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Gartenzwerg ...
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...   Erstellt am 31.03.2007 - 18:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


VIII. - Aus den „Tagebuchaufzeichnungen von Ferdinand Maresch“
(herausgegeben von Dieter W. Winter)


24. Feber 1919

Ein Monat ist vergangen, in welchem ich keine Eintragungen gemacht habe. Bei der Stadt Überfülle von Arbeit, im Geschäft zu tun, Inventur, Abschluss und Steuereinbekenntnis-Arbeiten. Aufträge liegen genug vor, aber es wird zu wenig fertig und die Erschwernisse für den Abtransport der Waren sind mannigfach und unangenehm. Bis heute habe ich noch nicht die generelle Ausfuhrbewilligung. Die Leute, insbesondere die Frauen, sind überaus aufgeregt. Alles fürchtet sich vor Plünderung, Hausdurchsuchung. Die Zahl der Arbeitslosen ist übergroß. Man ist wegen der Abstempelung der Noten und der Zurückbehaltung der 50% der Bankeinlagen und Sparkasseeinlagen in größter Sorge und Unruhe.


26. Feber 1919

Gestern eine Reihe fürchterliche Gesetze beschlossen, deren Tragweite und Folgen unübersehbar sind. Da heißt es, sich nackt ausziehen und zusehen, ob und was man wieder bekommt. Die Durchführung ist geeignet, Handel und Wandel zu stören, zu unterbinden. Bei aller Schadenfreude darüber, dass man den Kriegsgewinnern erhebliche Bruchteile ihres Raubes wieder abnimmt, bleibt doch der bittere Bodensatz, dass man ein Menschenalter gespart hat, sich so viele der Genüsse versagte, die man sich hätte füglich und schicklich leisten können und dass man sich jetzt einen Großteil seines Vermögens rauben lassen muss. Und der Gedanke, dass man dem Todfeinde macht-, schutz- und rechtlos an das Messer geliefert ist, dass man ihm die Mittel zur Stärkung seiner rücksichtslos ausgeübten Machtfülle liefern muss, das ist fast nicht zu ertragen.


04. März

Die tschechische Regierung hat verfügt, dass die Noten K 10.- aufwärts abgestempelt und 50% zurückbehalten werden. Kriegsanleihe ist anzumelden und mit 40 Heller das Stück abzustempeln. Die Bevölkerung ist ganz verrückt geworden. Die Leute kaufen zu unerhörten Preisen die unglaublichsten Sachen in jeder erreichbaren Menge. Die Noten zu K 2.- und K 1.- sind aus dem Verkehr verschwunden. Briefmarken, Stempelmarken, Zehnerkarten der elektrischen Bahn und des Stadtbades wurden auf- und ausgekauft. Landleute kaufen Perlenketten, Seidenschirm K 250.- das Stück, Sammet und Seide, weiße Weste mit schwarzen Knöpfen K 250.-. Ein Arbeiter kaufte seiner Frau bei Uhse ein Palme um 100.- K, in Tellnitz ein Bauer beim Gastwirt ein 10 Jahre altes Grammophon um K 150.-. Die Geschäfte sind fast ausgeleert, die schlechtesten Forderungen gehen ein, im Bräuhaus und allerorten. Man bekommt das Geld im Wertbrief, mit Postanweisung und was in die Postsparkasse eingezahlt wurde, weiß man nicht, weil der Briefverkehr eingestellt ist. Die Bahnen und die Post befördern nichts.

Vom Ausland sind wir völlig abgeschnitten. Gestern hat die Notenabstempelung begonnen. Es werden ungeheure Beträge eingehen. Es ist ganz unglaublich, welche Summen einzelne kleine Leute besitzen. Bahnbedienstete bringen K 6.000.-, K 8.000.- und mehr. Unter meinen Fenstern sammeln sich die Leute. In der Turnhalle ist eine Versammlung der Sozialdemokraten, und es wird sicher zu einem Demonstrationszug kommen. Die Tschechen haben die Truppen in den Kasernen versammelt bei strenger Bereitschaft. Hoffentlich kommt es nicht zu Zusammenstößen. Es ist eine böse, böse Zeit. In allen deutschböhmischen Städten wird heute demonstriert. In Deutschland geht es bunt zu. Die Berichte lauten trostlos. Wohin wird das führen. Lebensmittel gehen zu Ende. Bornemann telefoniert mir heute, dass für die nächste Woche kein Brotmehl da sei. Das wäre entsetzlich. Kartoffel gibt es auch keine. Von was sollen die Menschen leben. Und die Zufuhren stocken vollständig. Kein Bahnverkehr, keine Schifffahrt.

(wird fortgesetzt)

[Dieser Beitrag wurde am 31.03.2007 - 18:16 von Gartenzwerg aktualisiert]





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D.W.Winter

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...   Erstellt am 05.04.2007 - 09:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


IX. - Aus den „Tagebuchaufzeichnungen von Ferdinand Maresch
(herausgegeben von Dieter W. Winter)


08. März 1919

Die Abstempelung ist größtenteils vorüber. Es sind gewaltige Summen abgegeben worden. Der Verlust der Bevölkerung wird riesig groß sein und gerade die Ärmsten treffen. Heute ist die Verlautbarung wegen Anmeldung der ausländischen Forderungen veröffentlicht worden. Man verschafft sich durch Sperre der Bank und Sparkassaguthaben vollständigen Einblick in die Vermögensverhältnisse. Es wird große Überraschungen geben. Diejenigen, welche 1914 schlecht fatiert haben, werden sehr schlecht abschneiden. Leute wie Kraffek, Seiche, Hübl, Dürschmidt, Hammer, viele Juden. Geschäftlich wird es jetzt ganz bösartig. Deutschland hat die Vertragszölle aufgehoben und gestatten die Einfuhr nur gegen Bewilligungsschein, der in Berlin eingeholt werden muss. Das frühere Österreich-Ungarn ist jetzt Ausland, und ich muss in tschechischer Valuta verkaufen. Das wird ungeheuerliche Schwierigkeiten geben. Man weiß nicht, an was man zuerst denken und was man zuerst machen soll.


10. März 1919

Gestern letzter Tag der Abstempelung. Arbeiter, Gastwirte, Fleischer und Händler haben das meiste bare Geld gebracht. Alte Banknoten sind auch viele herausgekommen.


13. März 1919

In Wien. Herzer hat souverän geschaltet und gewaltet und jetzt kommt der Jammer. Über 3 Millionen Guthaben bei der Sparkasse und gewaltige Guthaben bei der Centralbank. Man ist uns nur alte Währung schuldig. Stempelt Deutsch-Österreich jetzt auch ab, dann weiß ich überhaupt nicht, in welcher Währung die Rückzahlung erfolgen soll. Die Tschechen haben es mit teuflischem Raffinement eingeleitet, uns den Begriff „Ausland“ beizubringen. Steigt der Kurs der tschechischen Noten, dann können wir an der Forderung bei der Postsparkasse eine Unsumme Geld verlieren. Man soll eben nicht alles an einen Nagel hängen.


19. März 1919

Gestern waren alle Vorbereitungen bei den tschechischen Truppen getroffen, weil man fürchtete, dass durch die von den Tschechen angesagte Proklamation der Unteilbarkeit Böhmens große Aufregung hervorrufen würde. Es war aber nichts damit, im Gegenteil meldete man abends Günstiges über den Stand der Verhandlungen. Die Tschechen nehmen aber jetzt die Bewachungstruppen von den Fabriken weg und erwarten, dass man sie um Schutz bittet, um sich darauf berufen zu können. Die Tätigkeit der Tschechen auf dem Gebiete des Geldwesens ist für uns geradezu ruinös. Sie entwerten die deutschösterr. Krone durch Notierung in Zürich und Bern. Sie geben für die Mark 147 gegen 203 in Wien. Für K 100.- tschechisch verlangt die Zivno K 135.- österr. Man will uns zu Gemüte führen, wie wohl es einem im tschechischen Staate ergeht, ihr Leitmotiv ist aber die Hegemonie im unterworfenen Österreich-Ungarn.


30. März 1919

Am 26/3 kaufmännischer Verein, Hübl Toni Obmann. Ich habe den Herren den Standpunkt darüber klar gemacht, dass sie die ganzen Jahre nichts geleistet haben und dass es höchste Zeit ist, dass sich die Kaufmannschaft rührt gegen die finanziellen Bedrückungen, die uns schon erwachsen sind und noch bevorstehen.

fatieren (österr.): eine Steuererklärung abgeben


(wird fortgesetzt)





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D.W.Winter

Ernst 
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...   Erstellt am 07.04.2007 - 14:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lieber D.W, Winter, an die freundlichen Ostergrüsse möchte ich mich dankenswerterweise anschliessen.Aus den Tagebuchaufzeichnungen der Familie Maresch kann man doch vieles über die Geschichte der Stadt Aussig in einer kritischen Zeit erfahren. Vor allem denke ich gerne an die Ecke Johannisgasse/Teplitzer Strasse. Ich habe ja in der Kleinen Wallstr. gewohnt und zwar in den letzten Häusern, wo die rückwärtigen Fenster und der Hofeingang zur Johannissgase gingen.Der Schwachpunkt war halt der wenig anschauliche Güterbahnhof. Die Spediteure hatten z.T. noch Pferdefuhrwerke.Am Domizil der Familie Maresch war gegenüber die Konditorei Fousek. Hier gabs die beste Nusstorte. Auch sind wir nach Schulschluss der kaufmännischen Berufschule ins Cafe Fousek zum Billard spielen gegangen. Da wurde meistens geschimpft,wenn wir kostbaren Billardtische aus Mangel an Erfahrung arg strapazierten. In den Tagebuchaufzeichnungen der Fam.Maresch wird auch der Kaiser Karl zum Kriegsende 1918 erwähnt. Ich war u.a. bei einem Besuch in Ungarn im Kloster Tihany am Plattensee. Dort hatte der Kaiser Karl mit einem beachtlichen Sonderzug um Asyl gebeten. Dies wurde allerdings vom damaligen Reichsverwesers Horthy abgelehnt.Ich hätte zu gern dort weitere Einzelheiten erforscht, aber aus Zeitmangel war dies nicht möglich.
Mich würde interessieren, wie sich die Zusammenarbeit von Stadtrat Maresch mit dem verdienten Bürgermeister Leopold Pölzl gestaltete. Es muss doch für die Entwicklung der Stadt segensreich und positiv gewesen sein.

Mit frdl. Grüssen
Ernst





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Ernst Löbel

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...   Erstellt am 10.04.2007 - 22:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


X. - Aus den „Tagebuchaufzeichnungen von Ferdinand Maresch
(herausgegeben von Dieter W. Winter)


03. April 1919

Gestern sagte mir ein politischer Beamter, dass seit 31/3 alles entschieden sei und wir rettungslos den Tschechen ausgeliefert werden. Habe recht schlecht geschlafen darob, heute Morgen halte ich die Nachricht nicht für wahr? Viel Hoffnung habe ich seit langer Zeit nicht. Aber es kann in Prag auch noch große Umwälzungen geben. Das Volk murrt allerorten.


15. April 1919

Gestern habe ich alle die Papiere, die ich besitze und in Verwahrung habe, der Agrarbank übergeben. Wenigstens eine große Arbeit, die Abstempelung vermieden. Die Prager Devisenzentrale setzt die Kurse tagtäglich herunter. Innerhalb weniger Tage von 157 auf 129. Jeden Morgen auf nüchternen Magen hat man eine schwere Menge Geld verloren. In Dresden hat man den Kriegsminister, einen waschechten Sozialdemokraten, in die Elbe geworfen. Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder. Wohin soll das führen? Und das entsetzlichste für uns: die Tschechen haben eine Heeresmacht und sind das Ruhende in der Erscheinungen Flucht. Alle Besitzenden haben Angst vor dem Umsturz und sind froh, dass die Tschechen hier sind. Ziehen sie ab, dann hat der Pöbel, der ja großenteils aus Tschechen besteht, freies Spiel und wir haben nicht einmal Waffen zur Verteidigung. Es sind schreckliche Aussichten für die Zukunft. Und nur dann, wenn wir genügend Lebensmittel haben, ist die Möglichkeit einer Besserung.


18.April 1919

Die schon lange befürchtete Umsturzbewegung in Wien hat eingesetzt. Dunkle Gerüchte durchschwirren die Stadt. Das Parlament brennt, so heißt es, und andere Gebäude auch. Die Volkswehr ist nichts wert und viel verlässliches Material hat man nicht. Zum Schluss ruft man wie 1848 die Kroaten, die Tschechen zu Hilfe und dann Adieu Deutschtum in Österreich. Die Friedensbedingungen für Deutschland sollen furchtbar sein. Was geschieht, wenn selbe nicht angenommen werden? Es wird immer gefährlicher. Wer wird der Mann mit dem eisernen Besen sein, der Ordnung schafft. „Fröhliche Ostern“, das klingt wie Hohn, und statt den Frieden einzuläuten, wird die Sturmglocke heulen.
Die Arbeitslöhne steigen in das ungemessene. Mühlig steht auf dem Standpunkte, dass man alles bewilligen müsse, weil es um so eher zum Bruch kommt. Jetzt haben die Beamten sich gewerkschaftlich organisiert und stellen unerfüllbare Forderungen an Gehalt und wollen nur 6 Stunden arbeiten. Wohl dem, der nichts zu verlieren hat, und dazu werden in Kürze die meisten Leute gehören. In Deutsch-Österreich und in Deutsch-Böhmen rächt es sich furchtbar, dass die Führer der Sozialdemokraten die Grundfesten des Staates, die bewaffnete Macht zerstört haben. Sie hatten auch bei uns nichts Eiligeres zu tun, als die Armee, besser deren Reste zu vernichten. Alle Welt fürchtet sich vor dem 1. Mai. Ich soll am 3. in Wien sein. Ob ich werde fahren können? Josef schreibt von Wien, dass dort alles von der Sozialisierungspsychose beherrscht ist; schleuderhafte Gesetze werden gemacht, und das Chaos wird das Ende sein. Wir werden durch die abnormalen Löhne und Gehalte nicht mehr konkurrenzfähig sein. Der Unternehmergewinn war ja 1913 und 1914 schon lächerlich gering.


29. April 1919

Gestern sah ich verschiedene Minister in der „Woche“ abgebildet. Da bin ich auf einen komischen Gedanken gekommen. Die Juden hatten vor dem Kriege die Vorherrschaft auf industriellem und kapitalistischem Gebiete. Die Bankhäuptlinge kontrollierten bereits einen Großteil der Industrie und schöpften den Rahm, bezahlten die leitenden Persönlichkeiten sehr gut, so lange sie aus ihren Reihen noch keinen Ersatz hatten. Hinter den Kulissen hatten sie großen Einfluss auf die Politik, konnten aber nicht sichtbar in die Höhe kommen. Die Presse, das Theater, das Konzertpodium, all das beherrschten sie. Aber in der Armee, bei Hofe und im Beamtentum , da konnten sie nicht festen Fuß fassen. Und jetzt: Armee und Hof, ist verschwunden, und das Beamtentum ist in der Hand des jüdischen Minister, hängt von dessen Gnaden ab. Bald wird es in den Ministerien aller Länder von Juden wimmeln, und die ganze Menschheit wird von ihnen direkt und indirekt beherrscht werden. Die Sozialisten müssen sich in Stadt, Land und Gemeinde an die Beamten halten und wir werden ein Beamtenstaat, wie er nicht bösartiger aussehen kann.


01. Mai 1919

Nun ist das Ziel erreicht. Der 1. Mai ist allgemeiner Feiertag. Alle Betriebe stehen, die Post ist eingestellt, die elektrische Bahn verkehrt nicht, und die Vollbahnzüge stehen von 11 – 2 Uhr.


„Die Woche“ war eine der ersten illustrierten Zeitungen in Deutschland. Sie wurde vom Berliner August Scherl Verlag herausgegeben und 1916 von Hugenberg übernommen. 1944 „kriegsbedingt“ eingestellt.


(wird fortgesetzt)





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D.W.Winter

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XI. - Aus den „Tagebuchaufzeichnungen von Ferdinand Maresch
(herausgegeben von Dieter W. Winter)


23. Mai 1919

Dienstag nach Prag. Mittags traf ich bei Lippert den Mastalka. Er sagte mir, dass die Nationalversammlung alles macht, was sie glaubt bei einem gesetzgebenden Körper, wo auch Opposition möglich ist, nicht durchsetzen zu können. Der Rasin hat nur ein Leitmotiv: „Rache an Österreich“ und macht alle möglichen Dummheiten. Sein Adlatus Jirak war früher Buchhalter bei Chmel, war dann Prof. bei der Handelsakademie und versteht auch nicht. Die Nationalversammlung bestehe aus einigen 30 Advokaten, aus Journalisten und Krankenkassensekretären. Die erwerbenden Stände sind überhaupt nicht vertreten. Er fühlt sich jetzt als Industrieller, weist auf den Blödsinn wegen Bewertung der Objekte zum Verkaufswerte hin und ist auch der Ansicht, dass es zum Krach kommen muss.

Die Kreditanstalt ist der Kreditgeber bei Danek und hat eine enorme Forderung. Man sagte mir, dass jetzt die Zivno die Geldgeberin sein werde und vorläufig 12 Millionen hergeben solle oder wolle. Da 46 Mill. Schulden sind und kein Geld aufzutreiben ist, wird der Zinsfuß wohl bald steigen. Der Österr. Verein hat 62 Mill. Schulden. Da soll jetzt auch mit der Zivno angebandelt werden. Die Stadt Prag soll der Bodenkredit-Bank 17 Mill. schuldig sein, die auch die Zivno übernehmen soll.
Haben die Tschechen soviel Kapital?


04. Juni 1919

Gestern kam die Nachricht über den Österreich vorgelegten Friedensentwurf. Ganz unerhört, lediglich von dem tschechischen Wunsche zur Herbeiführung der tschechischen Herrschaft in Österreich-Ungarn diktiert. Die Annahme dieses Friedens ist einfach unmöglich. Man will Wien auf die Knie zwingen. Nun haben aber die Tschechen in der Slowakei gerade genug Sorge und Arbeit. Dort scheint es ihnen recht schlecht zu gehen. Am 8/6 sollen allüberall in Deutsch-Böhmen große Manifestationsversammlungen stattfinden für die Selbstbestimmung der Deutschen in den Sudetenländern. Das wird die Tschechen sehr nervös machen, weil sie in der Slowakei schon recht böse Erfahrungen gemacht haben.

In Wannow bekommen die Leute kein Brot und in Aussig und anderorts gibt es Salzstangel zu 70 Heller. Heute wurde aber das Verbot zur Erzeugung von Weißbrot veröffentlicht.


22. Juni 1919

Nach einer endlos langen Reihe regenloser Tage und einer Woche mit glühend heißer Temperatur endlich gestern Abend ein schwaches Gewitter, mit etwas Regen. Heute windig und etwas abgekühlt. Die Gemeindewahl hat verhältnismäßig günstig für die bürgerliche Partei abgeschlossen. Trostlos ist aber der Ausblick auf die Zukunft bei der Qualität der Neugewählten.


Maštálka, Heinrich Gustav (1866 – 1926), ehem. tschech. Reichsratsabgeordneter in Wien,

Alois Rašín (1867 – 1923) war einer der fünf nMänner, die am 28. Oktober 1918 in Prag die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei ausgerufen hatten. Als Finanzminister (1918 – 1919 sowie 1922 – 1923 scheute sich Rasin nicht vor unpopulären Maßnamen. Seine Deflationspolitik hatte Erfolg, die Tschechoslowakei war der erste Nachfolgestaat der Habsburger Monarchie mit einer stabilen Währung und einer sich dynamisch entwickelnden Wirtschaft. Am 5. Januar 1923 wurde Alois Rasin das Opfer des ersten Attentats in der Tschechoslowakei.

Danek: Prager CKD (Ceskornoravska Kolben Danek), ehem. Breitfeld, Danek & Co, Prag; Dampfmaschinen, Kolben usw. u.a. für Schiffe und Lokomotiven

Zivno: Zivnostenska banka, heute ČNB (Tschech. Nationalbank):



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XII. - Aus den „Tagebuchaufzeichnungen von Ferdinand Maresch
(herausgegeben von Dieter W. Winter)


01. Juli 1919

Ein halbes Jahr schon wieder dahingerast. Aufregungen, Ärger, viel unnutze Arbeit, Sorge um die Zukunft und selten mal ein Lichtblick. Zum Lachen kommt man gar nicht mehr. Die Stadtratsstelle bin ich nunmehr los. Es wäre so auch nicht weiter gegangen. Es war zu viel für mich und ich merkte es besonders in meinen Büchern, dass ich nicht mehr so flott und sicher arbeiten kann wie früher.

Übermorgen ist Bürgermeisterwahl. Schriftleiter Kapusta (Sozalist) wird gewählt. Die Bürgerlichen sind abgetan. Kein Wunder, denn sie haben nicht mehr gearbeitet, hatten für ihr Volk keine Zeit mehr. Sie waren faul, stinkfaul geworden, überließen die Verwaltungen einigen wenigen Leuten. Durch die Spaltungen der Bürger sind viele Leute verärgert, verschüchtert worden. Die Arbeit wurde nicht bezahlt und bedeutete für die meisten, wenn sie nicht gerade Advokaten waren, nur Nutzenentgang.

Jetzt kommen die Sozialdemokraten. Die Führer sind ja heute alle bezahlte Kräfte. Schriftleiter, Krankenkassensekretäre etc., Konsumvereinsangestellte. Die gewählten Arbeiter müssen vom Arbeitgeber bezahlt werden, verlieren also nichts bei der Ausübung öffentlicher Ämter. Verwaltet wird werden auf Kosten der Besitzenden, solange es noch solche gibt. Differenzierung der Umlagen, der Gaspreise etc. Lang wird es nicht dauern, denn der Neid wegen der besseren Hose wird nicht ausbleiben. Und die Parteidisziplin wird das nicht hintanhalten können. Ob es dann noch tiefer hinuntergehen wird oder ob eine Schwenkung zu den Bürgerlichen erfolgen wird, das steht in den Sternen. Deutsche sind die Herren erst in zweiter Linie. Sie erhofften in Deutschland freie Bewegung für den Klassenkampf. Ist es ihnen in der Tschechoslowakischen Republik möglich, sich mit den Tschechen durchzusetzen, dann ade, du schwarzrotgolden Fahne. Was dies der Stadt an tschechischen Volks- und Bürgerschulen kosten wird, was aus dem Theater und dgl. werden wird?! Und der tschechische Sozialdemokrat ist doch zuerst Tscheche. Ein trauriger Ausblick auf die Zukunft


02. Juli 1919

Gestern letzte Stadtratssitzung. Anwesend Ostermann, Klepsch, Tietelbach, Zink, Tarschel und ich. Osthof unwohl. Bornemann dankt herzlichst insbesondere Osthof und mir und gibt banger Sorge um die Stadtfinanzen Ausdruck wegen der Kriegsanleihe. Ich antwortete, dankte unter vollster Anerkennung der Leistungen Bornemanns und sagte, dass die Erhöhung der Gehalte der Beamten und Angestellten, die vor kurzem vorgenommen wurde, soviel trage als die 5 ½ % Zinsen des für die Kriegsanleihe benötigten Kapitals. Heute letzte Finanzsektionssitzung. Lederer hielt mir den Nachruf. Jetzt wird das Leben für mich ruhiger werden. Es war aber auch schon höchste Zeit.


05. Juli 1919

Gestern Bürgermeisterwahl. Kapusta Bürgermeister. Bin neugierig, ob man an mich wegen Mitarbeit herantreten wird. Viel Arbeit werde ich nicht übernehmen.


17. Juli 1919


Gestern wurde ich Obmann des Elbevereins auf Antrag Petscheks, dem es sich aber hauptsächlich darum handelte, die Führung der Geschäfte dem Dr. Pollak als Nachfolger des Dr. Löbl in die Hände zu spielen. Deutsch unterstütze ihn wärmstens, aber es kam nicht zur Entscheidung darüber.


[FRANZ KAPUSTA: *25. 7. 1875 v Dubé, † 28. 2. 1920 in Aussig an der Elbe
war von 1919 bis 1920 der erste sozialdemokratische Bürgermeister von Aussig



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[Dieser Beitrag wurde am 21.04.2007 - 13:21 von Gartenzwerg aktualisiert]





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XIII. - Aus den „Tagebuchaufzeichnungen von Ferdinand Maresch
(herausgegeben von Dieter W. Winter)


28. September 1919

Das Wetter war noch einige Tage schön. Die Morgennebel aber kühl. Am 21/9 war früh 6°C. Ich war mit Walther und Werner in Obersedlitz, wo ich mir die Schichthäuser für Einfamilien ansah. Die Aussicht ist sehr hübsch. Am 25/9 Versammlung im kleinen Saal Weimaneum. Stauwehr, Schleusen und elektr. Anlage. Ich habe als einziger in eingehender Weise über die durch die Anlage geschaffenen Verhältnisse, über unser Wünsche gesprochen. Fand allgemein Anerkennung. Von den leitenden Sozi war keiner anwesen. Es ist freilich bequem, sich in das warme Bett zu legen und auch einfacher ist es. Am 26/9 wurde ich in den Bezirksausschuss gewählt.


29. Oktober 1919

Natürlich neuerlich Flucht vor der Krone. Niemand will verkaufen und es werden deshalb Wucherpreise verlangt und gern bezahlt. Die Vermietung der Wohnungen in den städtischen Häusern ist gestern vorgenommen worden. Kapusta und Ott bekommen größere Wohnungen wie bisher. Stadtrat Müller wollte auch im Eckhaus wohnen. Bin begierig, wer als Mieter einziehen wird. Das neue Bauprogramm ist sehr merkwürdig. Anstatt billigeren Bauplatz und billigere Bauten zu wählen, bat man eine Masse Eckhäuser, die der staunenden Nachwelt das Bild von der Tätigkeit Kapusta I. geben sollen. An eine Vermehrung der Einnahmen denkt kein Mensch. Die Ausgaben lassen sich die Herren von der Finanzkommission bewilligen, schlagen die Bedeckung aus Mehreingängen/Lustbarkeitssteuer vor, verschweigen aber die furchtbare Lücke in den Eingängen an Zinsen von Wertpapieren. Ich werde in der nächsten Sitzung diese Frage anschneiden.


06. November 1919

Gestern Nachmittag große Massenaufzüge auf dem Marktplatze. Schlechtes Mehl und nächste Woche bloß ½ Brot pro Kopf. Alles ist aufgeregt. Was soll werden, wenn wir weder Brot noch Kohlen haben. Anderorts gibt es nur Kohlen im Schleichhandel. Die Tschechenkronen stürzen international im Preise.


11. November 1919

Wetter ist entsetzlich. Seit 28/10, dem Jahrestage der Blutwurst im deutschen Sauerkraute, gibt es fortwährend Schneefälle, auf dem Lande und in den höheren Lagen Frost. In unserer Gegend sind noch viele Pflaumen auf den Bäumen. Die Zweige brechen unter der Schneelast und der Obstbau wird schweren Schaden leiden. Skifahrer erzählten, dass es ein eigentümliches Gefühl sei, unter belaubten Bäumen fahren zu können. Die Futterrübe leidet schweren Schaden, die Zuckerrübe lagert mit Rübenblättern bedeckt auf den Feldern, die Kartoffeln sind an vielen Orten noch nicht herausgenommen, das Kraut ist unter dem Schnee vergraben. Im Erzgebirge ist es fürchterlich. Dort steht noch Getreide und die Kartoffeln. Die Hauptnahrungsmittel liegen unter Schnee und Eis. Brot gibt es diese Woche nur ein halbes. In der schwersten Kriegszeit waren bessere Verhältnisse. Man sucht sich wenige Wochen nach der Ernte mit ausländischem Getreide und einem Mehl zu behelfen, das zwar viel Geld kostet, aber tatsächlich verfälscht ist. Mir erzählte Schneider aus Kaaden, dass die tschechischen Landwirte nicht abliefern, weil sie die sozialistische Regierung unmöglich machen wollen.


28. November 1919

Theatervergabe. Gestern Sitzung des Theaterausschusses. Kapusta schlägt vor, das Theater in eigene Verwaltung zu nehmen. Abstimmung ergibt: Alle gegen meine Stimme. Kapusta macht, was er will. Er hat eine gefügige Mehrheit, die allem zustimmt. Dabei keine Widerrede, keine fachlichen Einwende, keine erfahrenen Leute in den Ausschüssen. Alles muss in städtische Verwaltung kommen. Das wird ein Zusammenbruch werden.


11. Dezember 1919

Ich habe mich an der Debatte trotz wiederholter Umfrage des Kapusta nicht beteiligt. Zu überzeugen war niemand, Protokoll wurde nicht geführt und es hieße Perlen vor die Säue zu werfen, wenn man den Leuten gesagt hätte, dass die städtische Regie viel zu kostspielig und nicht geeignet sei, den Betrieb zu überwachen.


18. Dezember 1919

Wohnungsbau. Trotz meiner Einwände wurden 7 Eckhäuser gebaut. Anstatt rückwärts in der Ohnesorgstraße und Kleischer Straße Häuser zu bauen, die den städtischen Besitz stadtwärts wertvoller machen, baut man Kulissen und dahinter bleibt der Grund billig. Eine schöne Bodenspekulation.





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XIV. - Aus den „Tagebuchaufzeichnungen von Ferdinand Maresch
(herausgegeben von Dieter W. Winter)


30. März 1920

Gestern Abend Finanzausschuss. Die 15 Neubauten sollen jetzt ohne Garantie K 16.000.000.- kosten. Die Landesbank hat zwar 8 Mill. zugesagt, kann aber nur nach Maßgabe ihrer Geldmittel bezahlen. Ich habe den Herren den Standpunkt klar gemacht, habe ihnen gesagt, dass sie die Bauten sofort einzustellen haben, wenn sie nicht die Stadt und das beteiligte Baugewerbe zugrunde richten wollen. Von einer Geldbeschaffung kann gar keine Rede sein. Es gibt heute kein Geld. Edelmann hält die Sache nicht so schlimm, Krob glaubt, dass anderweitig Geld zu beschaffen sei. Ich habe auf die Bedrängnis der Sparkassen hingewiesen, auf die großen Abhebungen allerorten. Entweder Einstellung aller Bauten oder die Fertigstellung einiger Häuser nach Maßgabe der erhältlichen Geldmittel. Pölzl, der gestern Bürgermeister geworden ist, sagte mir: In 4 Wochen ist Rätediktatur, und da knallt man uns zuerst herunter. Ich habe den Herren auch gesagt, dass es furchtbar leicht sei, fortwährend zu bewilligen, dass aber einmal der Augenblick kommt, wo das Geld verbraucht ist, dass wir in weiser Voraussicht beschafft haben. Es ist trostlos und schreckhaft, wenn man den Verlauf einer Sitzung des Finanzausschusses beiwohnt. Der Obmann berichtet des Langen und Breiten über irgendeinen Gegenstand und beantragt selbstverständlich die Annahme des zu bewilligenden Ausgabepostens. Wenn ich nicht rede, wird dem Antrag Folge geleistet.

* * * * * * * * * *

Und hier sollen die Ausschnitte aus den Tagebüchern von Ferdinand Maresch erst einmal enden. Wie der Leser leicht bemerkt, hat die Übertragung durch Dr. Werner Wenisch hier bereits starke Lücken. Vieles, was für ihn zu stark kommunal-politisch war, wurde nicht mit eingefügt und fehlt uns noch, um mehr über die Geschehnisse in unserer Stadt vor nunmehr bald neunzig Jahren zu erfahren. Vielleicht gelingt es mir später, diese Lücken zu füllen und den kompletten Text dann den interessierten Lesern zeigen zu können. Für heute lassen Sie mich nur noch eines sagen:

„Er war schon ein bemerkenswerter Kommunal- und Landespolitiker, unser Stadtrat und Obmann vieler Ausschüsse, mein Urgroßvater Ferdinand Maresch“.

Dieter W. Winter

* * * * * * * * * *

LEOPOLD PÖLZL, Bürgermeister von Aussig (1920-1923, 1931-1938)
*14.11.1879 in St. Egyd, Österreich, † 1.9.1944 in Aussig a. E.

aus „Usti nad Labem und seine deutsche Vergangenheit
[09-07-2005] Autor: Katrin Bock, Quelle: http://www.radio.cz/de/artikel/68326

Auch die Stadtherren sind sich der deutschen Vergangenheit der Stadt bewusst, so existiert am Rathaus bereits eine Gedenktafel für den letzten deutschen sozialdemokratischen Bürgermeister der Stadt vor 1938, Leopold Pölzl. Mit Krystina Kaiserova stehe ich vor dieser Gedenktafel:

"Er hat große Verdienste für diese Stadt, nicht nur in der Sozialpolitik, aber allgemein ausgewogene Politik der Stadt, Leopold Pölzl kam dann 1944 ums Leben, man weiß bis heute nicht genau wie, und man muss auch wieder zum Guten der Bevölkerung sagen, dass sein Begräbnis eine stille Manifestation gegen die dann Naziherrschaft wurde."

Die Gedenktafel für den deutschen sozialdemokratischen Bürgermeister hat ihre eigene Geschichte:

"Am Anfang engagierten sich die hiesigen Sozialdemokraten. Aber solange nur bis sie Bedenken bekamen, sie könnten vielleicht die Kommunalwahlen verlieren, so eine deutsche Tafel, und da haben sie es gelassen. Es war damals eine große Schande. Und zuletzt hat es dann die Stadt gemacht. Und ich finde es viel besser, denn ehrlich gesagt, die Parteien, die vergehen, aber die Stadt bleibt hoffentlich."

Und das wäre dann sicher im Sinne von Ferdinand Maresch und von uns allen!





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