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WHISPER ...
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...   Erstellt am 20.10.2005 - 15:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der mittelalterliche Tod - von Fegefeuer und Ablass

Den Vorbereitungen auf die Ewigkeit im Paradies verheissende Sterbestunde standen zahlreiche Hilfen zur Verfügung, so z.B.: die Schrift "Ars moriendi" -"Die Kunst des Sterbens". Durch Vorschläge auf ein gottgefälliges Leben bereitete diese auf das Sterben vor.
Vom sozialen Stand und vom wirtschaftlichen vermögen hingen individuelle Leistungen ab, beispielsweise der Erwerb von Ablässen oder die Finanzierung von Seelenstiftungen, Spitälern, Gedenk- und Gebetstagen über den Tod.
Nicht zuletzt garantierten die Zünfte und Bruderschaften die Vor- und Nachsorge des Todes, Beerdigung und Gedenken, sowie die Unterstützung Hinterbliebener. Eine wichtige Rolle fiel auch den Kerzenstiftungen zu. Diesem, im Spätmittelalter überboardenden Brauch setzte die Reformation ein Ende.
Der Ablass war ursprünglich der Nachlass einer von der Kirche auferlegten Bussleistung, und bezog sich auf die von ihr mit Genugtuung verhängten Strafen. Die Kirche hatte die Machtbefugnis, nach der Beichte entweder die Absolution zu erteilen, bzw. nur teilweise oder gar nicht. Bussleistungen konnten sein: Gebete, Almosen, Wallfahrten, Fasten, oder gar die Teilnahme an einem Kreuzzug.
Der vollkommene Ablass blieb dem Papst vorbehalten , der Jubiläumsablass wurde seit 1300 alle 100 Jahre wirksam. Rompilger bekamen zahlreiche Möglichkeiten geboten, sich an besonders heiligen Orten und besonderen Gedenktagen einen reichen Vorrat an Ablass zu erwerben.
Da die Kirche die Reinigung im Fegefeuer als zeitliche Strafe verhängen konnte, hatte sie auch die Möglichkeit, sie dem Sünder zu erlassen. FrommeSpenden wurden hier sehr gern gesehen; später gab es gar feste Tarife, die zu einer der wichtigsten Einnahmequellen der Kirchenbehörde geworden waren.


Quelle: Leo Sievers : Revolution in Deutschland-Geschichte der Bauernkriege

[Dieser Beitrag wurde am 20.10.2005 - 16:36 von WHISPER aktualisiert]





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Savertin ...
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...   Erstellt am 20.10.2005 - 16:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


WHISPER schrieb


    Der Ablass war ursprünglich der Nachlass einer von der Kirche auferlegten Bussleistung, und bezog sich auf die von ihr mit Genugtuung verhängten Strafen.
    Da die Kirche die Reinigung im Fegefeuer als zeitliche Strafe verhängen konnte, hatte sie auch die Möglichkeit, sie dem Sünder zu erlassen.

Also ich finde das widerspricht einander doch. Die Idee des Ablasses war die oben zuerst beschriebene. Die Kirche konnte einen Ablass von der von ihr auferlegten Bußleistung (Gebete, Pilgerfahrten etc.)erteilen. Nichts aber von der Zeit im reinigenden Fegefeuer wegnehmen, denn das ist/war doch eher Gottes Sache. Auch kein Papst kann/konnte jemandes Zeit im Fegefeuer verkürzen. Das dies von den "einfachen" Gläubigen oft falsch verstanden wurde (siehe die Kreuzzüge --> es gab bei den ersten Kreuzzügen keinen Generalablass), steht auf einem anderen Blatt.
Dass die Kirche Strafen mit Genugtuung verhängte, ist wohl sachlich nicht haltbar.





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odras ...
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...   Erstellt am 29.08.2006 - 17:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


ars moriendi - die kunst des sterbens

für mich hat das wenig mit weltlichen ikonen oder einem nach aussen gerichteten gottgefälligen leben zu tun, wie es hier beschrieben wird, zu tun, auch wenn die allgemeine sichtweise einmal in genau diese richtung gegangen sein mag.

die kunst des sterbens bedeutet für mich die lossagung von weltlichen gütern, götzen und vorstellungen. die beschreibungen von whisper zielen genau auf das gegenteil ab. dabei geht es darum das wirken eines individuums über seine stoffliche existenz hinaus zu verlängern und somit die tatsache des sterbens, also das GEHEN aus der welt des stoffes in eine andere, zu umgehen. es bleibt ja noch etwas zurück...

so ungefähr könnte ich mir vorstellen, das die leute gedacht haben, die diese ideen verbreitet und angenommen haben. die wahre kunst des sterbens besteht aber meiner meinung nach darin, einfach zu gehen, wenn es an der zeit ist - den tod anzunehmen und zu akzeptieren - ohne angst und sorge vor dem unbekannten, das danach folgt - und darauf kann man sich vorbereiten.

[Dieser Beitrag wurde am 29.08.2006 - 17:19 von odras aktualisiert]





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WHISPER ...
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...   Erstellt am 29.08.2006 - 17:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das "ars moriendi" wurde im M i t t e l alter verfaßt und muss auch inhaltlich als solches begriffen werden.

Dass die Menschen in jener Zeit (zwangsläufig, auch stark durch die Kirche und deren Drohungen und Vorschriften geprägt), eine andere Einstellung zu Sterben und Tod hatten, als wir in der Neuzeit (wobei die Einstellungen heute ja auch durchaus konträr sind) ist klar.





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odras ...
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...   Erstellt am 29.08.2006 - 18:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


verehrte whisper, eure kunde um die riten und glaubensvorstellungen möchte ich nicht in abrede stellen. ich sehe, dass euch sehr viel daran gelegen ist, EURE weisheit mit anderen zu teilen. das weiss ich zu schätzen.

ich für meinen teil halte aber nicht viel davon, meine äusserungen allein auf die verbreitung von theoretischem wissen zu beschränken. ich greife wissen, gedanken, ideen auf und entwickle meine eigenen dazu. mir war nicht bewusst, dass es in diesen reihen nicht erwünscht ist, selbstentwickeltes philosophisches gedankengut zur diskussion zu stellen.

verzeiht, oh grosse allwissende priesterin.

[Dieser Beitrag wurde am 29.08.2006 - 18:45 von odras aktualisiert]





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WHISPER ...
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 12:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


odras schrieb:
verzeiht, oh grosse allwissende priesterin.





Ich bin Eurer Glaubensrichtung, die mir bekannt ist, nicht zugehörig, odras. Aber ich toleriere sie
In dieser Burg sind nun mal die allermeisten Beiträge auf das Thema Mittelalter bezogen.
Es steht natürlich jedem User frei, einen neuen Thread aufzumachen.
Oder z.B. unter "Religionskritik" sein "selbstentwickeltes philosophisches Gedankengut" kundzutun.

pax vobiscum





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witchi ...
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 12:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Haltet ein ihr Weiber!!!
wie Whisper schon richtig anmerkte handelt es sich hier um ein Mittelalter-Fantasy Forum und man muss ganz klar zwischen Fakten zur Information (wie hier der Fall) und selbst entwickelte Ideen unterscheiden. Natürlich ist es hier erlaubt und ausdrücklich erwünscht solche preiszugeben. Doch mittelalterliche Fakten sind mittelalterliche Fakten und wenn sie belegt sind bieten sie keine Grundlage zur Diskusion zumal diese auch wohl in den wenigsten Fällen die Meinung der "Poster" wiederspiegeln.





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odras ...
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 13:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


witchi schrieb

    Haltet ein ihr Weiber!!!


*duck*

witchi schrieb

    wie Whisper schon richtig anmerkte handelt es sich hier um ein Mittelalter-Fantasy Forum und man muss ganz klar zwischen Fakten zur Information (wie hier der Fall) und selbst entwickelte Ideen unterscheiden.


das ist richtig. allerdings fehlt mir hier irgendwie ein bereich, in dem die entwicklung solcher gedankengänge überhaupt möglich ist - sprich ein bereich für philosphische diskussionen.

ich interessiere mich sehr für die geschichte des mittelalters - nicht zuletzt weil im glauben und aberglauben dieser epoche vieles zu finden ist, was sich auch im heute spiegelt. darin liegt mein interesse.

die zukunft hat eine lange vergangenheit

in diesem sinne...

[Dieser Beitrag wurde am 30.08.2006 - 13:03 von odras aktualisiert]





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witchi ...
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 14:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


philosphische diskussionen können natürlich auch hier geführt werden aber dann doch bitte so das man auch gleich erkennt das es sich um eine solche handelt. Denkbar schlecht ist es doch da Informationen aus dem Mittelalter als solche zu verphilosophieren..... Mit anderen Worten eröffnet ein Post das als Grundlage zur philosphische diskussion steht und ich bin mir sicher es werden sich einige beteiligen.

[Dieser Beitrag wurde am 30.08.2006 - 14:58 von witchi aktualisiert]





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odras ...
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...   Erstellt am 30.08.2006 - 19:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


nun denn, dann weiss ich, wie ich derlei begehr in zukunft zu handhaben werde.

habt dank.





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