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<Betonhof>
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...   Erstellt am 13.02.2007 - 15:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ausgang aus der selbstverschuldeten Beleibtheit

Zahlreiche gescheiterte Experimente der Fettvernichtung, die ich hier aus Gründen der Selbstachtung nicht näher erläutern möchte, brachten mich auf die Idee es einmal in einem Sportstudio zu versuchen.
Die frühe Morgenstunde offerierte nicht gerade eine Überbelegung des Etablissements. Etwa fünfzehn bis zwanzig Personen mochten den lichten Raum bevölkern und zu meinem nicht geringen Erstaunen handelte es sich dabei durchwegs um junge, unfette, durchaus ansehnliche, zum Teil gar attraktive Exemplare unserer Spezies - und zwar fast ausschließlich weiblichen Geschlechts.
Ich war freudig überrascht, bedauerte aber sogleich, dass ich meinem ersten Gedanken mir einen neuen Trainingsanzug zu kaufen, nicht gefolgt war. Zwar hielt ich den Grund des Verzichts nach wie vor für vernünftig - schließlich würde mir das neue Teil in spätestens vier Wochen nur noch wie ein Sack am Leibe hängen - aber angesichts der interessierten Blicke, wünschte ich mir doch sehr, bereits auf meine zukünftige Figur zurückgreifen zu können, angesichts der aktuellen, mit ihren fatalen 25 kg Übergewicht, wie mir der Gang zur Waage gnadenlos anzeigte.

Deshalb verdrückte ich mich auch gleich auf den nächsten Hometrainer, mit dessen Hilfe ich mich vorschriftsmäßig aufzuwärmen gedachte.
Wie ich zufrieden feststellen durfte, war man in dieser Muckibude in professionellen Händen, denn das Display des Computers bot alles an Schnickschnack, was man sich nur wünschen konnte. Als Internetuser bereitete mir die Programmierung selbstverständlich keinerlei Probleme, wie ich einem aufdringlichen Hiwi gleich beim Eintritt unmissverständlich klar gemacht hatte. Lässig drückte ich auf „On“ und augenblicklich leuchteten zahllose Optionen auf. Na bitte!
So dauerte es gerade mal eine halbe Stunde, bis ich meine Zielvorgabe eingegeben hatte: 5000 Kalorien, die einer Strecke von ca. 100 Km entsprachen, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h.
Dass mir schon nach sechs Minuten der Abbruch bevorstand, war einfach Schicksal, schließlich war diese genetische Besonderheit meines Körpers nicht meine Schuld.
Bisher war sie mir noch nicht einmal aufgefallen. Schweißabsonderungen erfolgten bei mir offenbar fast ausschließlich über den Kopf, ausgerechnet über jenen Teil, der nur noch schütter mit fließ hemmendem Haar bewachsen ist. Auf diese Weise gelangte die beißende Flüssigkeit ungehindert über meine Stirn bis in die Augen, wo sie verheerende Wirkungen anrichtete.
Ein unbeteiligter Beobachter mag meinen, dass man auf einem Hometrainer sitzend nichts sehen müsse, es genüge einfach nur zu trampeln, doch das ist ein Irrtum.
Übrigens ging es nicht - jedenfalls nicht ausschließlich - nur um’s Sehen, sondern auch um’s Gesehenwerden. Beschlich mich doch auf einmal das Gefühl, dass ich den 30 kg Übergewicht nicht noch ein derangiertes Aussehen hinzufügen sollte, denn auch im fortgeschritteneren Mannesalter lassen einen taxierende Blicke hübscher, junger Damen, nicht völlig kalt.

So beendete ich nach Sechs, also insgesamt sechsunddreißig Minuten - zugegeben etwas vorzeitig - meine Aufwärmphase.
Immerhin, ein Blick auf das Ergebnis verriet, dass ich 25 Kalorien verbraucht hatte. Nein, es ist keinerlei Aufklärung vonnöten, schließlich weiß ich aus langer, leidvoller Erfahrung nur zu gut, dass man das schon beim Anblick eines Stück trockenen Brotes zunimmt.
Und natürlich verlor ich nicht den Mut. Vielmehr kaufte ich mir im Sportshop ein Stirnband und steigerte meine Motivation auf Schwarzeneckerniveau.
Leider hatte der Konstrukteur meiner nächsten Entfettungsmaschine der Oberschenkelmuskulatur den Vorrang gegenüber der Benutzerfreundlichkeit gewährt. Was zweifellos ein Fehler war, denn als ich mich endlich im Gestängewirrwahr zurechtgefunden und mit den Füßen in Lederschlaufen verhakt, die adäquate Liegeposition eingenommen hatte, waren meine Beine bis zur äußersten Schmerz– resp. Schamgrenze auseinandergespreizt. In einer deckenintegrierten, überdimensionalen Spiegelwand erblickte ich ein kahlköpfiges Weib, das hochschwanger ängstlich der Geburt entgegensah.
Um das Platzen der Fruchtblase zu verhindern, versuchte ich meine Beine zusammenzuzwicken, was mir trotz intensivsten Bemühens nicht gelang. Schon hatte ich mich damit abgefunden in meinem Alter doch noch Mutter zu werden, als mir im letzten Augenblick der rettende Gedanke kam: ich musste die Gegengewichte reduzieren.

Die Lust an der Optimierung meiner Oberschenkelmuskulatur war mir vergangen. Nach nunmehr gut einer Stunde Fettvernichtung wollte ich es eigentlich für heute genug sein lassen, es war nur vernünftig gleich am ersten Tag zu übertreiben. Doch nicht ich, sondern die Waage sollte darüber entscheiden. Ich glaubte einigen Optimismus an den Tag legen zu dürfen und war daher über das Ergebnis meiner Bemühungen enttäuscht, das muss ich ehrlich sagen. Ein Kilogramm plus.
Es offenbarte sich hier eines jener Rätsel, die unter der Überschrift: „Unbegreifliche Phänomene“, wiederkehrende Fragen aufwerfen.
Was blieb mir also anderes übrig als eine Verzweiflungsaktion zu starten. Eine Stunde Joggen auf dem Laufband, würde vielleicht wenigstens mein Eingangsgewicht wieder herstellen.
Diesmal zog sich das Studium des Computer-Menüs etwas länger hin. Ich tröstete mich über den Zeitverlust mit der Erkenntnis hinweg, dass auch das Gehirn Kalorien verbraucht. Der beinahe einstündige Programmiervorgang - bei dem ich mich durchaus jeder Zeit der Sache gewachsen fühlte – führte schließlich zu einem eher zufälligen Start meiner mobilen Laufpiste. Zwar bewegte sie sich zunächst nur mit geringer Geschwindigkeit, nahm aber dann Fahrt auf: 4 Km/h, dann 6 Km/h. Wunderbar! Das war gerade richtig!
Leider blieb es nicht dabei, die Maschine beschleunigte weiter - 8 km/h, 9 km/h, 10 km/h…allmählich machte ich mir Sorgen. Meine Beine folgten dem Tempo nur noch mit Mühe. Ich warf einen vorsichtigen Blick in die Runde und stellte mit Erleichterung fest, dass niemand Notiz von mir nahm.
Der „Tacho“ zeigte weitere Tempozunahmen an, wobei es eines visuellen Beweises nicht mehr bedurft hätte, denn meine überwiegend um die Leibesmitte konzentrierten 35 kg Übergewicht behinderten den ansteigenden Fortgang derart, dass man das Schlimmste befürchten musste; selbst ein früher Tod schien mir nicht mehr ausgeschlossen.
Um es kurz zu machen, die Geschwindigkeit wuchs bis auf beinahe 15 Meilen, ehe es mir gelang den überdimensionalen, grell roten Stopp-Knopf zu finden. Sekunden später hätte mich der toll gewordene Entfettungslaufapparat geschossartig in jene Menge geschleudert, die sich spontan um mich versammelt hatte.

Mir war im Leben schon Schlimmeres passiert und so hatte ich keine Schwierigkeiten Haltung zu bewahren; ja ich darf behaupten, dass mein Abgang eine Demonstration männlicher Würde war.
Pfeifend und hocherhobenen Hauptes schritt ich an diesen feixenden, wie mir leider erst jetzt auffiel, doch eher unhübschen, ja geradezu biederen Hausfrauen älteren Semesters vorbei, direkt zur Waage. Gefasst registrierte ich eine weitere Zunahme von 485 Gramm, an der sich auch nichts mehr änderte, als ich mein triefendes Nike-Stirnband beiseite legte.
Mein Übergewicht - ich bekenne es nunmehr in aller Aufrichtigkeit – betrug damit genau 40 kg.
Es gab nichts zu beschönigen, das Projekt „Fettvernichtung - Fitnessstudio“ war gescheitert. Obgleich ich ein Jahresabo gebucht hatte, kündigte ich fristlos.

Nun, ich bin selbstverständlich weit davon entfernt aufzugeben. Durch Erfahrungen dieser Art lasse ich mich nicht unterkriegen. Längst sehe ich meine Zukunft als Radrennfahrer. In neuer Montur, inklusive windschnittigem Zeitfahrer-Sturzhelm und entsprechender Hochleistungsmaschine, sprinte ich über die Landstraßen. Gleich Jan Ullrich, werde ich jetzt im Frühling der finalen Fettvernichtung entgegenradeln.
Meine "Tour de France" ist der Ausgang aus der selbstverschuldeten Beleibtheit – und wenn es nicht dieses Jahr klappt, dann eben im nächsten.

[Dieser Beitrag wurde am 13.02.2007 - 20:54 von Gudrun aktualisiert]




Chrissi ...

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...   Erstellt am 13.02.2007 - 15:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Hallo Betonhof,
wenn Du Dir schon so einen Namen zulegst, kann das ja nix werden. Hört sich doch schon an wie, riesig, massig, Klotz?

Egal, ich wollte hier eben nur ´ne Geschichte einstellen. Klar, dass ich dann erstmal lesen musste. Und jetzt muss ich überlegen wie ich mich einloggen muss. Vor lauter Lachen hab ich´s einfach vergessen.

Ich kann nur hoffen, es bleibt nicht Dein einziger Beitrag. Warum? Ich liebe Menschen, die Humor haben und ihn so gut rüberbringen können.
Obwohl ich mich eigentlich über diese Geschichte ärgern müsste. Weil, ich gehöre leider
zu der anderen Seite. Würde gerne ein paar Kilo mehr haben, klappt aber nicht.

Lieben Gruß
Chrissi





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Gudrun 

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...   Erstellt am 13.02.2007 - 18:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Betonhof schrieb
    Zahlreiche gescheiterte Experimente der Fettvernichtung, die ich hier aus Gründen der Selbstachtung nicht näher erläutern möchte,


Schade!!!
Obwohl ja die Selbstachtung, lieber Fettkloß, ... sehr, sehr wichtig ... auf jeden Fall scheint jedes Grämmchen an Dir ... egal, denk selber darüber nach. Muss jetzt lachen.

Was mich trotzdem nachdenklich stimmt, ist, - "ich bekenne es nunmehr in aller Aufrichtigkeit" – , dass seit einem halben Jahr eine Freundin von mir mich anruft, wann wir endlich anfangen mit dem Training ... ich fürchte, ich muss ihr die Geschichte unter die Nase reiben ...

[Dieser Beitrag wurde am 13.02.2007 - 19:04 von Gudrun aktualisiert]




Mario 



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...   Erstellt am 13.02.2007 - 19:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Na das ging ja fix. Zack war ich angemeldet. Und jetzt kann ich Dir schreiben...

Wieviele Monate oder es könnten auch Jahre sein (mir kommt es eben so vor) versuche ich mein Gewicht auf eine normale Ebene zu bringen. Fitnessstudios oder FdH, nichts hat bis jetzt wirklich was gebracht.

Die Hoffnung habe ich aber noch nicht aufgegeben. Und wenn man sich dabei seine frohe Lebenseinstellung erhalten kann ist es doch auch nicht so wichtig?

Die Chrisi ist sich glaube ich garnicht bewusst, wie gut sie es hat.


Grüßle
Mario




chrissi ...

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...   Erstellt am 15.02.2007 - 16:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mario schrieb
    Die Chrisi ist sich glaube ich garnicht bewusst, wie gut sie es hat.



Hi Mario,

bist Du Dir da sicher, dass ich es gut habe? Kennst Du Situationen wie diese nette Krankheit Magen-Darm Infekt? Das ist die, wo Du in allen Räumen Heizung sparen kannst außer im Bad. Und haste es dann endlich hinter Dir, darfst Du Dir anhören.... Oh Gott, wie sehen sie denn aus? Ist es was Ernstes, usw.

Auch nich so toll oder?

Gut, eine Muckibude würde ich auch nicht aufsuchen wollen weil, mein Motto Sport ist Mord, passt da nicht wirklich hin.

Liebe und trotzdem gesunde Grüße

Chrissi






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<cchuber>
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...   Erstellt am 16.02.2007 - 21:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Mario,
ach, wie gut kann ich mitfühlen!! Ich habe mir aber jetzt eine neue Ausrede einfallen lassen, die kann mir niemand widerlegen:

EINE GROSSE SEELE BRAUCHT PLATZ!

Fitness-Studio ist trotzdem gut, wenn man nicht übertreibt, schließlich wollen wir unsere Pfunde ja anmutig bewegen oder nicht?

Gruß
Christa




Katz 

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...   Erstellt am 19.02.2007 - 19:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Bei mir ist das meistens umgekehrt. Ich muss extra viel essen damit ich nicht magersüchtig werde.
Besonders Schokolade.





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Chrissi ...

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...   Erstellt am 22.02.2007 - 17:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo liebe ,

erstmal möchte auch ich Dich hier ganz
lich begrüßen.

Viel Spaß brauche ich Dir wohl nicht zu wünschen, ich merke, den hast Du ja schon.

Katz schrieb

    Ich muss extra viel essen.
    Besonders Schokolade.


Tja, meine Frage dazu..... Kennst Du vielleicht eine Schokolade die NICHT nach Schokolade schmeckt? Ich denke da so an Fischgeschmack, grüne Paprika, saure Gurken und so. Allerdings sollte diese dann schon die gleichen Kolorien haben sonst bringts ja nix.

Auf Antwort wartende schmale, später vielleicht dicke Grüße
Chrissi





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Katz 

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...   Erstellt am 25.02.2007 - 13:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Chrissi!!

Um meinen Spaß musst du dir keine Sorgen machen für den ist gesorgt!

Also Schokolade mit Fischgeschmack kenne ich nicht, aber ehrlich gesagt hört sich das nicht besonders lecker an.
Aber wer es unbedingt haben will dem würde ich empfehlen einfach Fischstäbchen mit schokoladenglasur zu essen.
Aber mir persönlich schmeckt die normale Schokolade am besten. Wenn ,man gleich eine große Tafel davon isst hat man auch bestimmt genug Kalorien.

Viele, viele schokoladige Grüße!!!





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