Minotaurus  Hausherr und Gastgeber
    

Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden | Erstellt am 13.07.2006 - 17:50 |  |
Feng Shui
Feng Shui, Feng-Shui oder Fengshui („Wind und Wasser") ist ein aus China stammendes System zur Harmonisierung von Bauvorhaben und Wohnräumen.
Der ältere Begriff für Feng Shui ist Kan Yu, eine Kurzform für den Begriff "den Himmel und die Erde beobachten". Nach der traditionellen Vorstellung soll man mit Feng Shui „die Geister der Luft und des Wassers geneigt machen" können. Feng Shui ist im chinesischen Ursprungsland ein Teil der klassischen chinesischen Philosophiesysteme. Eines der traditionellen Anwendungsgebiete in China ist die Planung von Grabstätten (Ahnenkult).
Feng Shui hat auch die chinesische Gartenkunst maßgeblich geprägt. Die Prinzipien des Feng Shui können auch bei Zimmereinrichtungen, Hausarchitektur und Landschaftsgestaltung berücksichtigt werden. Die Raumgestaltung und Baugestaltung erfolgt nach verschiedenen Regeln, die sicherstellen sollen, dass sich sogenannte verstockte Energien nicht in diesen Räumen festsetzen können und das Qi frei fließen kann.
Feng Shui betont das Verhältnis zwischen Mensch und Natur und basiert auf einigen zentralen chinesischen Philosophiesystemen, wie der Yin und Yang-Lehre, den nach den Himmelsrichtungen ausgerichteten Acht Trigrammen sowie der Fünf-Elemente-Lehre. Seit einigen Jahren erfahren die Lehren des Feng Shui auch zunehmendes Interesse in der westlichen Architektur und Innenarchitektur - es ist auch eine Verschmelzung von westlichen Ideen der Esoterik mit Feng Shui zu beobachten.
Ikebana
Ikebana (jap. wörtlich lebende Blumen) ist die japanische Kunst des Blumensteckens. Sie wird auch Kado (jap. Weg der Blumen) genannt.
Im Gegensatz zur dekorativen Form des Blumensteckens in der westlichen Welt, schafft das Ikebana eine Harmonie von linearem Aufbau, Rhythmik und Farbe. Während im Westen die Anzahl und Farbe der Blumen betont und hauptsächlich die Blüten beachtet werden, betonen die Japaner die linearen Aspekte der Anordnung. In dieser Kunst werden ebenfalls Vase, Stängel, Blätter, Zweige sowie auch die Blüten beachtet. Die gesamte Struktur des Ikebana basiert auf den drei Punkten die Himmel, Erde und Menschheit symbolisieren.
Der Ursprung des Ikebana liegt in den rituellen Blumenopferungen der buddhistischen Tempel im 6. Jahrhundert. Dabei zeigten Blumen und Zweige zum Glaubenshinweis stets himmelwärts. Eine fortgeschrittenere Form des Blumensteckens namens Rikka (stehende Blumen) erschien im 15. Jahrhundert. Der Rikka-Stil gibt dabei die Schönheit der Natur und deren Darstellung wieder. So symbolisieren z.B. Kiefernzweige Felsen und Steine, Chrysanthemen einen Fluss oder kleinen Strom.
Im 16. Jahrhundert wurde der Rikka-Stil sehr beliebt und wurde zur Dekoration bei zeremoniellen oder festlichen Gelegenheiten benutzt. Heutzutage wird er allerdings als eine veraltete Form des Blumensteckens angesehen und nur noch selten verwendet.
Das Rikka ist einer der wichtigsten Stile der Ikenobo Schule. Ikenobo ist die älteste Ikebana-Schule, sie geht direkt auf Ono no Imoko zurück, der sich im Alter Ikenobo Semmu nannte; alle anderen Ikebana-Schulen sind direkt oder indirekt aus dieser Schule hervorgegangen.
Die wichtigsten Änderungen in der Geschichte des Ikebana fanden während des Muromachi-Shogunats im 15. Jahrhunderts unter Ashikaga Yoshimasa statt. Die großen Gebäude und kleinen Häuser die Yoshimasa baute, drückten seine Vorliebe für Einfachheit aus. Diese kleinen Häuser besaßen einen Tokonoma oder Alkoven, wo man Kunstobjekte oder Blumengestecke platzieren konnte. Während dieser Zeit wurde Ikebana so vereinfacht, dass Menschen aller Klassen diese Kunst genießen konnten.
Eine andere größere Entwicklung fand im späten 16. Jahrhundert statt. Eine einfachere Form namens Nageire (etwas hineinwerfen) entwickelte sich aus dem Chabana (Teeblumen), einem Teil der Teezeremonie. Nach diesem Stil werden Blumen so natürlich wie möglich in der Vase platziert, egal was für Materialien benutzt werden.
In den 1890ern, kurz nach der Meiji-Restauration, die zur Öffnung gegenüber dem Westen und der Modernisierung Japans führte, entwickelte sich ein neuer Ikebana-Stil namens Moribana (aufgetürmte Blumen).
Dieser Stil erschien teilweise mit der Einführung westlicher Blumen und der Verwestlichung des japanischen Lebens.
Der Moribana-Stil, der eine neue Freiheit des Blumensteckens schuf, wurde für Landschafts- oder Gartenszenen verwendet. Es ist ein Stil der überall genossen werden kann und zu formellen sowie informellen Situationen passt. Im Gegensatz zum Nageire werden die verwendeten Materialien nicht in einer Vase sondern in einer flachen Schale arrangiert. Zur Befestigung wird hierbei ein Kenzan (Schwerterberg) verwendet der aus Messingnadeln besteht, die in eine Bronze- oder Bleiplatte eingegossen sind.
Neben der Teezeremonie und der Kalligraphie war Ikebana eine der Künste, in denen Frauen traditionell zur Heiratsvorbereitung geschult wurden. Heute wird Ikebana als eine der traditionellen Künste Japans verehrt. Es wird bei vielfältigen Gelegenheiten, wie Zeremonien und Partys praktiziert, und von modernen Menschen immer noch erlernt.
Yin und Yang
Yin und Yang (vereinfacht: yin yáng) sind zwei Begriffe aus der chinesischen (Natur-) Philosophie, die insbesondere im Daoismus von großer Bedeutung sind.
Bei Yang handelt es sich um das Prinzip Himmel, bei Yin um das Prinzip Erde. Der Übergang von Yin zu Yang ist dabei fließend.
Entstehungsgeschichte
Hotu, das Symbol für Yin und Yang der Welt. Die genauen historischen Ursprünge liegen vermutlich viele tausend Jahre in der Vergangenheit. Zuerst wurde das Prinzip im I Ging erwähnt, das aber auch nur sehr ungenau auf etwa 700 bis 1000 Jahre v. Chr. datiert werden kann. Zu dieser Zeit standen Yin und Yang vermutlich noch für recht praktische, alltägliche Dinge.
Anhand der entsprechenden chinesischen Schriftzeichen wird vermutet, dass Yin anfangs die Bezeichnung für die kältere, nach Norden weisende Seite eines Hügels und Yang die Bezeichnung für die wärmere, nach Süden weisende Seite war. Ursprünglich war es also eine rein geografische Einordnung. Nach und nach wurde Yang mit Sonnenlicht allgemein gleichgesetzt, während Yin mit Schatten verbunden wurde. Bald wurde daraus abgeleitet, dass die Sonne selbst Yang ist, Erde und Mond hingegen waren Yin.
Mit der Zeit wurden die Begriffe immer abstrakter, allgemeiner angewendet. Die Tabelle unten rechts zeigt einige typische Entsprechungen von Yin und Yang, stellvertretend für die Vielzahl von möglichen Gegensatzpaaren. So ist Yang das männliche, aktive, zeugende, schöpferische, lichte Prinzip, Yin das weibliche, passive, empfangende, hingebende, verhüllende. Beide sind Gegenstücke, die sich ergänzen, nicht Gegensätze, die sich bekämpfen. Wichtig ist, dabei immer in einem Zusammenhang zu bleiben. Es ist unsinnig zu sagen, Yang ist oben und Yin ist unten. Außerdem lässt sich weder Yin noch Yang in reiner Form finden, das Eine bedingt das Andere (vgl. Dualismus).
Man kann auch nicht sagen, das eine sei gut und das andere schlecht, denn die daoistische Philosophie betont immer wieder, dass das Weiche (Yin) das Harte (Yang) besiegt, und in einigen Schulen des Daoismus muss der Adept erst reines Yin werden, um den Funken des Yang erlangen zu können.
Ein Beispiel aus dem Taiji:
Frage: Schau einen Stock an - sein eines Ende ist Yin, das andere Yang. Welches ist wichtiger?
Antwort: Der Stock selbst ist wichtig!
Beziehung von Yin und Yang
Yang:
männlich
oben
warm
vorwärts
aufwärts
Expansion
Aufsteigen
Feuer
hell
Energie
Bewegung
Aktiv
Ideal
Yin:
weiblich
unten
kalt
rückwärts
abwärts
Kontraktion
Absinken
Wasser
dunkel
Materie
Stillstand
Passiv
Wirklichkeit
Welt
Sonnenstrahlen sind ein gutes Yang-Beispiel: Sie kommen von der Sonne (vom Himmel, von oben) sind warm, hell, Licht und eine nicht anfassbare, dennoch spürbare subtile Energie. Diese Energie wird in Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese in chemische Energie umgesetzt. Der Prozess benötigt jedoch auch „materielle" Komponenten, Wasser und Kohlendioxid. Das Yang der Sonnenstrahlen benötigt also Yin-Elemente, um wirksam zu werden.
Wasser kann als Yin-Beispiel dienen: Wasser fließt immer nach unten, ist als Meer kühl und dunkel. Wenn es gefriert, wird es aber zu Eis, also zum einen kälter, zum anderen ist es oberhalb des fließenden Wassers. Ohne Sonnenlicht würde es vermutlich nur Eis geben, welches kein Leben mehr ermöglicht.
Sonne und Wasser müssen in ausgewogener Menge vorhanden sein, wie auch Yang und Yin. Diese konkreten Beispiele müssen jedoch immer relativ bleiben, da Yin und Yang vor allem durch ihr Zusammenspiel gegeben sind. Harmonie und Ausgeglichenheit zwischen diesen beiden entgegengesetzten Kräften sind in der chinesischen Philosophie ein zentraler Punkt. Im obigen Beispiel bedeutet die Harmonie von Yin und Yang Leben beziehungsweise die Möglichkeit dazu.
Quelle: Wikipedia
Signatur

Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki) |