Lallarutschawu 

Status: Offline Registriert seit: 03.11.2004 Beiträge: 107 Nachricht senden | Erstellt am 05.10.2007 - 20:22 |  |
Verehrte Leser,
In der Steinzeit machte der Mensch die bedeutendsten Schritte auf dem Weg zu Kultur und Zivilisation: von den ersten Werkzeugen und Waffen, von der Nutzung des Feuers und den ersten Häusern bis hin zu Megalithbauten und Höhlenkunst.
DAS MAMMUT

Die Höhlenmalereien von Lascaux entstanden vermutlich im Magdalenien vor rund 17.000 Jahren, angefertigt von Jägern der Altsteinzeit. Gemalt wurden vor allem Großwildarten, aber auch Raubtiere und Abdrücke menschlicher Hände. Die intensiven Farben und die erstaunlich realistische Darstellung der Tiere faszinieren noch heute die Besucher.Die Höhle von Lascaux im Tal der Vézère liegt zwei Kilometer südöstlich von Montignac im französischen Département Dordogne und enthält einige der ältesten bekannten abbildenden Kunstwerke der Menschheitsgeschichte.Die Höhle wurde am 12. September 1940 durch Marcel Ravidat, Jacques Marsal, Georges Agnel und Simon Coencas entdeckt und 1948 für die Allgemeinheit geöffnet. Das durch etwa 1.200 tägliche Besucher ausgestoßene Kohlendioxid beschädigte die Bilder deutlich, weswegen die Höhle 1963 für den Publikumsverkehr wieder geschlossen und mit einem aufwändigen Belüftungs- und Klimaregulierungssystem versehen wurde. Die Bilder wurden restauriert und werden nun täglich überwacht.Man muss man sich immer wieder bewusst machen: 99 Prozent ihrer Zeit hat die Gattung Mensch in der Steinzeit verbracht. Und - in dieser Ära wurden die Grundlagen für alle entscheidenden Kulturtechniken gelegt. Fast hat man das Gefühl, als hätten die Zeiten danach kaum mehr etwas zur menschlichen Kultur beigesteuert, sondern nur noch das schon Dagewesene weiterentwickelt.

DIE HÖHLE VON LASCAUX
Dieses große Zeitalter der Kunst währte 25.000 Jahre und ging vor 10.000 Jahren zu Ende. Vor seinem Anbruch gab es Anzeichen einer gewissen Art künstlerischen Ausdrucks, der, wenngleich sehr viel weniger entwickelt, immerhin viele tausend Jahre zurückreichte. Aber als die Eiszeit endete, verschwand die Eiszeitkunst mit ihren vibrierend-dynamischen Tierbildern fast spurlos. Warum nahm diese blühende Tradition künstlerischen Ausdrucks ein so jähes Ende? Um diese Frage zu beantworten, müßte man sehr viel mehr darüber wissen, was die Künstler bei ihrer Arbeit bewegte und inspirierte. Eine einfache Erklärung wäre, dass das Klima dazu führte, dass die Menschen nicht mehr auf Höhlen angewiesen waren. Aber das ist allzu einfach. Sie hätten für ihre Rituale und Zeremonien die kühlen Höhlen, wenn sie wollten, auch weiter benützen können, und alle Befunde weisen ja darauf hin, dass die Malereien eben diese Bedeutung hatten.
Das mildere Klima führte zum Verschwinden der riesigen Herden an die Kälte angepaßter Tiere, vor allem des so wichtigen Wisents. Das Leben der Jäger- und Sammlerhorden muß sich innerhalb einiger weniger Jahrtausende dramatisch verändert haben. Und mit dem Aufkommen der Landwirtschaft sollten sich die Gesellschaftsstrukturen noch viel mehr verändern. Man sollte der Versuchung widerstehen, eine umfassende Erklärung für Sinn und Bedeutung der Eiszeitkunst und für die Ursache ihres Verschwindens abgeben zu wollen.
DIE ODYSSE DES MENSCHEN
Im Dunkel der Frühzeit der aufrecht gehenden Wesen verschwimmen die Grenzen, die Wissenschaft rätselt - und findet immer wieder neue, aufregende Puzzlestücke im großen Spiel. Neandertaler-Funde in Deutschland und Irak: Sie waren keineswegs dumpfe, brutale Tiermenschen. Haben sie sich mit dem aus Afrika vordringenden Homo sapiens vermischt oder hat der sie ausgerottet?Grabfunde führen noch weiter in der Zeit zurück. Der Homo erectus setzte zielsichere Speerspitzen ein, wagte sich mit Flössen aufs offene Meer, war neugierig und zeigte kreative Intelligenz. 400.000 bis 1,5 Millionen Jahre v. Christus: Die lange Geburtsstunde des Menschen.Die Deutung kleinster Funde von Kulturgegenständen und Werkzeugen, Bruchstücke von Schädeln, Knochen oder Zähnen, die ältesten davon fast 6 Millionen Jahre alt, führt immer wieder zu neuen, überraschenden Theorien über die Herkunft des Menschen. Wann aber kann man den Menschen tatsächlich abgrenzen vom Affen? Und wann kann man von einer eigenen Kultur sprechen oder von Bewusstsein? Eine der spannendsten, bis heute heftig diskutierten Fragen ist, ob die Gattung des Homo Sapiens von einer einzigen "Urmutter“ abstammt oder es sich um eine Entwicklung handelt, die sich zeitgleich an verschiedenen Orten ereignet hat. delta will wissen, wie schlüssig die jüngsten Erkenntnisse über unsere Menschwerdung sind und inwiefern sich aus diesen Erkenntnissen Aussagen ableiten lassen über die Zukunft des modernen Menschen, in dem immer noch das Erbe seiner Urahnen steckt.

Als erste Menschen, die Werkzeuge nutzten werden Homo habilis und Homo rudolfensis, eventuell aber auch schon die Australopithecinen angesehen. Der ihnen nachfolgende Homo erectus hat sicher bereits Werkzeuge und Feuer genutzt. Letzterer lebte bis vor etwa 300.000 Jahren (allerdings wird die erst kürzlich entdeckte kleinwüchsige Art des Homo floresiensis, der noch vor rund 12.000 Jahren auf der indonesischen Insel Flores lebte, ebenfalls dem Homo erectus zugerechnet). All diese Menschenarten sind dem Altpaläolithikum und seinen Geröll- und Faustkeilkulturen zuzurechnen. Hochrechnungen gehen davon aus, dass zu dieser Zeit auf der Erde nur wenige zehntausende Menschen existierten. Als Menschentypus des Mittelpaläolithikums schlechthin wird von vielen Forschern der Neandertaler angesehen, daneben existierten wohl parallel auch die Übergänge vom Homo erectus zum moderneren Menschen (wie Homo heidelbergensis, Homo antecessor, Homo rhodesiensis) und die ersten modernen Menschen vom Typ Cro Magnon. Am Beginn des Jungpaläolithikum lebten Neandertaler und moderner Mensch noch nebeneinander, manche Forscher sehen in den Kulturen des Aurignacien (Homo Sapiens) und dem etwa gleichzeitigen Châtelperronien (Neandertaler) eine mögliche Unterscheidung auch in der materiellen Hinterlassenschaft, was allerdings umstritten ist. Vor etwa 30.000 Jahren starb der Neandertaler aus und überließ die Erde allein dem modernen Menschen, der Träger der weiteren Kulturen wurde.
VIDEOCLIPS ZUR EVOLUTION DES MENSCHEN
Die Wissenschaft glaubt an Afrika als Wiege der Menschheit. Eine Untergruppe von Afrikanern ging hinaus und besiedelte den Rest der Welt – so die Theorie. Vor über 4 Millionen Jahren verließ ein affenähnliches Wesen, der Australopithecus als erstes die afrikanischen Wälder. Funde dieses "Südmenschen" machten deutlich, dass die Gestalt war zwar noch kein "Homo" war, aber bereits aufrecht gehen konnte. Dem heutigen Menschen ähnlicher war dann jedoch erst der homo habilis. Er lebte vor etwa zwei Millionen Jahren mit einem nur halb so großen Gehirn wie dem des Menschen heute. Spezielle Anatomie und Handlungen machten ihn, für viele Wissenschaftler, zur ältesten menschlichen Urform.
Homo rudolfensis erobert die Welt
Etwa zur gleichen Zeit lebte der Homo rudolfensis. Auch er war ein reiner Afrikaner. Mit seinem schon etwas größeren Gehirn war er sogar fähig, primitive Werkzeuge herzustellen. Die meisten sehen allerdings im homo erectus den ersten, echten Urmenschen. Der "Welteroberer“ war schon intelligent genug, Feuer zu machen, Werkzeuge herzustellen und zu jagen. Er verbreitete sich über die ganze Welt. So entwickelte sich aus ihm in Europa unter anderem der Neandertaler, der Homo neanderthalensis. Sein Gehirn war so groß wie das des heutigen Menschen und er fertigte die ersten Kunstwerke der Zeit her. Modernste Untersuchungsmethoden, zum Beispiel Genanalysen, sollen weiterhelfen. Das Knochenmark von Funden aus der Frühzeit kann auswertbares Erbgut enthalten. Ist die DNA isoliert, werden die Basenpaare des Erbguts mit denen des heutigen Menschen verglichen.
Phantombild des Urmenschen
Wissenschaftler der ETH Zürich rücken Schädelfunden mit Computertomographie zu Leibe. Fehlende Teile können durch Spiegelung ersetzt werden. Von dem virtuellen Schädel kann dann ein Abguss gemacht werden. Ein Laser tastet nach den Computervorgaben über zähflüssiges Kunstharz. So entsteht eine Art Phantombild unserer Vorfahren. Mit den neuen Forschungsergebnissen lässt sich nun auch die Lebensweise unserer "Ahnenkette" genauer rekonstruieren. Etwa, dass schon frühe Urmenschen fähig waren, Feuer zu machen. Das verschaffte ihnen einen Vorsprung gegenüber Mitkonkurrenten. Denn Feuer hieß nicht nur Wärme und bessere Nahrungszubereitung, sondern im offenen Gelände auch Schutz vor gefährlichen Tieren. Dazu schuf der Urmensch immer ausgefeiltere Waffen und Werkzeuge. Dabei wird klar: der Mensch überlebte dank seines variablen Denkens.

DIE STEINZEIT
Formenvielfalt und Spezialisierung kennzeichnen die archäologischen Funde aus dem oberen Paläolithikum. Damit stehen sie im deutlichen Gegensatz zur Technik des Moustérien und aller früheren Kulturen. Die Werkzeuge des oberen Paläolithikums lassen sich leichter in Gruppen einteilen als die der anderen altsteinzeitlichen Kulturen, und man erkennt, dass sie ganz bestimmte Funktionen haben. Dieser Weiterentwicklung der Technik entsprechend gibt es auch erste Anzeichen für eine beschleunigte kulturelle Evolution - und körperlich sahen die Hersteller dieser Werkzeuge im wesentlichen aus wie wir. Die charakteristischsten Werkzeuge des oberen Paläolithikums bestehen aus dünnen Klingen, die von größeren Steinen abgeschlagen wurden. Eine solche Klinge ist definiert als ein Abschlag, der mindestens doppelt so lang wie breit ist. Mit dieser Technik erhielt man aus einem einzigen Stein eine wesentlich größere Zahl von Schneidkanten. Oft wurden die Klingen auch zerbrochen und zu Mikrolithen weiterverarbeitet, kleinen, geometrisch geformten Splittern, die mit einem Griff versehen wurden. Ein charakteristisches Werkzeug aus dieser Zeit, der Stichel, hatte eine meißelartige Schneide, mit der die Bearbeitung von Knochen einfacher wurde. Häufig findet man an Fundstätten aus dem oberen Paläolithikum spezialisierte Werkzeuge aus Knochen und Geweih. Die technischen und kulturellen Neuentwicklungen des oberen Paläolithikums führten dazu, dass andere Bestandteile des menschlichen Lebens häufiger wurden oder sich stärker entwickelten, wie die Verwendung des Feuers, die Bestattung der Toten, die Herstellung von Kleidung und Behausungen sowie die Schaffung von Kunst.
Das obere Paläolithikum umfaßt in Europa die Zeit vor 40.000 bis 10.000 Jahren. Seine Kultur ging wahrscheinlich ungefähr um die gleiche Zeit von Westasien und Afrika aus; einige Funde aus Afrika lassen allerdings vermuten, dass manche charakteristischen Neuerungen des oberen Paläolithikums bereits viel früher entstanden sind. So wurden zum Beispiel an der FundsteIle Katanda am Semliki-Fluß in Zaire scharfzackige Harpunen und Pfeilspitzen aus Knochen ausgegraben. Diese Artefakte, die stark den klassischen Knochenwerkzeugen des oberen Paläolithikums in Europa ähneln, sind Schätzungen zufolge bis zu 90.000 Jahre alt, das heißt, sie stammen vermutlich mitten aus dem vorangegangenen mittleren Paläolithikum. Darüber hinaus kamen an der FundsteIle Kapthurin in Kenia Klingen und Kernsteine ans Licht, die an das obere Paläolithikum erinnern und 240.000 Jahre alt sind.
Anders als in den früheren Kulturen entwickelte sich im oberen Paläolithikum sehr schnell eine große Vielfalt, so dass verschiedene Regionalstile zu erkennen sind. Die erste Industrie des oberen Paläolithikums war das Aurignacien (vor 40.000 bis 28.000 Jahren); der Name erinnert an den FeIsüberhang von Aurignac in den Ausläufern der Pyrenäen, wo man derartige Werkzeuge 1860 zum ersten Mal fand. Aurigriacien-Werkzeuge lagen in den Grabstätten der Jetztmenschen von Cro-Magnon und wurden auch an vielen anderen Stellen überall in Europa gefunden. Im Nahen Osten umfaßt das Aurignacien die Zeit vor mindestens 32.000 bis 17.000 Jahren. Charakteristisch für die FundsteIlen ist eine große Zahl von Schabern, Sticheln, Elfenbeinperlen und Halsketten aus Tierzähnen; gelegentlich findet man auch abstrakte Figürchen von Menschen und Tieren, darunter die vor kurzem entdeckte tanzende Venus aus Geigenberg in Österreich, eine flache kleine Frauenfigur aus grünem Serpentin. Auch die ältesten bekannten französischen Höhlenmalereien in Chauvet und Cosquer, stammen aus dem späten Aurignacien vor 32.000 beziehungsweise 27.000 Jahren.

Eine weitere Kultur des oberen Paläolithikums zur gleichen Zeit wie das Aurignacien war das Châtelperronien, das nach einer FundsteIle in der französischen Höhle Châtelperron benannt ist. In dieser Kultur vereinigte sich ein weiterentwickeltes Moustérien mit der Benutzung von Klingen und Knochenwerkzeugen; man kann sie mit großer Sicherheit dem Homo neanderthalensis zuschreiben, denn sowohl das Skelett von Saint-Cesaire als auch das Schläfenbein eines jugendlichen Neandertalers aus Arcy-sur-Cure in Frankreich wurden zusammen mit Châtelperronien-Werkzeugen gefunden. Diese Kultur entwickelte sich vermutlich parallel zum Aurignacien oder wurde von den Neandertalern übernommen, nachdem das Aurignacien sich in Westeuropa durchgesetzt hatte. Das Châtelperronien verschwand vor etwa 34.000 Jahren zusammen mit den Neandertalern; das Aurignacien und alle späteren Perioden des oberen Paläolithikums dagegen waren das Werk des Homo sapiens.
Im Gravettien (vor 28.000 bis 22.000 Jahren) kamen zum Werkzeugsortiment des oberen Paläolithikums auch Klingen mit einem Rücken hinzu (das heißt, eine Seite der Schneide war durch Absplitterung unter Druck verbreitert), und es gab Knochenspitzen mit abgeschrägter Basis, die als neue, stromlinienförmige Speerspitzen dienten. In dieser Periode setzten sich Elfenbeinperlen als Körperschmuck bei Bestattungen durch, und in Ost-, Mittel- und Westeuropa tauchen die ersten Venusfiguren aüf, sinnliche Frauendarstellungen aus Elfenbein. Das kurze Solutreen (vor 21.000 bis 19.000 Jahren) erlebte einen unglaublichen Aufschwung der Steinwerkzeugherstellung; das beste Beispiel sind zweiflächig behauene, blattförmige Messer, die über dem Feuer erhitzt wurden, damit man die nötigen Schläge anbringen konnte, ohne dass das Stück zerbrach. Diese Phase einer hochentwickelten Steinbearbeitung taucht in den archäologischen Funden aus Frankreich sehr plötzlich auf und verschwindet auch ebenso schnell wieder.
Seinen Höhepunkt erlebte das obere Paläolithikum wohl vor 18.000 bis 12.000 Jahren mit der Kultur des Magdalénien. Sie ist vor allem durch ihre Kunstwerke bekannt -aus dieser Zeit stammen die berühmten Höhlenmalereien von Lascaux, Altamira und anderen Orten. Das Magdalenien -der Name erinnert an den französischen Felsüberhang La Madeleine -war eine Zeit der zunehmenden Verwendung von Mikrolithen, aus denen man mit auswechselbaren Griffen eine ganze Palette von Werkzeugen herstellte. Man findet eine große Zahl knöcherner Harpunenspitzen mit vielen Widerhaken sowie Speerschleudern aus Holz, Knochen oder Geweih, die einen geworfenen Speer schneller und weiter fliegen ließen. Alle diese Fortschritte weisen darauf hin, dass Geschicklichkeit und Perfektionierung bei der Jagd stark zugenommen hatten.

Lallaru Tschawu
[Dieser Beitrag wurde am 11.01.2008 - 08:58 von Lallarutschawu aktualisiert]
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