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Lenna ...
Pferdenarr
.........



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...   Erstellt am 24.02.2006 - 15:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Stress, Stress und noch mal Stress. Das beschreibt kurz meine letzte Woche. Und ich war nah dran, meine Tiere zu verkaufen und nach Australien auszuwandern um dort neu anzufangen und ein Leben ohne Pferde zu führen. Aber ich wäre nicht Lenna, wenn ich dies wirklich gemacht hätte. Dafür hänge ich viel zu sehr an Deutschland, meinen Freunden und meinen Tieren! Dennoch, ich war jetzt schon froh, dass Mia ihre Pferde wieder übernommen hat und ich hoffte, dass Marion bald wiederkam! Noch stand es in den Sternen, wie lange ich mich um ihre Tiere mitkümmern musste. Sie meldete sich nicht bei mir und ich hatte echt keinen Plan! Ich kümmere mich ja wirklich gern um ihre drei Tiere, aber auf Dauer waren acht Pferde pro Tag einfach zu viel, auch wenn ich Navajo vorerst an meine Reitschülerin Katharina ‘abgegeben’ hatte, und so ab und an sollte ich mich doch selbst um ihn kümmern. Immerhin hatte ich mal so nebenbei noch zwei Jobs zu erledigen… wieso hatte ich mir auch vier Pferde kaufen müssen? Andererseits hatte ich meinen Tag mit vier eigenen und einem Pflegepferd sehr gut eingeteilt, allerdings passten Nanci, E Lando und Wind of Change nicht so ganz in meine Planung. Immerhin hatte ich heute die Boxen aller acht Tiere schon ausgemistet und hatte sie nur noch zu reiten oder zu longieren. Vor dem Mittag hatte ich mir E Lando und Nanci vorgenommen.

Beginnen wir bei dem Schimmel E Lando. Wann immer ich seine Box betrat, er suchte immer über meine Schulter hinweg nach seiner rechtmäßigen Besitzerin Marion, mit der ich leider nicht dienen konnte. “Sie ist doch im Trainingslager!” seufzte ich leise, während ich ihm die Mähne kraulte. Er schnaubte leise, vermisste er Marion doch. Ich übrigens auch! Mir fehlten die Abende, die wir zusammen saßen und relaxten, quatschten oder unseren Hunden beim Spielen zusahen. “Na, komm her! Ein paar Sprünge werden uns beiden ganz gut tun!” Ich holte E Lando aus seiner Box und führte ihn am Strick zum Putzplatz. Nachdem ich seine Putzbox auch dorthin geschleppt hatte, begann ich mit der Reinigung. Erst den Kopf, dann den Rumpf und zum Schluss die Beine. Wobei der Kopf das schwerste war. E Lando ist ja nun ein recht großes Pferd und er streckte seinen Hals so hoch, dass ich zum Putzen gar nicht ran kam. Aber schnell hatte ich ihn soweit, dass er den Kopf runter nahm und ich meine Arbeit anfangen konnte. Als der Schimmel glänzte, holte ich seinen Sattel und die Trense und ‘packte’ beides rauf aufs Tier. Und ab ging es in die Sprunghalle. Mal wieder hatte ich diese für mich alleine, was ich ganz praktisch fand. So musste ich keine Rücksicht auf andere nehmen.

Nach einer halben Stunde intensiven Sprungtrainings mit dem großen Schimmel machte ich ihn Boxenfertig und brachte ihn weg. Nachdem er dann seine Belohnung bekommen hatte, war Nanci dran. Himmel, wie begeistert war ich doch von diesem Tier! Ich konnte echt nicht verstehen, wieso sie mich nicht leiden kann! Ich hab ihr doch echt nichts getan, aber von ihrer Seite aus war es Abscheu auf den Ersten Blick gewesen. Zumindest wenn Marion nicht in ihrer Nähe ist. Es war doch immer wieder eine neue Erfahrung dieses Tier zu pflegen und zu reiten. Wenn man Lenna heißt. Seufzend trat ich an ihre Box und die kleine Pintostute hob sofort den Kopf, als sie meine Bewegung vernahm. “Hej, Nanci! Na, sind wir heute ein wenig kooperativer?” fragte ich leise und öffnete die Boxentür. Das Halfter hatte ich schon in der Hand und wollte es ihr überstreifen, bevor sie reagieren konnte. Denn in den letzten Tagen hatte sie sich einen Spaß daraus gemacht und mir immer wieder ihr Hinterteil zugedreht, wenn ich sie aufhalftern wollte. Und es klappte. Kaum, dass sie ihr Leckerlie bekommen hatte, schnellte meine zweite Hand vor und Nanci hatte ruck-zuck ihr Halfter auf dem Kopf. Ein empörtes Schnauben war ihre Antwort, von mir kam ein gehässiges Lachen. Sie zahlte mir meine Attacke jedoch sofort heim… Auf dem Weg zum Putzplatz zockelte sie nach rechts… zockelte nach links… blieb stehen. Immer dann, wenn ich nicht damit rechnete. Und da ich einen recht schnellen Schritt draufhatte, weil ich ja noch sechs weitere Pferde zu reiten hatte, war ich so ziemlich genervt, wenn ich alle paar Meter zurückschnellte. Erleichtert band ich Nanci dann an und begann mit dem Putzen, die übliche Prozedur mit einbegriffen. Sie reckte den Kopf in die Höhe, wenn ich ihn bürsten wollte, sie hibbelte herum, wenn ich das Fell striegeln wollte und sie zog die Beine an, wenn ich die Hufe auskratzen wollte. Himmel Herr Gott, war ich froh, als die Stute einigermaßen sauber aussah und ich sie satteln konnte! Verständlich, oder seht ihr das anders? Aber auch als ich den Sattel auf ihren relativ niedrigen Rücken hievte, blieb Nanci nicht eine Sekunde ruhig stehen und es kam, wie es kommen musste. Der Sattel flog in hohen Bogen runter. Ein Hoch, dass der Schnee derweil abgetaut war und auch das Wasser zum größten Teil getrocknet war! “Du alte Hexe!” zischte ich und hob den Sattel wieder auf, wischte kurz mit dem Ärmel drüber und knallte ihn auf den Rücken. Meine Laune war im Keller und ich hatte absolut keine Lust mehr auf diese Spielereien! Dies schien Nanci immerhin zu merken, denn als ich das Reithalfter über ihren Kopf zog, hielt sie ausnahmsweise still und auch aufsteigen konnte ich ohne Probleme. Eine Seltenheit!

Dennoch war der Ausritt wieder anstrengend… Nanci, eigentlich scheufrei, sprang bei jedem Windhauch oder rascheln zur Seite, blieb stehen oder begann zu bocken. So kam es, dass ich früher als erwartet wieder am Hof war, weil ich einfach keine Lust mehr hatte! So verfrachtete ich Nanci unfreundlich in ihre Box und machte mich auf den Weg zu Wind of Change. Wenn ich mich beeilte, dann konnte ich das vor dem Mittag auch noch erledigen. So begrüßte ich Wind nur kurz, putzte ihn genauso schnell über und wenig später war ich in der Halle und trainierte die englische Dressur. Mit Wind kam ich ganz gut klar und so hatte ich nach der halben Stunde Training wieder bessere Laune. Nachdem Wind of Change wieder in der Box war, machte ich erstmal Mittagspause, die ich mir redlich verdient hatte! So saß ich im Reiterstübchen und redete eine Weile mit Mia, die ich dort angetroffen hatte. Nachdem mein Teller leer war, und mein Bauch voll, ging ich zum Zuchtpferdestall und betrat Showdowns Box. Der Schimmelhengst erkannte mittlerweile schon meine Schritte und wieherte verhalten, wenn er meinen Gang vernahm.

Mit einer Möhre begrüßte ich den Schimmel und er nahm sie vorsichtig von meiner Hand. “Dann wollen wir mal, hmm?” fragte ich meinen ‘Lehrer’ leise und striff ihm sein Halfter über. Nachdem ich ihn angebunden hatte, holte ich seinen Putzkasten und begann mit seiner Reinigung. Dass Schimmel aber auch immer so dreckig aussehen müssen! Erst als er wirklich weiß wie Mehl war, weil ich ihn so dolle gestriegelt hatte, brachte ich die Kiste weg und holte dafür den Dressursattel Showdowns. Ich freute mich richtig auf die, leider viel zu kurze, halbe Stunde mit dem Schimmelhengst! Seitdem wir am Valentinsturnier auf dem Gestüt Pferdetraum wirklich gut abgeschnitten hatten, war ich eh selig mit ihm. Obwohl wir noch gar nicht solange ein Team bildeten, hatte er mir schon eine Menge beigebracht und meine Hilfen wurden von Stunde zu Stunde klarer und ‘richtiger’. Zwischendurch war ich zwar auch mal mit ihm gesprungen, der Abwechslung zuliebe. Denn Showdown war nicht nur in der Dressur bis S ausgebildet, nein auch im Springen immerhin bis M. Und wozu dieses ‘Talent’ vergeuden? Springen tat ich ja eh viel lieber als diese englische Dressur, aber bei dem Zuchthengst ging diese leider vor. Für heute hatte ich mir eine Kür ausgedacht, die ich mit ihm reiten wollte. Hoffentlich war die Halle auch leer! Aber wieder hatte ich Glück, über die Mittagszeit ritt kaum jemand. So schmiss ich erstmal ‘normale’ Musik in die Anlage und ritt den Hengst warm, bevor ich meinen Hitmix anstellte und die Kür ritt. Showdown spitzte die Ohren, als er die nun etwas lautere Musik vernahm und ging fröhlich und im Takt. Ja, dieses Pferd hat sogar Taktgefühl! Es machte mir richtig Spaß mit ihm und ich bedauerte es wirklich, dass ich Schluss machen musste, weil ja noch meine eigenen Tiere warteten.

Tänzelnd machte ich mich dann auf zu ‘meinem’ Stall. Meine Gute Laune, die Nanci ja erfolgreich ruiniert hatte, war wieder da, allein durch einen Ritt auf Showdown! Und weil die Laune grad da war, beschloss ich diesmal mit Black Beauty anzufangen. In der letzten Woche war sein Vertrauen in mich soweit gewachsen, dass ich heute damit anfangen wollte, ihm den Sattel aufzulegen und mit diesem zu longieren. Und dazu war ich echt grad in der richtigen Stimmung! Aber das schönste war eh, dass er sich jetzt sogar von mir putzen ließ und sein ehemals stumpfes, gräuliches Fell nun in einem strahlenden schwarzblau mit der Sonne um die Wette leuchtete. Er war wirklich ein schönes Tier und ich bereute echt nicht mehr, ihn gekauft zu haben! Ich begrüßte Beauty vorsichtig, denn ein wenig kam es noch auf seine Tageslaune an, aber die schien gut zu sein, denn er blubberte als er mich sah, und kam direkt zur Boxentür. Langsam öffnete ich die Tür und ging zu meinem Friesen hinein. “Hallo mein schöner!” Beauty nahm vorsichtig die Möhre aus meiner Hand, die ich ihm hin hielt und verspeiste sie dann hastig. Als wenn ich sie ihm wegfuttern würde. Dachte ich kopfschüttelnd. Langsam und ruhig streifte ich meinem schwarzen dann sein Halfter über den Kopf und führte ihn aus seiner Box. Aus der Ecke vernahm ich ein leises, wehmütiges Miauen, welches meinem jungen Kater gehörte. Dieser hatte sich wie in der letzten Zeit immer bei Beauty verkrochen, wenn ich den gesamten Tag auf dem Hof blieb. Als Black Beauty das Mauzen hörte, blieb er stehen und wandte den Kopf hinab zu Rabauke und schnaubte leise. ‘Ich bin doch bald wieder da, pass gut auf meine Box auf!’ sollte das wohl heißen. Oder so ähnlich eben. Rabauke erwiderte noch etwas und rollte sich dann wieder im warmen Stroh zusammen.

Nervös folgte Beauty mir dann zum Putzplatz, wo ich ihn anband und seinen Putzkasten holte. Dabei beeilte ich mich wirklich, denn allzu lange wollte ich ihn da nicht alleine lassen. Er reagierte immer noch panisch auf andere Stimmen, meistens allerdings bei männlichen. Daraus schloss ich, dass ihn wohl vor allem Männer misshandelt hatten. Aber auch Mädchen und Frauen gegenüber war er immer noch sehr misstrauisch, selbst Marion, die öfter mal bei mir im Stall vorbeischaute, durfte ihm nicht zu nahe kommen. Wie sollte das aber werden, wenn Sandy ihm die Hufe ausschnitt? Denn dafür hatte ich ihn mittlerweile angemeldet. Seine ‘Schuhe’ waren in einem katastrophalen Zustand, bevor das nicht behoben war, würde ich ihn nicht reiten können. Mal abgesehen davon, dass ich damit eh noch warten wollte. Aber auch in der Halle war es halt ein Spiel mit dem Feuer. Durch die Wölbung nach oben kam er ab und an ins Strudeln und Stolpern, was böse ausgehen konnte. Aber ich wollte das Training nicht unterbrechen, er war grad so schön dabei. Deswegen also der Termin beim Hufschmied. Aber zurück zum Putzplatz. Während ich Beauty langsam das Fell striegelte redete ich wie immer leise auf ihn ein. Es beruhigte ihn, meine Stimme kannte er und bisher hatte er nur gutes mit ihr verbunden. So sollte es sein! Ich ließ mir eine Menge Zeit beim putzen und machte mich dann mit Longierleine und ihm auf den Weg in die Reithalle. Dort longierte ich ihn erstmal ganz normal, so wie die letzten par Tage auch. Er hörte derweil sogar auf meine Kommandos. Schritt, Trab, Galopp und Halt kannte er, auf mein Schnalzen hin wurde er schneller, auf ‘How!’ langsamer. Er lernte schnell, es machte Spaß mit ihm zu arbeiten, außer von draußen kamen ungewöhnliche Geräusche, dann bockte er wie ein Irrer und ich war froh, noch nicht auf seinem Rücken zu sitzen. Da wäre man wohl nicht mal oben geblieben, wenn man sich Pattex in den Sattel geschmiert hätte! Heute blieb draußen soweit alles ruhig und mein schwarzer Teufel scheute nur ein paar mal, wo er auch einfach ‘nur’ losfetzte. Nach einer Weile hielt ich es für genug und ich holte einen Sattel, den ich bereits in der Halle deponiert hatte. Bevor ich ihn Beauty auf den Rücken legte, hielt ich ihm den Sattel vor die Nase.

Mein Hengst untersuchte diesen misstrauisch, schien ihn aber nicht für gefährlich zu halten. Erst als ich ihn langsam um ihn herum brachte, von Beauty weiterhin im Auge gehalten, und ihn auf seinen Rücken legte, machte der Friese einen entsetzten Sprung nach vorn. “How, Beauty! Ist alles gut!” Mein Hengst schnaubte empört, buckelte den ‘Fremdkörper’ auf seinem Rücken jedoch nicht herunter. Das machte mir zumindest ein wenig Hoffnung, dass mein erstes Aufsitzen nicht im Sand ein Ende fand. Aber erstmal war das Laufen mit Sattel dran, damit er sich an das ungewohnte Gewicht gewöhnte. So machte ich den Sattelgurt fest, nicht zu sehr, ein wenig herumrutschen sollte er schon, nur sollte er genauso auch auf dem Rücken bleiben und sich nicht unter dem Bauch wieder finden. Ich ließ die Longe wieder lang und gar Black Beauty das Zeichen zum Antreten, auf welches er auch sofort gehorchte, allerdings beunruhigte ihn der Sattel auf seinem Rücken so sehr, dass er kurz darauf wieder wild am Bocken war. Als er jedoch merkte, dass ihm der Sattel weder was tat noch von seinem Rücken rutschte, wurde der schwarze ruhiger, bis er sogar in gleichmäßigem Tempo galoppierte. Und ich ließ ihn laufen. Wir standen am Anfang, da sollte er das Tempo noch bestimmen. Nach fünf Minuten mit Sattel hielt ich es allerdings für genug. “Brr, Beauty!” Mein Hengst wurde langsamer und hielt letztendlich an. Ich trat auf ihn zu, dabei die Longe aufrollend, und klopfte ihm freudig den schweißnassen Hals. “Feiner Beauty! Hast du gut gemacht!” lobte ich ihn und führte ihn aus der Halle. Den Sattel ließ ich drauf und es schien ihm nicht allzu viel auszumachen. Dennoch hatte ich noch eine Menge Arbeit vor mir!

Nach Black Beauty nahm ich mir meinen Wallach Mon Cherry vor, denn ich war grad in Sprunglaune. Allerdings wollte ich mit ihm keine großen Hindernisse machen, sondern ein wenig Sprunggymnastik. Also ging ich zuerst in die Sprunghalle und setzte die Hindernisse herab oder baute sie um, stellte Cavalettis hin und baute In & Outs auf. Später ging ich alles noch mal ab und korrigierte die Abstände, aber im Großen und Ganzen war ich mit meiner Arbeit zufrieden. Wieder im Stall, holte ich flugs meinen einzigen Wallach heraus (irgendwie hatte ich ja wirklich ein Faible für Hengste entwickelt) und bearbeitete sein Fell mit der Wurzelbürste, mehr war nicht nötig. Also fix den Springsattel drauf und das Gebiss in den Mund, schon konnte es zur Halle gehen. Nach ein paar Minuten Warmreiten begann ich dann mir der Gymnastik. Mon Cherry schnaubte empört, als er die niedrigen Hindernisse erblickte, in seinen Augen waren die was für Shetlandponies, aber doch nicht für hoch gewachsene Oldenburger! Dennoch merkte er nach einer kurzen Weile, dass diese popeligen Hindernisse doch anstrengend sein konnten. Immerhin ging es Sprung um Sprung, kaum ein paar Galoppsprünge dazwischen. Aber auch hier hielt ich es nach einer halben Stunde für genug und ritt ihn einigermaßen trocken. Eine Decke würde den Rest erledigen! Während ich den Parcours wieder einigermaßen herrichtete, ließ ich Mon Cherry frei in der Halle laufen. Dies nutzte er natürlich gleich um sich ausgiebig im Hallenboden zu wälzen. Danach sah er aus wie paniert! Seufzend fing ich ihn wieder ein und trenste ihn auf, den Sattel legte ich locker wieder drauf. Im Stall angekommen, brachte ich den Sattel weg, putzte Mon Cherry noch mal kurz über, aber durch das nasse Fell war es nutzlos, ich schmierte nur die Bürste voll.

Navajo sah mir schon erwartungsvoll entgegen, als ich seine Box betrat. Leider hatte Katharina heute keine Zeit gehabt und so musste ich mich selbst um meinen Tinker kümmern. Normalerweise hätte es mir nichts ausgemacht, aber heute hätte ich viel darum gegeben, ein paar Pferde weniger zu reiten. Naja, kann man nichts machen, Schule geht vor. Da Katharina den Hengst nur spanisch ritt, wollte ich mal wieder die Westerndressur trainieren, vielleicht auch ein wenig Pleasure, aber vorrangig die Reining. Also putzte ich meinen dicken nur kurz über und hievte den schweren Westernsattel auf seinen Rücken. Nachdem er auch die Einohrtrense auf dem Kopf hatte, zog ich ihn zur Halle und saß auf. Wir übten Spins, bei denen ich mich grundsätzlich verzählte, und Roll Backs, Sliding Stopps und Rückwärtsrichten. Bis es mir zu den Ohren rauskam, Navajo hätte noch weitergemacht. Er hatte Spaß an der ganzen Sache und liebte es geritten zu werden. Wenn doch nur jedes Pferd so wäre! Denn last but not least war da ja noch ein kleiner, fuchsfarbener Isländer, der meine Aufmerksamkeit derzeit irgendwie nicht so dolle fand. Denn auch diesmal wich er mir aus, als ich seinen Auslauf betrat. Wie in den letzten Tagen. Erst stand er nur abwesend im Auslauf und hatte seine Nase in den Wind erhoben, wie meistens. Dennoch, sein Blick… er wirkte irgendwie sehnsüchtig… Es war als wäre Hotùr mit seinen Gedanken weit weg… hatte er Fernweh? Oder war es die Sehnsucht nach Freiheit?

Es tat mir weh, meinen kleinsten so zu sehen… aber ich konnte es nicht ändern. Ich konnte ihm keine unendliche Weite bieten, wie es Island getan hatte… Und zurück konnte er nun mal nicht mehr… Einreiseverbot für Pferde und das schon seit Jahrhunderten. Außerdem wollte ich meinen kleinen Kultani gar nicht mehr hergeben! Innerhalb kürzester Zeit hatte ich ihn so sehr ins Herz geschlossen, dass ich mir ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen konnte. “Hotùr?” Leise sprach ich auf ihn ein und ging auf ihn zu. Dennoch, er lief rückwärts vor mir davon, wollte sich nicht einfangen lassen. “Hej, Kulta! Komm her!” Erst nach einer Ewigkeit gelang es mir, seinen dicken Schopf zu packen und ihm sein Halfter überzustreifen. Ich blickte Hotùr in seine Augen und sie wirkten traurig… aber was sollte ich dagegen tun? Ich schlang meine Arme um seinen Hals und kraulte ihn unter seiner dicken Mähne. Der Isi stellte seine Nase auf meiner Brust ab und prustete leise. “Wenn du doch nur reden könntest!” seufzte ich und küsste ihn auf die Stirn. Eigentlich hatte ich mit ihm auf die Töltbahn gewollt, aber schnell entschied ich mich anders… vielleicht half ein schöner Ausritt, auch wenn es schon so gut wie dunkel war. Aber eben nichts gegen Island… solch Verhältnisse kannte er. Also holte ich nur schnell eine Trense, machte sie drauf und setzte mich dann auf seinen blanken Rücken. Es wurde ein ziemlich schneller, stürmsicher Ritt aber ich merkte richtig, wie Hotùr auflebte. Es machte ihm Spaß so durch die Gegend zu fetzen, zudem überließ ich ihm die Wahl wo es langgehen sollte. Erst nach über zwei Stunden, es war bereits halb acht, kamen wir wieder am Hof an. Beide total ko aber glücklich. Ich parierte meinen kleinen durch und lehnte mich nach vorn, kraulte ihm seine Brust. “Zufrieden, hmm?” fragte ich leise und erntete ein freundliches Schnauben. Ich stieg ab und brachte ihn in seinen Auslauf, in seiner Box hielt er sich eh selten mal auf. Eigentlich nur zum Fressen. Und dies tat er nun, denn während wir unterwegs gewesen waren, war Fütterungszeit gewesen. Und ein langer Ausritt macht hungrig! Lächelnd klopfte ich ihm noch mal den Hals. “Dann mal guten Hunger, Kultani!” meinte ich, bevor ich ging. Dann holte ich Rabauke bei Beauty ab und Becky bei Navajo, und endlich konnte ich mich auf den Heimweg machen.





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Mia ...
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...   Erstellt am 07.03.2006 - 21:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hey süße!
Wunder schöner Bericht wie immer! Kannst stolz auf deine Berichte sein! Ehrlich!!!
Jetzt brauchste dich ja ncih mehr um E Lando, Wind of Change und Nanci zu kümmern! Weißt ja warum
naja... mach einfach weiter so^^

+liebz dich+ Mia





Signatur

Name: Rhythmus 33
Spitzname: Rhythmus, Rhythel, Rhythelchen, Rhythi
Alter: 15 Jahre (14.06.1991)
Rasse: Westfale
Ausbildung: Damals S Springen, heute L Dressur
Charakter: Rhythmus ist total schmusig und ein ganz lieber Knuddelbär. Beim Reiten ist er einfach spitze, jedoch kann er auch ma los schießen und einen kleinen Freudebuckler machn.


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