witchi  Der Burgherr (Admin) freier Ritter
       

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Die militärische Struktur
Die Lanze, eine taktische Einheit
Die "Lanze" war die taktische Grundeinheit der Feudalheere seit dem 10. Jahrhundert. In der Mitte des 15. Jahrhunderts gab es diese Einheit noch, obgleich viel straffer organisiert, in den Ordonnanzkompanien.
Die gesamte Bezeichnung "Lanze" galt der taktischen Einheit der Feudalheere, deren ausführende Kraft der Ritter war. Die "Lanze" konnte eine unterschiedliche Zahl von Männern umfassen, die sowohl zu Fuß als auch zu Pferde kämpften.
Mehrere unter dem Befehl eines Bannerherren zusammengefasste "Lanzen" bildeten ein "Banner" und eine bestimmte Anzahl "Banner" bideten einen "Schlachthaufen".
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts, unter der Herrschaft Philipp Augustus von Frankreich, umfaßte ein "Banner" vier bis sechs "Lanzen". Der "Schlachthaufen", der dem Befehl eines großen Lehnsherrn unterstellt war, konnte aus fünf bis zehn "Bannern" bestehen, d.h. 500 bis 1000 Reiter stark sein. Die Ansprüche sind allmählich gesunken, da ein Herr von Sains den Titel eines Bannerritters erhielt, als er sich mit einer Kampfeinheit von 25 Waffenträgern beim Kriegsheer meldete.
Zu jeder Lanze gehörte auch eine nicht festgelegte Zahl von Fußsoldaten.

Die lange Version
Die Lanze, eine taktische Einheit und die Fahnenkunde
Die kollektive Bezeichnung "Lanze" galt der taktischen Einheit der Feudalheere, deren lebendige Kraft der Ritter war. Die "Lanze" konnte eine unterschiedliche Zahl von Männern umfassen, die sowohl zu Fuß als auch zu Pferde kämpften. Mehrere unter dem Befehl eines Bannerherrn zusammengefaßte "Lanzen" bildeten ein "Banner" und eine bestimmte Anzahl "Banner" bildeten einen "Schlachthaufen". Zu Beginn des 13. Jahrhunderts, unter der Herrschaft Philipp Augusts von Frankreich, umfaßte ein "Banner" vier bis sechs "Lanzen". Der "Schlachthaufen", der dem Befehl eines großen Lehnsherrn I unterstellt war, konnte aus fünf bis zehn "Bannern" bestehen, d. h. 500 bis 1000 Reiter stark sein. Aber diese Zahlen waren starken Schwankungen unterworfen; so konnten manche sehr begüterte Bannerherren eine größere Anzahl Vasallen mitnehmen: wahrscheinlich war es das, was man im 13.Jahrhundert mit "doubles baneres", Doppelbanner, bezeichnete. Unter Philipp von Valois gab es für die Schlacht bei Cassel im Jahre 1328 elf "Schlachthaufen", die 192 "Banner" umfaßten. Die Ansprüche mußten wohl allmählich gesunken sein, denn im Jahre 1452 erhielt ein gewisser Herr von Sains den Titel eines Bannerritters, als er sich mit der Mindestzahl von 25 Waffenträgern beim Kriegsheern stellte. Eigenartigerweise kann man feststellen, daß der Titel eines Bannerherrn nicht nur Rittern zuerkannt wurde; es gab auch Bannerknappen und sogar Bannerherren, die keinerlei Titel führten, die aber auf Grund ihrer militärischen Fähigkeiten oder ihrer finanziellen Mittel in der Lage waren, eine bestimmte Anzahl Männer in den Krieg zu führen.
Der Bannerherr hatte das Recht, den Haubert und das Doppelpanzerhemd zu tragen. Unmittelbar unter ihm kam der Edelknappen-Ritter, der unter einem Banner Dienst tat, da er keine Vasallen hatte.
Der Edelknappe, ein einfacher Adliger, der Ritter werden wollte und einem niedrigeren Adel und weniger hohen Rang als die vorigen angehörte, schloß sich einem Ritter an, bei dem er das Waffenhandwerk erlernte. Du Guesclin war Edelknappe, als König Karl V. ihm die Generalstatthalterschaft in seinem Heer übertrug.
Der Knappe begleitete den Ritter vom 14. Lebensjahr an, bis er im Alter von 21 Jahren selbst zum Ritter geschlagen wurde.
Der Page schließlich begann im Alter von sieben Jahren seinen Dienst als gewöhnlicher Domestik bei einem Ritter. Mit 14 Jahren »trat er bei den Pagen aus«, gürtete das Schwert um und wurde Knappe.
Im 15.Jahrhundert, im Jahre 1445, wurde die sogenannte »Iance fournie«, die volle Lanze (ein Ritter mit vier bis sechs bewaffneten Knappen), von König Karl VII. auf einen Waffenträger und seinen Pagen, einen »coutiller« 3, zwei Bogenschützen und einen Knecht festgelegt. Hundert »Lanzen« bildeten eine der zwanzig »Ordonnanzkompanien«, die im Jahre 1446 den Kern des neuen, stehenden Heeres bildeten. Jede Kompanie wurde von einem Hauptmann geführt, der oft aus den schlimmen alten Banden hervorgegangen war. Ein Sohn des Grafen von Armagnac, genannt der Bastard von Bourbon, Guillaume und Antoine de Chabannes, Xaintrailles und La Hire befehligten jeder eine eigene Kompanie. In der Ordonnanzbande oder -Kompanie des Herzogs von Burgund, den unsere Illustrationen zeigen, wurde der Hauptmann »conducteur« genannt. Vorbild waren dabei die italienischen »condottieri«.
Das Pennon
Das Pennon auch »penoncel«, »penon«, »panon« oder »fanon« (vom deutschen Wort »Fahne«) genannt, schmückte die Lanze des einfachsten Ritters, jenes Ritters, dem man manchmal den Beinamen »Ritter eines Wappenschildes« gab, weil er ganz allein war. Das Recht, diesen dreieckigen Wimpel, der manchmal in zwei Zipfeln endete, zu führen, nannte man »pennonage«, und die unter einem Pennon marschierende Truppe hieß eine »Pennonie«. Es scheint, daß das Pennon nicht nur Unterscheidungsmerkmal war, sondern auch die Handhabung der Lanze erleichterte: Indem es im Wind wehte, wenn die Lanze auf ein Ziel gerichtet war, machte es das Eisen leichter; man nannte dieses aerodynamische Phänomen »donner de la volee« (etwa: Auftrieb geben). Die Behauptung, das Pennon hätte verhindern sollen, daß das Eisen zu tief in die Wunde eindrang, ist aus der Luft gegriffen und wird von den alten Schriften widerlegt, in denen berichtet wird, daß der Stoff oft in den Körper eindrang. Der Pennonträger hatte das Recht, eine Metallkopie davon als Wetterfahne auf seine Burg zu setzen.
Das Banner
Das Banner, manchmal auch Gonfanon genannt, zeichnete den Bannerherren aus. Das Banner, das auf dem Schlachtfeld zuerkannt wurde, entstand, indem vom Pennon des beförderten Ritters die Spitze abgeschnitten wurde, so daß je nach Fall aus dem rechtwinkeligen Dreieck ein rechtwinkeliges Trapez wurde oder aus dem gleichschenkligen Dreieck ein gleichschenkliges Trapez. Diese Amputation wurde in einer großen Zeremonie vorgenommen: man nannte das »faire de pennon banniere« (das Pennon zum Banner machen), und der frischgebackene Bannerherr erhielt den familiären Titel eines »Ritters mit der viereckigen Fahne«. Übrigens erhielt das Banner seine viereckige Form zwischen 1310 und 1350. Der in den Krieg ziehende Bannerherr nannte dies »bouter hors banniere« (außer Banner gehen), und er »hob das Banner wieder«, wenn er nach einer Zeit des Geldmangels, der es ihm unmöglich gemacht hatte, die vorgeschriebene Zahl von Waffenträgern zu unterhalten, seinen Rang wieder einnahm. Der Titel eines Bannerherrn, der unter Philipp August aufgekommen war, verschwand mit der Aufstellung der Ordonnanzkompanien unter Karl VII. Wir möchten auch darauf hinweisen, daß der Bannerherr das Recht hatte, einen »cri d'armes« zu wählen (Wahlspruch auf dem Wappenschild) und Gold, Eisenhütchen, Hermelin, Samt und Scharlach zu tragen. Seinen Rang erkannte man auch an der Wetterfahne in Form eines Banners, die er auf seiner Burg hatte. Mit Scharlach wurde nicht eine bestimmte Rottönung bezeichnet, sondern ein Stoff von wunderschöner Qualität, der jede beliebige Farbe, sogar weiß , haben konnte.
Das königliche Banner und die Oriflamme
Das königliche Banner hat oft Form und Farbe gewechselt. Manchmal gab es nebenher ein großes Pennon. Das war eine Gepflogenheit, die man häufig auch bei den großen Feudalherren antreffen konnte. Die Oriflamme, die Kennzeichen und Banner der Mönche von Saint-Denis war, wurde von Philipp I. im 11. Jahrhundert oder von seinem Sohn Ludwig VI., dem Dicken, im 12. Jahrhundert im Krieg geführt. Auf jeden Fall wurde die Oriflamme, rote Seide, die an einem vergoldeten Fahnenschaft befestigt war, daher der Name, unter der Herrschaft Ludwigs VI. zum ersten Mal beschrieben. (Vom Altfanzösischen orie = vergoldet und Flamme. Um diesen Namen zu erklären, behaupten einige Leute, sie sei mit goldenen Sternen übersät gewessen. )
Die Oriflamme ging 1304 in der Schlacht von Mons-en-Pevele verloren; die Flamen eroberten und zerrissen sie. Ein »Augenzeuge«, Guillaume Guiart, versicherte später, es habe sich tatsächlich nur um eine Kopie gehandelt. ..und die echte sei 1315 unter Ludwig dem Zänker wiederaufgetaucht. Bei Azincourt sah man sie zum letzten Mal: Ihr Träger, Guillaume Martel, Herr von Baqueville, verteidigte sie bis in den Tod.

1. Das Schlachtroß oder große Roß.
2. Der Ritter auf seinem Zelter oder Paßgänger. Der Paßgang, eine für den Reiter viel weniger ermüdende Gangart, ließ sich durch Ausbildung oder durch Ausnutzung natürlicher Veranlagungen des Tieres erreichen.
3. Der Knappe mit dem Helm, dem Wappenschild und der Lanze des Ritters. Er reitet einen Hengst von gemeiner Rasse Sein eigener Helm, eine Barbuta, ist hinter seinem Sattel festgemacht.
4. Der Degenkämpfer auf einem Renner, eine Art lebhafter und kräftiger Zelter. Er ist mit der »coutille«, einem kurzen breiten Degen, bewaffnet. Das ist eine Waffe zwischen dem Dolch und dem Schwert, mit der man einem Gefangenen, der sein Lösegeld nicht beibrachte, die Gurgel durchschnitt.
5. Einer der sechs Bogenschützen auf seinem Stutzschwanz. Er ist mit einem kurzen, breiten Schwert bewaffnet, das dem orientalischen Sarraß nachgebildet war. War es leicht gekrümmt, nannte man es »badelaire«, »baudelaire«, »bazelaire« oder »basifaire« (»Malchus«).
6. Der Knecht auf seinem Klepper. Er ist mit einem Spieß und einem Krummsäbel bewaffnet, der auch Hieber oder Hirschfänger genannt wurde.
7. Der »Mundschenk-Zelter«, eine Stute mit dem Spezial-Packsattel, auf der die Mundvorräte des Ritters transportiert wurden. Die Waffenträger ritten nur männliche Pferde.
8. Klepper oder Lasttier, für das Gepäck.
9. Zu jeder »Lanze« gehörte eine nicht festgelegte Zahl von Fußsoldaten. Dieses Fußvolk ist hier mit einer Couse mit gekrümmter Spitze
a und einem Spieß mit Widerhaken (»saquebute«)
b ausgerüstet. Das sind Spezialwaffen, zum Einfangen von hochgestellten Gefangenen, die dem Herrn Lösegeld brachten.
Die »Lanze« war die taktische Grundeinheit der Feudalheere seit dem 10. Jahrhundert. In der Mitte des 15. Jahrhunderts gab es diese Einheit noch, obgleich nun viel straffer organisiert, in den Ordonnanzkompanien.

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Quelle: "Waffen und Rüsteungen" von Liliane und Fred Funcken, Orbis
Signatur Der Schmerz von heute ist die Kraft von morgen. |