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Marla 
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...   Erstellt am 02.09.2014 - 15:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Fünf.

Fünf Menschen die eine Familie sind. Wir sollten uns auf ein neues Leben zu fünft einstellen.
Fünf! Natürlich sind wir eigentlich mehr. Deutlich mehr. Aber meine Familie, die Menschen für die ich verantwortlich sein sollte, das sind fünf. Eigentlich.
Denn dank eines Unfalls sind es jetzt sieben.

Mein Mann. Mein Sohn. Meine neugeborenen Töchter. Mein Vater. Meine Mutter. Ich.

Mein Vater hatte einen schweren Unfall, er lag mehrere Tage im Koma und ist seit einer knappen Woche wieder wach. Wach. Das bedeutet, er sieht, er hört, er kann den Kopf bewegen und nicken oder ihn schütteln. Wir dachten, wach sein bedeute, dass er einige Tage später mit uns nach Hause spazieren kann. Vielleicht zusammen mit seinen Enkeltöchtern. Wir dachten, dass es eine große Willkommensparty für Opa und Enkel geben könnte. Falsch gedacht.

Mein Papa ist wach und es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Ich will mich nicht beklagen. Aber es wird ein langer Weg, bis er wieder vollständig genesen wird. Meine Schwester ist derzeit hier, zusammen mit meinem Mann und meiner Mama macht sie die Arztgespräche. Ich bin froh, dass sie das tut, bin ich doch gerade nicht in der Lage dazu.
Meine Schwester und mein Mann haben gestern mit mir über die nächste Zeit gesprochen. Über die "Maßnahmen" bzgl. meines Papas. Er wird Anfang nächster Woche in eine Rehaklinik verlegt, die Prognose der Ärzte lautet, dass er dort noch mindestens 6 Monate verbringen muss. Was danach sein wird, können sie natürlich noch nicht sagen, aber die Reha wird auch danach weitergehen.

Frédéric hat gestern Abend, als alle wieder weg waren mit mir unser privates Weitergehen besprochen...

Meine Mutter kann kein Auto fahren. Sie leidet schon seit Jahren unter Depressionen, wir können und wollen sie in dieser schweren Zeit nicht alleine lassen.
Meine Schwester wohnt mit ihrer Familie einige 100km entfernt. Sie hat zudem schulpflichtige Kinder, die nicht aus ihrem Umfeld gerissen werden können und diese Woche ist die letzte Woche der Sommerferien, weswegen sie spätestens da nach Hause fährt.
Mein Mann muss seit gestern wieder arbeiten, seine Unterstützung ggü. meiner Mutter und auch mir und den Kindern reduziert sich daher radikal.

Die Idee meines Mannes lautet folgendermaßen:

Wir verkaufen unser geliebtes Haus und ziehen in das Haus meiner Mutter während wir parallel ein Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Bauen suchen. Er bewirbt sich zum nächstmöglichen Termin auf eine Schule in der Gegend, um nicht so viel Zeit auf den Straßen zu verlieren (von meiner Mutter aus hat er 45min Fahrtzeit ein Weg). Für die nächste Zeit ist eh bei meiner Mama alles gerichtet, da wir ja geplant hatten dort eine Weile zu bleiben. Ab dem 19.10. (Ferien) möchte er meine Schwester für einige Zeit organisieren, damit sie bei meiner Ma bleibt, während wir den kompletten Umzug durchziehen und das Haus verkaufen. Es würde bedeuten, dass meine Mama uns unterstützen könnte mit den Kindern, ich dagegen meine Mama regelmäßig zu meinem Papa fahren könnte u.a. Es würde aber auch bedeuten, dass wir unser Haus aufgeben und die Familie meines Mannes wieder eine Ecke weiter entfernt wohnen würde. Ich weiß, Frédéric schlägt das alles nicht nur wegen meiner Eltern vor. Er weiß, dass ich Deutschland vermisse, auch wenn wir nur ein paar km über der Grenze wohnen. Er weiß, dass ich meine Kinder nicht im französischen Schulsystem wissen möchte und ich vermute, dass er es auch deshalb vorschlägt.

Aber es würde einen riesigen Kraftakt bedeuten, ich möchte das nicht mehr... Die Babys sind hier und ich fühle mich so gar nicht danach. Ich hätte sie gerne noch im Bauch... Und Alois und Frédéric neben mir auf unserem Sofa. Einfach so.

[Dieser Beitrag wurde am 01.10.2014 - 14:40 von Marla aktualisiert]





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...   Erstellt am 06.09.2014 - 13:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich sitze gerade auf dem Sofa meiner Mutter. Rechts ein Baby, links ein Baby. Alois schläft. Mein Mann ist in unsrem Haus und holt noch einige Dinge, die wir brauchen.

Meine Mama ist bei meinem Papa, mein Mann wird sie heute Nachmittag abholen. Meine Schwester ist gerade am Skypen mit ihren Kindern. Wenn die Babys aufwachen, wird sie mir helfen. Morgen reist sie zurück, sie vermisst ihre Familie.

Gestern sind die Mädchen und ich entlassen worden. Sie trinken gut, es klappt jetzt auch einigermaßen mit dem Stillen. Ich empfinde nur nichts dabei. Bei Alois habe ich mich gefühlt, als könnte ich Berge ausreißen, es war jedes Mal einfach schön. Bei den Mädchen ist es eher einfach zweckmäßig... So blöd das klingt. Vielleicht weil es die zweite Schwangerschaft war? Vielleicht weil es Mädchen sind und ich eher eine Buben-Mama bin? Vielleicht auch einfach wegen des Stresses... Keine Ahnung.


Ich habe Frédéric gesagt, dass ich unser Haus nicht verkaufen will. Wir haben so viel Arbeit da reingesteckt, so viel Zeit... Ich kann so eine Entscheidung nicht über's Knie brechen.
Frédéric versteht es nicht. Er sagt, wenn es seine Eltern wären, würde er es sofort machen.

Ich werde darüber nachdenken, aber ich weiß keine Lösung...


Gestern war ich kurz bei meinem Papa. Er hat aber geschlafen. Meine Mama sagt, er schläft viel und quasi permanent. Auf dem Nachttisch steht ein Foto von Lioba und Lienor. Ich weiß aber nicht, ob er es wirklich kapiert hat, dass sie da sind, ich hab das Gefühl ich muss ihn selbst wach erleben, die anderen erzählen doch bestimmt viel, damit ich beruhigt bin...





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...   Erstellt am 15.09.2014 - 13:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Langsam aber sicher haben wir uns eingelebt.
Nicht so, dass ich sagen würde alles sei perfekt - lange nicht. Aber ich habe mich an die neue Situation gewöhnt, dass wir derzeit eben in meinem früheren Elternhaus sind und unser Haus nur noch besuchsweise sehen.

Frédéric ist immer noch offen für einen Neuanfang zurück in Deutschland, ich persönlich kann mich einfach nicht damit anfreunden. Ja, unser Haus ist im Moment noch immer nicht voll renoviert und ja, mit den Babys wird das ein ganz schöner Kraftakt und über das Finanzielle wollen wir gar nicht erst reden, aber es ist doch unser zuhause?

Und was ist mit Frédérics Eltern und Thierry? Sie wären dann noch mal ein ganzes Stück weiter weg und die beiden sind auch nicht mehr die jüngsten, wir übernehmen schon häufig auch die Betreuung von Thierry.

Frédéric meinte vor einigen Tagen, dass wir doch mal unverbindlich nach einem Haus hier in der Gegend schauen könnten, einfach ganz unverbindlich. Ich habe echt den Eindruck er würde sogar gerne umziehen, vielleicht merkt er, dass wir uns bei unserer alten "Bruchbude" etwas übernommen haben...

Gestern kam der werte Herr nun mit ein paar Unterlagen zu 3 verschiedenen Häusern, alle jeweils ca. 50 km von hier entfernt. Also völlig für die Katz, wenn man näher bei meinen Eltern wohnen will. Tja. Dann eröffnet mir Frédé, dass er überlegt habe, meine Eltern in einer Einliegerwohnung unterzubringen, es wäre die ideale Lösung, auch falls mein Vater als Pflegefall nach Hause käme.

Ich hab mich erst Mal total überrumpelt gefühlt... Aber gut, ich habe ja versprochen, dass wir uns unverbindlich umschauen... Ich schau mir also die Unterlagen an und sortiere ein Haus gleich aus (die Lage absolut unpassend), Objekt 2 ist nett, aber nicht unbedingt meins und mein Blick bleibt an Objekt 3 hängen. Ein wunderschönes Haus, erinnert optisch etwas an unser altes, also auch ein wenig in Richtung Bauernhaus gehend, aber viel, viel besser erhalten und laut Unterlagen frisch renoviert. Wunderschöne Gegend, abgelegen, ruhig, aber dennoch innerhalb von 15 Minuten in der nächsten Stadt. Einzige Haken: es ist teuer und bietet Platz für drei Wohneinheiten. Hä? Ich mag nicht unbedingt noch Vermieten... Aber logisch - mein übereifriger Mann grinst und meint, dass seine Eltern mitkommen könnten. Ein richtiges Mehrgenerationenhaus eben - unsere Kinder und auch Thierry könnten besser betreut werden, es wäre immer jemand da, wir könnten also auch mal, wenn wir zuhause arbeiten müssen, die Kinder zu einer Oma schicken und gleichzeitig könnten wir ein Auge auf diese haben, meinen Papa versorgen und eben die Aufgaben am und ums Haus verteilen.



Ich gebe zu, der Gedanke ist irgendwie schön, ich mag sowohl meine Schwiegereltern, als auch meine Eltern und könnte mir vorstellen, dass wir gut harmonieren. Aber man hört so oft so viel schlechtes darüber, zu nah aufeinander zu wohnen... Ich habe keine Lust, dass wir dann nicht mehr leben können, wie wir es wollen...

Überhaupt - ich weiß gar nicht ob es eine Spinnerei von Frédéric ist, oder ob seine Eltern und meine Eltern sich das wirklich vorstellen könnten... Und ob ich das wollen würde, weiß ich auch nicht... Ach Mann, das ist alles so kompliziert im Moment..





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...   Erstellt am 15.09.2014 - 23:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich war heute bei meinem Papa. Es ist schwierig, ihn zu verstehen, aber er hat gesagt, dass er sich beeilt, gesund zu werden um Lioba und Lienor kennenzulernen. Er ist stolz auf mich.





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Heute Abend, wenn Alois im Bett ist, wollen wir mit meiner Mutter sprechen. Es ist alles etwas viel, auch und besonders für sie, aber wir wollen das jetzt anpacken. Es ist kein angenehmer Zustand, wie es im Moment ist, nicht zu wissen, wie und wo es weitergeht. Mein Vater macht sich in der Reha ganz gut. Er kann einigermaßen sprechen, es klingt nur ein wenig wie nach einem Schlaganfall. Bewegen kann er im Moment den Kopf und den rechten Arm, alles andere fällt ihm sehr schwer, die Beine funktionieren bisher gar nicht.





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...   Erstellt am 17.09.2014 - 13:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gestern Abend haben wir uns erneut mit meiner Mutter zusammengesetzt.
Frédéric hat ihr die Situation erklärt und ihr von seiner Idee berichtet, zusammen ein Haus zu suchen.

Meine Mutter war das ganze Gespräch lang relativ gelassen, muss ich sagen. Ich hätte gedacht, dass sie überfordert ist, mit der ganzen Situation, aber sie hat sich das Für und Wider genau angehört und erklärt, was ihre spontanen Ideen dazu wären.
Im Großen und Ganzen kann man wohl sagen, dass sie ähnliche Bedenken hat wie ich: Dass man sich gegenseitig zu sehr auf die Füße tritt, dass einer für den anderen mehr Dienstleister als Familienmitglied wird und dass ein Umzug doch noch mal deutlich mehr Stress für sie wäre. Die Vorteile sieht sie auch, das muss man ganz klar sagen und sie hat auch zugegeben, dass sie große Angst vor der Zukunft hat, alleine mit meinem Papa. Selbst wenn er wieder einigermaßen fit würde, mein Paps ist auch schon über 60, dazu kommt, dass meine Ma eben keinen Führerschein hat und da sind sie hier auf dem Dorf schon aufgeschmissen, wenn mal was wäre - vor allem, weil eben der nächste Verwandte trotzdem knapp 40 Minuten entfernt wohnt. Frédéric hat dann noch ganz am Rande erwähnt, dass er sich auch vorstellen könnte, seine Eltern dazuzuholen. Meine Mutter hat nun den Vorschlag gebracht, dass wir uns nicht ein gemeinsames Haus suchen könnten, sondern eher was in Richtung Reihenhaus oder so... Nur: Im Reihenhaus hat es zwangsläufig Treppen und gerade das wollten wir ja für unsere, bzw. in erster Linie meine Eltern vermeiden.


Prinzipiell kann man mal sagen, dass meine Mutter nicht ganz abgeneigt ist. Wir haben uns jetzt entschieden, dass wir alle für uns noch mal nachdenken. Frédéric wird heute nach der Schule zu seinen Eltern fahren und mit ihnen mal unter sechs Augen besprechen, was er so für Gedanken hat. Am Wochenende kommen dann eh seine Eltern und Thierry zu uns, dann werden wir noch mal den großen Kriegsrat abhalten.

Ich bin im Moment ehrlich gesagt nicht ganz abgeneigt. Frédés Vater ist auch bald 70, seine Mutter 56 und ich glaube, es wäre für Thierry auch nicht schlecht, wenn er einen Familienbund um sich hätte, der auch jüngere Menschen impliziert. Das klingt jetzt vielleicht etwas böse, aber durch sein Nachzüglerdasein hat Thierry halt auch wirklich "alte Eltern" erwischt.

Und ich meine, früher war das doch auch üblich, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben, wieso soll das heute nicht mehr klappen? Sich gegenseitig unter die Arme greifen, helfen und Sicherheit bieten und trotzdem Privatsphäre haben, das wäre doch irgendwie schon was tolles...





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...   Erstellt am 21.09.2014 - 16:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


So, alle Beteiligten sind nun eingeweiht.

Gestern gab es einen großen "runden Tisch", das war irgendwie sehr spannend und auch irgendwie toll. Frédéric hat alle aufgeklärt und in seine Überlegungen mit einbezogen, Vor- und Nachteile erörtert, verschiedene Alternativen aufgezeigt, finanzielle Aspekte aufgeführt und eben seine Gedankengänge genau erläutert. Ich war wirklich stolz auf meinen Mann, mir war selbst nicht klar, wie GENAU er sich alles überlegt hat und wie detailliert er diverse Dinge durchdacht hat und wie alle anderen am Tisch erst mal nur zugehört haben.

Als er fertig war gab es kurz das große Schweigen, bis meine Mutter aufgestanden ist und meinte, dass es jetzt wohl Zeit sei für eine Runde Tee/Kakao. Die gab es dann auch und irgendwann meinte Frédérics Vater ganz schlicht: "Ich find's gut."

Ich bin schier erst Mal aus allen Wolken gefallen, ihm hätte ich das am wenigsten zugetraut und seiner Frau muss es ähnlich gegangen sein, aber er erklärte dann auch ganz sachlich seinen Standpunkt:

Er macht sich wohl schon länger Gedanken um die Zukunft und würde gerne eine altersgerechte Wohnung beziehen so lange er sich noch einfach umgewöhnen kann. Andererseits ist Thierry aber noch minimum 4-5 Jahre da, und ein Junge in dem Alter hat eben auch Bedürfnisse.

Er hat also durchaus ähnliche Gedanken wie Frédéric.

Nachteile eines gemeinsamen Umzugs gibt es genug, klar... Thierry müsste in einer neuen Schule neu anfangen, seinen Freundeskreis neu aufbauen, Frédéric müsste die Versetzung beantragen und hoffen, dass er da schnell was bekommt, für meine Schwiegereltern gäbe es sicher wieder Papierkram zu erledigen, drei Häuser müssten verkauft werden und ein neues, passendes gefunden,...

Aber wir sehen im Moment alle, dass die Vorteile überwiegen würden.
Wir haben uns jetzt noch eine Woche Zeit gegeben, dass jeder für sich noch mal darüber nachdenken kann, dann werden wir noch mal darüber sprechen, auch mit Thierry dann. Aber im Moment scheint es, als würden wir das Projekt Generationenhof starten wollen... Vorausgesetzt wir finden ein passendes Objekt.





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...   Erstellt am 25.09.2014 - 19:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Heute Nachmittag klingelte das Telefon- ein schluchzender Thierry am Apparat. Normalerweise spricht er mit mir Deutsch, zwar nicht perfekt, aber doch sehr gut. Aber heute kam da ein Schwall Französisch aus dem jungen Mann raus, ich hab nur jedes dritte Wort verstanden, dadurch, dass er noch unglaublich aufgeregt war und die Schluchzer, etc. pp.

Seine Eltern haben ihm offenbar von den Überlegungen erzählt und ich war im ersten Moment geschockt darüber, dass er deshalb weint. Ich hatte ein bisschen gehofft, dass er einer der Fürsprecher ist und sich auf die Kinder und uns alle freut. Aber ich habe unterschätzt, was es für ihn bedeutet, die Schule zu wechseln.

Wir haben darüber gesprochen und nach einer Weile und nachdem er sich beruhigt hatte, habe ich dann verstanden, was ihm so zusetzt. Sein Papa hat ihm wohl erklärt, dass sie sich langfristig sowieso umorientieren wollen und müssen, auf Grund des Alters. Thierry weiß genau, dass er alte Eltern und vor allem einen alten Vater hat, aber es war für ihn nie ein Problem. Ich glaube, er hat bisher nicht darüber nachgedacht, dass es heißt, dass sein Papa vielleicht auch früher "alt" wird, im Sinne von gebrechlich und/oder krank.
Er tat mir so unendlich leid.

Er hat dann aber auch schnell erzählt, dass er sich darauf freut, wenn Alois bei ihm wohnt, "et mes filleules bien sûr!", er aber lieber ein Haus in der Nähe seiner Schule will (was aber aus finanziellen Gründen für meine Eltern und deren Situation im Moment kaum machbar ist) und dann auch gerne ein Zimmer neben Alois hätte und man könnte ja eine Jugend-, Kinder- und Hundeetage machen und die Erwachsenen ziehen in ein Stockwerk.
Ja, so war das nicht gedacht, das hab ich ihm dann auch gesagt... Und er würde sich ganz schnell umschauen, wenn er auf einer Etage mit drei Kindern alleine wäre...


Jetzt haben wir am Wochenende zwei Besichtigungstermine, ein mal ein klassisches Dreifamilienhaus, Baujahr 1992, dreistöckig, kernsaniert, wobei die Wohnung im Erdgeschoss ohne Stufen zugänglich ist, zwei Garagen, Wintergarten, die oberste Wohnung Maisonettewohnung mit insgesamt 3 Kinderzimmern, würde also perfekt passen.
Dann ein etwas "besondereres" Haus, das aber auch besonders viel kostet... Aber die Fotos sind ein Traum, das Haus ist Baujahr 2001, drei seperate Eingänge, eine Einliegerwohnung, zwei "Familienteile", jeweils mit eigener, nicht einsehbarer Terasse, großer gemeinsamer Garten, alle Wohnparteien ebenerdig zu betreten, laut Beschreibung allerdings mit pro Hausteil jeweils nur drei Schlafzimmern, dh. eins zu wenig für uns, wenn Lioba und Lienor ein bisschen älter sind... Andererseits hätten sie im jetzigen Haus auch ein Zimmer zusammen...

Wie dem auch sei, wir wollen ganz unverbindlich die Häuser beide mal anschauen und mal live sehen, wie man denn so wohnen könnte. Es ist ja noch kein Vertrag unterschrieben .

[Dieser Beitrag wurde am 25.09.2014 - 19:36 von Marla aktualisiert]





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...   Erstellt am 27.09.2014 - 20:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das zweite Haus ist DER HAMMER.

Und noch viel gruseliger ist:
Wir sind uns ALLE einig.


Es ist wie für uns gemacht: Ein Haus, aber so separiert, dass wir nicht mal bemerken würden, wenn jemand geht oder kommt, wir würden uns nicht zwangsläufig täglich sehen "müssen" bzw. haben auch im Sommer jeweils eine Terrasse (bzw. in der Hauptwohneinheit ist es ein Balkon über der Garage), die separiert ist.

Die Wohneinheiten sind alle ebenerdig zugänglich, dh. die Einliegerwohnung liegt etwas abschüssig, dafür aber auch mit Rollstuhl zugänglich, davor ist dann der große Garten. Darüber sind die anderen beiden Wohneinheiten, jeweils der Eingang auf der gegenüberliegenden Seite, in dieser Etage dann Küche, Toilette, Abstellkammer und Wohn-/Esszimmer. Die Räume sind nicht spiegelverkehrt, sondern das Haus ist quasi L-förmig. Kleiner Haken: Die Küchen sind offen, auch in der Einliegerwohnung. Das wollten wir eigentlich nicht, aber es wäre im Prinzip auch möglich eine Wand zu ziehen. Wobei ich mich wohl daran gewöhnen könnte, der untere Raum wirkt dadurch wirklich irre riesig. Oben sind dann die Schlafräume, im einen (größeres) Hausteil ist ein schönes, Bad, ein sehr großes Zimmer und ein weiteres, das etwa halb so groß ist. Im anderen Teil nochmal ein großes Zimmer, ein Badezimmer und ein kleineres Zimmer. In diesem Stockwerk sind beide Hausteile aber verbunden mit einer Tür... Die Tür würden wir auf jeden Fall schließen, also dass dann meine Schwiegereltern plötzlich vorm Schlafzimmer stehen will ich nu auch nicht . Das Haus ist außerdem so gebaut, dass man die Treppe ins obere Stockwerk im kleineren Hausteil entfernen kann. Wie genau, fragt mich nicht, ist aber auf den Bauplänen so eingezeichnet, mein Schwiegervater hat es aber wohl verstanden und weiß, was das heißen soll . Man könnte also langfristig irgendwann das Schlafzimmer auch im zweiten Hausteil nach unten holen (da würde dann halt ein kleineres Ess-/Wohnzimmer bei rauskommen), und den oberen Teil dann durch die vorhandene Tür mitnutzen. Es ist wirklich, wirklich der Wahnsinn und wie gemacht für unser Vorhaben.
Eine Garage ist noch dabei, und auch ein recht großer Garten, für die Kinder ideal.

Leider liegt das Haus nicht in unserem Wunschort. Wir wollten ja in der Nähe von Freiburg bleiben, aber wären jetzt doch fast eine Stunde Autofahrt südlich von Freiburg. Das erste Haus lag relativ zentral vor Freiburg, aber... Es ist ein stinknormales Haus mit drei Wohnungen. Nicht behindertengerecht, nicht renoviert, nicht perfekt. Das andere ist wirklich schlüsselfertig, wir müssten im Prinzip nur noch streichen, wenn wir wollten (im Erdgeschoss sind die Wände pfirsichfarben.... ich hasse pfirsichfarbene Wände, daher würden wir das sicher tun !)


Mann, es wäre so genial, wenn es klappt. Thierry hat sich auch sofort ein Zimmer reserviert, er wollte natürlich das größere . Das muss er aber mit seinen Eltern klären .

Seit heute steht unser Haus in der Zeitung, ab Montag im Internet, da kümmert sich Frédé drum. Wie meine Schwiegereltern das regeln weiß ich nicht, und wie das bei meinen Eltern aussieht wissen wir noch nicht genau. Wir wollen mit meinem Vater noch mal darüber sprechen, ob er uns erlaubt, es zu verkaufen...

Das ist auch der größte Knackpunkt an der Geschichte... Papa weiß ja Bescheid, weiß auch von der Hausbesichtigung, aber er hat extreme Probleme damit, dass er sich nicht kümmern kann. Ich verstehe ihn zu 100%, ich hätte überhaupt keine Lust, dass ich "umgezogen werde" und nicht mal mein Zeug packen, geschweige denn das Haus/die Wohnung aussuchen kann. Nachdem aber seine Ärzte ihm mehrmals gesagt haben, dass er sich in einem Haus mit Treppen vermutlich nicht wieder zurecht finden wird, hat er es eingesehen... Aber das alte Haus einfach zu verkaufen ist halt schon noch mal was anderes, irgendwie... Für die Finanzierung brauchen wir aber halt das Geld. Seufz.

Ich hoffe echt, dass es mit DIESEM Haus klappt... Ich glaube was besseres könnten wir nicht finden...





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Es ist offiziell und wir haben uns entschieden. Wir werden den Versuch starten. Drei (bzw. fast vier) Generationen unter einem Dach.

Drei Familien, drei Wohneinheiten.
Sechs Erwachsene, davon ein Rentner und einer, der noch unbekannte Einschränkungen haben wird, zwei Frauen, Frédé und ich, ein Teenager, ein Kleinkind, zwei Babys und zwei Hunde.
Ich habe echt ein bisschen Schiss und gleichzeitig die Hoffnung, dass es mehr Probleme löst als schafft.



Fréry, mein Schwiegervater, hat einen Interessenten für sein Haus und bei uns waren nun auch schon zwei Familien um das Haus anzuschauen. Das ganze beginnt ernst zu werden. Ein Angebot für das "perfekte" Haus haben wir ebenfalls gemacht, dazu bekommen wir aber erst Ende nächster Woche eine Rückmeldung, Fréry und Frédé werden allerdings nochmal ein Haus anschauen, dass etwas näher an der französischen Grenze läge, und ein weiteres, das eigentlich ein Grundstück mit zwei Häusern ist. Wir wollen gerne spätestens zum 1.12. umziehen, haben unser Haus auch ab diesem Termin als beziehbar angegeben. Uiuiui. Zum Glück kümmern sich die Männer um das Finanzielle und Organisatorische, ich hab mit den Räuberkindern genug zu tun... Dazu kommen Fahrdienste für meine Mutter ins Klinikum, und schon erstes Packen von unwichtigen Dingen.

Hei, da haben wir uns was vorgenommen... Und ich merke das Wochenbett immer noch etwas nachhängen, sicher auch wegen des zusätzlichen Stresses durch Papa und Co. Weinerlich bin ich auch immer noch.

Aber man, wir schaffen das schon.

[Dieser Beitrag wurde am 01.10.2014 - 16:42 von Marla aktualisiert]





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