Lavida 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 3117 Nachricht senden | Erstellt am 13.01.2008 - 17:32 |  |
Im 13. und 14. Jahrhundert verbreitete sich in ganz Europa die Beginenkultur.
Woher der Name "Beginen" kommt, ist wissenschaftlich nicht geklärt.
Beginen waren alleinstehende, selbständige und berufstätige Frauen, die nicht in den Stand der Ehe und auch nicht in ein Kloster eintreten wollten.
Im Gegensatz zu Nonnen legten die Beginen niemals ein Gelübde ab, sondern waren frei, jederzeit den Beginenhof zu verlassen, wenn sie ihre Lebenssituation ändern wollten.
Aus heutiger Betrachtung handelt es sich bei der Beginenkultur um eine gemeinschaftliche, generationsübergreifende Lebensform mit wirtschaftlicher Selbständigkeit der beteiligten Frauen, die eine Solidargemeinschaft bildeten.
Das Phänomen der Beginenkultur entwickelte sich hauptsächlich in den Städten. In Deutschland waren die Hochburgen der Beginen in Köln und in den Ortschaften entlang des Rheins. Aber auch in Bremen gab es zwei Beginenhöfe. Die Straße "Auf dem Beginenlande" erinnert an diese Tradition, und das heutige St. Catharinen-Stift ist eine direkte Nachfolge-Institution der Beginen.
In Deutschland wurde die Beginenkultur gewaltsam durch die Reformation Luthers beendet. In Holland und Belgien konnten sich die Beginen bis in das 20. Jahrhundert halten.
Die Suche nach gemeinschaftlichen Lebensweisen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Es scheint, dass die Entwicklung zur Individualisierung ihren Höhepunkt überschritten hat und eine Gegenbewegung einsetzt. Zwar wollen die Menschen nach wie vor selbstbestimmt und autonom in ihrer eigenen Wohnung leben, dennoch haben sie zunehmend den Wunsch, gleichzeitig einer Gemeinschaft anzugehören und in ihr eine Art Wahlverwandtschaft zu bilden.
Auf diese Weise lassen sich Einsamkeit und Isolation im Alter überwinden.
Aber auch junge Frauen, insbesondere die ständig wachsende Zahl der alleinerziehenden Mütter, sehnen sich nach einer Lebensform, in der sie in eine Gemeinschaft eingebunden sind und ihre Kinder gut untergebracht wissen.
In der Philosophie des Projektes ist der generationsübergreifende Aspekt von zentraler Bedeutung, weil jede Absonderung einer Altersstufe, seien es SOS-Kinderdörfer oder Altenheime, immer nur Notlösungen sind.
Zu einer humanen Gesellschaft gehört nach unserer Überzeugung das Zusammenleben von jung und alt.
Auch gehört es zu den Menschenrechten, im eigenen Bett sterben zu dürfen.
Das Abschieben alter Menschen in Heime ist zutiefst inhuman und soll durch die gemeinschaftliche Lebensweise überwunden werden.
Beginenprojekte
FrauenWohnen im 21. Jahrhundert
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<LiteraTour> unregistriert
| Erstellt am 25.04.2008 - 13:33 |  |
Unterstützung für neue Wohnformen finden sich manchmal bei Stadtverwaltungen, die für sozial orientierte Wohninitiativen preiswerte Grundstücke zur Verfügung stellen. Dies ist auch der Fall beim Beginenwerkprojekt in Berlin.
Das Bezirksamt Kreuzberg gab hier ein von der Wohnlage her sehr hochwertiges Grundstück unter dem Vorbehalt zum Verkauf frei, dass es mit dem Haus des Beginenwerks bebaut wird.
Erfreulich ist es, dass es in Berlin, in einer innerstädtischen Wohngegend, gelungen ist, ein größeres Wohnprojekt, das den Anforderungen neuer Wohn- und Lebensmöglichkeiten für Frauen mit „möglicher Gemeinschaftlichkeit" standhält, ins Leben zu rufen.
Ein weiterer Grund für die verstärkte Hinwendung zu neuen Wohnformen ist zweifellos die Alterung der Gesellschaft, übrigens kein bundesdeutsches, sondern ein weltweites Phänomen. Diese Alterung hat einen prominenten Platz in den Medien erobert. Meist wird sie als Schreckgespenst des Sozialstaats dargestellt und muss dazu herhalten, sein Dahinschwinden
Jutta Kämper, Sozialarbeiterin und Stadtsoziologin,
ist die Initiatorin des Beginenwerks Berlin.
Das Grundstück liegt am Erkelenzdamm, einer ruhigen Straße sehr nah am Landwehrkanal/Urbanhafen, verkehrsgünstig zwischen zwei U-Bahn Haltestellen.
Der breite Grünstreifen mit alten Bäumen ist denkmalgeschützt und verdankt sich einem ehemaligen Wasserweg, der den Landwehrkanal mit der Spree verband.
Das Leben in einer losen Gemeinschaft selbsbestimmter Frauen kann bis zu einem gewissen Grad Schutz gewähren.
Allerdings sollte man niemals zu hohe Erwartungen an andere Mitbewohnerinnen stellen, sonden rechtzeitig, im Rahmen des Möglichen, auch in einem Gemeinschaftsprojekt darauf achten, die eigene Autonomie möglichst zu wahren.
Dies war der Ursprungsgedanke der Beginen, der Frauen, die sich schon im Mittelalter entschieden, unabhängig zu leben.
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Paula 

Status: Offline Registriert seit: 23.04.2008 Beiträge: 271 Nachricht senden | Erstellt am 26.04.2008 - 00:36 |  |
Was sagt man dazu? Dies habe ich heute in den Nachrichten gehört und im Internet den nachfolgenden Beitrag gefunden
Der ehemalige Fußballmanager vom FC Schalke 04 Rudi Assauer, der zuletzt durch seine "Macho-Rolle" in Bier-Werbespots Furore machte, ist am Freitag im Bielefelder Stadtteil Senne in einer ganz anderen Rolle aufgetreten:
Als Bauherr des ersten Beginenhofs in Ostwestfalen-Lippe absolvierte er vor den klickenden Kameras von Presse und Gästen den symbolischen ersten Spatenstich.
Quelle
In dem Interview sagte Rudi Assauer, dass er bis
vor 1 Jahr nicht einmal gewusst hat, was Beginen sind, aber die Aussicht auf eine gute Geldanlage,
hat ihn überzeugt, sich mit ihnen und ihrer Geschichte zu befassen, und er habe allen Respekt vor den Frauen, die allein und unter sich leben und sorgen wollen.
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