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Count_Villain  Admin


Status: Offline Registriert seit: 12.09.2002 Beiträge: 8522 Nachricht senden | Erstellt am 08.07.2005 - 09:26 |  |
Ich habe mir den Film gestern anch längerer Zeit mal wieder angesehen und muss doch mal was dazu schreiben.
Man merkt ganz deutlich, dass Tim Burton bei diesem Film mehr freie Hand gelassen wurde als bei "Batman", der aber natürlich auch erstklassig ist. Man merkt dem Film (ähnlich wie Sleepy Hollow) die große Intention und die große Kunst Burtons an, Märchen zu erschaffen und viele verschiedene Richtungen ( (Polit-)Thriller, Drama, Romantik, Komödie, Comichaftigkeit, Action) in einem Film zu einer ansprechenden Mischung zu verbinden und Batman ist dafür ein denkbar dankbarer Stoff. Hinzu kommt die grandiose Musik von Danny Elfman, die sich so gut mit dem Film verbindet, dass man manchmal das Gefühl hat, dass nicht die Musik den Film untermalt, sondern dass der Film passend zur Musik gedreht wurde. Nicht umsonst hat der Webmaster von www.batmannews.de den Film in seiner Kritik als riesige Oper bezeichnet. Die Athmosphäre ist düster, bedrückend und unwirklich, die Anzahl der Schauplätze gering (vielleicht das einzigste Manko).
Der Film ist erstklassig besetzt und die Schauspieler zeigen durchweg gute bis oscar-reife Leistungen, vor allem die "Schurken"-Seite besticht mit Danny DeVito, Michelle Pfeiffer und Christopher Walken. Schurken habe ich mal in Anführungszeichen gesetzt, weil diese drei nicht einfach stereotyp schlecht und böse sind wie es noch der Joker und Ex-Killer Napier in Batman war. Alle (Batman, Catwoman, der Pinguin, Max Shrek) haben einleuchtende Hintergründe für ihr Tun, die jeweils zwei verschiedene Extreme von zwei Themen behandeln: Eltern-Kind-Beziehung und Rache.
Der Pinguin wurde als Baby von seinen Eltern verstoßen, fand bei Pinguinen und einer Freak-Show eine Ersatzfamilie. Das ausgestoßen sein treibt ihn zu seinen Taten. Und wie böse sie auch sind, das letzte Geleit, dass er durch die Pinguine erfährt, ist eine sehr anrührende Szene, die den Zuschauer mit einem Gefühl von Mitleid zurücklässt.
Ganz anders ist es nun bei Max Shrek, der den Pinguin für seine Zwecke zum Bürgermeister hochpushen will. Perfekter wie bei ihm kann die Beziehung Vater-Sohn gar nicht sein: Max stellt sich als Geißel zur Verfügung als der Pinguins einen Sohn Chip haben will und andersherum hat sich Chip zu Beginn des Films den Killerclowns in den Weg gestellt, als sie Max entführen wollten. Shreks Antrieb in diesem Film ist das Vermächtnis für seinen Sohn: ein Kraftwerk, das Energie hortet. Shrek mag zwar ein skrupelloser Geschäftsmann und auch ein Mörder sein, doch gleichzeitig ist er durch die Art der Beziehung zu seinem Sohn und in der Art wie er über dessen Mutter spricht ein liebender Familienmensch und gerade das lässt auch ihn sympathisch wirken.
Catwoman Selina Kyle und Batman Bruce Wayne nun finden jeweils ihren ganz eigenen Weg um Rache zu üben für den eigenen Tod, bzw. den Tod der Eltern. Selina Kyle ist dabei ähnlich wie der Pinguin das unterdrückte Wesen, die graue Maus, die ihrem Hass auf ihren größten Unterdücker und "Mörder" den freien Lauf lässt ohne Rücksicht auf Verluste, während Batman - Shrek ähnlich - ein vermögender Lebemann ist, der stellvertretend an allen Verbrechern Rache nehmen will, damit niemand sein Schicksal erdulden muss. Die Ähnlichkeit der beiden wird von Burton gekonnt dargestellt und betont Batmans düstere Seite. Die Grenzen zwischen Held und Schurke, Mensch und Monster, Normalität und Wahnsinn verschwimmen in diesem Film. Es gibt kein schwarz und weiß, nur eine Unmenge an Grautönen...
Nur selten trifft man auf Comic-Charaktere, die - so überzogen sie auch dargestellt sind - so menschlich sind. Und so lebt der Film auch mehr durch die Charaktere, die Konflikte und die Athmosphäre als durch die eigentliche Handlung. Aber muss es bei Märchen nicht genau so sein?
[Dieser Beitrag wurde am 03.01.2009 - 16:58 von Count_Villain aktualisiert]
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HebusDerTroll  Status: Felix Leiter
 

Status: Offline Registriert seit: 05.05.2005 Beiträge: 310 Nachricht senden | Erstellt am 16.07.2005 - 20:50 |  |
Ich stimme Count Villain zu, dass sich Tim Burton bei „Batman Returns“ offenbar künstlerisch freigestrampelt hat. Sein erster Film war in mancherlei Hinsicht eine Auftragsarbeit, und Burton konnte seine Visionen nicht so umsetzen, wie eigentlich von ihm gewollt. Für den zweiten Flattermann hatte er dann schon viel mehr Freiraum. So sieht Gotham City anders aus als im ersten Film und dies liegt nicht nur am Dauerschnee, sondern zum Beispiel auch an den Hintergrund-Fahrzeugen, die „europäischer“ wirken (Kleinwagen statt US-Limousinen, weil sie in engen Straßenschluchten wendiger sind). Es kursiert das Gerücht, dass sich Anton Furst, Production Designer bei „Batman“, aus Enttäuschung darüber, dass er bei der Fortsetzung nicht dabei sein durfte, das Leben nahm. Für das Design von „Batmans Rückkehr“ war ein Burton-Spezi zuständig. Was die Gegner angeht, so habe ich immer den Eindruck gehabt, dass die Figur des Shreck eigens dafür geschaffen wurde, um wenigstens einen richtig bösen Schurken zu haben, denn (Count Villain hat dies richtig erkannt) Catwoman und Pinguin sind eher tragische und sympathische Charaktere, eben Anti-Helden. Nun nennt Count Villain in seiner Bewertung auch Shreck in dieser Reihe, da er sich für seinen Sohn opfert, aber ich habe dennoch nie so viel tragisches Potential in Shreck gesehen wie in Catwoman oder Pinguin. Letzlich ist Shreck auch der einzige Schurke des Films, der eindeutig am Ende tot ist. So glaubwürdig und eindrucksvoll Michelle Pfeiffer und Danny De Vito auch ihre Rollen gespielt haben, so sehr unterscheiden sich ihre Figuren jedoch von den Comic-Vorlagen. Batmans größter Pluspunkt und interessantester Ansatz ist für mich, dass er keine übermenschlichen Fähigkeiten - Superkräfte - besitzt. Dieser Vorteil wird jedoch nutzlos, wenn man ihm übermenschliche Gegner vor die Nase setzt, so wie hier der Fall. Catwoman und Pinguin sind in diesem Film geradezu mythisch überhöht worden und lassen sich nicht mehr auf raffinierte Gauner mit bestimmten Ticks oder Fetischen reduzieren, so wie in den Comics. Deshalb sehe ich diese tollen Performances (inklusive genialem Make up und tollen Kostümen) mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Was den Plot angeht: Schwach - ein Manko der ersten vier Batman-Filme der „Neuzeit“. Aber die Musik ist einmalig und der Titelvorspann gehört zu den besten Beiträgen (auch visuell) in diesem Bereich: Ein Meisterwerk!
[Dieser Beitrag wurde am 16.07.2005 - 20:52 von HebusDerTroll aktualisiert]
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Count_Villain  Admin


Status: Offline Registriert seit: 12.09.2002 Beiträge: 8522 Nachricht senden | Erstellt am 17.07.2005 - 06:37 |  |
Jetzt wo ich Hebus' Beitrag gelesen habe und noch einmal über Shreck nachgedacht habe: Nein, es ist nicht nur die Tatsache, dass er sich für seinen Sohn opfert. Ich möchte beinah schon sagen, dass Walken Shreck fast schon zu charismatisch spielt. Ich weiß nicht ob das an Walken liegt oder an der Regie, aber bei AVTAK z.B. da tut Zorin nicht nur schreckliche Dinge, er gibt sich auch viel schurkischer. Ich hoffe, es ist einigermaßen verständlich, was ich sagen will. Ich kann mich jedenfalls an keine Szene erinnern durch die ich richtige Antipathie gegen Shreck entwickelt hätte, vielleicht bis auf den Mord an Selina Kyle. Dass er die Stadt durch die Truppe des Pinguins terrorisieren lässt oder seinen Geschäftspartner ermordet hat sind halt so Sachen, die man zu sehr nebenbei erfährt. Zudem sieht Walken in dem Film auch fast schon unverschämt gut aus.
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gargamel unregistriert
| Erstellt am 24.07.2005 - 20:15 |  |
Mir ist dieser Film auch der Liebste der Batman-Streifen. Mit den knallbunten Popcorn-Filmen von Joel Schumacher konnte ich nie etwas anfangen, zumal das Overacting eines Tommy Lee Jones oder Jim Carrey's nervtötend war.
Tim Bourton ging die Filme wesentlich besser an, wobei mir "Batmans Rückkehr" noch besser gefällt.
Die Figuren haben allesamt Tiefe und sind gut ausgearbeitet (für meinen Geschmack), Bourton inszeniert mit sicher und fester Hand, drückt dem Film einen düsteren Stempel auf. Nichtmal der "Held" ist ein richtiger Held, sondern eine zerissene Persönlichkeit die ein Kindheitstrauma nie richtig verarbeitet hat.
Michelle Pfeiffer hat mir als Catwoman gefallen, Christopher Walken spielt wie schon von den Anderen gesagt: superb. Michael Keaton wirkte nochmals überzeugender als in Batman 1 und ist somit für mich bislang der beste Batman-Darsteller, wobei ich allerdings noch nicht Christian Bale gesehen habe, der ja wohl atemberaubend gut spielt. Aber allen wird irgendwo die Schau gestohlen, von Danny DeVito als Pinguin. Er schafft es, dass man einerseits Mitleid empfindet und dann wieder, dass man sich vor ihm fürchtet oder ihn hast.
Wiederum ein Resultat bei dem auch das Drehbuch eine grosse Rolle spielen dürfte, das einfach nur gut ist und wunderbare Dialoge feil bietet wie z. B. der Dialog zwischen Pinguin und Catwoman: Wer bist Du? Wahrscheinlich so eine überkandidelte Emmanzipazionszicke, die es ihrem Daddy nicht verzeiht, dass er ihr mit 16 kein Ponny geschenkt hat! (Ich liebe diesen Dialog! )
Hinzu kommt wie auch schon erwähnt, die hervorragende Musik von Danny Elfman, der die Musik nochmals düsterer als in Teil 1 anlegte und einen mehr oder weniger neuen Vertonungsstil anwendete, den es bis dato in der Form eigentlich nicht gab und der viele Nachahmer auf den Plan rief. -Wie ich finde erfolgslos. Elfman's-Stil wurde zwar oft kopiert ist aber so eigentlich unerreicht und sollte er irgendwann mal aufhören, wird er eine Lücke hinterlassen, da bin ich mir fast sicher.- Ausnahme ist allerdings Elliot Goldenthal; seine Musik ist das Beste der Nachfolgestreifen von Schumacher!
Ein Film den man definitiv empfehlen kann und der nicht nur Pflicht für die Freunde des "Flattermannes" ist!
Gruß
Jens
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ChrisMainz  Q
    

Status: Offline Registriert seit: 25.02.2006 Beiträge: 1907 Nachricht senden | Erstellt am 04.01.2009 - 00:41 |  |
Ich schaue mir gerade den Film im TV an...er gefällt mir ja wirklich gut...aber warum, warum nur wirkt Gotham so unglaublich klein. Man hat das Gefühl die Stadt besteht nur noch aus dem kleinen Marktplatz mit dem Weihnachtsbaum um den sich Rathaus, "Shrecks" und die deutlich geschrumpfte Kathedrale gruppieren! Er wirkt in teilen wie ein überzogenes Kammerspiel. Schade eigentlich, denn in "Batman" war Gotham eine riesig wirkende düstere Metropole in Art Deco Optik.
Man hätte wohl doch lieber auf Anton Furst zurückgreifen sollen!
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photographer Status: James Bond
   

Status: Offline Registriert seit: 17.05.2005 Beiträge: 2253 Nachricht senden | Erstellt am 04.01.2009 - 14:11 |  |
Kurznotiz zu Anton Furst (1944 - 91)
Da Regisseur Tim Burton '89 mit "Batman" an den Kinokassen weltweit einen finanziellen Über-Erfolg für Warner Brothers erbracht hatte, stieg er beim Nachfolgefilm "Batman returns" (1992) mit Denise di Novi auch in den Rang des Hauptproduzenten auf. Da die beiden 1990 schon Tim Burtons "Edward Scissorhands" zusammen produziert hatten und dort mit Bo Welch als hauptverantwortlichen Produktiondesigner gearbeitet hatten ist dies möglicherweise eine Erklärung warum Anton Furst nicht noch mal verpflichtet wurde, obwohl er für "Batman" einen Oscar für die "Best Art Direction-Set Decoration" 1990 in Empfang genommen hatte.
Anton Furst arbeitete nach "Batman" 1990 anschließend als Productionsdesigner bei "Awakenings" mit. Warum er danach keine weiteren Aufträge hatte ist in der Öffentlichkeit nicht weiter bekannt geworden. Eine gescheiterte Beziehung zu Schauspielkollegin Beverly d'Angelo Ende endete im November 1991 in einer furchtbaren Tragödie. Anton Furst sprang von der achten Etage eines Parkhauses in den Tod.
Für das Bond-Franchise war Anton Furst übrigens mitverantwortlich für die Special Effekte bei "Moonraker" (1979), obwohl er in den Credits namentlich nicht erfasst ist.
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ChrisMainz  Q
    

Status: Offline Registriert seit: 25.02.2006 Beiträge: 1907 Nachricht senden | Erstellt am 05.01.2009 - 18:18 |  |
Ganz Aktuell:
Pat Hingle gestorben! Der langjährige Darsteller des Commissoner Gordon aus den Burton/Schumacher Filmen verstarb am 3. Januar 2009 84 Jährig!
Viele dürften Ihn auch aus "Hängt Ihn höher" und "Der hässliche Amerikaner" kennen!
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MisterBond  Status: James Bond
   

Status: Offline Registriert seit: 08.11.2006 Beiträge: 1924 Nachricht senden | Erstellt am 06.01.2009 - 01:56 |  |
Batmans Rückkehr ist kein wirklich guter Film. Für mich nach dem ersten Burton-Batman eine Enttäuschung.
Egal ob Comic oder nicht, ein wenig Charaktertiefe könnte man schon bieten. Es ist ja noch nicht mal so, dass die Charaktere Spaß machen!
Nur Catwoman bietet etwas. Keatons Batman sehe ich auch noch als gut an, bekommt aber nicht viel um seine Figur zu präsentieren. Der Pinguin und Max Shreck sind gaaaanz schwach. Meilenweit von Joker des ersten Burtons entfernt.
Wie gesagt, es bleibt nicht viel wenn man Michelle Pfeiffer und die Optik/Kulissen herauslässt.
Was bei Jackie-Boy Joker noch witzig war, ist hier eine alberne Kindernummer.
Das ganze für mich eher eine Zirkusnummer, auch passend wenn man die ganzen Clownsfratzen zu Gesicht bekommt.
Mit gutem Gewissen 6 Punkte.
Signatur Timothy Dalton ist nicht No.1 als James Bond 007 |