~ Rollenspielforum ~

FSK 18!


+ Bewohner +
+ Suchen +
+ Eintreten +
+ Registrieren +




ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

Nikki ...

Beraterin




Status: Offline
Registriert seit: 26.09.2006
Beiträge: 746
Nachricht senden
...   Erstellt am 02.11.2006 - 20:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Das Blätterdach gab immer größere Lücken frei, durch die heller Sonnenschein hereinfiel. Sie liefen unter zwei knotigen, einen Torbogen bildenden Kiefern hindruch und hielten am Rand einer Lichtung an.
Der Boden war gesprenkelt mit dichten, bunt schillernden Blumenbeeten. Von Rosen über Glockenblumen und Lilien waren die flüchtigen Schätze des Frühlings aufgehäuft wie Berge von Rubinen, Saphiren und Opalen. Ihre berauschenden Düfte zogen abertausende von Hummeln an. Zu ihrer Rechten plätscherte ein Bach hinter einer Buschreihe hindurch und zwei Eichhörnchen jagten einander um einen Feld.
Anfangs sah es für Kirea aus wie ein Ort, wo sich Hirsche zur Nacht hinlegten. Doch als sie genauer hinsah, erkannte sie zwischen den Sträuchern und Bäumen verborgenen Wege und weiches, warmes Licht, wo normalerweise dunkle Schatten hätten sein müssen. Die Zweige, Äste und Blumen waren in einer unauffälligen Regelmässigkeit angeordnet – alles so zart, dass man es fast nicht bemerkte. Dies alles waren Hinweise darauf, dass die Landschaft nicht vollständig natürlichen Ursprungs war. Sie blinzelte, und mit einem Mal verschob sich ihr Sichtfeld, als hätte man ihr eine Linse über die Augen gelegt. Plötzlich nahm alles erkennbare Konturen an. Das waren Wege! Und Blumen, richtig. Aber was er für seltsame Knoten in den Kiefern gehalten hatte, waren in Wirklichkeit elegante Baumhäuse, die direkt aus den Stämmen herauszuwachsen schienen.
Über dem verschlungenen Wurzelwerk einer Kiefer beherbergte eine Auswölbung am Fuß des Stammes ein zweistöckiges Haus. Beide Stockwerke waren sechseckig, die obere Etage allerdings war doppelt so groß wie die untere, was dem Haus ein pilzartiges Aussehen verlieh. Die Dächer und Wände bestanden aus miteinander verbundenen Holztafeln, die an kräftigen Dachfirsten befestigt waren. Moose und gelbe Flechten bedeckten die Dachvorsprünge und hingen zwischen juwelengeschmückten Fenstern an den Wänden herab; die Eingangstür war eine geheimnisvolle Silhouette, zurückgesetzt in einem mit Symbolen umrahmten Torbogen.
Ein anderes Haus stand zwischen drei Kiefern, allesamt durch eine Reihe geschwungener Äste miteinander verbunden. Gestützt von diesen Strebebögen hatte das Haus fünf luftige, lichtdurchflutete Stockwerke. Daneben stand eine Laube aus Weidenholz und Hartriegel, an der flammenlose, als knorrige Äste getarnte Laternen hingen.
Jedes der einzigartigen Gebäude verschmolz nahtlos mit seiner Umgebung, sodass man nicht mehr erkannte, was künstlich und was natürlichen Ursprungs war. Alles harmonisierte aufs Feinste. Statt sich ihrer Umwelt untertan zu machen hatten die Dea al Mon die Welt so akzeptiert, wie sie war und sich ihr angepasst.


Kirea versuchte die Übung zu vollziehen, die die Hexe der Dea al Mon ihr auferlegt hatte und versuchte, sich auf die roten Ameisen auf dem Waldboden zu konzentrieren, die in langen Kolonnen über den Boden marschierten und die Zweige eines Rosenbuschs erklommen. Was sie von ihnen auffing waren weniger Gedanken – dafür waren ihre Köpfe zu klein -,sondern eher Bedürfnisse und Triebe. Kirea spürte ihren Hunger und ihre Vorsicht, sich beim Herumflitzen nicht zu verletzen, und nahm ihren Paarungstrieb wahr. Indem sie ihren Instinkten nachspürte entschlüsselte sie nach und nach das Verhalten der Ameisen. Fasziniert stellte sie fest, dass sie genau wussten, welchen Weg sie zu nehmen hatten. Obwohl Kirea nicht herausfinden konnte, welche Technik ihnen dabei half, wählten die Ameisen immer die gleichen Routen von ihrem Bau zum Futter und zurück. Ihre Nahrungsbeschaffung war eine weitere Überraschung. Wie erwartet fraßen sie andere Insekten, aber ihre größte Mühe galt der Kultivierung von … von irgendetwas, das in winzigen Punkten auf den Rosenbüschen verteilt war. Um welche Lebensform es sich auch handelte, sie war fast zu klein, um sie mit dem Geist zu erspüren. Kirea richtete ihre ganze Konzentration auf die fast unsichtbaren Lebenwesen und wollte unbedingt ihre Neugier befriedigen.
Die Antwort war so einfach, dass sie laut auflachte: Blattläuse! Die Ameisen betätigten sich als Blattlaushirten! Sie trieen die winzigen Tierchen zusammen und schützten sie vor Feinden, und die Blattäuse gaben ihrerseits flüssige Nahrungströpfchen an sie ab, wenn Ameisen sie mit den Fühlerspitzen an den Bäuchen kitzelten.
Als er daraufhin eine Gruppe roter Ameisen den Stamm zum Rosenbusch hochbegleitete, erlebte er eine anschauliche Demonstration, welche Art von Feinden die kleinen Krabbeltiere hatten: Irgendein Etwas schoss unter einem Blatt hervor und tötete einer der Ameisen, mit der Kiera verbunden war. Sie konnte nicht erkennen, was für ein Geschöpf es war, denn die Ameisen sahen nur Fragmente davon und verließen sie ohnehin mehr auf ihren Geruchssinn als auf ihre Sehkraft. Wären es Menschen gewesen, hätte er gesagt, dass sie von einem Furcht einflössenden Riesenmonster angegriffen wurde, dessen Kiefer so mächtig waren wie die gespitzeten Fallgatter in Draega und das sich pfeilschnell bewegte.
Die Ameisen umringten das Riesenmonster wie Stallburschen, die ein durchgegangenes Pferd einfangen wollten. Sie griffen es furchtlos an, stürzten sich auf seine haarigen Beine und wichen jedes Mal zurück, wenn seine eisernen Zangen nach ihnen schnappten. Mehr und mehr Ameisen warfen sich in das Kampfgetümmel. Mit vereinten Kräften versuchten sie, den Eindringling zu überwältigen, und ließen auch dann nicht locker, als zwei ihrer Brüder getötet wurden und mehrere andere von dem Rosenstamm herunterfielen.
Es war ein verzweifelter Kampf, bei dem keine der beiden Parteien gewillt war nachzugeben. Es gab nur den Sieg oder einen grausamen Tod. Mit atemloser Spannung verfolgte Kirea die hin- und herwogende Schlacht, beeindruckt von dem Wagemut der Ameisen, die selbst mit Verletzungen weiterkämpften, die einen Menschen längst außer Gefecht gesetzt hätten. Ihr Heldenmut war so bemerkenswert, dass die Barden darüber ganze Epen hätten dichten können.
Kirea war vollkommen in den Kampf vertieft. Als die Ameisen schließlich siegten, stieß sie einen freudigen Jubelschrei aus, der die Vögel von ihren Hochsitzen auf den Bäumen aufschreckte.
Sie zog ihren Geist zurück und ging aus reiner Neugier zu dem Rosenstrauch, um sich das tote Monster anzusehen. Es war eine gewöhnliche braune Spinne, die von den Ameisen nun als nahrhafte Beute in ihre Höhle geschleppt wurde.
Erstaunlich!



Leicht abgewandelter Auszug aus dem Buch
– Eragon, der Auftrag der Ältesten von Christopher Paolini-





Signatur


Klick auf das Bild um zum Steckbrief zu gelangen.



Geburtstagsliste:
Heute hat kein User Geburtstag!
----------------------------------



Website-Bewertung
Bitte bewerten Sie diese Homepage bei www.Rollenspiel-Portal.de:

Punktevergabe: 10 Punkte = beste Bewertung 1 Punkt = schlechteste Bewertung

Preisvergleich

de|nic|vu - Kostenlose Domains für alle!

Die Top - Forenliste Forenuser - Die Foren
Findmaschine

Hier gehts zu dem Charmed Top100! Orkenspalter Fantasy Topliste

~~*~~

Impressum +++ Disclaimer +++ Copyright

~~*~~

Optimiert für die Auflösung 1024 x 768.


Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com powered by:
Geizkragen Preisvergleich. Top-Produkt im Preisvergleich: Philips HQ 8100 Speed-XL
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



Verwandte Suchbegriffe:
baumhäuse | blattäuse und ameisen an bäumen | blattäuse | blattäuse bei rosen | dea al mon | ameisen blattäuse | blattläuse auf rosenstamm | ameisen am rosenstamm | rosen blattäuse | ameisen im rosenstamm
blank