mam Moderatorin a.D.
  

Status: Offline Registriert seit: 29.06.2006 Beiträge: 572 Nachricht senden | Erstellt am 20.08.2006 - 13:52 |  |
Asiatisch
Wer in der glücklichen Lage ist, das Essen auf einem Marmortisch servieren zu können, (so wie ich) bedarf keiner Tischdecke mehr.
Auf allen anderen Tischen empfiehlt es sich, eine knallbunte, jedoch einfarbige Decke zu legen: rot, gelb, grün oder blau. Das Auge soll sich auf die ohnehin schon sehr seltsam aussehenden Lebensmittel konzentrieren, die einem dargeboten werden. (Wer nicht gut kochen kann, sollte die Gäste mit einem äußerst abstraktem Muster der Tischdecke vom Essen ablenken)
Da sowieso niemand in der Lage ist, mit Essstäbchen umzugehen, kann man sie auch gleich als Tischdekoration benutzen.
Hier einige Dekorationsbeispiele:
4 Essstäbchen diagonal übereinander legen, je 2 in eine Richtung und die beiden anderen darüber in die andere Richtung und in die Mitte ein Teelicht geben.
Verschieden große weiße Steine in der Mitte des Tisches plazieren und dazwischen mehrere dünne Glasröhrchen (Reagenzgläser) stecken und mit verschieden hohen Blumen füllen. Orchideen wirken beispielsweise sehr edel.
Statt Reagenzröhrchen kann man auch dünnere Bambusröhrchen in verschiedenen Größen nehmen, zwischen die Steine stecken und darauf achten, dass das Größte in der Mitte steht. Mit Bambusblätter und verschiedenen Blüten füllen.
In einem dicken Bambusrohr (70 - 100 cm Länge und 8 - 15 cm Durchmesser) oben mehrere Löcher über das ganze Rohr verteilt bohren und Orchideen-Blüten hinein stecken.
Wer zwei feste Haken oberhalb des Tisches in der Zimmerdecke hat, kann das Bambusrohr an Seilen über den Tisch hängen und die Seile mit Efeu oder länglichem Moos umranken. Moos an einigen Stellen unter das Bambusrohr ranken lassen und kleine Schmetterlinge anbringen. (Anmerkung: für Japaner und Chinesen ist der Schmetterling ein Zeichen von Unzuverlässigkeit und da beide, sowohl Japaner, wie auch Chinese davon ausgehen, dass sämtliche Dekorationen eigens für sie gemacht wurden, also eine Beleidigung!)
Essstäbchen kombiniert mit Teelichter und abstrakten Blumen als Dekoration lenken zwar von einem mittelmäßig gekochtem chinesischen Essen ab, unterstreichen jedoch jedes hervorragend gelungene Menü.
Wer kein chinesisches Geschirr zur Verfügung hat, sollte einfach alle eckigen oder merkwürdig geformte Teller und Schüsseln nehmen.
Da niemand merkwürdig geformtes Geschirr für mehrere Personen besitzt, sondern meistens in einzelner Ausführung, sollte jeder Gast ein eigens zusammen gestelltes Ensemble erhalten.
Wer einen Chinesen oder gar Japaner zum Essen eingeladen hat, kann sich mit der Zubereitung des Essens sehr viel Zeit lassen, da der Gast erst einmal die Wohnung in Schritten und mit seinem mitgebrachtem Zollstock nachmisst und sich anschließend ausrechnet, ob sie „Feng chui gerecht“ ist.
Davon abgesehen essen Japaner und Chinesen lieber echt bayrisch zubereitete Kalbshaxen mit Knödel und Kraut.
So, wie für uns beim Sushi der Wasabi (schärfste asiatische Zubereitung aus Meerrettich) nicht fehlen darf, möchten die fern östlichen Asiaten nicht auf den allseits bekannten süßen bayrischen Senf (oder zumindest auf den mittelscharfen „Löwensenf“ verzichten.
Tipp:
Ein chinesisches Essen samt Dekoration sollte also nur den deutschen Gästen vorbehalten sein. (Im Gegenzug dazu ist das Deutsche Wappentier bei uns ausgestorben. Peinlich genug!)
Signatur Praesis ut prosis, non ut imperes (Stehe an der Spitze um zu dienen, nicht um zu herrschen) |