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Lykanthrop ...
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...   Erstellt am 12.04.2007 - 10:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Autorin: Lykanthrop /Verena Karcz
Datum: April 2007
Was es zu sagen gibt: Ja, was soll ich sagen? Ich weiß nicht, wieso ich es geschrieben habe. Nicht einmal, wie ich es geschrieben habe, verstehe ich wirklich. Es überkam mich, als ich "Kinderkriegszug" von der Band "Janus" gehört habe. Von dieser stammen die zentrierten Passagen und der Grudngedanke. Dazu habe ich dann diese Geschichte geschrieben..







Ein Bellen in der Nacht


Es war ein bitterkalter Winter. Schnee verdeckte schon lange die Wiesen und nahm den wenigen Überlebenden mit jedem Tag mehr Hoffnung auf ein Wiedersehen mit der Zivilisation. Zu viele Wochen waren sie schon umher geirrt ohne die Karte, auf der der Weg beschrieben war, zu jenem Ort, der vom Krieg verschont geblieben sein sollte. Zu viele Tage lang waren sie schon, mit knurrenden Mägen durch die Wälder gezogen und von Stunde zu Stunde weniegr geworden.

„Fünfundfünfzig kleine Kinder
eine stumme Schar.
Sie brachen auf zu einem Ort
an dem der Tod nicht war.“


Sie sangen das Lied. Seite, jeder nur für sich. Keiner durfte sehen, wie müde sie waren und wie kläglich ihre Stimmen klangen, wenn sie mit dem Wind hinfort geweht wurden, als hätten sie nie bestanden. Jeder sang dieses Lied in seinen Gedanken. Nur Sarah nicht.

Mittlerweile waren sie nur noch zehn. Fünfundvierzig von ihnen waren der Grausamkeit des Winters zum Opfer gefallen, darunter hauptsächlich kleine Mädchen, die den Willen nicht besessen hatten, sich weiter führen zu lassen, von einem Jungen, kaum älter als neun Jahre, der den Weg nicht besser kannten, als sie selbst. Sie liefen ziellos umher, das wusste jeder. Außer Sarah.

Sarah weinte nicht, wie die Anderen. Und sie lächelte nur, wenn man sie fragte, ob sie müde sei. Manchmal schüttelte sie auch den Kopf und deutete stumm mit der Hand zu den Bergen hinüber. Dort, irendwo hinter den blassgrauen Wolken hatten sie ihren Hund zurückgelassen. Mit einem Schild um den Hals gebunden, auf dem in krakeliger Schrift jene Worte zu lesen waren:

Bitte um Hilfe!
Wir finden den Weg nicht mehr.
Wir sind zweiundzwanzig.
Der Hund hier führt euch her.

Und könnt ihr nicht kommen
jagt ihn einfach fort.
Nur bitte, schießt nicht auf ihn.
Er allein weiß den Ort.


Es war Sarahs Hund. Ein kleiner weißer mit wuscheligem Fell und wachen, braunen Augen. Sarahs Hund, den sie voller Stolz durch den Schnee gejagt hatten, damit er Hilfe fand. Irgendwen, der sie auf den rechten Pfad zurück leiten konnte.

Seit jenem Tag waren Wochen vergangen. Der Hund war nicht zurück gekommen. Er war durch den feuchten Schnee davon gelaufen, bis er von dem Weiß seiner Umgebung nicht abzugrenzen gewesen war und dann verschwunden. Und niemand war gekommen, weder Bauern noch Soldaten, noch irgendjemand, der ihnen den Weg hätte zeigen können.

Allein die Berge waren ihre stetigen Begleiter gewesen. Stumme, große Berge, die sie vorwurfsvoll anblickten und düster auf sie herab sahen.

Nur Sarah lächelte, wenn die anderen gedrungen an den grauen Kolossen vorüber liefen. Sie fürchtete die Berge nicht, weil sie wusste, dass ihr Hund auf dem Weg zu ihnen war. Und selbst wenn er alleine kam, ohne Hilfe. Sarah kümmerte es nicht. Sie lächelte stumm den Wolken entgegen, die sich langsam zur Nacht verdunkelten.

Der Wind brodelte auf und ließ die geschrumpfte Kinderschar inne halten. Sie drehten sich um und waren nur noch zu neunt. Der kleine Junge mit dem großen Bären im Arm, war nicht mehr hinter ihnen. Nicht einmal seine Spuren waren mehr zu sehen. Nur der Schnee. Die Kinder weinten. Nur Sarah nicht.

Über die Berge zog es dunkel heran. Sterne waren keine zu sehen, nur Wolken und Schnee, der zur Erde fiel. Weiße, große Flocken, die langsam hinab sanken und sich auf Sarahs blau gefrorene Finger legten.

Von irgendwo drang ein leises Bellen durch den Schnee. Sarah hob den Kopf und lächelte wieder. Der Hund, der durch den Schnee auf sie zu gerannt kam, war halb verhungert, erfroren und allein. Um seinen Hals lag ein nasses Pappschild mit verwischter Schrift. Die Worte darauf waren kaum noch zu lesen.

Keiner der Kinder sah den Hund, der wimmernd vor Freude unter Sarahs Jacke schlüpfte und sich, ihr Gesicht leckend, an den schmalen Bauch des Mädchens drückte. Nur Sarah. Aber sie lächelte nicht mehr.






[Dieser Beitrag wurde am 12.04.2007 - 10:10 von Lykanthrop aktualisiert]





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Ist Realität nur die Folge der Notwendigkeit..?

Lykanthrop ...
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...   Erstellt am 12.04.2007 - 10:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Irgendwie wäre ich doch dankbar, wenn jemandem noch Fehler auffallen, dass sie mir genannt werden.
Hab das in zehn Minuten geschrieben, nochmal drüber gelesen, aber sicher was übersehen. Ich kenne mich!





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Aerowen ...
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...   Erstellt am 12.04.2007 - 11:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Eine sehr gute Idee, eine Geschichte aus einem Liedtext zu machen! Du hast sie auch sehr eindrucksvoll umgesetzt. Ein paar Unklarheiten und Fehler hab ich aber gefunden:

Lykanthrop schrieb
    und von Stunde zu Stunde weniegr geworden.


1. weniger
2. vielleicht könntest du das noch genauer beschreiben, da aus der Passage nicht hervor geht, was weniger geworden ist (also die Kinder)

Lykanthrop schrieb
    Sie sangen das Lied. Seite, jeder nur für sich.

Was ist 'Seite'?

Lykanthrop schrieb
    als hätten sie nie bestanden.

Vielleicht kannst du das noch anders formulieren. Ich finde, das Wort 'bestehen' passt im Zusammenhang mit 'Stimmen' nicht so ganz.

Lykanthrop schrieb
    Fünfundvierzig von ihnen waren der Grausamkeit des Winters zum Opfer gefallen, darunter hauptsächlich kleine Mädchen, die den Willen nicht besessen hatten, sich weiter führen zu lassen, von einem Jungen, kaum älter als neun Jahre, der den Weg nicht besser kannten, als sie selbst.

Dieser Satz ist wegen den vielen Nebensätzen sehr verwirrend.

Hier mein Vorschlag:
Fünfundvierzig von ihnen waren der Grausamkeit des Winters zum Opfer gefallen, darunter hauptsächlich kleine Mädchen, die den Willen, sich weiter führen zu lassen von einem kaum mehr als neun Jahre alten Jungen, der den Weg nicht besser kannte, nicht besessen hatten.

Aus 8 Satzgliedern mach 5
Oder du machst einfach mehrere Sätze draus.

Lykanthrop schrieb
    wie die Anderen

Kleinschreibung -> wie die anderen (verwirrend, ich weiß)

Lykanthrop schrieb
    Und sie lächelte nur, wenn man sie fragte, ob sie müde sei.

Den Satz würde ich vielleicht umdrehen, das harmoniert dann rein stilistisch besser mit dem Vorhergehenden.

Lykanthrop schrieb
    Dort, irendwo

Das 'g' fehlt

Lykanthrop schrieb
    den sie voller Stolz durch den Schnee gejagt hatten,

Sie jagen ihren Hund doch nicht voller Stolz durch den Schnee, oder? Sie müssen ihn wegschicken, im kalten Winter, weil sie verzweifelt Hilfe brauchen - sind sie da stolz?

Lykanthrop schrieb
    feuchten Schnee

Schreib lieber 'nassen Schnee', oder noch besser 'kalten' - feucht klingt komisch

Lykanthrop schrieb
    bis er von dem Weiß seiner Umgebung nicht abzugrenzen gewesen war

Ich würde das 'gewesen' weglassen. Nur 'bis er von dem Weiß seiner Umgebung nicht (mehr) abzugrenzen war'

Lykanthrop schrieb
    die sie vorwurfsvoll anblickten und düster auf sie herab sahen.

Das ist doppelt gemoppelt Besser: 'die vorwurfsvoll und düster auf sie herab sahen'

Lykanthrop schrieb
    wenn die anderen gedrungen an den grauen Kolossen vorüber liefen

'Gedrungen' passt hier nicht so recht, wenn es sich auf die Kinder bezieht.

Lykanthrop schrieb
    Der Wind brodelte auf
Seit wann 'brodelt' Wind?

Lykanthrop schrieb
    Der kleine Junge mit dem großen Bären im Arm, war nicht mehr hinter ihnen.

Da kommt kein Komma hin

Lykanthrop schrieb
    Über die Berge zog es dunkel heran.

Was 'zog dunkel heran'? genauer definieren

Lykanthrop schrieb
    und sich, ihr Gesicht leckend, an den schmalen Bauch des Mädchens drückte.

Mhm, reicht der kleine Hund von dem Bauch des Mädchens bis zu ihrem Gesicht hoch?



Ok, das wars erstmal... hab ich doch ganz schön viel gefunden...





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Lykanthrop ...
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...   Erstellt am 12.04.2007 - 11:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hachja^^ Das sind meine wunderbaren "Gehirnknoten-Fehler".


Hier die Überarbeitung, danke! Danke, Aerowen! Ich bin leider kein Meister darin, meine eigenen Fehler zu entdecken und darin besteht mein größter Fehler *lach*

Danke dir! Ich habe mal einige Dinge, die du vorgeschlagen hast, übernommen, ziehe es aber vor, die Geschichte nochmal ganz zu überarbeiten, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Danke nochmals!





Ein Bellen in der Nacht


Es war ein bitterkalter Winter. Schnee verdeckte schon lange die Wiesen und nahm den wenigen Überlebenden mit jedem Tag mehr Hoffnung auf ein Wiedersehen mit der Zivilisation. Zu viele Wochen waren sie schon umher geirrt ohne die Karte, auf der der Weg beschrieben war, zu jenem Ort, der vom Krieg verschont geblieben sein sollte. Zu viele Tage lang waren sie schon, mit knurrenden Mägen durch die Wälder gezogen und von Stunde zu Stunde weniger geworden. Zehn Kinder waren übrig geblieben.

„Fünfundfünfzig kleine Kinder
eine stumme Schar.
Sie brachen auf zu einem Ort
an dem der Tod nicht war.“


Sie sangen das Lied. Leise, jeder nur für sich. Keiner durfte sehen, wie müde sie waren und wie kläglich ihre Stimmen klangen, wenn sie mit dem Wind hinfort geweht wurden, als wären sie nie gewesen. Jeder sang dieses Lied in seinen Gedanken. Nur Sarah nicht.

Mittlerweile waren sie nur noch zehn. Fünfundvierzig von ihnen waren der Grausamkeit des Winters zum Opfer gefallen, darunter hauptsächlich kleine Mädchen, die den Willen nicht besessen hatten, sich weiter führen zu lassen, von einem Jungen, kaum älter als neun Jahre, der den Weg nicht besser kannte, als sie selbst. Sie liefen ziellos umher, das wusste jeder. Außer Sarah.

Sarah weinte nicht, wie die anderen. Und wenn man sie fragte, ob sie müde sei, lächelte sie nur. Manchmal schüttelte sie auch den Kopf und deutete stumm mit der Hand zu den Bergen hinüber. Dort, irgendwo hinter den blassgrauen Wolken hatten sie ihren Hund zurückgelassen. Mit einem Schild um den Hals gebunden, auf dem in krakeliger Schrift jene Worte zu lesen waren:

Bitte um Hilfe!
Wir finden den Weg nicht mehr.
Wir sind zweiundzwanzig.
Der Hund hier führt euch her.

Und könnt ihr nicht kommen
jagt ihn einfach fort.
Nur bitte, schießt nicht auf ihn.
Er allein weiß den Ort.



Es war Sarahs Hund. Ein kleiner weißer mit wuscheligem Fell und wachen, braunen Augen. Sarahs Hund, den sie voller Stolz durch den Schnee gejagt hatten, damit er Hilfe fand. Irgendwen, der sie auf den rechten Pfad zurück leiten konnte.

Seit jenem Tag waren Wochen vergangen. Der Hund war nicht zurück gekommen. Er war durch den feuchten Schnee davon gelaufen, bis er von dem Weiß seiner Umgebung nicht abzugrenzen war und dann verschwunden. Und niemand war gekommen, weder Bauern noch Soldaten, noch irgendjemand, der ihnen den Weg hätte zeigen können.

Allein die Berge waren ihre stetigen Begleiter gewesen. Stumme, große Berge, die sie vorwurfsvoll anblickten und düster auf sie herab sahen.

Nur Sarah lächelte, wenn die anderen gedrungen an den grauen Kolossen vorüber liefen. Sie fürchtete die Berge nicht, weil sie wusste, dass ihr Hund auf dem Weg zu ihnen war. Und selbst wenn er alleine kam, ohne Hilfe. Sarah kümmerte es nicht. Sie lächelte stumm den Wolken entgegen, die sich langsam zur Nacht verdunkelten.

Der Wind brodelte auf und ließ die geschrumpfte Kinderschar inne halten. Sie drehten sich um und waren nur noch zu neunt. Der kleine Junge mit dem großen Bären im Arm war nicht mehr hinter ihnen. Nicht einmal seine Spuren waren mehr zu sehen. Nur der Schnee. Die Kinder weinten. Nur Sarah nicht.

Über die Berge zog es dunkel heran. Sterne waren keine zu sehen, nur Wolken und Schnee, der zur Erde fiel. Weiße, große Flocken, die langsam hinab sanken und sich auf Sarahs blau gefrorene Finger legten.

Von irgendwo drang ein leises Bellen durch den Schnee. Sarah hob den Kopf und lächelte wieder. Der Hund, der durch den Schnee auf sie zu gerannt kam, war halb verhungert, erfroren und allein. Um seinen Hals lag ein nasses Pappschild mit verwischter Schrift. Die Worte darauf waren kaum noch zu lesen.

Keiner der Kinder sah den Hund, der wimmernd vor Freude unter Sarahs Jacke schlüpfte und sich, ihr Gesicht leckend, an den schmalen Bauch des Mädchens drückte. Nur Sarah. Aber sie lächelte nicht mehr





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