiell ungesund ist, ist längst überholt. Ein maßvoller Biergenuss hat durchaus positive Wirkungen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, auf die wir hier nicht detailliert eingehen können, untermauern dies sehr deutlich.
Ein anderes Vorurteil - wahrscheinlich das am weitesten verbreitete überhaupt - ist die irrige Annahme, dass Bier dick macht. Aber macht Bier wirklich dick?
Wenn man die Inhaltsstoffe des Bieres berücksichtigt und den Kaloriengehalt von Bier mit dem anderer Getränke vergleicht, spricht eigentlich nichts dafür. Nur Mineralwasser, Kaffee und Tee haben weniger Kalorien. Wieso also sollte Bier dick machen?
Im wesentlichen aus zwei Gründen: zum einen enthält Bier natürlich Kalorien, und wenn diese Kalorien zusätzlich zu einer kalorienmäßig ausgewogenen Ernährung zugeführt werden, entsteht selbstverständlich ein Kalorienüberschuss, der zu einer Gewichtszunahme führen kann. Doch das gilt natürlich auch für jedes andere Nahrungsmittel! Wenn man immer statt des Bieres einen halben Liter Milch trinkt, wird man auch zunehmen.
Pro Liter enthalten folgende Getränke die angegebenen Kalorien:
- Bockbier 600
- Weißbier 460
- Lager 420
- Pils 440
- Kölsch 440
- Alt 430
- Limonade 450
- Milch 680
- Traubensaft 740
- Wein 770
- Sekt 800
Der zweite Grund, der für das Vorurteil vom Bierbauch verantwortlich ist, besteht darin, dass Bier den Appetit anregt! Vor allem dann, wenn Bier als Aperitif getrunken wird, denn es fördert den Speichelfluss und bereitet die Verdauung vor. Wer auf sein Gewicht achten muss, darf sich von diesem Appetitanreger nicht dazu verführen lassen, mehr zu essen.
Klar jedenfalls ist, Bier selbst macht nicht dick, und der »Bierbauch« gehört ins Reich der Legende!
Einige Vorwürfe, die gegen das Bier erhoben werden, sind schwerwiegenderer Natur. So konnte man vor einigen Jahren lesen, Bier enthalte Hormone wie Östrogen, und führe nicht nur zu Impotenz, sondern lasse Männern sogar Brüste wachsen.
Die Legende vom Bier als Brustvergrößerer beruht wahrscheinlich darauf, dass sich im reifen Hopfen tatsächlich gewisse Mengen an Östrogen finden. Doch Bier ist definitiv östrogenfrei! Durch das Trocknen und Kochen des Hopfens während des Brauprozesses werden diese Hormone zerstört. Also wieder eine Legende ad absurdum geführt.
Am schwersten wiegt wohl der Vorwurf, Bier könnte Krebs begünstigen. Doch insbesondere die großangelegte Langzeitstudie der American Cancer Society (Amerikanische Krebs-Gesellschaft) konnte diesen Vorwurf entkräften. Auch das Krebsrisiko sinkt bei mäßigem Alkoholkonsum im Vergleich zur völligen Abstinenz, allerdings steigt es generell bei sehr hohem Alkoholkonsum.
Die Vorurteile, die es leider immer noch gegenüber dem Bier gibt, erweisen sich also bei näherem Hinsehen in ihrer Gesamtheit als wenig gehaltvoll. Das Körnchen Wahrheit, das, wie in allen Vorurteilen, so auch in diesen steckt, ist eine einfache Lebensweisheit: Übermaß ist schädlich - auch beim Bier!
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 04.07.2006 - 14:54 |  |
Bier ist gesund

Bier ist außer einem erfrischenden und wohlschmeckenden Genussmittel auch gut für unsere Gesundheit es wirkt wohltuend auf den gesamten menschlichen Organismus. Es kann helfen, eine große Zahl Krankheiten und Beschwerden zu lindern, sowie Alterserscheinungen und Herzinfarkt vorzubeugen.
Schon im Altertum wussten die Menschen, dass Bier Appetit macht und die Lebensenergien weckt. Wer von einer schweren Krankheit genesen war und nun wieder „aufgepäppelt“ werden musste, dem wurde in der Regel Bier zu trinken gegeben. Selbst wenn der Betreffende noch nicht in der Lage war, feste Nahrung zu sich zu nehmen, konnte er doch das nahrhafte Bier trinken.
Die Tatsache, dass Bier so viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in einem besonders vorteilhaften und ausgewogenen Verhältnis enthält, macht es so wertvoll bei vielerlei Beschwerden.
Natürlich sind für die positiven Wirkungen des Bieres nicht nur Vitamine und Mineralstoffe verantwortlich und es sind auch nicht ausschließlich die physischen Wirkungen des Bieres, die es so gesund machen, sondern auch dessen positive Wirkungen auf die Psyche.
Es ist keineswegs abwegig, dass auch Bier lebensverlängernd wirkt. Schon 1926 hatte Raymond Pearl dies für Alkohol generell nachweisen können.
Für Bier konnten die irischen Wissenschaftler G. Dean, R. MacLennan, H. McLoughlin und E. Shelley einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Genuss und einer überdurchschnittlichen Lebenserwartung bestätigen. Sie hatten die Todesursachen von zwischen 1954 bis 1973 verstorbenen Brauereiarbeitern untersucht, einer Personengruppe also, die bekanntermaßen regelmäßig Bier trinkt. Entgegen allen Erwartungen stellte sich heraus, dass die Lebenserwartung der Arbeiter über dem Durchschnitt lag! Später wurde dieses Ergebnis auch in anderen Ländern durch dortige Untersuchungen erhärtet.
Bier kann das Aussehen und die Widerstandskraft der Haut verbessern, die Verdauung fördern, es unterstützt die Blutbildung, wirkt mild entwässernd, senkt den Blutdruck und beugt Arteriosklerose und Herzinfarkt vor. All diese Wirkungen sind durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Aber auch bei alltäglicheren Problemen, wie Nervosität, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Stress oder Schlafstörungen ist Bier ein bewährtes Hausmittel.
Eine der Eigenschaften des Bieres ist, dass es anregend und beruhigend zugleich wirkt. Es löst übermäßige Spannungen und verhilft zu einem tiefen Schlaf. Auf der anderen Seite macht es, in der richtigen Dosis, jedoch nicht müde und träge, sondern aktiviert den gesamten Organismus und das Gehirn.
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 04.07.2006 - 14:55 |  |
Dem passionierten Biertrinker

... braucht man wohl Wert oder Unwert seines Leib- und Magengetränks nicht näher zu erläutern. Da gibt es eine Regel, die, mag sie auch nicht unbedingt ernst gemeint sein, doch etliche Körnchen Wahrheit enthält:
Ist der Biertrinker gesund, so trinkt er aus Antrieb der Kraft,
ist er krank, so trinkt er, weil Bier hilft.
Ist er durstig, so trinkt er, weil Bier ihn löscht,
ist er nicht durstig, so trinkt er, weil in und mit ihm was los sein muss.
Ist er hungrig, so trinkt er, weil Bier die Verdauung fördert.
Ist ihm warm, so trinkt er Bier, weil es kühlt,
ist ihm kühl so trinkt er Bier, weil es wärmt.
Ist er aufgeregt, so trinkt er, weil es beschwichtigt,
ist er abgespannt, so trinkt er, weil es anregt.
In melancholischer Stimmung trinkt er Bier, weil es heitere Gedanken macht.
ist er lustig, trinkt er es, weil es ihn wieder zu sich bringt.
Ist er schlaflos, so trinkt er Bier zu guter Ruh,
ist er schläfrig, so erhält Bier ihn wach.
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Status: Offline Registriert seit: 12.06.2005 Beiträge: 20742 Nachricht senden | Erstellt am 11.01.2007 - 07:57 |  |
Bier
Geschichte
Die frühesten Nachweise für Bier kommen aus dem Zweistromland und den frühen Kulturen am Nil. Schon die Ägypter ließen nicht ganz fertig gebackenes Brot mit Wasser vergären und bekamen so eine Art Bier. Bei den Römern hieß das Bier Cervisia, nach der Göttin der Feldfrüchte Ceres. Gemocht haben sie das Bier allerdings nicht, sondern lieber dem Wein zugesprochen, Bier war ein Barbarengetränk. Die Kelten kannten Bier unter dem Namen Korma.
Klosterbrauereien führten im Mittelalter den geregelten Braubetrieb ein. Im Mittelalter galt Bier auch als geeignetes Getränk für Kinder, da es damals einen geringeren Alkoholgehalt hatte als heute und das Bier durch das Kochen der Bierwürze weitgehend keimfrei war, was man vom Wasser damals nicht behaupten konnte. Es war ferner wegen seines hohen Kaloriengehalts eine wichtige Ergänzung der oft knappen Nahrung, da man als Bier auch minderwertiges Getreide noch halbwegs genießen konnte. Angesichts des hohen Bierkonsums im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Bier für den städtischen Fiskus und die seit etwa 1500 entstehenden Landessteuerbehörden von großem Interesse. Bereits im Spätmittelalter wurden fast überall im Reich Produktions- und Verkaufssteuern auf Bier erhoben.
Allgemeines
Bier ist ein alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk, welches durch Gärung aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen gewonnen wird. Für ein kontrolliertes Auslösen des Gärvorganges wird meistens Hefe zugesetzt.
In der Regel wird der Zucker aus der Stärke von Getreide (Gerste, Roggen, Reis, Weizen, Mais) gewonnen, seltener wird Stärke aus Kartoffeln oder anderer Gemüse wie Erbsen herangezogen. Über den Ursprung des Wortes Bier gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Vermutlich stammt es von biber (lat. "Trank") ab. Ein nicht mehr gebräuchliches Wort für Bier ist das germanische Äl (vgl. englisch "Ale" oder in den skandinavischen Sprachen "öl)", wobei es sich um das noch ungehopfte Gebräu handelt.
Obergärige Biere aus Weizen
Bei obergärigen Bieren steigt die Hefe am Ende der Gärung an die Oberfläche. Die für die Obergärung erforderlichen höheren Gärtemperaturen (15-22 °C) führen zu einer vermehrten Bildung von Estern und höheren Alkoholen durch die Hefe. Diese verleihen den Bieren oft ein fruchtiges Aroma. Obergärige Biere wurden früher oft ohne Lagerung direkt im Anschluss an die Hauptgärung vermarktet. Sie waren ungespundet und generell nur kurz haltbar. Heutzutage wird eine Lagerung ähnlich wie bei den untergärigen Bieren durchgeführt. Zu den obergärigen Bieren gehören z. B.: Kölsch, Alt und Weizenbier.
Untergärige Biere
Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe nach dem Gärungsprozess auf den Boden des Gärtanks. Dies sind gewissermaßen "ausgebaute" Biere, die eine gewisse Reifezeit benötigen, aber auch länger haltbar sind als die Obergärigen. Diese Herstellung benötigt Kühlung mit Temperaturen von unter 10 °C, ist also ganzjährig erst seit der Erfindung der Kältemaschine möglich. Deswegen konnte beispielsweise das Märzen früher nur bis März gebraut werden, woher es seinen Namen hat. Zu den untergärigen Bieren gehören z. B.: Pils, Export- und Bockbier.
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