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ChaosAngel 

Status: Offline Registriert seit: 04.10.2006 Beiträge: 107 Nachricht senden | Erstellt am 08.02.2007 - 18:34 |  |
Wer seine Sünden bereut, dem wird vergeben werden. Doch bereut wirklich irgendjemand alle seine Sünden? Jede Lüge, die man eventuell auch nur ausgesprochen hat, um jemanden nicht zu verletzen, jeden sexuellen Kontakt vor einer Ehe? Mir fallen jetzt spontan keine weiteren Beispiele mehr ein, aber irgendetwas im Leben gibt es doch immer, was man vielleicht nicht hätte tun sollen, was man aber nicht bereut.
Jetzt kann natürlich jeder sagen "ich bereue, dass ich mich versündigt habe" aber solange er nicht bereut was er getan hat, sondern nur den Fakt, dass es eine Sünde war, gilt das dann als Reue?
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Dismas 

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2007 Beiträge: 26 Nachricht senden | Erstellt am 19.04.2007 - 01:39 |  |
Ich kann es nicht besser formulieren, deshalb schreibe ich es einfach ab:
Ramm, Martin: Beichtspiegel, Eine Beichthilfe für Erwachsene, Thalwil 2004 schrieb
Die Reue
Die wichtigste Voraussetzung für den Empfang der Beichte ist die Reue. Ohne sie kann keine Sünde nachgelassen werden. Sie besteht in der inneren Abkehr von der Sünde, in der Zuwendung zu Gott und im Vorsatz, die Sünde künftig zu meiden.
- Die Liebesreue heißt auch vollkommene Reue, weil sie die höchste Form der Reue ist. Sie wird geboren aus dem Gedanken an die göttliche Liebe und aus Scham darüber, diese liebe verletzt zu haben. In ihr ist die Kraft, jede Schuld augenblicklich zu tilgen. Mit der vollkommenen Reue ist stets das Verlangen nach der heiligen Beichte verbunden. Es ist daher nicht möglich, eine Liebesreue zu erwecken, um nicht beichten zu müssen. Eine vollkommene Reue soll man vor allem in Todesgefahr erwecken.
- Die Furchtreue heißt auch unvollkommene Reue. Sie wird geboren aus dem Gedanken an die göttliche Gerechtigkeit, denn jede Sünde verdient von Gott eine gerechte Strafe. Unvollkommen heißt sie, weil sie alleine nicht genügt, um die Sünden zu tilgen. Sie kann aber nützlich sein, um sich von der Sünde abzuwenden und eine wahre Umkehr vorzubereiten. Zum Empfang der heiligen Beichte ist sie hinreichend.
- Eine dritte Form heißt eitle Reue oder knechtische Reue. Sie hat keinen Wert und nützt auch nichts für die Beichte, denn die Sünde ist einem nur deshalb peinlich, weil man sch vor den Menschen schämt. An die Liebe Gottes und seine Gerechtigkeit aber denkt man nicht und will sich auch nicht bessern.
Der Vorsatz
Zu jeder echten reue gehört notwendig der allgemeine Vorsatz. Er besteht in dem ernsthaften Willen, (1) die Sünde nicht mehr zu tun, (2) die nächste Gelegenheit zur schweren Sünde entschieden zu meiden und etwaige ungeordnete Lebensumstände zu ändern, und (3) falls ein Schaden entstanden ist, diesen nach Möglichkeit wieder gutzumachen. (...)
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Bei allem, was man tut oder getan hat, muß man sich die Fragen stellen:
Habe ich den Vater im Himmel durch das was ich getan/unterlassen habeverletzt und beleidigt?
Habe ich durch das was ich getan/unterlassen habe Schuld angehäuft, die Jesus Christus, das Lamm Gottes, für mich tragen mußte; habe ich damit indirekt die Hammerschläge auf die Nägel, die Jesu Hände und Füße durchbohrten, ausgeführt?
Mit anderen Worten: Habe ich mit meinem Handeln die Liebe Gottes verletzt und dem Leiden Jesu Christi etwas hinzugefügt?
Wie sieht Gott mich? Allein wie er meine Handlung einordnet, ist letztlich entscheidend. Was könnte schlimmer sein, als dem Wesen, daß mich am meisten liebt, durch liebloses Verhalten (=Sünde) Schmerz zu bereiten?
Nicht alles, was ich falsch mache, ist Sünde. Nicht alles, was ich falsch mache und an sich sündhaft ist, wird mir bewußt. Das kann natürlich nicht so schwer wiegn, wie eine im vollen Bewußtsein begangene Sünde. Man kann in seine Reue einschließen, womit man aus Unwissen oder unbeabsichtigt gegen Gottes Liebe gehandelt hat.
Was ist eine bewußt begangene Sünde:Ich weiß, daß Er es verabscheut, und tue es jetzt trotzdem, weil mir das, was ich durch diese Sünde erreiche, wichtiger ist (als Gott!); die Widersinnigkeit des Sündigens wid durch diese Perspektive deutlich.
[Dieser Beitrag wurde am 20.04.2007 - 22:26 von Dismas aktualisiert]
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ChaosAngel 

Status: Offline Registriert seit: 04.10.2006 Beiträge: 107 Nachricht senden | Erstellt am 25.04.2007 - 10:38 |  |
Machen wir es mal konkret am Beispiel von "Kein Sex vor der Ehe" deutlich.
Mein Problem hier ist, dass ich eigentlich nicht der Überzeugung bin, dass das so ganz außerhalb von Gottes Willen liegt...
In der Bibel sagt Paulus, dass wer sich nicht enthalten kann, doch wenigstens heiraten soll, um sich nicht der Unzucht schuldig zu machen. Allerdings sagt er auch, dass es besser sei, wenn man enthaltsam bliebe, da Jesus ja bald auf die Erde zurückkäme.
Mal ganz ehrlich: Hätten alle zu seiner Zeit nach seinem Denken gehandelt, wäre die Menschheit inzwischen nicht mehr da.
Weil er ja eindeutig betont, es sei besser, enthaltsam zu leben.
In der Ehe sehe ich insofern ein Problem, dass heutzutage viele Ehen auch wieder geschieden werden, also nicht mehr unbedingt den Stellenwert hat wie früher (damit spreche ich mich jetzt nicht generell gegen das Heiraten aus)
Früher war es halt auch so, dass eine Frau mit Kind ohne Vater quasi eine Belastung für die Gemeinschaft darstellte, in einer Ehe musste der Vater sich ja um seine Familie kümmern.
Dadurch wurden uneheliche Kinder extremst belastet.
Wie sieht es nun heute aus?
In der heutigen Zeit würde ich mal sagen, ist es fast unmöglich, jemanden zu finden, der dazu bereit ist, einen zu heiraten, damit man Sex haben kann. Ergo: eigentlich bleibt einem dann doch wider nur die Enthaltsamkeit, oder?
Jetzt ist es so, dass ich mir dabei halt nicht sicher bin.
Wenn Gottes Wille nun wirklich dem Denken von Paulus entspricht, dann tut es mir leid, dass ich Gott mit meinem Handeln verletze. Doch für mich gesehen, bereue ich in der Hinsicht eigentlich (so gut wie) nichts... Und von daher...
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dismas 

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2007 Beiträge: 26 Nachricht senden | Erstellt am 26.04.2007 - 00:36 |  |
Liebe Chaosangel,
das ist ein wirklich gutes Beispiel!
Ich sage es ganz offen: früher habe ich gedacht und gelebt wie Du - jetzt sehe ich das aus der Distanz und nach fast 10 Jahren Ehe anders.
Aber zunächst zu Paulus, der ist erheblich begnadeter und klüger als ich. Paulus schreibt den Korinthern, daß es zwei Wege gibt, den der Ehe und den des Zölibates (also der unverheirateten Enthaltsamkeit). Er schreibt recht deutlich, daß es sein subjektiver Wunsch sei, jeder Christ bliebe unverheiratet. Ich verstehe daß so, daß dieser Satz Pauli persönliches Denken wiederspiegelt und nicht - wie der Rest des Briefes - vom Heiligen Geist inspiriert ist.
Ich erlaube mir daher , Deine These zu relativieren; hätten alle nach dem Wunsch des Paulus gehandelt...
In seinem Denken war ja durchaus Platz für Ehe und Familie.
Es findet sich auch das Verbot der Wiedeverheiratung nach einer "Trennung".
1 Kor.7,1 Nun zu den Anfragen eures Briefes! «Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren».
2 Wegen der Gefahr der Unzucht soll aber jeder seine Frau haben und jede soll ihren Mann haben.
3 Der Mann soll seine Pflicht gegenüber der Frau erfüllen und ebenso die Frau gegenüber dem Mann.
4 Nicht die Frau verfügt über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt nicht der Mann über seinen Leib, sondern die Frau.
5 Entzieht euch einander nicht, außer im gegenseitigen Einverständnis und nur eine Zeit lang, um für das Gebet frei zu sein. Dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht in Versuchung führt, wenn ihr euch nicht enthalten könnt.
6 Das sage ich als Zugeständnis, nicht als Gebot.
7 Ich wünschte, alle Menschen wären (unverheiratet) wie ich. Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.
8 Den Unverheirateten und den Witwen sage ich: Es ist gut, wenn sie so bleiben wie ich.
9 Wenn sie aber nicht enthaltsam leben können, sollen sie heiraten. Es ist besser zu heiraten, als sich in Begierde zu verzehren.
10 Den Verheirateten gebiete nicht ich, sondern der Herr: Die Frau soll sich vom Mann nicht trennen
11 - wenn sie sich aber trennt, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich wieder mit dem Mann - und der Mann darf die Frau nicht verstoßen.
12 Den Übrigen sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und sie willigt ein, weiter mit ihm zusammenzuleben, soll er sie nicht verstoßen.
Ja, der Apostel spricht klare Worte. "no sex until marriage" ist hier schon recht eindeutig herauszulesen. Da können wir uns auf den Kopf stellen.
Wichtig ist auch der Satz aus dem 1. Buch Mosis:
Genesis 2,24 Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch.
Hier findet sich schon in einem der ältesten Dokumente unseres Glaubens in einem kurzen Satz wesentliches über den Charakter der Ehe: Mann und Frau schließe nicht etwa -wie es in verschiedenen Ansichten kursiert - einen Vertrag, nein, sie werden eins, sie werden ein Fleisch. (Denken wir das weiter: zwei Seelen, ein Fleisch, ein Leib...) Also muß die Ehe shon etwas sehr hochstehendes sein; etwas so schönes und erhabenes wie die menschliche Sexualität in einen solchen Rahmen zu packen, ist sicher nicht abwegig. Und wenn man die Zeugung eines Kindes als Teilhabe am Schöpfungsakt Gottes begreift, ist die Sexualität so etwas wie ein priesterlicher Dienst. Ein priesterlicher Dienst aber verlangt nach einem geheiligten Rahmen.
So, das klingt ja alles sehr schön. Und die Realität? Hat es damit überhaupt irgendetwas zu tun?
Du hast ja recht: keiner scheint sich für Paulus zu interessieren. Ich bin jetzt halt schon einige Jahre verheiratet und kann leicht eine große Klappe haben. Also: wie sieht es heute aus: In der Tat war es ja schon vor 20 Jahren schwierig, eine "Beziehung" unter der Conditio "Sex aber erst, wenn wir verheiratet sind" zu beginnen oder zu führen. Selbst in der Gemeindejugend zog damals fast jeder mit einem anderen zusammen - wir auch- und wenn es gut ging, wurde es sozusagen im Nachhinein vor dem Altar "legitimiert". Offensichtlich ist das der Weg unserer Zeit; das bedeutet aber nicht, daß es richtig ist. (In der Renaissance war es auch durchaus "üblich", daß der Papst Konkubinen hatte, dennoch war es nicht "richtig".)
Ja, heute werden extrem viele Ehen geschieden. Und auch in den offenen Beziehungen lassen Eltern hre Kinder häufig im Stich. Mir tat es heute richtig weh, als ich von einer Kindergartenkameradin meines Sohnes heute gehört habe: "Der Papa ist ausgezogen." Ich glaube, für Kinder gibt es nichts wichtigeres als mit Mutter und Vater in einer intakten Ehe aufzuwachsen (Was nicht heißt, daß ELtern nicht auch mal streiten dürfen, möglichst kultiviert(was auch nicht immer klappt...).); Verläßlichkeit, Vertrauen, Konstanz und Liebe zu erleben (Eben, weil die Eltern ja "ein Fleisch" sind.).
Warum "scheitern" diese Ehen? Ih kann nur spekulieren: Weil die Selbstliebe größer ist als die zum Gatten? Weil die "Selbstverwirklichung" zu sehr als Einzeltat gesucht wird als als gemeinsame Verwirklichung der Gatten - was dann auch Verzicht, Kompromiß, Demut erfordert? Weil speziell die Christen vergessen haben, daß die Ehe ein Bund von dreien ist? Ja, von dreien: einer Frau, einem Mann und Gott.
Natürlich stand früher die soziale Ächtung der Frauen, die "keine Väter für ihre Kinder hatten" im Vordergrund. Traurig, lieblos und gottlos war das (Nicht wahr: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie...). Aber - und das galt heute wie früher (z.B. für auch früher akzeptierte Witwen und Witwer mit Kindern), daß Kinder in einer "vollständigen" Familie in der Regel des besseren Start ins Leben haben dürften.
"Jetzt ist es so, dass ich mir dabei halt nicht sicher bin."
Klar, verstehe ich. Genauso ging es mir auch! (Und jetzt, wo ich so lange glücklich verheiratet bin, habe ich gut reden...)
Weil daß, was man als göttlich inspirierte Aussage dazu in der Heiligen Schrift und in der Lehre der Kirche findet, dem, was unsere Umgebung vorlebt und dem, was man selbst lebt, genau entgegensteht.
Was soll man glauben? Was soll man tun? Wonach soll man sich richten? Nach Gott oder nach dem Mainstream?
Dazu zwei Worte Jesu:
Mat.5,13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Lukas 17,1 Er sagte zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet.
2 Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt.
3 Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm.
Liebe Grüße
Dismas
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ChaosAngel 

Status: Offline Registriert seit: 04.10.2006 Beiträge: 107 Nachricht senden | Erstellt am 27.04.2007 - 09:13 |  |
Bleibt für mich nur dann auch die Frage nach der Mehrehe- gab es das im Alten Testament nicht auch ? Ich meine mich dunkel an etwas zu erinnern (ja ich geb zu, is schon bisschen mehr als n Jahr her, dass ich die Bibel wirklich komplett gelesen hab...)
Nun ja... Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich das jetzt wie sehen soll...
Weil eigentlich ist meine Einstellung dazu, dass solange es nicht wirklich jeder mit jedem treibt (sorry, wusste nicht, wie ich mich hier jetzt gewählter ausdrücken soll) der Fall von Unzucht noch nicht wirklich vorliegt...
Aber wie auch schon gesagt, in diesem konkreten Beispiel habe ich dann doch Schwierigkeiten das zu bereuen, was ich getan habe...
Wenn es mir auch leid tut, sollte ich den Herrn damit verletzt haben. Aber das is dann auch nicht so die beste Art von Reue...
Wenn ich also in diesem Fall konkret etwas nicht wirklich aus tiefstem Herzen bereuen kann, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als Gott auch dafür um Vergebung zu bitten...
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dismas 

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2007 Beiträge: 26 Nachricht senden | Erstellt am 28.04.2007 - 00:17 |  |
Die Mehrehe -
die Könige Israel, David, Salomo, habe sich diese Freiheit erlaubt.
Früher in der biblischen Geschichte scheint aber die Monogamie das übliche Modell gewesen zu sein:
Adam hatte seine Eva, Noah hatte eine Frau, Abraham hatt eine Frau, aber aus der Not der Kinderlosigkeit heraus eine Konkubine, Moses hatte eine Frau, und so fort. Im NT taucht die Polygamie nicht mehr auf. Ein Reifungsprozeß des Volkes Gottes? Jesus führt das noch weiter und verbietet die Scheidung, ohne wenn und aber!
Sexualität ist nichts schmutziges, sie ist etwas heiliges. Wir können sie aber ebenso besudeln und entweihen wie die weiße Decke eines Altares.
Wenn es "jeder mit jedem treibt" - was soll 's, das beschreibt 's doch wie es ist - ist das sicherlich "Unzucht" und Sünde. Bordelle, Swinger-Clubs - das sind Orte der Sünde.
Warum eigentlich? Warum gönnt uns Gott den Spaß nicht?
Es ist wie mit dem Essen: Es ist zum Leben notwendig, und es macht Spaß. Zuviel essen macht krank. Fazit: Die Freude am Essen kann man guten Gewissens, wenn man das rechte Maß hält.
Sexualität ist etwas ganz besonderes, ich habe dazu schon etwas geschrieben. Wir dürfen, nein wir sollen die Freud an der Sexualität geniessen, aber diese heilige Handlung nicht zu einer reinen Spaßquelle degradieren; wir sind keine Tiere, wir sind Gottes Ebenbild; wenn unsere Sexualität nur reine Triebbefriedigung ist, entwürdigen wir, was uns geschenkt wurde, entwürdigen wir uns selbst. Man kann es damit vergleichen, daß man einen richtig tollen wertvollen Wein geschenkt bekommt, den man, statt ihn in netter Atmosphäre aus einem guten Glas wohltemperiert und in kleinen Schlucken zu geniessen aus der Flasche säuft, sich damit betrinkt und ihn dann womöglich och wieder ausbr... (Ich bitte den ekligen Vergleich zu entschuldigen ).
Das ist natürlich etwas ganz anderes als die liebende Sexualität in einer mehr oder weniger festen "Beziehung".
Natürlich kann es auch hier- und auch in einer Ehe(!) passieren, dass die Sexualität auf dass Niveau der reinen Triebbefriedigung abfällt – wie ein Priester mal drastisch sagte, „Manche Männer halten ihre Ehefrauen für ihre Privathure.“
Aber im Grunde geht es ja bei der Sexualität in solchen Beziehungen um das Sich-Hinschenken, das eins werden, das Einander-Hingeben. Das ist die Hochform der Sexualität.
Ich stelle einfach mal die Frage in den Raum, ob es konsequent ist, sich mehrmals zu verschenken.
Von daher ist die Forderung: Sex (nur) in der Ehe nicht unlogisch.
Aber wie gesagt - ich habe es auch nicht besser gemacht und sollte mich nicht zu weit aus dem Fenster hängen.
Wenn man an den heiligen Augustinus denkt: Der wurde in seiner Jugend den sittlichen Ansprüchen, die er später stellte , auch nicht gerecht. (Womit ich mich bitte schön keinesfalls auf eine Stufe mit dem großen Augustinus stellen will!!)
noch was zur Reue:
Die Reue aus Liebe zu Gott ist immer die Beste. Etwas, das schön war, zu bereuen ist schwierig. Etwas, das grauslich war, zu bereuen ist einfach; aber das ist dann eben auch nur die „eitle Reue“ oder „knechtische Reue“ („Ich bereue, einen bestohlen zu haben, weil ich erwischt und bestraft worden bin, weil mich jetzt alles für einen Dieb halten und mich ablehnen.“ = knechtische Reue = wertlos. „Ich bereue, weil ich weiß das Gott mich für diese Sünde bestrafen wird/muß.“ = unvollkommene Reue = > reicht nach katholischer Lehre für die Sündenvergebung bei der hl. Beichte. Ich bereue, gestohlen zu haben, weil ich Gott, der mich liebt, damit nicht gehorcht und ihn beleidigt habe, weil ich seine Liebe damit zurückgewiesen habe, obwohl ich Ihn liebe = „vollkommene Reue“ – kann alle Sünden tilgen). „Wenn es mir auch leid tut, sollte ich den Herrn damit verletzt haben.“ Das wäre doch ein Akt der vollkommenen Reue? Wobei man ja auch nur das bereuen kann, von dem man sich sicher ist, dass es der Reue wert sei. Darum muß man wohl eh ständig beten.
Signatur uralt, Goth, katholisch, ... |
dismas 

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2007 Beiträge: 26 Nachricht senden | Erstellt am 01.05.2007 - 23:02 |  |
Noch ein guter Aufsatz, der zum Thema paßt:
http://www.maria-hilf-koeln.de/texte/beichte.htm
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