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Lenna ...
Pferdenarr
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Registriert seit: 18.10.2005
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...   Erstellt am 03.11.2006 - 13:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gestern hatte ich mich mal wieder sehr früh aus meinem Bett gequält, trotz schmerzender Rippen fuhr ich mit meinem kleinen Ford Fiesta zum Night-Light Hof und bewegte meine Tieren. Während meine Border-Mix Hündin Becky sich direkt auf den Weg zu meinem Tinkerhengst Navajo machte, blieb der Neufundländer Teddy an meiner Seite und begleitete mich in den Stall der Zuchtpferde. Meinen Kater Rabauke hatte ich diesmal daheim gelassen, da er sich am Vortag an der Pfote verletzt hatte und nun klagend in meinem Bett lag.

Als erstes hatte ich mir den alten Zuchthengst Showdown vorgenommen, der mir schon erwartungsvoll entgegenblickte. Ich öffnete seine Boxentür und trat ein, kraulte ihn eine Weile und streifte ihm dann das Halfter über, damit ich ihn putzen konnte. Als erstes waren die Hufe dran, dann bürstete ich seine Mähne und striegelte sein Fell. Nachdem ich seinen Sattel aufgelegt hatte, zog ich die Trense auf seinen Kopf und führte ihn in die Reithalle, in der es wesentlich wärmer war, als draußen auf dem Platz. Schwerfällig stieg ich auf, meine Rippen behinderten mich noch immer, wo es nur ging, aber ich unterdrückte den Schmerz und begann, den schneeweißen Hengst warm zu reiten. Er schritt eifrig aus und freute sich auf die Bewegung, leider Gottes machte er vor Freude auch den ein oder anderen Bocksprung, der mich zwar aufs heftigste erschütterte, den ich aber locker aussitzen konnte. Nachdem der Oldenburger sich soweit ausgetobt hatte, konnte es losgehen: Volten, Zirkel und Schlangenlinien, Rückwärtsrichten, Schenkelweichen und Vorhandwendungen, Piruetten, Traversalen und Galoppwechsel, Schulterherein, Passage und Piaffe. Es machte großen Spaß, den Hengst zu reiten, der mittlerweile willig auf meine Schenkel- und Zügelhilfen reagierte und endlich auch das tat, was er sollte. Da er allerdings nun mal nicht mehr der Jüngste ist, machte ich nach einer halben Stunde intensiven Dressurtrainings Schluss und ritt ihn noch eine Weile trocken, obwohl er kaum geschwitzt hatte. Er war eben immer noch sehr durchtrainiert. Anerkennend klopfte ich Showdown den Hals, bevor ich langsam abstieg, die Steigbügel hoch schnallte und ihn dann zurück in seine Box brachte, nachdem ich ihn noch mal übergeputzt hatte.

Teddy hatte, während ich Showdown geritten war, in seiner Box gewartet und sprang mir nun jaulend entgegen, so dass ich ihn kurz überkraulte, bevor ich zu ‘meiner’ Zuchtstute Angels Wings ging. Diese sah mir bereits mit wachen Augen entgegen und prustete, als ich in ihr Blickfeld kam, laut. “Hallo meine Süße!” grüßte ich leise und streichelte die Stirn durch die Tür, bevor ich selbige öffnete und die wunderschöne braune Stute aufhalfterte. Willig folgte sie mir zum Putzplatz, wo ich mir eine Menge Zeit mit ihr nahm. In kräftigen Strichen striegelte ich ihr glänzendes Fell und man merkte Angels an, wie sehr sie es genoss. Als ich ihren Hals bürstete, machte sie diesen lang und länger, streckte ihn genüsslich von sich und schnaubte empört auf, als ich mit dem Rücken weitermachte. Aber nach einer Weile war sie sauber genug und so holte ich den spanischen Sattel, hievte ihn auf ihren Rücken, nahm die passende Trense dazu und nach dem diese saß, führte ich Angels Wings in die Reithalle und stieg auf. Langes Warmreiten war bei der Andalusierstute überflüssig, und so konnte nach einem kurzen Schritt-Trab-Turn mit dem richtigen Training beginnen. Wir begannen mit den ‘einfachen’ Lektionen der Hohen Schule, Passage, Piaffe und auch den Traversalverschiebungen, bevor ich mit den schweren Aufgaben begann, den Piruetten, der Levade oder der Kapriole. Bei letzterem hatten wir noch unsere kleinen Probleme, denn die Levade, gewolltes und kontrolliertes Steigen, klappte fast perfekt, aber das zur Kapriole gehörende nach hinten Ausschlagen wollte Angels nicht so ganz machen, aber ich kitzelte sie eine Weile mit meiner langen Dressurgerte und dann klappte auch das. Und damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Ich meine auch kitzeln, nicht schlagen!

Nachdem auch Angels wieder in ihrer Box verfrachtet war, war es für mich Zeit zum Frühstück und so pfiff ich den trantütigen Neufundländer zu mir, der ja eh in meiner Nähe herumwuselte, und ging ins Reiterstübchen, wo ich mir eine heiße Schokolade bestellte, die bei den draußen herrschenden Temperaturen schon unvermeidlich ist, und trank diese langsam. Dazu aß ich meine mitgebrachten Brötchen mit Salami und Butterkäse oder Kochschinken und Frischkäse, denn ich war daheim nicht mehr zum Essen gekommen. Ich saß noch nicht lange in meiner kleinen Ecke, Teddy zu den Füßen, als Kerstin das Reiterstübchen betrat und mir zuwinkte. Auch ich hob grüßend meine Hand und deutete ihr an, dass sie sich doch zu mir setzen könne und so quatschten wir eine Weile. Unter anderem wollte ich gerne ihre Reitstunde verschieben, ich würde am Sonntag keine Zeit dazu haben, aber sie hatte nichts dagegen und so machten wir aus, dass ich in zwei Stunden zur Dressurhalle kommen sollte, wo sie ihren Hengst Jerezano bereits Warmreiten würde. So hatte ich noch die Zeit, mich um eines meiner Tiere zu kümmern, würde ihr dann die angemeldeten zwei Unterrichtsstunden geben und hatte dann noch drei meiner Lieblinge zu versorgen.

Kaum, dass ich meine Brötchen aufgegessen hatte, stand ich auch schon auf und machte mich auf den Weg zu meinem Stall, wo der Tinker Navajo sicher schon mehr als ungeduldig wartete, denn da meine Hündin bereits seit geraumer Zeit bei ihm war, wusste er dass auch ich in der Nähe sein musste. Und wie ich es geahnt hatte, Navajos helles, ungeduldiges Wiehern kam mir bereits aus Entfernung zu Ohren und ich musste unwillkürlich schmunzeln. Es tut verdammt gut wissen, dass auch die Tiere einen so lieben, wie ich sie. Als ich um die Ecke kam, sah ich meinen Tinker auch schon, wie er mit erhobenem Schweif durch den Auslauf trabte und nach mir Ausschau hielt. Ein durchdringendes Wiehern erreichte mich, als auch er mich dann endlich sah und sein Blick sollte mir wohl so viel wie “Na, wird aber auch Zeit, dass du hier vorbeischaust!” sagen. Ich lachte leise, kletterte dann vorsichtig über den Zaun in den Auslauf und breitete meine Arme aus. Navajo kam sofort zu mir und stupste seine Nase gegen meine Brust, bevor er seinen Kopf über meine Schulter reckte und ich ihn unter seiner dichten Mähne kraulen konnte. “Na, dicker! Kleinen Ausritt gefällig?” fragte ich und in meinen Augen bildete sich ein verschmitztes Glitzern. Ich ahnte, dass er genau verstand, was ich sagte und so reagierte er auch diesmal. Heftig nickte er, so dass sein Kopf einmal aus versehen auf meiner Schulter aufschlug und ich zusammenzuckte. Sofort machte der Hengst einen Satz zurück und sah mich entschuldigend an, ja, Navajo kann entschuldigend schauen. “Na, ist doch nicht so schlimm.” meinte ich sanft und trat auf ihn zu, um ihm die Stirn zu kraulen, was für ihn ein Zeichen war, dass ich nicht böse auf ihn war. Nach einem flüchtigen Putzen machten wir uns dann auf den Weg durch den Wald, wo zu der Zeit nur ein paar Rentner mit ihren Hunden unterwegs waren und da Teddy mich begleitete, musste ich ein wenig aufpassen, aber der Neufundländer ist anderen Hunden, egal ob Hündin oder Rüde, ja sozial und will höchstens spielen. Meinen Rücken zuliebe machten wir einen gemütlichen, langsamen Ausritt und kamen erst wieder auf dem Hof an, als ich schon fast in der Reithalle sein musste.

Der Reitunterricht mit Kerstin und ihrem 10jährigen Andalusierhengst Jerezano war beendet und ich hatte frei... naja, so gut wie zumindest. Immerhin warteten noch ein Oldenburger-, ein Friesen- und ein Islandponyhengst darauf, von mir geritten zu werden und ihre Boxen mussten auch noch gemistet und neu eingestreut werden. Dieses war dann auch meine nächste Tätigkeit: Boxenausmisten bei den beiden Zuchtpferden und bei meinen vier Lieblingen, die ich für die Zeit raus auf die Weide brachte, immerhin war Mittagszeit und die Hengste brauchen ihren Auslauf einfach. Als ich mit den sechs Boxen fertig war, war es auch für mich Zeit zum Mittagessen und ich ging wieder ins Reiterstübchen, wo ich mir einen Teller schöner deftiger Erbsensuppe genehmigte. Während ich dort saß, quatschte ich mit einigen Reitern über dieses und jenes, unsere Tiere und andere Kleinigkeiten, außerdem fragte man mich gerne mal, wenn eines der Tiere ein kleines Wehwehchen hatte. Ich als Tierärztin half da natürlich gerne und wenn es nötig war, dann sah ich mir die Tiere auch an, obwohl ich keine Zeit oder ‘Sprechstunde’ hatte. Bis ich dann mit Labern und Essen fertig war, war es bereits kurz vor drei und so machte ich mich auf den Weg zur Hengstweide, um mit meinen Oldenburger, dem ich ja meine demolierten Rippen zu verdanken habe, zu holen und fertig zu machen.

Ihn würde ich auch heute nicht reiten, es war mir einfach zu unsicher. Nein, ich habe keine Angst davor, aber erstmal sollten meine Verletzungen verheilen, bevor ich mich wieder auf den Rücken von Night Star schwang. Also hakte ich die Longe in sein Gebiss ein und führte den Hengst im Kreis um mich herum. In der Zeit, die er nun schon an der langen Leine lief, war er deutlich ruhiger geworden und es war nicht mehr so anstrengend, mit ihm zu arbeiten. Aber nach einer halben Stunde machte ich Schluss und ließ ihn noch eine Weile in der Halle herumstromern, bevor ich ihn zu den anderen auf die Weide brachte und mir den ängstlichen, scheuen Friesenhengst Black Beauty mit nahm. Für ihn nahm ich mir wie immer eine Menge Zeit und putzte ihn gründlich. Es war wichtig, dass er mir vertraute, was er zwar tat, aber ein kleiner Fehler konnte all das Vertrauen, was ich mir schwer erarbeitet hatte, wieder zerstören. Als ich bei seinen Hufen angekommen war, entzog er diese mir wie meistens. Er war kitzlig an den Beinen und mein sanfter Griff verhalf doch immer wieder, dass er das Bein weg zog und ich kaum dazu kam, die kleinen Steinchen zu entfernen. Aber auch das war bald geschafft und so konnte ich ihm die Trense überstreifen und in den Trailparcours gehen. Solange ich noch dermaßen außer Gefecht war, wollte ich ihn nicht reiten, da er noch immer sehr schreckhaft war und dies meine Rippen wohl nicht ganz mitmachen würden. Deshalb machte ich mit meiner Schönheit seit meinem Reitunfall nur Bodentraining, Stangen-L, Wippe und Brücke, Flattervorhang und Plastikplane, alles was halt dazu gehört und so langsam aber sicher lernte er all diese Gegenstände zu respektieren und scheute nicht mehr so oft. Ich drängte ihn allerdings auch nicht, sondern gab ihm all die Zeit, die er brauchte. Beauty dankte es mir, indem er mir dann und wann seine Nüstern in den Nacken steckte und mich sanft anblies. Es war ein großer Erfolg, wenn man bedenkt, wie er anfangs noch gewesen war, scheu und ängstlich. Er hatte keine guten Erfahrungen im Umgang mit Menschen gemacht und ich war noch immer die einzige Person, der er wenigstens etwas Vertrauen entgegenbrachte. Und um dieses nicht überzustrapazieren, machte ich nicht allzu lange mit dem Friesen, sondern brachte ihn recht bald auf die Weide zurück, nachdem er zu meiner Zufriedenheit gearbeitet hatte.

Last but not least war da dann noch mein kleiner Kultani. Während die anderen Hengste auf der Weide grasten oder sich gegenseitig jagten, Navajo kam noch immer nicht sonderlich gut mit Night Star aus, stand der kleine Islandhengst abseits und hielt seine Nase witternd in den Wind. Ich wusste, dass er dieses kühle, windige Wetter liebte, so wie ich es hasste. Aber Hotùr kennt es nicht anders aus seiner Heimat, dem skandinavischen Island. Er vermisste es und dies wusste ich, ich versuchte auch ihn darüber hinweg zutrösten, indem ich mich mehr als nötig mit ihm beschäftigte und ihn ablenkte. Langsam trat ich auf Hotùr zu und rief ihn leise, um ihn nicht zu erschrecken. “Kultani?” Er blubberte leise, veränderte seine Haltung allerdings nicht. Dennoch wusste ich, dass er mich registriert hatte und ich mich ohne Probleme nähern durfte. Erst, als ich meine Hände in seiner dichten Mähne vergrub und sein Fell darunter zu kraulen begann, wandte der kleine Hengst mir seinen Blick zu und rieb als Freundschaftsbeweis kurz seinen Kopf an meiner Schulter. “Na, komm Kleiner!” Ich griff in seine dichte Mähne und führte ihn von der Weide. Vor dem Tor blieb ich kurz stehen und rief nach meinen beiden Hunden, die sich über die weite Fläche jagten und als sie nicht reagierten, pfiff ich auf zwei Fingern und sie hielten in ihrer Bewegung inne. Laut bellend kamen sie dann auf mich zugestürzt und begleiteten mich und meinen Kultani, den ich putzte und dann nur mit dem Halfter in die Halle nahm. Hotùr hatte so einen Gefallen am Fußballspielen gefunden, dass ich ihm wieder den Ball in die Halle warf und mit ihm kickte. Solange ich noch nicht 100%ig einsatzfähig war, war dieses eine sehr gute Lösung und so tobte Hotùr mit meinen Hunden durch die Halle und sie jagten sich gegenseitig. Ab und an kam der kleine Hengst samt Ball zu mir und verlangte, dass ich ihn doch wegkicken solle, was ich natürlich auch tat. So verging die Zeit wie im Fluge und Hotùr prustete enttäuscht, als ich ihn einfangen wollte. Dennoch ließ er es sich gefallen und ich brachte ihn in die Box, wo auch mittlerweile die anderen wieder gebracht worden waren.





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Kerstin ...
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...   Erstellt am 04.11.2006 - 10:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


omg wie genial!
echt super toll geschrieben. du hast ja wirklich viel zu tun.. einfach spitze!





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Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!


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