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Epikur ...



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...   Erstellt am 22.02.2009 - 18:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minotaurus schrieb


    Diskussionen zu diesem Thema sind durchaus erwünscht
    Atheistische Grüße vom Mino.


Was heißt es heute ein Atheist zu sein?
Laut Umfragen ist Religion heute kein Thema mehr.
Es ist schon ganz erstaunlich, was man liest, wie die Meinungsforschung das einschätzt.
Man muss vor allem an die östlichen Bundesländer denken, in denen ja Jahrzehnte lang so etwas wie eine religiöse Sozialisation fast überhaupt nicht stattgefunden hat.
Ich bin Atheist, das klingt immer noch nach Säbel rasseln, auf in den Kampf gegen die Kultur der Menschen, die zu ihrer Religion stehen.
Wenn die Meinungsforscher Recht haben, braucht der Atheist auch nicht mehr kämpfen.
Atheistische Grüße lesen sich wie eine Kampfansage, aber was bedeutet es tatsächlich?




Gestriger
unregistriert

...   Erstellt am 22.02.2009 - 19:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Epikur schrieb

    Laut Umfragen ist Religion heute kein Thema mehr.


Dem widerspricht allein die Tatsache, das religiöse Bücher seit Jahren in den Bestsellerlisten stehen.
Wenn man in die Buchhandlungen geht, sieht man die Tische voll von Büchern, die von Religionen handeln. Es gibt eine Neugierde, es wird aufgesogen.
Meiner Meinung nach ist dies durch die terroristischen Anschläge ausgelöst worden, die im Namen einer Religion ausgeübt werden.
Das ist etwas ganz anderes als der Terror der RAF, die hatten sozusagen eine politische Botschaft. Und ich denke, das hat uns in Westeuropa aufgeschreckt.
Wir haben uns vielleicht zu lange Illusionen gemacht, dass die Religion vielleicht verschwunden sei durch die Modernisierung.
Wir haben wahrscheinlich unseren praktischen Atheismus einfach hochgerechnet und haben gemeint, das sei ein globales Phänomen.
Und dann entdecken wir mit Schrecken, dass es sogar in unserer Gesellschaft Leute gibt, die bereit sind, sich im Namen Gottes in die Luft zu sprengen, um dann möglichst viele Unschuldige mit in den Tod zu nehmen.




Carpenoctem ...



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...   Erstellt am 22.02.2009 - 20:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Epikur schrieb

    Ich bin Atheist, das klingt immer noch nach Säbel rasseln, auf in den Kampf gegen die Kultur der Menschen, die zu ihrer Religion stehen.
    Wenn die Meinungsforscher Recht haben, braucht der Atheist auch nicht mehr kämpfen.
    Atheistische Grüße lesen sich wie eine Kampfansage, aber was bedeutet es tatsächlich?


Meines Erachtens ist der Begriff Atheismus unangemessen, da er ansinnt, der Theismus sei ein Erstes – Ursprüngliches.

Die als Atheisten bezeichneten, erscheinen damit als eine Art Abweichler, als von diesem Ursprünglichem abgefallenem.

Was natürlich eine negative Wertung impliziert. Für mich ist es einfach nicht wahr, dass der Mensch von Natur aus religiös ist.

Ich finde die Entgegensetzung von Atheismus und Theismus ist irreführend, weil der Atheismus nicht als eine Antihaltung verstanden werden darf, und es viele Variationen des Atheismus gibt, denke man an Ludwig Feuerbach, er war bekennender Atheist und der Wegbereiter eines totalen Humanismus.

Viele seiner Gedanken wurden von Karl Marx, Friedrich Engels, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud bis hin zu Ernst Bloch übernommen und weiterentwickelt.




<Minotaurus>
unregistriert

...   Erstellt am 23.02.2009 - 02:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Epikur schrieb
    Was heißt es heute ein Atheist zu sein?
    Atheistische Grüße lesen sich wie eine Kampfansage, aber was bedeutet es tatsächlich?

Zunächst mal: Atheist zu sein, bedeutet weiter nichts, als nicht an eine "Göttliche Macht" oder Existenz zu glauben. Nicht mehr und nicht weniger.

Heutzutage ist es leicht, sich als Atheist zu bezeichnen: Man tritt (zumeist aus wirtschaftlichen Gründen) aus irgendeiner Kirche aus, "spart" sich damit einen Teil der Kirchensteuer und man darf sich fortan als "Atheist" betiteln, obwohl man sich vermutlich niemals irgendwelche Gedanken um die wahren Hintergründe gemacht hat.
Ganz so einfach ist es aber nicht, falls man wirklich zu diesem Begriff steht.

[Zitat=Wikipedia]Mit dem Ausdruck Atheismus kennzeichnet man im weiteren Sinn eine Position, welche jede Religion oder religiösen Glauben ablehnt, im engeren Sinne eine Position, derzufolge der Satz „Gott existiert“ falsch ist. [1]

Der Begriff „Atheismus“ geht auf das altgriechische Adjektiv „ἄθεος“ („átheos“) zurück, wörtlich „ungöttlich, gottlos“. (Alpha privativum ἄ + θεός theós = Gott). In seiner latinisierten Form tauchte der Ausdruck erstmals bei Cicero auf. Im deutschen Schrifttum erschien das Wort in lateinischer Form ab Ende des 16. Jahrhunderts. Ab Beginn des 18. Jahrhunderts gilt es als eingedeutscht.

Die Bezeichnung „átheos“ war lange Zeit ein Kampfbegriff, der von den Nichtgläubigen zunächst nicht übernommen wurde. Es handelte sich um eine abwertende Wortschöpfung, die von den sich als rechtgläubig Bezeichnenden gegen angeblich oder wirklich Ungläubige benutzt wurde. Atheismus wurde im Sinne von „gottlos“ auf Anschauungen angewendet, die im Konflikt mit den etablierten Religionen standen. Vielfach wurden religiöse Strömungen mit eigenen neuen Gottesvorstellungen als atheistisch bezeichnet. Beispielsweise wurden auch die ersten Vertreter des Christentums von ihren polytheistischen Gegnern als Atheisten beschimpft. Heute wird die Bezeichnung „Atheismus“ tendenziell weniger abwertend verwendet. Im philosophischen Diskurs ist „Atheismus“ ein wertneutraler Begriff und wird dem des Theismus entgegengesetzt.[/Zitat]
Wer also darin irgendeine "Kampfansage" an die Gesellschaft vermutet, der liegt falsch. Es handelt sich um nichts anderes als um eine Art von "Glaubensbekenntnis", wenn man so will. Eine Kampfansage oder gar Säbelrasseln werden hierin nur fundamentalistische, religiöse Hardliner vermuten und damit haben sie wahrscheinlich gar nicht mal so unrecht. Hier mal etwas Lesestoff zu dieser Thematik.
Für eine klerikal geprägte Plattform wie diese ist das wahrscheinlich nicht der richtige Lesestoff, aber es steht der Admina ja frei, diesen Link wieder zu löschen.

In diesem Sinne: Überzeugte atheistische Grüße vom Mino.




Paula ...



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...   Erstellt am 23.02.2009 - 13:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich bin beanspruche für mich, dass Atheismus eher Moral darstellt als Religiosität.

Religion halte ich für etwas wesentliches Inhumanes, und zwar nicht nur weil bestimmte religiöse Inhalte der menschlichen Rationalität zuwider sind, sondern weil ein Gott, ein übersinnliches Wesen, gleich welcher Art vom Menschen weggezogen wird.

Dankbarkeit, Hilfsbereitschaft, Schuld, Vergebung, Achtung und Liebe sollte der Mensch sich selbst und den anderen entgegen bringen oder von sich selbst oder von ihnen erwarten, anstatt sie aus der Welt fort auf Gott zu richten.




Epikur ...



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...   Erstellt am 23.02.2009 - 14:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich denke, dass die Bilanz nicht so finster ist, wie du sie darstellst.

Was du darstellst, ist nicht spezifisch christlich, denn das spezifisch Christliche besteht ja in der Lehre, dass Gott Mensch geworden ist.

Und deswegen sind Frömmigkeit und Menschlichkeit gar nicht voneinander abtrennbar.

Wenn Jesu in den Evangelien sagt, liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst, und das ist das ganze Gesetz, dann sieht man, dass das was Du schreibst, damit gar nicht vereinbar ist.

Auch historisch kann man schwer bestreiten, dass das Christentum zu einer starken Vermenschlichung unserer Kultur beigetragen hat.

Das Christentum hat ganz entschieden gegen die Sklaverei opuliert.
Das Christentum hat z.B. dafür gesorgt, dass Neugeborene nicht einfach entsorgt werden dürfen.
Das Christentum hat ganz stark wie auch das Judentum die Idee der Nächstenliebe durchgesetzt und auch selber gelebt.

Christum und Judentum sind nicht immer ein Hort der Unmenschlichkeit.

[Dieser Beitrag wurde am 23.02.2009 - 14:09 von Epikur aktualisiert]




Carpenoctem ...



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...   Erstellt am 23.02.2009 - 14:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minotaurus schrieb

    Zunächst mal: Atheist zu sein, bedeutet weiter nichts, als nicht an eine "Göttliche Macht" oder Existenz zu glauben. Nicht mehr und nicht weniger.



A diese Vorsilbe bedeutet ohne, also die Atheisten sind die Gottlosen.
Das sind die, die ohne Gott auskommen wollen.

Im Atheismus aber steckt das Göttliche drin.
Also, wenn jemand ohne Gott auskommt, heißt das nicht, dass er auch ohne Göttliches lebt.




Paula ...



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...   Erstellt am 23.02.2009 - 15:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minotaurus schrieb

    Für eine klerikal geprägte Plattform wie diese ist das wahrscheinlich nicht der richtige Lesestoff, aber es steht der Admina ja frei, diesen Link wieder zu löschen.

    In diesem Sinne: Überzeugte atheistische Grüße vom Mino.


@ Mino, es zeichnet unsere klerikal geprägte Plattform aus, dass sie Meinungen anderer aktzeptiert, sie nicht verändert oder löscht, so lange diese nicht rechtlich bedenklich sind.

Die Admina und ihre Forenmitglieder(innen) so wie auch viele ihrer Gäste beherrschen die hohe Kunst der Streit - und Diskussionskultur, aber das weißt du ja.

herzlichst
Paula




<Minotaurus>
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...   Erstellt am 23.02.2009 - 19:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Paula schrieb
    @ Mino, es zeichnet unsere klerikal geprägte Plattform aus, dass sie Meinungen anderer aktzeptiert, sie nicht verändert oder löscht, so lange diese nicht rechtlich bedenklich sind.

Seltsam, seltsam,
wohin sind denn nur die frommen Bibelsprüche entschwunden, mit denen uns ein überaus gläubiger Katholik bereits heute früh "beglückt" hat?
Ich hatte mich dafür bei ihm extra noch sehr herzlich mit einer kleinen Anekdote bedankt.

Sollten diese frommen Sprüche etwa gar rechtlich bed...
Neeein, an so was mag ich gar nicht denken!




Paula ...



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...   Erstellt am 23.02.2009 - 19:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ Mino,

die frommen Bibelsprüche sind dort, wo sie hingehören

kuckstu hier




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