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MGW51 ...
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...   Erstellt am 20.09.2007 - 17:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


In diesem Thread werden wir alle uns bekannten Steckerformen ohne Schutzkontakt auflisten und auf ihre Schwachstellen sowie besonders positive Merkmale hinweisen. Wie die einzelnen Kontaktstücken dann jeweils zu konfektionieren sind, wird in einem anderen Thread gesondert dargestellt.

Es bleibt zu hoffen, daß diese Ausführungen eine Entscheidungshilfe darstellen, wenn einmal ein alter, defekter Rundstecker ersetzt werden muß. Ob das jeweilige Modell mit einem VDE-Zeichen geziert ist wird freilich auch erwähnt - für den Ersatz spielt es natürlich keine Rolle. Hier muß der Anwender letztlich nach eigenem Ermessen eine Auswahl treffen.

Beginnen wir hier mit der klassischen Bauform, bestehend aus zwei symmetrischen Halbschalen in denen die Kontaktstifte in der Längsachse eingesetzt und die fortführende Geräteanschlußleitung in gleicher Richtung herausgeführt wird.



Dieser Stecker aus der Gleichstromära zählt zu den besten Geräten seiner Art. Er ist zugelassen für 6A/250V und trägt u.a. das VDE-Zeichen. Für die korrekte Belegung (bei Gleichstromgeräten) sorgt deutlich sichtbar das eingravierte, mit weißer Ölkreide ausgelegte "+".
Der Hersteller dieses Steckers agierte unter dem Markennamen "FELMAS" bis in die 70-er Jahre (oder länger?) in der DDR. Ob danach nur der Name verschwand oder die Firma, kann ich nicht beantworten.

Zum Innenleben:



Hier wird erkennbar, daß es zu sauber verzinnten, ordentlich geformten "Ösen" keine praktikable Alternative gibt. Aufzupressende Ösenringe aus Messing bleiben dem Fachmann vorbehalten und auch dieser wird sie, samt der erforderlichen Spezialzange, nicht (mehr) in jedem Falle verfügbar haben.

Wie ein verlöteter Anschluß aussehen soll, wird an anderer Stelle gezeigt.

Was von außen nicht ohne weiteres erkennbar ist, ist die mechanische Qualität des Steckers. Der alte Gleichstromstecker erweist sich auch hier als überragend in der Handhabung. Sowohl die metallene Zugentlastung, welche zugleich auch die Gegenmutter für die Deckschale bildet arbeitet auf entsprechend kräftige Kegelzähne die im Bakelit des Steckerunterteiles gegossen sind. Die Kontaktstifte selbst sind absolut fest mit dem Unterteil verbunden; da wackelt nichts und man müsste schon den Hammer bemühen um die Stifte herauszuoperieren. Dementsprechend läßt sich dieser Stecker auch sehr gut konfektionieren.


Zum Vergleich sehen wir links einen modernen Rundstecker, ebenfalls für 6A/250V klassifiziert, aus DDR-Produktion.
Modern dehalb, weil es danach nichts neues mehr gab - also bitte nicht falsch verstehen!
Es schaut so aus, als ob auch bei diesem die hier hartverchromten Kontaktstifte fest sitzen würden - dem ist leider nicht so! Ein bissel schütteln und sie fallen heraus. Die ZE ist zwar auch aus profiliertem Metall, wird aber von außen festgeschraubt - eine Lösung die nicht optimal und auch nicht unumstritten ist! Zu allem Überfluß sitzt sie auch noch sehr nahe an der Austrittsöffnung und eine wirksame Profilierung wie bei dem alten Gleichstromgerät ist hier auch nicht vorhanden. Bauartbedingt kann leider auch kein wirksamer Knickschutz montiert werden. Dieser Stecker besitzt kein VDE-Prüfzeichen. Als Herstellerzeichen ist ERU eingeprägt, daneben finden wir die DDR-Prägung, so daß es keine falsche Zuordnung geben kann. Auch hier ist ein vernünftiger Anschluß nur mit dem Lötkolben realisierbar. Obwohl diese Bauform in Schwarz wie in Weiß millionenfach benutzt wurde, mussten die Nutzer nicht reihenweise "ins Gras beißen". Gefahr ist immer relativ und wenn wir bedenken, daß unsere Geräte zumeist eine Stromaufnahme im Milliamperebereich haben, sollte auch klar werden daß diese Geräte auch nicht annähernd in ihrer Leistungsfähigkeit herasugefordert werden. Die meiste Gefahr geht unbestreitbar von der Zugentlastung aus. Wird diese unsachgemäß angebrummt, so kann eine elektrisch leitende Verbindung mit einem Pol der Netzspannung entstehen. Im ungünstigsten Falle liegen dann 230 Volt auf den beiden Schrauben und wenn eine davon locker wird, weil sie beispielsweise aus dem Gewinde ausreißt, dann gibt es keinen Schutz vor einer Körperdurchströmung mit Netzspannung! Das hat also überhaupt nichts damit zu tun, daß dieser Stecker keinen Schutzkontakt besitzt - der könnte das auch nur dann verhindern, wenn er direkt mit der Zugentlastung eine bauliche Einheit bilden und in einer vorschriftsmäßig installierten, funktionstüchtigen Schukodose kontaktiert werden würde.

Weiterhin sehr Nachteilig ist, daß bauartbedingt die Kontaktstifte recht wackelig - auch bei angeschlossener Leitung - sind. In diesem Umstand begründet sich der schleichende Abriß einzelner Litzendrähtchen direkt hinter der Verlötung. Das verursacht eine Querschnittsverjüngung, diese wiederrum führt zu höherer Strombelastung der verbleibenden Drähtchen, es kommt zur Erwärmung im Bereich der Klemmung, das Lot wird weich und damit die Klemmung locker, es folgt ein erhöhter Übergangswiderstand bis zur beginnenden Verkohlung der Betriebsisolierung und letztlich - wenn nichts schlimmeres passiert - zum Auslösen der Sicherung für die Zuleitung infolge eines Kurzschlusses / Lichtbogenbildung im Stecker. Grrr - nun, mit Sorgfalt und Umsicht kommt es garantiert nicht dazu! Doch das hat jeder Betreiber selbst in der Hand.

Fassen wir zusammen: Der moderne weiße Stecker besitzt
einige konstruktive Mängel, die seine Verwendung zwar nicht ausschließen aber dem Anwender, der Geräte mit solchen Steckern betreibt, bekannt sein sollten.

Es gibt einige, äußerlich sehr ähnliche Stecker verschiedener Epochen und Hersteller, auf die das hier gesagte so nicht ohne weiteres übertragbar ist. Ohne eine Öffnung und genaue Inspektion wird man das auch nie sagen können.

Ein weiteres Modell kommt ebenfalls in Weiß daher. Seine Wiege stand irgendwo in Italien.

Ein besseres Bild schiebe ich nach.
Es handelt sich hier um die Marke AAG, das Gehäuse ist so geformt, daß es mühelos in normale Schukosteckdosen paßt. Die gefiederten Kontaktstifte sichern einen guten Halt und eine stimmige elektrische Verbindung. Auch gut zu erkennen, daß die Platzverhältnisse im Inneren so bemessen sind, daß hier mit Aderendhülsen ein optimales arbeiten möglich ist. Von Endstiften dagegen ist abzuraten.
Dieses Gerät ist klassifiziert für 10A/250V - recht kühn für eine solche Preßluftnummer die nichtmal über eine vernünftige Zugentlastung, die diesen Namen auch verdient hätte, verfügt. Doch es kommt noch dicker!
Die Kontaktstifte schlackern im Gehäuse nur so herum weil es keine ordentliche Verdrehsicherung gibt. Nur wenn der Stecker exakt wie vorgesehen konfektioniert wird, bleibt den Stiften eine Beweglichkeit von ca. 20° erhalten. Dazu müssen die Schrauben immer senkrecht in das Unterteil zeigen und keinesfalls waagerecht - wie hier im Bild demonstriert - zu liegen kommen. Die Auslaßöffnung schließlich erlaubt sicher nur den Anschluß von Zweidrahtleitung. Mit PVC-Schlauchleitung von 2x0,5mm² könnte sie gerade noch zurecht kommen - getestet habe ich das noch nicht - es lohnt einfach nicht!

Fazit: Als Ersatz auf keinen Fall zu empfehlen.


Wird fortgesetzt

[Dieser Beitrag wurde am 20.09.2007 - 21:31 von MGW51 aktualisiert]





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...   Erstellt am 20.09.2007 - 22:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Dieser Beitrag behandelt eine andere Bauform, eine die nach meiner Auffassung als besonders gelungen bezeichnet werden kann und welche wohl die größtmögliche Sicherheit bietet, die ein Stecker für zweiadrigen Anschluß bieten kann.



Im einzelnen verdienen folgende Details besondere Beachtung:

Die Klassifizierung lautet auch hier 6A/250V - ein VDE-Zeichen fehlt auch an diesem Gerät. Das Gehäuse besteht aus einem topfförmigen Grundkörper dem ein einfacher, leicht gewölbter, von einer Zentralschraube gehaltener Deckel aufgesetzt ist. Es gibt nichts kantiges, der Stecker liegt ausnehmend gut in der Hand und er macht auch optisch eine gute Figur. Die Gehäusegestaltung ist so gewählt, daß ein nachträgliches "passendmachen" für Schukosteckdosen sicher auszuschließen ist. Beim eingesteckten Stecher gibt es keinerlei direkt oder indirekt berührbare Metallteile. Auch im Fehlerfalle geht von diesem Gerät somit keine Anwendergefährdung aus.

Die Zugentlastung wird von außen verschraubt, jedoch sind diese Schrauben ebenso wie die Deckelschraube berührungssicher im Frontbereich, unter bzw. zwischen den Kontaktstiften, angeordnet. Die Zugentlastung selbst wird von dem profilierten Blechlaschen einerseits und einer profilierten Gegenfläche im Grundkörper gebildet. Der Umstand, daß die ZE auch sehr nahe dem Auslaß angeordnet ist, darf nicht falsch bewertet werden. Gegenüber den konventionellen Rundsteckern ist hier der Kabelauslaß senkrecht zur Wandsteckdose angeordnet. Damit entfällt der Dauerknick und es wird einer überbeansprucheng mit unausbleiblichen Ermüdungsbrüchen der Isolation und der Litzendrähte wirksam vorgebeugt.
Bei diesem Modell ist es möglich, unverzinnte Litzenenden mittels aufgepreßter Aderendhülsen zu montieren. Die Klemmstellen sind dazu mit Verdrängungssicherungen versehen. Kabelendstifte sind allerdings nicht einsetzbar! Verzinnte Enden, zum Halbmond gebogen können auch stilecht montiert werden. Die Verdrängungssicherung ist über einen Bereich von 180° wirksam - das ist nicht zu erkennen, es beschränkt sich in dem Falle also nicht auf den "Blechlappen"!

Die Kontaktstifte selbst sind bombenfest im Gehäuse eingegossen, eine Nietverbindung mit den recht kräftigen Anschlußlaschen sorgt für niedrigen Übergangswiderstand. Zudem verhindert die formschlüssige Einbettung dieser Laschen eine unzulässige Übertragung des Drehmomentes beim Anzug der Klemmschrauben.

Diesen Stecker kann ich uneingeschränkt zur Ersatzbestückung empfehlen.



Wird fortgesetzt.





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...   Erstellt am 03.10.2007 - 22:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Einen weiteren Rundstecker stelle ich Euch hier vor. Er stammt natürlich auch aus frühester DDR-Produktion der Jahre 1951/52 und befindet sich seitdem an einer Hand-Löschdrossel aus dem Funkwerk Leipzig (FWL) die zu einem Tonbandgerät BG19-1 als Zubehör geliefert wurde. Hier erstmal ein Bild des Kandidaten:
Der Link führt direkt auf die entsprechende Galerieseite.

Beim zweiten Hinsehen ist erkennbar, daß dieser Stecker mit dem VDE-Prüfzeichen versehen ist. Völlig zu Recht. Der Stecker verfügt über keinerlei berührbare Metallteile welche im Fehlerfalle stromführend werden könnten. Die Zentralschraube ist innen völlig mit Isolierstoff umgeben, eine metallene Zugentlastung existiert ebensowenig wie es die dafür erforderlichen Klemmschrauben gibt.

Wer diesen Stecker als Ersatz an eines seiner Geräte anbauen möchte, muß sich im klaren darüber sein, daß ein korrekter Anschluß nur mit einem sachgerechten Abbund wie er im folgenden Bild zu sehen ist vorgenommen werden kann.
Das bedingt zudem die Verwendung der dafür erforderlichen, textilarmierten und -bewehrten zweidrähtigen Anschlußleitung. Damit nicht genug, die Leitung muß auch mechanisch und elektrisch in ordentlichem Gebrauchszustand sein. Eine Durchschlagsprüfung sollte in jedem Falle gemacht werden denn nur allzu oft ist die Betriebsisolierung der Einzelleiter bröckelig wie Prasselkuchen - dieser Zustand ist durch bloße Inaugenscheinnahme leider NICHT feststellbar. Um es mal verständlicher zu formulieren: Würdet Ihr unbesehen 50 Jahre alte Reifen auf Euer Auto montieren um damit in den Urlaub zu fahren? Die bestehen aus dem gleichen Gummi, der in den Zuleitungen die Betriebsisolierung, also das, worin unmittelbar die aus einzelnen feinen Drähtchen bestehende Seele des Leiters steckt, stellt.

Die Antwort ist wohl klar

Es wird auch mit so einem Stecker immer eine Einzelfallentscheidung sein müssen weil man das gesamte Umfeld in keine allgemeingültige Norm pressen kann.

Hochwertige Leitungen gab es auch damals schon - man erkennt sie daran, daß die Litze verzinnt ist; also nicht als Bündel sondern jedes einzelne Litzendrähtchen für sich! Zinn reagiert bedeutend freundlicher zu Gummi und zudem kann so eine Leitung auch sehr gut an den Enden verlötet werden. Das ist bei diesem Steker für eine fachgerechte Konfektionierung erforderlich - Ösenringe stellen sicher die große Ausnahme dar, sind aber in jedem Fall zu bevorzugen.





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