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Lenna ...
Pferdenarr
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...   Erstellt am 20.10.2006 - 21:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Als ich heute morgen aus dem Haus gegangen war, hab ich gedacht, wir hätten den tiefsten Winter, denn es war verdammt kalt draußen, allerdings schien die Sonne und deshalb tat die Kälte meiner guten Laune keinen Abbruch. Ich packte meine beiden Hunde und den kleinen Kater, der gar nicht mehr so klein war, in mein Auto und brauste zum Hof, wo meine anderen Lieblinge auf mich warteten. Becky sprintete, kaum, dass die Autotür offen war, zum Stall meiner Pferde, während Teddy wie immer bei mir blieb und Rabauke laut maunzte. “Komm schon, lauf los Kleiner!” meinte ich grinsend und folgte dann Becky. Schon von weitem hörte ich Navajo nach mir rufen, er hatte mich wie immer am Schritt erkannt und konnte es kaum abwarten, bis ich endlich bei ihm war. Und um ihn noch ein wenig zu ärgern, ging ich erstmal in den Stall der Zuchthengste, wo ich Showdown aus seiner Box holte und eine Dreiviertelstunde in der Halle ritt. Noch immer machte ich eine Menge Fehler in der klassischen Dressur und der Hengst hielt es mir immer wieder durch Nichtstun seinerseits unter die Nase. Meistens brauchte ich eine Weile, bis ich kapierte, was genau ich falsch gemacht hatte, aber dann klappte es auch. Hinterher mistete ich schnell Showdowns Box aus und kümmerte mich dann um die Zuchtstute Angels Wings. Sie wollte ich heute nicht reiten, stattdessen ließ ich sie eine Weile in der Halle freilaufen, zusammen mit ihrem Fohlen. Dabei hatte ich eine Menge Spaß, denn das kleine Pferdchen galoppierte zwar hinter seiner Mutter, die ihren Freilauf sichtlich genoss, hinterher, allerdings wirkte es noch immer alles ein wenig staksig. Nach ein paar Minuten gab ich meinen Beobachterposten auf und trat auf Angels zu. Diese kam sofort zu mir gelaufen und ließ sich bereitwillig kraulen, während das Fohlen die Ruhepause seiner Mutter für eine ordentliche Untersuchung der Halle nutzte. Allerdings brachte ich die beiden dann wieder in den Stall zurück, da ich mich ja auch noch um meine anderen Tiere kümmern musste, also mistete ich die Box und ging zu ‘meinem’ Stall rüber. Teddy folgte mir dabei auf dem Fuße, obwohl er ein wenig beleidigt war, denn solange ich Angels und Fohlen hatte laufen lassen, hatte ich den Neufundländer in der Box der Stute eingesperrt.

Erneut hörte ich schon von weitem das Gewieher meines Tinkerhengstes, dem die Ungeduld sichtlich anzumerken war. Allerdings spannte ich ihn nicht länger auf die Folter, sondern trat direkt in seinen Auslauf. Navajo trabte gleich fröhlich auf mich zu und ignorierte meine Border Mix Hündin, die an ihm hochsprang und seine Aufmerksamkeit wollte. Navajo stupste mich mit seiner Nase an den Schultern, als Aufforderung ihn zu streicheln. Dieser kam ich natürlich gerne nach und vergrub meine kalten Hände in seiner dichten Mähne. “Hallo mein Dickerchen!” murmelte ich und presste meine Stirn an seine. “Hast mich vermisst, hmm? Aber jetzt bin ich ja da. Lust auf nen kleinen, wilden Ausritt?” Als hätte Navajo mich verstanden, begann er zu nicken und ich ging auf die Boxentür zu. Wie immer brauchte ich bei dem Tinker kein Halfter, er folgte mir willig und wartete dann an seinem angestammten Putzplatz, bis ich mit seinem Putzzeug wieder auf der Matte stand. Den Tinkerhengst putzte ich grundsätzlich nur flüchtig über, bei den weißen Flecken des Schecken fiel es eh nicht auf, wenn ich ihn intensiv gereinigt hatte. Deshalb war ich schnell fertig und ich holte seinen Westernsattel, die dazugehörige Trense und machte mich schon wenig später auf den Weg in den Wald. Wir beide, der Tinker und ich, genossen den schnellen Ritt, allerdings beugte ich mich weit über den Hals, denn der eiskalte Wind trieb mir die Tränen in die Augen. Der Wind rauschte in den Wipfeln der Bäume und Navajo hatte sichtlich Spaß, allerdings musste ich ihn einmal hart durchparieren, weil wir auf Fußgänger trafen. Navajo beugte sich dem widerwillig, doch nachdem ich die älteren Herrschaften freundlich gegrüßt hatte, preschte er direkt wieder los. Nach einer halben Stunde kamen wir im gemächlichen Schritt auf den Hof zurück, Navajo war schweißnass und so musste ich ihn erstmal mit Heu trockenreiben, bevor ich ihn zurück in seine Box bringen konnte.

Als nächstes kümmerte ich mich dann um meine schwarze Schönheit in der Box nebenan. Schwer hatte ich mir Black Beautys Vertrauen erkämpft und nun hatte ich, wenn auch nur ich, vollends. Er vertraute mir in allem, was ich tat und es erfreute mich sichtlich. Für ihn nahm ich mir auch immer noch die meiste Zeit, denn die Narben in seiner Seele waren noch immer tief und ich hoffte, dass er sie bald vergessen konnte. Nach einer ordentlichen Putzorgie, bei der mein Kater nicht von Beautys Rücken zu bekommen war, legte ich den Sattel sanft auf den Rücken des Friesen und trenste ihn auf, bevor wir in die Reithalle gingen. Sachte stieg ich auf und begann damit, ihn warm zu reiten. Beauty reagierte mittlerweile auf die Hilfen der Grundgangarten und wir konnten auch schon einige Hufschlagfiguren nachreiten. Allerdings wirkten die Zirkel noch immer mehr eckig als rund und deshalb arbeiteten wir stark daran. Der Friesenhengst machte sich gut, er hatte einen guten Tag und so belohnte ich ihn damit, dass wir nach einer halben Stunde Feierabend machten und ich ihn zurück in die Box brachte. Ich wollte es nicht übertreiben, der Hengst brauchte viel Feingefühl und ich musste langsam mit ihm arbeiten, bloß nichts übertreiben. Ich hatte sein Vertrauen gewonnen, ja, aber eine kleine Unachtsamkeit konnte dieses auch wieder zerstören. Nachdem ich Beauty in seine Box gebracht hatte, lief er sofort in den Auslauf und wälzte sich ausgiebig, allerdings kam er danach sofort wieder auf mich zugelaufen, mit einem Blick der sagte: “Ich habe es mir nach dieser Leistung redlich verdient.” Ich lachte auf, klopfte ihm den Hals und nickte. “Ja, das hast du!”

Im Auslauf auf der anderen Seite Beautys vernahm ich eine Bewegung, Hotùr war aus der Box gekommen und strecke seine Nase in den Wind. Seine Augen hielt er geschlossen und ich vermutete, dass er mal wieder an seine alte Heimat dachte, die er schmerzlichste vermisste. Ihm war die Sommerhitze immer noch suspekt und da hatte ich so meine Probleme gehabt, erst jetzt, wo es wieder kälter wurde, war er wieder der alte. Langsam trat ich an den Zaun und stieg drüber, rief seinen Namen, doch er reagierte nicht. Da ich ihn aber nicht erschrecken wollte, hielt ich Abstand und rief ihn erneut. “Kultani, hey! Ich bin es doch!” Seine Ohren zuckten, er schnaufte empört und wandte mir dann seinen Blick zu. Ein leises Grummeln drang aus den Tiefen seines kleinen Körpers, aber dann trabte er auf mich zu und rieb seinen Kopf an meiner Schulter. Allerdings vermutete ich, dass es weniger ein Zeichen der Freundschaft war, als ein Jucken unter seinem dicken Schopf. “Ach Kultani, du musst hier bleiben, mein kleiner Schatz! Und ich dachte, du hättest dich langsam hier eingewöhnt.” seufzte ich traurig. Es war wieder seltener geworden, dass er mir seine Zuneigung zeigte und es machte mich sehr traurig, so liebte ich diesen Hengst doch mehr, als ich je zugeben würde. Es tat mir weh, dass er mich teilweise komplett ignorierte. Meine Hände krallten sich fest in Hotùrs Mähne und ich erwachte erst wieder aus meiner Starre, als mir jemand an meiner Jacke zupfte. Es war mein Islandhengst, der an mir herumknabberte und mir dadurch vielleicht zeigen wollte, dass ich ihm doch nicht völlig egal war. Konnte er Gedanken lesen? Es war der Moment, als ich beschloss ihn heute nicht zu reiten. Stattdessen wollte ich mich einfach mehr mit ihm beschäftigen, ihm zeigen dass ich ihn mochte. Deshalb halfterte ich ihn auf, brachte ihn zum Putzplatz und betüdelte ihn nach Strich und Faden, Hotùr genoss es sichtlich, als ich seinen Hals striegelte, denn er machte diesen lang und länger. Danach ging ich mit dem kleinen Hengst in die Reithalle, weil ich ein Experiment versuchen wollte, wofür mich wahrscheinlich jeder für bekloppt erklären würde. Während er in der Halle herumtollte und sich als Dank für meine Putzaktion erstmal lang und ausgiebig wälzte, lief ich schnell zu meinem Auto und holte den kleineren Gymnastikball, den ich mal als Stuhlersatz für mich gekauft hatte, in die Halle und ließ ihn über den Boden rollen. Hotùr, eigentlich die Ruhe selbst, erschrak erstmal und setzte sich auf sein Hinterteil, doch dann siegte seine Neugier und er kam näher. Zuerst schnoberte er an dem hellblauen Ball herum, bevor er ihn mit der Nase vor sich her schob. Allerdings hatte ich SO nicht geplant, ich schnappte mir den Ball und spielte mit ihm, durch die Halle laufend, Fußball. Der kleine Hengst war sofort recht angetan und fetzte hinter mir her, um mir den Ball abzunehmen und siehe da: Er trat ihn auch mit den Hufen. “Ola, du bist ja ein richtiges Fußballtalent! Vielleicht sollte ich dich mal Jogi Löw vorstellen?” lachte ich. So tollten wir fast eine halbe Stunde durch die Halle, es machte Hotùr sichtlich Spaß, bevor ich absolut keinen Atem mehr hatte und aufgeben musste. Allerdings beschloss ich, dieses Spiel des öfteren mit ihm zu machen. Pferdefußball als neue Sportart… das wäre doch mal was, oder?

Als wir am Stall ankamen, lief Teddy schon ungeduldig auf mich zu und sprang mich an. “Hey, was ist denn mit dir los?” lachte ich. Den Neufundländer sollte jemand verstehen! Aber ich freute mich ja immer über diese Zeichen der Zuneigung, denn er trauerte Marion noch immer nach. Deshalb kniete ich mich nieder und kraulte ihn kurz, bevor ich meinen Isländer in seinen Auslauf steckte, den Ball verstaute ich in der Sattelkammer, auch wenn er kaum noch in einen meiner Schränke passte. Eigentlich hätte ich nun gerne Feierabend gehabt, aber ein Tier war noch zu reiten und meinem Job als Tierärztin würde ich auch noch nachgehen müssen. Aber erstmal war mein junger Oldenburger Hengst dran. Der erst fünfjährige war noch voller Energie und benötigte immer meine vollste Aufmerksamkeit, egal ob in der Dressur oder im Springparcours. Der Braune kam sofort auf mich zu und ließ sich bereitwillig aufhalftern und putzen, bevor es in den Parcours ging. Zuerst war warm reiten angesagt, in Hufschlagfiguren um die Hindernisse herum, doch irgendwann wurde es ernst. Ich hatte dir Hindernisse vorher noch niedriger gestellt, da der junge Hengst noch am Anfang seiner Ausbildung steht, aber nun linste er immer auf die Stangen und konnte es kaum abwarten, dass es endlich losging. Kaum, dass ich ihm die Galopphilfe gegeben hatte, schoss er auch schon los und ich hatte Müh und Not, ihn in einem geregelten Tempo zu halten, in dem man auch über die Oxer und Triplebarren gehen konnte. Nach zwei Runden ohne Sprung hielt ich auf den ersten, einen niedrigen Oxer, zu und Night Star ging leicht darüber hinweg, man merkte schon, dass ihm das Springen Spaß machte. So ritt ich den Parcours zweimal ab und beim letzten Sprung passierte es schließlich. Der Hengst legte in seinem jugendlichen Leichtsinn direkt über dem Aussprung der zweifachen Kombination einen Buckler hin, auf den ich nicht gefasst war und so flog ich ihn hohem Bogen von seinem Rücken, drehte in der Luft einen Salto und landete dann vorwärts auf den Stangen, die aus ihren Halterungen krachten. Kreuz und quer lagen die Stangen um das Hindernis verteilt und ich mittendrin, unfähig mich zu bewegen. Meine Rippen taten höllisch weh und der Schmerz raubte mir dem Atem, ich war mit dem Brustkorb voran auf einer der Stangen gelandet und es war nicht ausgeschlossen, dass irgendwas kaputt gegangen war, immerhin hatte es ziemlich gekracht und ich meinte da auch das Geräusch brechender Knochen herausgehört zu haben.

Langsam und ruhig versuchte ich zu atmen, aber jeder Atemzug schoss wie ein Blitz durch meinen Körper, doch es half nichts, ich musste aufstehen. Nach und nach bewegte ich alle beweglichen Glieder meines Körpers, um festzustellen, ob noch irgendwas defekt war, allerdings schien bis auf meinen Brustkorb und der allgemeinen Schmerzen, die ich wohl ein paar Tage ertragen müsste, alles in Ordnung zu sein. Da ich Probleme hatte, mich auf den Beinen zu halten und mein Rippen sich schmerzhaft zu Wort meldeten, hielt ich mich an der Auflage der Stangen fest und rief nach Night Star, der sofort angelaufen kam und mir entschuldigend ins Gesicht prustete. Doch dazu hatte ich keinen Nerv, ich wollte mich nur noch hinlegen und schlafen. Deshalb klammerte ich mich an seinem Hals fest und führte ihn zum Putzplatz und sattelte ihn ab. Beim Gewicht des schweren Sattels in meinen Armen wurde mir schwarz vor Augen und es kostete mich all meine Körperbeherrschung, um nicht ohnmächtig zu werden, aber es klappte. Danach brachte ich den Oldenburger eiligst in seine Box und rief meine beiden Hunde und den Kater zu mir, Gott sei Dank hörten sie mittlerweile wirklich aufs Wort, und so konnte ich recht schnell nach hause fahren, allerdings machte ich noch einen Umweg zum Krankenhaus, in welchem man mich röngte und feststellte, dass ich mir vier Rippen, zwei rechts und zwei links, gebrochen und etliche geprellt und gestaucht hatte. Allerdings waren es einfache Brüche, sodass der Arzt mich ‘nur’ fest bandagierte und mich eigentlich ein paar Tage bei sich behalten wollte. Nur hatte er da nicht mit MIR gerechnet, denn ich nervte ihn solange, bis er mich mit dem Versprechen mich zu schonen, nach hause ließ. Dieses Versprechen gab ich natürlich gerne, aber ob ich mich auch dran halten würde? Eher nicht, immerhin wollten sechs Pferde bewegt und zwei Hunde Gassi geführt werden. Aber für den Tag hatte ich genug, ich meldete mich telefonisch bei Mia und Kerstin, erklärte kurz was geschehen war und haute mich dann in mein Bett, nachdem ich die harten Schmerztabletten genommen hatte, die der Doc mir noch mitgegeben hatte.



Sorry ihr lieben... hab die Woche so viel zu tun gehabt, dass ich keinen Jobbericht geschafft hab *heul* Aber ich werde mich wieder bessern *versprech*


PS: in the real life bin ich kerngesund

[Dieser Beitrag wurde am 20.10.2006 - 21:45 von Lenna aktualisiert]





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Kerstin ...
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...   Erstellt am 24.10.2006 - 17:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


was soll ich noch großartiges schreiben?
der ist wie immer klasse! ich bewundere es echt, wie du es immer schaffst, so viele super berichte zu schreiben!





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Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!


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