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Bilderelse ...

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...   Erstellt am 29.04.2008 - 13:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo meine Lieben, die Ihr die Geschichten des Lebens mögt.

Diese Story ist meinem früheren Leben als Unternehmerin entnommen und ist mit vielen anderen Geschichten in meinem Buch "Mondgenies möchten mogeln" zusammengefasst. Vielleicht schaffe ich es noch, die passenden Illustrationen einzufügen.
Eure Helga-Bilderelse, die heute auf das alte Leben in ihren Autohäusern pfeift




Autos verkaufen




Es glaubt mit Sicherheit die ganze Welt, dass hier die Brutstätte der Mogelei wäre. Und ich muss sagen, sie haben Recht. Früher, ganz früher war das Mogeln schon einmal auf der Welt: beim Pferdehandel. Jeder glaubt, er kann es! Zumindest jeder, der denkt, er könne ein Auto bewegen. Oh, menschliche Einfalt, oder sollte ich hier mal ausnahmsweise männliche sagen. Auch wenn die Männerwelt, die allgewaltige, über mich herfällt, ich musste das zunächst mal loswerden. Denn einem anderen Bürger ein Auto vorzuführen, was es alles kann, und das jeweilige kann mit Sicherheit alles, heißt noch lange nicht, dass das gute Stück geordert wird. Ha, ha…schön wäre es! Meine lieben Verkäufer…euer Wunsch in Gottes Gehörgang!

Dieses Geschichtle ist noch aus meiner Autohauszeit. Ich war ja mal Chef. Klingt ja unheimlich gut diese Tätigkeitsbezeichnung, man ist einfach der bzw. die Größte im Hause. Joo, das denken immer die Anderen. Was die denken ist in dem Fall lauwarmes Wasser in der Wärmflasche. Als Frau an der Spitze einer Firma der so männereigenen Branche…oh, oh….das kann nicht gut gehen!!

Na ja…man muss halt das Letzte geben und ständig allen und jedem zeigen, was ‚ne Harke ist. Das sind Härten und man lernt die Menschen kennen. Da gibt es die Käufer auf der einen Seite, die Hauptpersonen und auf der anderen die Verkäufer, ich sagte es bereits. Die Faust in der Tasche geballt und wild entschlossen diese Standuhr (schon lange stehendes Auto) endlich loszuschlagen, geht der Verkäufer seines Zeichens, milde und gewinnend lächelnd, aber zielbewusst und voll konzentriert auf den armen Menschen, der da nur mal Autos schauen will, los. Schließlich soll ja die Provision am Monatsende klingeln und die Chefin strahlt dann immer so schön, wenn eine Hütte wieder vom Hof ist. Mama mia, denke ich, es ist Samstag und der vermeintliche Kunde und potentielle Käufer ist als Mann zu Hause rausgeflogen, weil sauber gemacht wird. Irgendwohin muss ja so ein armer und leidgeprüfter Mann, der es nicht ertragen kann, seine geliebte Frau arbeiten zu sehen, doch hingehen. Der wird hier nie seine Kohle lassen und vor der Tür steht ein neuer soundso…na ja, da und da erworben. Wir sind trotzdem nett und geben auch hier das Letzte an Beratung und Pipapo, manchmal kommt am Samstag auch gar keiner, dann isses noch schlimmer.

Mitunter habe ich gedacht, welcher Teufel muss mich wohl geritten haben, unbedingt in diesem Geschäft mitreden zu wollen. Warum auch immer, mitgefangen, mitgehangen.

Ich muss die Mitarbeiter motivieren UND MICH SELBER ERST.

An der Spitze stehen ist Horror. Aber solange man da noch nicht hängt, geht es immer noch. Man darf allerdings nie Mensch sein, immer muss man gut drauf sein, was nur mit strammer Mogelei erreichbar ist, und man sollte nichts aus den Augen verlieren, es könnte sich ja gegen mich richten. Also total auf der Hut sein, immer kampfbereit. Das schlaucht, weil dieses Tag und Nacht nicht loslässt. Oh, entspannter Feierabend wo bist du?

Abends geht’s zu Hause rund. Die Familie verlangt ihr Recht, Hund und Katze dito. , wobei die Katze noch harmlos ist, außer sie hat wieder mal in den Heizungskeller gekackt, das ist knackig. Also Geschäft in die Schublade und Haushalt raus! Der Garten bringt mich auch um, denke ich so. Er ist allerdings da und fordernd schaut mich der ungemähte Rasen an. Schließlich kann man sich ja bei der Gartenarbeit erholen und so richtig entspannen. Der Garten hat Recht, denke ich beim Wäscheaufhängen. Ich sollte mich mal dieser Tätigkeit widmen. Irgendwann muss man ja Ruhe finden. Vielleicht beim Erdbeerenpflücken oder Unkraut jäten…man wird so fit dabei! Allerdings beginne ich mehr und mehr das Gefühl zu bekommen, dass irgendwelche Wellen über meinen Kopf zusammenschlagen. So was sollte man unterdrücken…oder wäre es besser gewesen, der Sache auf den Grund zu gehen und Unheil abwehrende Maßnahmen einzuleiten. Aus heutiger Sicht hätte ich dieses tun sollen. Nun, einmal in der Mühle des Alltags, ist es schwer von dort auszubrechen, besonders dann, wenn dieses nur die eigene Kraft erreichen müsste. Allein der Mensch ist ein Gewohnheitstier und verharrt phlegmatisch. Krasse Veränderungen bringen noch mehr Unruhe und der Ausgang ist ungewiss…also wird weiter stramm der Weg zum Abgrund beschritten. Am Montag früh beginnend, unrelext, ausgebrannt aber der Pflicht folgend geht es an eine neue Woche.

Ein Autohaus ist ein siebenköpfiger Drache und ich hatte zuweilen drei dieser Ungeheuer.

Autos verkaufen macht Spaß! Es muss natürlich flutschen und das ist der Knackpunkt. Man ist der Hölle Markt gänzlich ausgeliefert und selbstverständlich auch den Machenschaften der werten Wettbewerber. Wehe man hat nicht ebenso robuste Ellenbogen und gehörig Haare auf den Zähnen, dann bleibt man irgendwie auf der Strecke und der Nachbar lacht sich ins Fäustchen. Im Existenzkampf sind alle Mittel erlaubt man darf sich nur nicht erwischen lassen. Es zählt allein der Erfolg, nicht im Geringsten das Bemühen. Das ist reichlich fies.

Als fairer ehrlicher Mensch muss man scheitern, das ist soweit programmiert, fragt sich bloß, wann der absolute Crash denn eintritt und dann erhebt sich noch die Frage, komme ich mit heiler Haut davon. Als optimistischer und maßlos hoffnungsvoller Mensch, glaubt man an das Gute etc., man denkt durch dubiose Manöver, das Ruder herumreißen zu können. Man mogelt wie blöde, was hier nicht mit dem geflügelten Wort „bescheißen“ verwechselt werden sollte. Aber ich sage auch nicht, dass es dies nicht gäbe.

Das rechtzeitige Aussteigen ist eine hohe Kunst und selbst die cleversten Geschäftsleute haben damit ein Problem. Der Mensch, der sich hinter dem Chef verbirgt, ist unsicher oder bis an Dummheit grenzend selbstbewusst. Er weiß nicht, wann Schluss ist und neigt zur Selbstzerstörung, weil der Mut zur Aufgabe und die entsprechende Selbsterkenntnis fehlt. Tja, hinterher sind alle schlauer inklusive man selbst. Aber Zeit ist nicht umkehrbar. Man muss mit erhobenem Kopf die Suppe auslöffeln, die Größe haben nicht viele. Sie verschwinden in der Versenkung und überlassen die Scherben wem auch immer.

Tatsache ist, dass es einen geben muss, der die Scherben aufsammelt und eventuell die Gabe besitzt auch daraus noch etwas zu machen. Der mitfühlende Leser ahnt, wer das sein könnte….ich nämlich! Nach vielen Jahren erfolgreicher Arbeit, wendete sich das Blatt und es ging irgendwie bergab, wofür es natürlich recht vielfältige Ursachen gab. Ein überheblicher Außenseiter sagt kurz, schuld ist der schlechte Unternehmer, der nicht rechtzeitig eingegriffen hat. Es ist hinterher sicher jedem gestattet, sich nach Herzenslust über das Unvermögen einer weiblichen Chefin auszulassen. Allerdings sind mir diese Personen ziemlich schnuppe, da sie von dem Geschäft so gar nichts verstehen. Auch die Abwicklung der Firmen will gekonnt sein und ich habe in der Phase unendlich gelernt. Das ist wieder ein Gewinn, wenn auch nur ein gefühlter. Fühlt sich allerdings ziemlich beschissen an. Selbstverständlich erkennt man auch, wer tatsächlich Freund oder Feind ist, was sich als sehr interessant erweist. Diese Eigenschaften unserer Mitmenschen sind zwar hinreichend bekannt, das Praxis- und Hautnahe erleben aber ungleich prägender.

Wie auch immer, das Imperium war beendet und das Leben, das Leben mit den Autos ging rasant weiter.

Ja, man kann natürlich sehr gut und eigentlich viel besser als Mensch mit Arbeitsvertrag Autos verkaufen, allerdings ist man nunmehr der Willkür eines mehr oder wenigen despotischen Chefs ausgeliefert. Der männliche Übermensch ist selbstverständlich als Chef wesentlich beeindruckender…oder sollte ich mich jetzt irren. Nun, es gibt immer sone und solche! Ich hatte solchen!!! Solchen, der sich tatsächlich für Gott hielt. Nur soviel: Hochmut kommt vor dem Fall, heißt es so schön. Was soll’s, wenn einer fällt, ist’s meistens nicht zum Lachen, weil auch Etliche mitgerissen werden, die einfach dieses nicht verdient haben. Rechtzeitig abspringen war hier die Devise. Nun, ich hab’ es erkannt und verschwand aus der Branche…wie auch immer, diesmal hatte ich Ahnungen zur rechten Zeit.



Mögen doch die Anderen Autos verkaufen….ich nicht mehr! Es gibt sicher noch etwas anderes im Leben. Aber was…???

Ich komme noch drauf.



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ragusaa2000 

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...   Erstellt am 01.05.2008 - 09:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Hallo Helga-Bilderreise,

Frauen sind sowieso die besseren Suppenauslöffler. Es ist unendlich mühsam, aufrecht stehend die fiesesten Genickschläge einzustecken und gleichzeitig darauf zu warten, dass sich die Wellen, die über einem zusammenschlagen, wieder "verleppern". So ähnlich kenn ich das auch - plözlich allein erziehende Mutter, Hunde-, Katzen- und Pferdehalter und dann noch so vermessen, das eigene Haus mit allen Mitteln behalten zu wollen, d.h. Geld zu verdienen und dasselbe gleich wieder für alle möglichen Rechnungen herzblutend hinauszuschmeißen. Ich habe es irgendwie geschafft und es war ein langer Weg. Ich bewundere Dich ehrlich für Dein Stehvermögen, reiche Dir im Geiste die Hand und wünsch Dir einen schönen Feiertag mit viel Sonne!





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Anthia

Bilderelse ...

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...   Erstellt am 05.05.2008 - 17:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Danke für den Beifall!!! Freu ich mich drüber.

Ich glaube auch, dass wir immer brav aufessen (Suppe auslöffeln). Hat natürlich auch Vorteile: man lernt!!! Ja, und man kann eine Menge, wenn man muss. Außerdem hat man so allerhand tolle Geschichten im Schädel. Unbezahlbar!
Also ich brauche bloß über mein Leben nachzudenken, dann fallen mir Sachen ein, die mag kaum einer glauben, so verrückt sind die. Im Nachgang kann ich sogar darüber lachen. Wie gesagt...nur im Nachgang! Mich kann jetzt nichts mehr erschüttern.

Dank Dir, dass Du mich verstehst. Du scheinst ja auch ziemlich viel um die Ohren gehabt zu haben. Mit den Tieren alles zu meistern, das stelle ich mir auch sehr, sehr schwierig vor. Du darfst wirklich stolz auf Dich sein.

Dir eine schöne Woche.

Lieben Gruß
Helga Bilderelse





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Chrissi ...

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...   Erstellt am 08.05.2008 - 13:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja liebe Helga,

diese Geschichte ist wirklich sehr gut. Sollte evtl. jeder, jede vorab lesen und sich erst danach entschließen selbständig oder lieber nicht?

Eins wüsste ich, Autos würde ich nie verkaufen. Keinerlei Ahnung vom Innenleben.
Auch ich hatte aber mal einen solchen Traum. Da ich sehr gerne und auch seeehr gut stricken konnte, dieses als mein größtes Hobby bezeichnete, hatte ich mich an eine Boutique gewandt. Einen Musterpulli nahm ich natürlich mit. Ich bekam sofort ein paar Modelle vorgelegt die sie gerne gestrickt haben wollten. Einer gefiel mir besonders gut, ich bekam die Wolle und Anleitung mit. Für einen normal strickenden Menschen wäre dieses Teil wohl schon etwas schwierig. Für mich nicht. Lange Rede, das Ding wurde ein Traum.
Ich bekam für meine "Arbeit" DM 100,--. Fand das i.O. so konnte sich auch "Lieschen Müller" ein solches Traumstück leisten. Dachte ich!
Im Fenster hing er dann für DM 699,-- !
Ich war stinksauer. Die Arbeit hatte doch ich, nicht der Laden!

Lieben Gruß
Chrissi (seit meinem Auszug, nicht mehr strickend.)





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Ein Tag ohne Lachen, ist ein verlorener Tag!


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