chronik unregistriert
| Erstellt am 20.01.2006 - 15:35 |  |

Spätestens seit der Mayday 1999 sollte er ein Begriff sein. Wer ihn vielleicht noch nicht live an den 4 Turntables gesehen und gehört hat, sollte dies unbedingt nachholen. Aber es ist nicht nur die seltene Eigenart gleich vier Plattenspieler im Griff zu haben und damit wahre Mixorgien zu vollbringen, sondern er hat sich auch einen guten Namen mit diversen Remix-Arbeiten gemacht. Mehr als Grund genug für uns, Euch den Bad Boy Bill einmal näher vorzustellen.
Bad Boy Bill ist in Chicago geboren und aufgewachsen. Bereits mit 14 Jahren brachte sein Sound die Leute auf dem Dancefloor zum Schwitzen und die Clubs zum Kochen. Bad Boy Bill wurde später bekannt als Breakdancer sowie auch schon als DJ und Partyveranstalter. Durch seine Vorliebe zu den "Chicago Hot Mix Five", einer Gruppe von Radio-DJs beim Sender WBMX, lernte er auch die Legende Farley Jackmaster Funk kennen, der ein Hot Mix Five Mitglied war. Er verhalf BBB zu seinem ersten Radio-Auftritt. Aber noch ein weiterer Chicagoer DJ hatte großen Einfluß auf seine Karriere: Julian "Jumpin" Perez, sein Freund und Mentor, der Bill half die Technik und die Abläufe der weichen Mixe besser zu verstehen.
Mit 16 zog Bill nach New York City und nahm dort an dem New Music Seminar teil. Zu diesem Zeitpunkt wurde ihm seine "Mission" klar: "Als ich mit dem DJ'ing anfing, stand ich auf Hip-Hop, Breakdancing und Titel wie "Rapper's Delight." Aber nachdem er dann Cash Money by einem DJ-Duell in New York City gesehen hatte, war er von ihm inspiriert. In einem nächsten Schritt kombinierte Bill sein Scratching und weitere gelernte Tricks im Umgang mit den Plattenspielern mit House Musik. Die Idee, die er dabei hatte, war, mit zwei Exemplaren der gleichen Platte einen Remix des Songs live zu mixen. Somit war sein unbeschreiblicher Style geboren. Letztlich ist es eine Kombination von Techniken aus dem Hip-Hop-Bereich mit den Grooves der House Musik.
Als Bad Boy Bill die örtliche "Hot Mix" Szene dominierte und einer der bekanntesten Vertreter des Undergrounds war, begann er an verschiedenen DJ-Wettbewerben wie z.B. dem angesehenem D.M.C. Battle teilzunehmen. 1988 gewann er die Midwest Competition und später wurde er knapper Zweiter hinter dem späterem Weltmeister Cash Money in der U.S. Endrunde. Mittlerweile nimmt er nicht mehr an den Wettbewerben teil, aber er versucht auch weiterhin seine Präsenz in der Clubmusik-Szene zu erhöhen. Mittlerweile hat er auf der ganzen Welt schon aufgelegt, u.a. 1997 bei der Berliner Love Parade und 1999 bei der Dortmunder Mayday, der weltweit größten Indoor-Party. Neben seinen zahlreichen Radio-Shows und seinen Club-Gigs, leitet er auch noch International House Records mit seinen zahlreichen Sublabels wie z.B. Mix Connection Multimedia, Inc., die seine gesamten Mixtapes lizensiert haben. Zudem erstellt Bill auch noch Mix-CD-Compilations wie die "Bangin' the Box"-Serie.
Doch neben seiner eindrucksvollen Arbeit als DJ, hat Bad Boy Bill auch etliche Dance-Remixe u.a. für Martha Wash, Simply Red, Paula Abdul und George LaMond produziert. Ebenso war er für Reality's "Yolanda" als Co-Writer, Producer und Mixer tätig. Er ist also mit allen Aspekten des House Music Undergrounds vertraut und verwurzelt und hat somit ein weitergehendes Interesse daran immer wieder auch Hip-Hop-Techniken und -Tricks in seine Sets einfließen zu lassen. "Den Dancefloor in Bewegung zu halten ist nach wie vor die Hauptsache, also benutze ich auch weiterhin Scratching und andere Tricks um da als Höhepunkt noch ein wenig Pfeffer in die Mixe rein zu bringen. Ich bin nicht eher glücklich, bevor nicht alle schwitzen." Wer Bad Boy Bill schonmal mit seinem einmaligem Style erlebt und zugehört hat, der wird schnell verstehen warum dieser Mann als einer der "tödlichsten" DJ's auf diesem Planeten angesehen wird. Wahnsinn!
badboybill.com
[Dieser Beitrag wurde am 20.01.2006 - 15:37 von chronik aktualisiert]
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