Neuer Thread ...


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

Corvannen ...
Waldläufer
......



Status: Offline
Registriert seit: 11.07.2005
Beiträge: 31
Nachricht senden
...   Erstellt am 31.08.2007 - 20:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


So zogen sie nun eines sonnenbeschienenen Nachmittages aus dem Wald aus, der seine Gestalt gewandelt hatte. Vorbei waren die Zeiten der Elben, die auf Lichtungen und in Hainen sangen, und vorbei war die Zeit der letzten Druiden des Hains; denn nun würde der dunkle Feenhof unter einer wylden Hand und einem schwarzen Wind durch die Wälder streifen...

"Nehmt sofort alles, und geht!" waren die eindringlichen Worte des Satyr gewesen, und man war ihnen nachgekommen. Zuviele trugen noch Verletzungen von der blutigen Schlacht um den Wald, und einige wandelten bereits auf den Pfaden der dunklen Wälder.

Es war bis zum Letzten eine Zerreißprobe des Willens und der Standhaftigkeit gewesen. Die Schlachtreihe hatte zunächst gehalten, und selbst die Absprache mit den Eiligen Völkern war nur auf ein einziges Ziel gerichtet gewesen: Den Erhalt des Elbenwaldes.
Aber so mancher fiel unter den ständigen magischen Attacken des dunklen und bunten Feenvolkes, und gegen Wind- und Erdstöße ließ sich keine Reihe halten. Den ersten Angriff hatte man unter hohen Verlusten zurückwerfen können, aber der sich anbahnende zweite wäre jenseits des Machbaren gewesen. Und so fiel das Szepter Lorinans an den Herrn der Wylden Hand...

Aber selbst in dieser Lage des Leides und der Aufopferung gab es Hoffnung, denn tags zuvor hatte man in elaboraten Ritualen die Erinnerungen an dieses edle Volk und diesen erhabenen Wald auf ewig eingefangen und in Lied, Vers und Symbole verankert, die die Zeit überdauern würden, auf dass ein neues Lorinan in den Jahrhunderten, die da kommen sollten, entstehen würde.

Eines dieser Symbole war ein Sprößling des Ehernen Kristallbaumes Lorinans. Ein Symbol der Einheit von Kraft, Gemeinschaft und Stärke. Viele hatten nach alter Sitte der schemurischen Elfen ihre Erinnerungen an den Lorinan in die Blätter dieses jungen Sprößlings gegeben, und auch viele Tränen hatten der jungen Erde ihre Nässe verliehen, die den Baum lange, lange nähren würde. Am Ende, beim Auszug aus dem einstigen Heim und Hain, würde dieser Funken der Hoffnung wieder nach Schemurien in den Lanuawald gehen, um dort weiter genährt und kultiviert zu werden. Einladungen wurden ausgesprochen an alle Elben Lorinans, ihre Zeit in den lauschigen Orten des Elfenwaldes Lanua zu verbringen. Dort, so wusste man von nun an bis zum Scheiden der Wege, würde es einen Hauch Lorinans geben, den jeder einatmen oder in ihm lustwandeln konnte, wenn es mochte.

Bis die Zeit kommen würde...

*verneigt sein Haupt vor allen, die dem Auszug beiwohnten*





Signatur
May there be peace upon thee. Thou mayest leave the woes of this world behind.



Gedanken zu Elfen im Larp

Nerdanel ...
Waldläufer
......

...

Status: Offline
Registriert seit: 20.10.2005
Beiträge: 64
Nachricht senden
...   Erstellt am 17.09.2007 - 10:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Abschied war ein bitterer gewesen, so schwer daß ihr das Lied im Halse verdorrte.
In ihr Gemüt kehrte wieder Ruhe ein, nur langsam fand sie zu sich zurück, zu derjenigen, die sie gewesen war. Denn die Tage im Lorinan waren voller Unrast, Schmerz, Notwendigkeiten jenseits aller Tradition gewesen. Als sie jetzt an den Häfen von Annun Falas ankamen und von einander Abschied nahmen, erneut, da mischten sich in Nerdanel Gefühle von Freude mit dem Leid der letzten Jahre.
Earmâr erwartete sie... Wie leicht hätte die Meerheimat ihr für immer verschlossen sein können, denn nichts anderes hatte der Schatten Noaphrelils von ihr verlangt als ihre Liebe zum Meer. Selbst jetzt betrachtete Nerdanel das Gefühl von Sehnsucht zu der endlosen Weite, wo sich der Horizont in der Ferne in leichtem Bogen am Rande ihres Blickes hinabschwang, mit Distanz, betrachtete genau, was sie verloren hätte, und fühlte erneut die eisige Kälte der Leere in sich aufsteigen.

Die Gefangenschaft bei den Feen hatte verhindert, daß ihr - oder sein - Lied gemäß ihrer Traditionen in die Welt gefunden hatte. Für das Linnol vinui war es danach zu spät gewesen, denn nachdem sie im Licht das nächsten Tages das Licht des Alten Druiden vergehen sah, war ihr nicht nach Singen zu mute gewesen. Selbst seine Totenklage verblieb noch ungesungen, und so wenig sie in jemals verstanden hatte, so bedeutsam blieb es für sie, dem Rätsel Cîrnallan Form in Ton und Wort zu geben.
Nach nur wenigen Stunden der Ruhe hatte es sich gefügt, daß sie von dem Ansinnen einiger erfuhr, zu dem Teich der Nymphe zu wandern. Denen hatte sie sich angeschlossen, denn außer Bonames wußte wohl niemand von ihnen, worauf sie sich einließen, hegte niemand die Befürchtungen. Und gemeinsam mit Cirnea, die so verständig im Bezug auf das Wesen des Wassers war, hatten sie Noaphrelil gelockt. Und das Lied erklang zum ersten Mal und seine Kraft öffnete die Pforte, die zu durchschreiten ihr einziger Grund der Rückkehr gewesen war. Ja, ihre Liebe zum Meer war eine mächtige Gabe, die selbst einem Gegenstand, der außerhalb aller Ordnung stand, Substanz verleihen konnte. Nerdanel schauderte bei dem Gedanken: was für unsichere, leichtsinnige Pfade hatte sie beschritten! Und alles dies für den einen, den sie hatte töten wollen, der ihr todbringende Rache geschworen hatte, dessen Hand wieder und wieder für die Entweihung der Heiligen Orte des Haines verantwortlich wurde!
Doch nachdem sie sich so sehr gebunden hatte, gab es nur noch einen Weg: sie fand keine Zeit, mit denen zu sprechen, die über die Verteidigung des Lorinan wachten, zu allererst Cuthalion. Und selbst als sie spät - zu spät - die letzten Gespräche der Streiter zur Kenntnis nahm, war ihr bewußt, daß ihre Aufgabe hier nicht liegen konnte. Erst jetzt und hier, getragen in den sanften Wellen, stieg ein Zweifel und Gedanke empor: hätte sie etwas ändern können, wenn sie mit Cuthalion zu jener Zeit gesprochen hätte? Hätte sie seine den Menschen so schwer verständliche Art verständlicher machen können? Über die Tage war sie mehr und mehr zu einem Bindeglied zwischen Elben und Menschen geworden, so hatte sie es gefühlt und die Lebhaftigkeit und Unrast der Kurzlebigen hatte sie mit aller Macht geschüttelt.
So viele Erinnerungen...
Statt dem ersten Singen würde sie das Lied ein letztes Mal erklingen lassen, ein letztes Mal im Lorinan. Seinen Schmerz und ihren eigenen ließ sie erneut in das Flötenspiel fließen, sie nahm sich Zeit und kostete die Bilder aus, die die Musik heraufbeschwor: das erste Erklingen am Teich Noaphrelils, die Lehrstunde für Hank, einen in der Musik begabten Menschen, der erste Traum im Lichte des Tages und schließlich die Finsternis des zweiten Traumes. Während ihre Finger mit absoluter Sicherheit die Töne fanden, wunderte sie sich erneut über ihre Versunkenheit. Andere würden ihr erzählen müssen, was geschah, während sie die Musik formte.
Jetzt spielte sie für alle, die noch hier waren, für alle die ihnen vorausgegangen waren. Als die Musik geendet hatte, fügte sie die Worte hinzu, die sie niedergelegt hatte und durch Tirindari und ihrer unendlichen Variationsgabe Ausdruck gefunden hatten. Sie selbst hätte diese Worte im Linnol vinui allen mitgeteilt.

"So verklinge nun, mir fremder Wind, dunkler Wind, auf daß dein Heulen nicht länger jeglichen Klang des Liedes der Welt übertöne und Itheldil zu hören vermag, was ich mit ihm zu teilen habe.
Beruhige dich, finsterer Atem, daß der Elb in deinen Wirren für einen Moment Stille finde und erneut verstehen lerne.
Mein Klagen und Weinen, ist es nicht wie das Deine?
Wir sehen und sahen Schönheit vergehen, die uns zurückließ, leer und einsam.
Doch vergeht mit jedem Winter das Blatt am Baum, um im Frühjahr in neuer Gestalt zurückzukehren.
Doch alles Land, was der Sturm von der Insel fortreißt, tragen Ebbe und Flut in langen Jahren in gewandelter Form zurück.

Und im Traum teilte ich Dein Leid und sah, wie sie starb, Noaphrelil.
Verrätst Du Deine Liebe nicht an ein Geschöpf von Wylde Hand und Schwarzem Wind, verrätst Du die Liebe nicht, um deren Willen Du so lange gelitten?
Doch was Du im Sturmgebraus nicht vernahmst, war Ihre Stimme, die für Dich bat: "Bringe ihn zu mir zurück. Bewahre ihn."

Ich erinnere das furchtbare, jenen Tag, als Noaphrelils körperliche Existenz ihr Ende fand.
Ich erinnere Deinen ewig tiefen Schmerz, der zu groß war für Dein liebendes Herz.
Ich erinnere, wie Du den Handel, eine Täuschung, eingingst und ein Geschöpf von Wind dem Wasser vorzogst.

Hörst Du mein Klagen, mein Weinen? In dieser Nacht verrietst Du nicht nur Noaphrelil, sondern auch Dich selbst. Der klare Blick des Weisen, dessen Ratschluß zu gleichen Teilen von Herz und Verstand geleitet ist, wurde durch Schleier des Dunkel getrübt. So verließ Dich, nachdem Dein Herz vor langer Zeit den Kampf um die Freude aufgegeben hatte, auch noch der Verstand.

Erinnere Dich, wie Du empfandest für Noaphrelil, erinnere ihren Ort, der ein Ort der Freude ist und ein Spiegel für Freude, die ihr teiltet.
Erinnere Dich Deiner Weisheit, Druide:
Leben wächst und vergeht. Kein Ding auf dieser Welt ist für die Ewigkeit geschaffen.
Die Freude ist Heilung des Herzens, die Erinnerung Heimstatt des Verstandes.
Kehre zurück in den Strom der Lebendigkeit, kehre zurück zu Ihr!

Höre mein Lied, mit dem ich Deine Klagen und Dein Weinen in Töne fasse.
Höre mein Lied und traure.

Doch vergesse nicht: mein Lied ist endlich und so ist auch die Trauer beschaffen. Im Rhythmus von Ebbe und Flut folgt Hoffnung auf Tränen. Lasse die Freude der reinen Erinnerung den Schmerz Deines Herzens beenden. Kehre zu Noaphrelil zurück!

Bleibe sanft, mir fremder Wind, daß im Geiste Itheldils meine Musik weiterklinge, bis sie und alle Worte und Gedanken und Wünsche aus ihr in ihm Resonanz finden."


Zuversicht durchfloß Nerdanel athranor-dalath-i-myth o Thol Gilglaur, Linnarath Alagos, als sie das Schiff bestieg, das sie gemeinsam mit Cîranthalas und Anarîma nach Earmâr, der Quelle des Sturmliedes, tragen würde.





Signatur
No aear râd lin ar no gwaew govadas lin.


Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
Taurelilórinan 6 Waldmeister 1 ianadil
Berichte Taurelilorinan 3 Cormac 53 ianadil
Taurelilorinan 2,5 - Fundsachen Amrir 12 ianadil
Rückkehr in den Taurelilórinan Bonames 0 ianadil
Photos Taurelilorinan Bonames 45 ianadil
Neuer Thread ...

Geburtstagsliste:
Heute hat nur 1 User Geburtstag
Idhrenelin (35)


Es sind noch

Icon Legende

Tage

und

und

bis Silvester

Neuer Beitrag

Kein neuer Beitrag




Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



Verwandte Suchbegriffe:
nerdanel liebe
blank